Torsten Lows Herbstlande präsentiert eine märchenhafte Herbstwelt, in der die Regionen September, Oktober und November unterschiedliche Fantasy-Stile abbilden – von gemütlicher Wohlfühl-Fantasy bis zu frostigem November-Grusel. Neben Kürbiswichteln und Laubdrachen bevölkern auch Menschen die Welt, oft unfreiwillig aus der Realität verschlagen. Der Wunsch nach Rückkehr ist ein zentrales Motiv der Reihe und spielt auch im 60‑seitigen Abenteuerband eine Rolle.
Das erste Abenteuer setzt Fräulein Spiegels Kurzgeschichte 'Jack' fort (im Band enthalten, sehr gut, sie ist auch die Abenteuerautorin). Die junge Amelie trägt eine verfluchte Rübenlaterne und wird vom Teufel verfolgt, bis sie den Spielern in die Arme läuft. Diese sollen eine Lösung für Amelie, Jack und den Teufel finden. Die Grundidee ist charmant, doch das Abenteuer verlässt sich stark auf vorausgesetzte Spielerentscheidungen und eignet sich ohne Anpassungen kaum für Neulinge. Mit etwas Feinschliff funktioniert es jedoch gut als kurzes, kommunikationsorientiertes Con-Abenteuer.
Deutlich runder wirkt das zweite Abenteuer. Die Gruppe untersucht ein Dorf am Rand des Sommerwaldes, bedroht von Wespengnomen, während die Müllerstochter verschwunden ist. Das Szenario ist klassischer aufgebaut, nicht-linear und gleichzeitig deutlich einsteigerfreundlicher – man merkt die Erfahrung des Autors Marco Schugk. Für zukünftige Bände wäre mehr von ihm wünschenswert.












