Torkil Damhaug Die Netzhaut

(25)

Lovelybooks Bewertung

  • 41 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 1 Leser
  • 8 Rezensionen
(4)
(15)
(5)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Netzhaut“ von Torkil Damhaug

In Oslo verschwindet die junge Psychologin Mailin Bjerke spurlos. Im fernen Amsterdam gibt sich ihre jüngere Schwester Liss die Schuld daran. Wie konnte sie es nur so weit kommen lassen? Sie muss nach Oslo zurück und Mailin fi nden, bevor es zu spät ist. Tage später müssen Kommissar Viken und Gerichtsmedizinerin Jennifer Plåterud den brutalen Mord an einer Frau aufklären, der die Ermittler an die Grenzen ihrer Belastbarkeit bringt ...

Schauriger Thriller! Nichts für schwache Nerven!

— steffi5437
steffi5437

Top!

— MrsFoxx
MrsFoxx

Gerade erst angelesen. Auffallend schlampig lektoriert (viele logische Fehler) und sprachlich schwach. Wird wohl eher kein Krimivergnügen...

— Vika013
Vika013

Stöbern in Krimi & Thriller

Murder Park

Ein Buch wie eine Achterbahnfahrt im Dunklen!

romi89

AchtNacht

Ich auf einer Abschussliste? Ein purer Albtraum....

Wonni1986

Der zweite Reiter

Spannender Fall und gute Atmosphäre.

Fleur91

Der letzte Befehl

Guter Thriller über den Beginn von Jack Reacher, teilweise etwas in die Länge gezogen, aber durchaus empfehlenswert!

meisterlampe

SOG

Unbedingt lesen

Love2Play

Finster ist die Nacht

Die Entführung und Ermordung des bekannten Radiomoderators Philip Long wirft hohe Wellen. Macy Greeley wird auch im dritten Buch gefordert.

lucyca

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Schrecklicher Leichenfund!

    Die Netzhaut
    steffi5437

    steffi5437

    15. May 2017 um 17:26

    Das Buch handelt von einem Serienmörder,der seine Opfer aufs grausamste ermordet und ihnen in die Augen sticht!Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven und ist mir sehr unter die Haut gegangen! Es werden teilweise auch pathologische Untersuchungen detailliert beschrieben,die die Gerichtsmedizinerin an der Leiche des Mädchens vernimmt! Trotz der grausamen Szenen, konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen! 

    Mehr
  • Kommissar Vikens zweiter Fall

    Die Netzhaut
    MrsFoxx

    MrsFoxx

    13. April 2016 um 20:48

    Die unstete Liss hat sich ihr Leben lang auf ihre solide Schwester verlassen können, auch wenn die eine ein fragwürdiges Leben in Amsterdam vorzieht und die andere ein „Spießerleben“ in Oslo bevorzugt. Doch als die angehende Psychologin Mailin plötzlich spurlos verschwindet, macht sich Liss auf den Weg zurück in die norwegische Heimat, um nicht eher zu Ruhen bis ihre Schwester gefunden wird.Mein erstes Buch von Torkil Damhaug und gleich ein wunderbar mitreißendes und hoch spannendes! Flüssig geschrieben, erzählt der Autor diese Geschichte nicht aus der Sicht eines Kommissars, sondern hauptsächlich aus der Liss‘ Bjerkes. Zudem förderten einige Rückblicke, Briefauszüge, zwielichtige Personen und diverse Perspektivenwechsel meine Neugier und den Lesefluss. Bis zum Schluss konnte mich der Fall an der Nase herumführen, was Täter und Motiv betrifft. Liss‘ Lebensstil ist zwar nicht gerade das Gelbe vom Ei, jedoch bemerkt man nach und nach ein Erwachsenwerden der jungen Frau. Und so ist sie mir spätestens zur Hälfte des Buches richtig sympathisch geworden.Vielleicht liest man ja in einem anderen Buch des Autors mal, wie es ihr weiterhin ergangen ist, denn das würde mich sehr freuen.Damhaugs Kriminalkommissare geben in „Netzhaut“ leider kein so gutes Bild ab, sie agieren zu sehr im Hintergrund. Aber vielleicht hätte ich auch zuerst „Bärenkralle“ lesen sollen. Doch leider habe ich zu spät gesehen, dass dies der zweite Teil einer Reihe um Kommissar Viken ist. Ich finde aber, das Buch lässt sich trotzdem auch prima alleine lesen.Fazit: Toll! Mit diesem Buch habe ich mir fast eine Nacht um die Ohren geschlagen. Das spricht schon mal für sich. Absolute Leseempfehlung von mir!Reihenfolge:01. Die Bärenkralle02. Netzhaut

