Toru Fujisawa GTO. Bd.1

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Inhaltsangabe zu „GTO. Bd.1“ von Toru Fujisawa

Eikichi Onizuka, 22 Jahre, Jungfrau und ledig, will der GTO werden - der beste Lehrer Japans !

— Admiral

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  • Ein ehemaliger Motorradgangleader wird Lehrer, um hübsche Schülerinnen klarzumachen.

    GTO. Bd.1

    Admiral

    02. October 2015 um 11:07

    Mit Great Teacher Onizuka (GTO; 1997 - 2001) hat Toru Fujisawa hier einen Comic geschaffen, der aufzeugt, dass jeder seinen eigenen Weg gehen und seinen eigenen Werten treu bleiben soll. Eikichi Onizuka und Ryuji Damma haben als Teenager Tokio total unsicher gemacht, indem sie sich prügelten, einen Motorradgang hatten, randalierten und mehr. Das passierte im Vorgänger zu GTO: Shonan Jun'ai Gumi! Hier hat sich das Blatt zT gewendet. Onizuka hat studiert, ist nun 22, will Lehrer werden, ist allerdings noch immer ledig und Jungfrau. Mit seiner Motorradgang- und Straßenmoral kommt er nun an die Schule und macht den Lehrern dort (aber auch uns als Lesern !) klar, dass er nicht bereit ist, sich irgendeinem System zu unterwerfen, das er nicht für richtig und gerecht hält. So haut er direkt den Vizedirektor mit einem German Suplex um, nachdem dieser ausgewiesene Schüler als Dreck und Abschaum bezeichnete. Denselben hat er vorher noch derbe umgehauen, als dieser im Gedränge einer großen Menschenmenge eine junge Frau (eine spätere Kollegin Onizukas: Azusa Fuyutsuki) am Hintern begrapscht. Mit solchen Aktionen macht er sich nicht nur bei mir beliebt, sondern auch nach und nach bei Schülern und Lehrern. Von Anfang an soll er die Problemklasse auf seine Seite bringen, die bisher noch jeden Lehrer Wegekelte. Wobei das noch nett formuliert ist. Immerhin hat es die Klasse geschafft eine frühere Lehrerin, die jung und hübsch war, zu einer esssüchtigen, fetten, isolierten und traumatisierten Sektenanhängerin zu machen. Wie sie das geschafft hat, erfahren wir nicht. Müssen wir aber auch nicht ! Denn sie setzt alle Mittel auch gegen Onizuka ein. Dabei sind Fotomontagen, die Onizuka öffentlich in superperverser Gay-Activity mit dem VizeRektor zeigen, noch harmlos. Doch seine Reaktion ist einzigartig. Statt den verantwortlichen Schüler Kikuchi zu bestrafen, würdigt er begeistert dessen technisches Know-How und bittet ihn gegen Bezahlung für sich selbst (ergo Onizuka) Fotomontagen zu machen: hübsche Gesichter (zB das von Fuyutsuki) soll Kikuchi auf erotische Nacktposen von Pornodarstellerinnen montieren, zu Onizuka persönlichem Gebrauch. Damit bringt er nach und nach alle Schüler und Lehrer auf seine Seite. Wahnsinn. Ich stehe total auf diesen Comic. Bisher habe ich ihn mir 2mal angesehen und ihn 2mal gelesen. Und es wird dabei nicht bleiben, das garantiere ich. Die Figur von Onizuka ist in sich schön und plausibel gezeichnet. Voll von menschlichen Gegensätzen ist er aber auch. Jedesmal wenn er etwas tut, das streng seinen moralischen Grundsätzen des Guten entspricht und damit die Beteiligten und mich als Leser berührt (zB einer Schülerin zu Hause wegen zerrütterter Familienverhältnisse hilft), passiert stets etwas grundsätzliches Dämliches und Beklopptes, das das wieder auf lustige Art kompensiert (zB lässt er sich ungewollt von seiner heimlich geliebten Kollegin Fuyutsuki und der Schulkrankenschwester beim pornoschauenden Runterholen erwischen). Dabei entspricht der Zeichenstil stets den Umständen. In ernsten und rührenden Momenten vermitteln die Zeichnungen auch die Ernstfahtigkeit mit scharf gezogenen Linien, während sie in den Kompensationsmomenten von lustigen übernatürlichen Grimassen und zeichnerischen Effekten geprägt sind. Die Idee der Handlung ist recht simpel