Toru Naomura Lost paradise, Tome 1 :

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Inhaltsangabe zu „Lost paradise, Tome 1 :“ von Toru Naomura

Der Kampf Gut gegen Böse in seiner scheinbar chauvinistischen Variante. Echt gute Idee.

— Admiral
Admiral
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  • Jungen vs. Mädchen ?

    Lost paradise, Tome 1 :
    Admiral

    Admiral

    29. May 2016 um 11:05

    Es ist eine Geschichte, die jeder kennt. Eine einfache Geschichte, in der der Ritter der Gerechtigkeit seine Prinzessin vor dem bösen Lord retten will.Mit etwa einer solchen Einleitung beginnt jeder Band dieses Comics. Doch ich muss leicht relativieren: es ist keine Geschichte, die jeder kennt. Es geht um Ritter, um Prinzessinnen und um böse Lords, doch ist diese Einteilung in Gut und Böse gar nicht so einfach.Wir befinden uns in einer Eliteschule, die durch ihre Insellage weitestgehend isoliert ist. Unsere Protagonistin Sora Himoto kommt gerade neu als Transferschülerin auf die Schule. Sie hat einen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und will jeden vor dem Übel beschützen. Und dann kommt sie ausgerechnet zur Schule Iwahijiri, wo als Pilotprojekt das Spiel "Exaclan" gespielt wird.Naja, eigentlich ist das viel ernster als ein Spiel sein kann. Denn das Spiel setzt Mädchen zu den Objekten der Jungs herab und zwingt die Jungs sich in ständiger Konkurrenz zueinander einen Harem aus erbeuteten Mädchen aufzubauen. Die Mädchen anderer können sie jedoch nicht einfach durch Höflichkeiten den Mädchen gegenüber erlangen (was Mädchen woll ist völlig egal), sondern indem sie sich gegenseitig bekämpfen. Die Waffen erhalten sie durch die Objekt-Mädchen. Je mehr Mädchen, desto mehr Waffen also.Mit dieser Grundidee hat Toru Naomura in diesem Comic "Shitsurakuen" (2009-2011; übers. evtl. "Paradise Lost") mMn ein sehr gutes und interessantes Fundament zu einer potentialreichen Geschichte gelegt. Denn in diese patriarchalische, Mädchen als Objekte behandelnde und gewaltreiche Welt tritt Sora als gerechtigkeitsempfindliches Mädchen - und will natürlich alle Prinzessinnen (= Mädchen) beschützen. Damit schafft sie sich viele Feinde (männl. und weibl.), da Frauen eigentlich keine Besitzer sein können. Also kämpft sie fortan gegen die bösen Männer. Nur sind auch die Männer die Opfer des systems, da es ihnen sozial gesehen nicht erlaubt ist, dem Leistungsdruck nachzugeben, Schwäche zu zeigen und mit den Mädchen zu sympathisieren. Beiden ist als ihre Rolle aufgezwängt. Und manche beiderlei Geschlechts tragen besonders schwer daran, das wird nach und nach klar. Doch als positiver Effekt ist die Enthüllung der Opferrolle (auch !) der Männer recht weit  zum Ende hin verlagert. Sora schreitet nämlich mit gutem Beispiel voran und versucht alle (!) zu schützen. Und sie hat damit Erfolg: alle werden entlastet und befreit.Das Happy End kommt leider etwas zu abrupt und zu sorgenfrei. Vieles bleibt mir zu unerklärt, zB: Rolle der Erwachsenen, Folgen für die Schulgemeinschaft, Erklärung der intesiven Hinwendungen von Yuki und Koharu an (ihre) die früheren maskulinen Machos und Gewalttätigen; Schein nach außerhalb der Schule; Homosexualität von Mitarai.Die Schuldfrage bleibt in angenehmer Überraschung ebenfalls offen. Zwar entpuppt sich der eigentlich Böse als Guter und Soras erste und liebste Prinzessin als Strippenzieherin, doch ist auch diese im Comic getrieben von ihrem Umfeld und unglücklichen Ereignissen.Die Personen sind angenehm gezeichnet und in ihren Charakteren oft plausibel. Oft haben sie auch Zeit angemessen vorgestellt zu werden und sich ggf. zu entwickeln. Der Handlungsrahmen der Rittergeschichte ist sehr angenehm.Die Zeichnungen sind sorgfältig, differenziert und haben meistens mehr als nur Köpfe dargestellt (was zB bei Arina Tanemura oft die Auseinanderhaltungen erschwert), auch wenn das überfreundliche und liebevolle Lächeln von Sora echt creepy wirkt. Stark geprägt ist der Comic ganz offensichtlich von Ecchi und subtiler Erotik. Dazu müsst ihr euch eigentlich bloß die Covers ansehen. ;DJungs tragen ein schickes Outfit im Look des einsetzenden 20. Jahrhunderts (denke ich), Frauen jedoch hohe Strümpfe, kurze Röcke und kurvenbetonende Blusen und Jacken. Yuki rennt zB mehrere Kapitel lang (nur) mit einem Nachthemd bekleidet in der Weltgeschichte herum und scheut sich auch nicht davor ihren ohnehin schon tiefen Ausschnitt noch weiter auseinanderzuziehen. Explizit wird es (abgesehen von den wenigen sehr leidenschaftlichen Küssen zwischen Sora und Tsuki) nicht.Echt lesenswert, auch wenn es nicht wenige Makel aufweist.Schade, dass es den Comic noch nicht in unseren üblichen Sprachen zu geben scheint und dass vom Autor mutmaßlich sonst nichts weiter bekannt ist.

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