    Mehr
  • Die Netzhaut

    Die Netzhaut
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. August 2014 um 15:08

    In Oslo verschwindet die junge Psychologin Mailin Bjerke spurlos. Im fernen Amsterdam gibt sich ihre jüngere Schwester Liss die Schuld daran. Wie konnte sie es nur so weit kommen lassen? Sie muss nach Oslo zurück und Mailin finden, bevor es zu spät ist. Tage später müssen Kommissar Viken und Gerichtsmedizinerin Jennifer Plåterud den brutalen Mord an einer Frau aufklären, der die Ermittler an die Grenzen ihrer Belastbarkeit bringt … Spannend geschrieben. War bis zum Schluss auf dem Holzweg.

    Mehr
  • Die Netzhaut

    Die Netzhaut
    Slaol

    Slaol

    05. April 2014 um 16:01

    In Die Netzhaut geht es um die verschwundene Psychologin Mailin Bjerke und ihre jüngere Schwester Liss, die keineswegs ein Kind von Unschuld ist. Als Mailin verschwindet, ergreift Liss eine böse Vorahnung. Noch vor ein paar Tagen hat ihr 'Freund' gedroht, ihre Schwester mit in eine Sache zu ziehen, von der Liss auf keinen Fall möchte, dass ihre Schwester es erfährt. Da Liss mit ihrem Verdacht nicht zur Polizei gehen kann und dieser ohnehin nicht allzu sehr vertraut, begibt sie sich selbst auf die Suche nach ihrer Schwester. Nach und nach kommen nun grausige Details ans Tageslicht und am Ende geht es nicht mehr nur um Entführung einer Person sondern um Mord mehrerer. Meine Meinung Ich fand diese Geschichte unglaublich spannend. Ich mochte vor allem den Hauptcharakter Liss Bjerke. Sie hat mich nicht nur mit ihrer Eigenartigkeit so sehr an Stieg Larsson's Lisbeth erinnert, sondern auch durch ihre nicht vorhandene Vertrauenbasis der Polizei gegenüber. Unglaublich authentisch und unfassbar sympathisch. Außerdem gefiel mir das Spannungshoch am Ende. Eigentlich sagt man ja immer, die Spannung sollte sich zur Mitte hin steigern und am Ende die große Explosion ergeben. Hier war es meiner Meinung nach irgendwie ein bisschen anders, was mich keinesfalls störte, sondern auf eine gewisse Art sehr reizte und diesen 'Aha-Moment' vor allem so veränderte, dass es für mich etwas gänzlich Neues war. In einem Sonderpunkt muss ich zum Ende meiner Meinung allerdings noch eines erwähnen: die Aufmachung. Oh mein Gott. Ich fand es so grandios wie schön erst einmal das Cover gestaltet ist. Aber den Knallermoment hat für mich das Innenleben des Covers ausgelöst. Ich muss euch das hier einmal zeigen: Quelle: amazon.de Ich finde soetwas immer unglaublich. Die Menschen, die sich hier noch so eine Riesenmühe geben, dem Leser noch extra zu veranschaulichen, wo welcher Charakter sich gerade befindet, gehören einfach nur in den Himmel gelobt. Ich mochte dies schon bei den Herr der Ringe - Teilen. Hach, fantastisch. Fazit Kurz und knackig: Tolles Buch, toller Autor, tolle Aufmachung. Wer Larsson mochte wir Damhaug höchst wahrscheinlich auch sehr gern mögen. Nicht nur weil beide aus dem schönen Norden kommen, sondern weil beide klasse Autoren sind.

    Mehr
  • Spannend, grausam und gnadenlos gut !