und dennoch (oder gerade deswegen) sehr schnell erfassbar. Die inhaltiche Umsetzung überzeugt mich und realitätsnah genug, um auch emotional zu berühren. Manchmal merkt man oder hat zumindest das Gefühl, dass der Manga auch von traditionellen Männerträumen durchzogen ist. Dabei denke ich an Onizukas geschlechtergemischte Zimmeraufteilung beim Urlaub in Okinawa oder daran, wie sehr er als Lehrer daran interessiert ist, Anko Uehara und Noboru Yoshikawa zusammenzubringen. Das überschreitet mMn stellenweise ein wenig die Charakterplausibilität Onizukas. Das gereicht dem ganzen aber nicht zum Negativen. Was mich auch (recht stark) störte, ist die lose und nachträgliche Aneinanderkettung von Personenerscheinungen. Sobald Onizuka Probleme gelöst hatte oder einen ehemaligen Feind auf seine Seite gezogen hatte, taucht jemand neues aus heiterem Himmel auf. So wendet Fujisawa (zur Erinnerung: der Zeichner) mindestens 3mal das Motiv des fehlenden Schülers an. Onizuka hatte eben eine Krise erfolgreich beendet, als Fujisawa jemanden hämisch ankündigen lässt, dass noch Großes auf Onizuka zu kommen wird, immerhin fehle noch ein Schüler, der bisher immer geschwänzt habe und des bald zurückkommen wird. Bei Urumi Kanzaki (der ersten der mindestens 3) war es noch ideenreich, überraschend und zukunftsweisend (sie wird immer wieder eine Rolle spielen !), die anderen beiden habe ich vergessen und muss sie jetzt übers Internet nachschauen. ;D Ja, der eine war Mayu Wakui und der andere hieß Yuki Miyamori. Ganz zu schweigen von der Episode mit den infiltrierenden Taekwondo Schülern und der neuen Rektorin Misuzu Daimon. Fujisawa schafft es zumindest Daimon noch ganz gut einzubinden (ehemalige missverstandene Schülerin etc.), aber alles in allem sind die Episoden um Mayu, Miyamori und Daimon sinnlos. Ich musste auch deren Namen eben nochmal nachschlagen, weil ich sie vergessen hatte, während ich die anderen Namen noch immer aus dem Effeff weiß: Kanzaki, Kikuchi, Murai, Yoshikawa, Teshigawara, Aizawa, Anko, Tomoko etc. Ich hätte mir gewünscht, dass Fujisawa anstatt völlig neue Charaktere zu erfinden, um sie mehr schlecht als recht in das bisherige Geschehen einzubinden, die alten Charaktere vertieft. Tomoko hat mich zwar immer genervt, aber ihr Charakter war gut eingebunden, wurde zum Ende hin aber leider vergessen. Die anderen von mir eben aufgezählten alten Charaktere wurden auch immer mehr an den rand des Geschehens gerückt (die Episode Kikuchi vs Ai Tokiwa war ja wohl ein Witz). Um ehrlich zu sein, verlor ich hier langsam die Lust und die Freude an GTO. Wenn ihr mal einen Blick in meine Rezensionen zu One Piece und Fairy Tails reinwerft, versteht ihr wieso. Ich mag es, wenn am Anfang des Comics Stränge gelegt werden, die erst in 10-20 Bänden ANFANGEN eine Rolle zu spielen oder immer wiederkehren (One Piece !) und kann es nicht leiden, wenn auch Kreativitätslosigkeit immer neue Personen, Attacken, Kämpfe, Gegner und Handlungen innerhalb der Story aus dem Nichts entstehen und somit kein abgerundetes Bild entsteht (Fairy Tail). Gott sei Dank hat Fujisawa (der Zeichner ;D) zum Ende noch eine für mich mehr überraschende, evtl. doch leicht vorhersehbare, aber unglaublich gut abgerundete Wendung gegeben, die mit alten Personen an die Anfänge des Comics anknüpft. Kenner und Leser wissen, wovon ich rede. Ich will das nicht vorwegnehmen. Es geht natürlich um die Abschlussepisode um Aizawa. Das hat mir GTO komplett gerettet. Ein Glück, dass ich zu Ende las. Darf ich nochmal kurz ein Schlussfazit geben ? Trotz der beschriebenen (stellenweise leider wirklich gravierenden) Makel des Comics sehe ich GTO als Wahnsinnscomic an, der zu meinen absoluten Lieblingen gehört.

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