    Die Netzhaut
    Alruna

    Alruna

    29. May 2013 um 09:42

    Ein Buch das mich immer wieder verunsichert hat. Der Autor hat es perfekt drauf einen mitzureißen, zu verwirren, ins Grübeln zu bringen und einem das Gefühl zu geben das man irgendwann den vollen Durchblick hat, nur um dann festzustellen das man sich vollkommen verirrt hat..... Ein spannendes Buch über eine große Geschwisterliebe die bis über den Tot hin verbindet, einen kleinen Jungen der an den falschen Retter geraten ist, einem Urlaub mit grenzlosen grausamen Folgen, Spannung, Höhepunkten und einen wundervollen Streifzug durch Amsterdam und Norwegen... Viel Spaß beim lesen....und immer daran denken AUGEN OFFEN HALTEN !!!

    Mehr
  • Rezension zu "Die Netzhaut" von Torkil Damhaug

    Die Netzhaut
    goat

    goat

    08. August 2011 um 22:27

    Die Fotografin Liss führt in Amsterdam ein eher unstetes Leben. Dazu gehören die regelmäßige Einnahme von Kokain und ihre Beziehung zu dem etwas zwielichtigen Zako. Er ist es, der Liss Fotojobs besorgt und die Wohnung bezahlt, in der sie lebt. Im Gegenzug dafür begleitet sie in seinem Auftrag Geschäftsleute in Nachtklubs oder auf Empfänge. Doch Liss will aussteigen und auf eigenen Füßen stehen. Als sie ihm sagt, dass sie sich nach einer neuen Wohnung umgesehen hat, setzt er Liss unter Druck, in dem er ihr ein Foto ihrer Schwester Mailin zeigt, die in Oslo wohnt und die er eigentlich nicht kennen dürfte. Ein paar Tage später bekommt Liss einen Anruf von Mailins Lebensgefährten, der ihr mitteilt, dass Mailin spurlos verschwunden ist. Da Liss auf die Entfernung nichts ausrichten kann, versucht sie als erstes herauszufinden, wie Zako an das Foto ihrer Schwester gekommen ist. Sie verabredet sich mit ihm und betäubt ihn mit Tabletten, die sie in sein Bier schüttet, um sein Handy durchsuchen zu können. Die Suche ist erfolgreich, denn sie kann sich den Absender der Fotos notieren. Als sie die Wohnung verlässt, weiß sie noch nicht, dass Zako den Abend nicht überleben wird. Am nächsten Tag erreicht sie die Nachricht, dass dieser an seinem Erbrochenen erstickt ist. Liss macht sich kurz darauf auf den Weg zum Flughafen, um nach Oslo zu fliegen und den Absender der SMS ausfindig zu machen … Ich habe bei diesem Thriller das Gefühl, dass der Autor sich schreibtechnisch noch mehr ins Zeug gelegt hat, als bei „Die Bärenkralle“. Die ganzen Figuren, die eingestreut wurden, mit ihrer Vergangenheit und die Verwicklungen, das war bestimmt nicht leicht zu schreiben. Trotzdem vergebe ich hier einen Stern weniger, weil es mir stellenweise zu verwirrend war und sich dadurch einige Längen ergeben haben, die mir das Lesen erschwert haben. Vor allen Dingen zu Beginn, die Erzählungen um Zako. Das mag vielleicht daran liegen, dass die Zeitspanne vom Verschwinden Mailins bis zur Auflösung des Falls einfach zu lang war. Wenn ich mit dem jetzigen Wissen das Buch noch einmal läse, empfände ich wahrscheinlich ganz anders. Liss hat mir als Charakter nicht ganz so gut gefallen, weil ich mich nicht mit ihr identifizieren konnte. Zwischendurch hatte ich beim Lesen immer die koksende Liss vor mir, wie sie sich eine Linie reinzieht. Nicht gerade das, was ich mir unter eine sorgenden oder trauernden Schwester vorstelle. Aber die Ausarbeitung aller Charaktere ist ein ganz dicker Pluspunkt des Autors. Die bildliche Schreibweise hat auf jeden Fall mein Kopfkino zum Laufen gebracht. Abschließend möchte ich noch auf die Aufmachung des Buches eingehen. Da es sich hier um eine gebundene Ausgabe handelt, hätte ich mich über ein Lesebändchen gefreut, das aber leider nicht vorhanden war. Dafür war aber dieses Mal die komplette Innenseite des Schutzumschlages bedruckt. Und zwar mit einer Karte, auf der die Schauplätze des Verbrechens vermerkt sind. Um diese sehen zu können, muss man den kompletten Schutzumschlag des Buches abnehmen (was ich aber beim Lesen sowieso immer mache). Das Cover selber wirkt etwas bedrückend, was aber für einen Thriller passend ist. Die Umrisse eines Baumes sind zu erkennen, die durch Nebel leicht verschwommen wirken. Die feinen Äste sind auf dem Cover hervorgehoben, so dass man sie fühlen kann, wenn man mit der Hand darüber streicht – genau wie der knallig rote Titel, von dem ein Klecks heruntertropft, der aussieht wie Blut. Auf der Rückseite des Buches geht das Bild weiter mit einer im Nebel stehenden Hütte im Vordergrund und Tannen im Hintergrund. Mein Fazit zu „Die Netzhaut“ lautet: Alles in Allem ein gelungener Thriller, der zwar nicht ganz die volle Punktzahl von mir erhält, aber den ich auf jeden Fall empfehlen kann und der mich davon überzeugt hat, auch einen weiteren Band aus der Kommissar-Viken-Reihe zu lesen, falls noch einer erscheinen sollte.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Netzhaut" von Torkil Damhaug

    Die Netzhaut
    NiliBine70

    NiliBine70

    04. December 2010 um 20:46

    Düsterer Norden Zuerst einmal muss ich bemerken, dass ich den Vorgänger "Die Bärenkralle" nicht gelesen habe. Das machte aber beim lesen von "Die Netzhaut" nur wenig aus. Manchesmal wurde auf Ereignisse und Personen aus dem ersten Buch verwiesen, aber hatte nicht wirklich Auswirkungen auf die Handlung oder das Verständnis. Zumindest habe ich das so empfunden. Der Stil ist etwas gewöhnungsbedürftig, machte es mir anfangs schwer, nicht konfus zu werden. Aber so nach und nach verbanden sich einige Stränge, die mir erst zusammenhanglos erschienen und so verdichtet sich das Buch sehr und es entsteht eine düstere Spannung. Überhaupt erscheint mir alles sehr dunkel und bedrohlich. Sei es das Leben von Liss, die als Model jobbt, Drogen nimmt, trinkt, feiert, sehr klischeehaft. Oder die Beschreibung der Erlebnisse des jungen Jo. Diese Düsternis scheint ein Stilmittel des Autors zu sein. Und bei der Handlung, dass die Schwester Liss´ verschwindet und schließlich tot aufgefunden wird, auch durchaus angebracht. Unversehens findet man sich wieder, als Detektiv, der herausfinden möchte, wer jetzt der Mörder -oder gar Serienmörder- ist. Und wo ist der Vater der beiden Schwestern? Hat er etwas mit den Morden zu tun? Alles in Allem würde ich schon sagen, dass es ein guter Thriller in der Tradition der nordischen Autoren ist.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Netzhaut" von Torkil Damhaug

    Die Netzhaut
    antjemue

    antjemue

    09. November 2010 um 13:37

    Jo und Jakka * Vorteile: Unterschwellige Spannung, Gesellschaftskritik Nachteile: einige Längen im 2. Teil, Normalitätsdarstellung von Drogen * Kürzlich wollte ich mal wieder ein Buch aus dem Bücherpool ordern. Leider erwischte ich dabei eins, welches bereits vergeben war. Von den Betreibern der Website wurde ich umgehend per Email darüber informiert. Doch meine Enttäuschung darüber hielt sich in Grenzen. Enthielt diese Mail doch gleichzeitig das Angebot, mir stattdessen, ein druckfrisches Rezensions-Exemplar des kürzlich erschienen Thrillers „Die Netzhaut“ von Torkil Damhaug zu schicken. Weder Buch noch Autor waren mir ein Begriff. So schaute ich kurz bei meinem Lieblingsbücherdealer nach und war interessiert. Wenige Tage später traf das Buch auch schon bei mir ein. * In der Zwischenzeit informierte ich mich im Internet schon ein bisschen über den mir bis dato unbekannten norwegischen Autor * Torkil Damhaug, * und fand auf der Verlagsseite ein aufschlussreiches Interview mit dem Mann aus dem hohen Norden. Der Autor wurde 1958 in Lillehammer geboren lebt und heute mit Frau, 4 Kindern und einem Hund in Lørenskog. Sein beruflicher Werdegang ist höchst interessant. Damhaug studierte nämlich Literatur, Sozial-Anthropologie und Medizin. Fünfzehn Jahre lang arbeitete er als praktischer Arzt mit dem Spezialgebiet Psychiatrie. Gern geschrieben hat er schon als Jugendlicher, auch stellten sich da schon erste Erfolge durch Verlagsveröffentlichungen ein. Hauptberuflich widmet er sich dem Schreiben jedoch erst seit 2006. * Hier der Direktlink zum Interview: http://www.droemer-knaur.de/magazin/Interview+mit+Torkil+Damhaug.4473212.html * Den Klappentext, * von dem mir vorliegendem Buch, wegen dem ich es als für mich reizvoll einstufte, möchte ich Euch auch nicht vorenthalten: * „Der 12-jährige Jo hat beschlossen, seinem Leben ein Ende zu setzen und wird in letzter Minute gerettet. Doch um welchen Preis? Jahre später verschwindet in Oslo die Psychotherapeutin Mailin Bjerke spurlos. Was niemand weiß: In ihrer Praxis fehlt auf einmal eine streng vertrauliche Patientenakte. Als Mailin einige Tage später grausam gefoltert und ermordet aufgefunden wird, übernehmen Kommissar Viken und sein Team den Fall. Gleichzeitig beginnt Mailins eigensinnige Schwester Liss, selbst Nachforschungen anzustellen. Immer tiefer gräbt sie in der Vergangenheit und kommt dabei dem Mörder ihrer Schwester gefährlich nahe ...“ * Nach ein paar Ausflügen ins Genre Historische Romane und einem Fantasywerk, kam mir ein Thriller doch gerade recht. So nahm ich mir auch gleich * Die Netzhaut * zur Hand und entfernte erst mal den interessant gestalteten Schutzumschlag. Zu meinem Erstaunen sah ich, dass dieser auf der Rückseite mit einem Stadtplan von Oslo versehen ist, auf dem diverse Punkte – wie ich später feststellen konnte, Schauplätze der Handlung – eingezeichnet sind. Ein bisschen grummelte ich noch, dass wieder mal kein Lesebändchen in eine gebundene Ausgabe eingearbeitet wurde, aber letztendlich habe ich ja doch immer einen Stapel Lesezeichen griffbereit zur Hand. Der Autor hat seine Geschichte in einen Prolog und 4 Teile, welche nochmals in Kapitel - die von Teil zu Teil mehr werden - aufgespalten wurden, untergliedert. * Im Prolog, * der zeitmäßig im September 1996 angesiedelt ist, lerne ich einen sehr eigenen 12-Jährigen namens Jo kennen. Dieser macht gerade mit seiner stets betrunkenen Mutter, dem vermeintlichen Stiefvater und den beiden Geschwistern in Griechenland Urlaub. Ständig bekommt Jo – eigentlich selbst noch ein Kind - die Verantwortung für die beiden Jüngeren übergeholfen. Damit überfordert, bringt ihn eine dunkle Seite in ihm immer öfter auf abstruseste Gedanken. Außerdem schämt er sich für das Verhalten von Mutter und Stiefvater permanent in Grund und Boden. Hin und wieder geschieht es, dass seine Mutter im Vollrausch engen körperlichen Kontakt mit ihm sucht, der meiner Meinung nach über das Maß einer gewöhnlichen Mutter-Sohn-Beziehung hinaus geht. Zwar angeekelt, kann sich Jo dem doch nicht entziehen. * Ein anderer Urlaubsgast versucht immer wieder mit dem Jungen in Kontakt zu kommen. Jo hat diesen Mann schon mal im Fernsehen gesehen, kommt aber nicht auf seinen Namen. Als sie sich kennen lernen, möchte der Mann mit seinem Spitznamen angesprochen werden. Jakka, wie er sich nennt, führt regelrecht ernsthafte Gespräche mit Jo und hilft ihm scheinbar sogar ein bisschen bei dem Kummer über seine widernatürliche Familie. * Hin und wieder schafft es Jo sogar, sich den Pflichten der Geschwisterbetreuung zu entziehen. Dann findet er auch Kontakt zu Gleichaltrigen. Mit Daniel hat er sich schon in verschiedenen Sportarten gemessen und Ylva ist das Mädchen seiner feuchten Träume. Als Jo wieder einmal auf seine Geschwister aufpassen muss, kommt er nicht rechtzeitig zu einer mit Daniel und Ylva getroffenen Verabredung. Als er sich endlich freischießen kann, beobachtet er die beiden erst Hand in Hand und dann auch noch knutschend. Seine Wut und Verzweiflung darüber lässt er in grausamen Handlungen an einem Kätzchen aus. Danach geht er ans Meer und will den Tod in den Fluten suchen. Doch dort trifft er auf Jakka. * Der Einstieg in den Roman ist eher ruhig, aber deswegen ganz sicher nicht ohne Spannung. Kurze Sätze sorgen für einen angenehmen Lesefluss. Der Autor spart sich bildhafte Beschreibungen der Umgebung und geht vielmehr auf die Gefühle und Gedanken des 12-jährigen Protagonisten ein. Diese sind es auch, die bei mir als Leserin die widersprüchlichsten Empfindungen auslösen. Als Mutter natürlich erst einmal Kopfschütteln und Unverständnis über das Verhalten der Romanmutter und deren Mann/Freund. Mitleid mit dem Kind, das schon so früh eine so große Verantwortung tragen muss, für die es eigentlich noch gar nicht bereit ist, aber auch Angst und unterschwelliges Grauen über diverse Gedanken und später auch Handlungen des Jungen. * Der Prolog endet mit dem Beginn eines omimösen Briefes an Liss, bei dem ich schon zu diesem Zeitpunkt annehme, dass er von „Jakka“ geschrieben wurde. Die Geschehnisse, die jetzt folgen ereignen sich * 12 Jahre später, * im Winter 2008/2009. Jetzt lerne ich Liss kennen. Liss lebt seit 4 Jahren in Amsterdam, studiert eigentlich, arbeitet jedoch ziemlich erfolgreich als Fotomodell. Anfangs scheint sie selbstbewußt und stark. So befreit sie sich aus einer etwas undurchsichtigen Beziehung mit Zako, indem sie sich selbst eine Wohnung sucht. Dann wiederum zeigen Telefongespräche mit ihrer Schwester Mailin, dass Liss eigentlich total in sich zerissen und vor irgendetwas geflohen ist. Weiterhin hat sie diverse Erinnerungslücken, die Mailin zwar füllen könnte, es aus psychologischen Gründen aber nicht tun, sondern mit Liss nach und nach aufarbeiten will. Aber was? * Irgendwann zeigt Zako Liss Fotos ihrer Schwester, die erst kürzlich in Oslo aufgenommen wurden. Dann erhält Liss die Nachricht, dass Mailin vermisst wird und versucht von Zako heraus zu bekommen, wer aus welchem Grund die Fotos gemacht hat. Um einem sich anbahnenden Geschlechtsakt zu entgehen, betäubt sie Zako, nachdem beide erst mal eine Line Koks geschnupft haben, indem sie ihm zerstoßene Tabletten ins Bier gibt. Am nächsten Tag ist Zako tot. Dieser Umstand, an dem sich Liss die Schuld gibt und die Tatsache, dass Mailin noch immer nicht auffindbar ist, veranlassen Liss zum überstürzten Aufbruch. Am Ende des ersten Teiles ist ein weiteres Fragment aus dem Brief von Jakka an Liss zu finden, doch auch dieses bringt mich der Lösung noch immer nicht näher. Dann konzentriert sich Liss voll auf die Suche nach ihrer Schwester. Sie bezieht dabei den Freund ihrer Schwester - Viljam - eng mit ein. Sie trifft sich mit ehemaligen Kollegen und dem Mentor Mailins, dem Talkmaster Berger, bei dem Mailin am Tag ihres Verschwindens in einer Show auftreten sollte, einer Freundin aus alten Zeiten und lernt den Fußballstar Jomar kennen. * Mailin ist noch immer nicht wieder aufgetaucht, Familienmitglieder und Freunde vermuten inzwischen das Schlimmste. Liss sucht nach ihr und äußert ihre für mich noch immer nicht rational nachvollziehbaren Gedanken. Aus dem Verhältnis zwischen Liss und ihrer Mutter werde ich auch nicht schlau. Sie sucht Mailins Praxis auf und trifft dort auf einen jungen Mann, der ihr später noch mehrfach begegnet. * Im Moment ist alles noch sehr verwirrend. Obwohl ich einige Vermutungen hege, habe ich im Grunde noch überhaupt keine Ahnung was hier passiert und wohin das noch führen soll. Was hatte Liss für ein traumatisches Erlebnis, dass es ihr Geist verdrängt? Wer hat es auf Mailin abgesehen und vor allem warum? Mir drängt sich aber auch die Frage auf, warum koksen so nebenbei völlig normal ist? * In Teil 2 empfand ich dann tatsächlich auch einige Längen, über die ich mich regelrecht quälte. Ich wusste ja inzwischen, wie zerissen Liss innerlich ist und brauchte dafür eigentlich keine weiteren Beweise, wenn ich damit der Lösung nicht wirklich näher komme. * Doch in Teil 3 lebt die Spannung wieder auf. Allerdings muss ich mich dort erst einmal wieder auf mir bislang vollkommen unbekannte Protagonisten einlassen. Da sind die Gerichtsmedizinerin Jennifer Plåterud, Kriminalkommissar Hans Magnus Viken und dessen Partner Roar Horvath. Aber auch hier wird nicht nur an der Aufklärung des Mordes gearbeitet, sondern auch ein bisschen Privatleben ausgebreitet. Wäre letzteres ausgeblieben, so belanglos es für die Aufklärung an sich letztendlich auch war, hätte es durchaus wieder Längen gegeben. * Doch auch Liss gibt nicht auf in ihrer Suche nach dem Mörder ihrer Schwester. Allerdings kann Liss sich nicht mit dem beiden ermittlenden Polizisten anfreunden und vertraut die Ergebnisse ihrer eigenen Recherchen immer wieder der Gerichtsmedizinerin an. So erinnerte mich Letztere immer ein bisschen an die Hauptfiguren von Patricia Cornwell oder Tess Gerritsen mit gleichem Geschäftsfeld. Allerdings ist die Pathologin von Damhaug nicht offiziell an den Ermittlungen beteiligt. In jedem Fall bringt einer ihrer Hinweise mir erstmals einen Bezug zu den Ereignissen von vor 12 Jahren. Doch die von mir im Hinterkopf zurechtgelegten Theorien erweisen sich allesamt als falsche Spuren und mit der Auflösung konnte mich der Autor wirklich überraschen. * Resümee * Alles in Allem bin ich bei der Bewertung dieses Buches ein bisschen hin und her gerissen. Einerseits war es durchaus eine Lektüre, die – bis auf die Längen im zweiten Teil – eine stets unterschwellige Spannung mit sich führte. Weiterhin wurden unterschwellig viele Kritikpunkte an der Gesellschaft an sich angesprochen, ohne sie konkret bis ins letzte Detail auszuweiden. Das empfand ich vor allem beim Thema Kindesmissbrauch, welches den Leser irgendwie doch von Anfang bis Ende begleitete. Andererseits hatte ich mir auch noch ein paar Aufklärungen für bestimmte, mir im Gedächtnis haften gebliebene Passagen erhofft, auf die der Autor, nach der definitiv überraschenden Entlarvung des Täters, überhaupt nicht mehr einging und die für mich dann als Widersprüche zurück blieben. * Ein bisschen verstört bin ich auch über die Tatsache, dass der Konsum von harten Drogen, zu denen ich Kokain definitiv zähle, im gesamten Umfeld der Protagonisten total normal zu sein schien. Sie nahmen das Zeug total „offen“, ohne dass dies irgendwann mal kritisiert oder gar verfolgt wurde. Aber vielleicht wollte der Autor ja genau so eine Reaktion bei seinen Lesern erzeugen. * Ich hatte es hier also mit einem Psychothriller zu tun, der mich zwar unterhielt und an den Nerven kitzelte, aber trotzdem einige Schwachpunkte aufweist, für die ich ihm die Höchstbewertung versage. * Droehmer Verlag 2010 Übersetzung: Knut Krüger ISBN 978-3-426-19874-2 544 Seiten Derzeit nur als gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag für 19,99 € im deutschen Buchhandel erhältlich.

    Mehr