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Streiflicht

vor 2 Monaten

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Dieses Buch hat mich von seiner Beschreibung her total interessiert, da ich die Frage „Was wäre, wenn ...“ total spannend finde. In diesem Fall geht es darum, wie es weitergegangen wäre, wenn die NS-Zeit kein Ende gefunden hätte und diese Ideologie auch heute noch Bestand hätte, der Grundstock unserer Gesellschaft wäre. Eine wirklich spannende Annahme, die zugleich auch erschreckend ist.

Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein Buch gleichzeitig so fesseln und abstoßen könnte. Ich war bei der Lektüre von Anfang gleichzeitig fasziniert und entsetzt. Die Autorin schafft es auf unfassbar intensive Art und Weise, eine Welt entstehen zu lassen, in der die Gedanken und Gesetze der Nazis die vorherrschende Denkweise sind. Alles andere hat sich diesem unterzuordnen. Torunn Siegler beschreibt so eindringlich und gleichzeitig so plausibel, wie die Welt sein könnte, dass einem als Leser eiskalte Schauer über den Rücken laufen. Schon bei der ersten Beschreibung von Prora war ich den Tränen nahe. Und der Gedanke, dass Menschen nach ihren Merkmalen ausgesucht werden, um möglichst optimale Kinder zu bekommen, hat mir wirklich Angst gemacht. Vieles hat man schon einmal gehört, aber hier wird es noch einmal sehr realistisch und damit auch drastisch.

Die Figuren sind unglaublich lebendig und nahe gezeichnet, sodass man wirklich miterlebt und auch mitleidet, wenn z.B. ein junger Mann seinem Leben ein Ende setzt, weil er unter diesem Regime nie glücklich werden kann.

Ein beeindruckendes Buch, das seinen Raum braucht. Nichts für nebenbei, aber wer sich darauf einlassen mag, wird fasziniert und erschreckt zugleich sein. Ich denke, es wäre die passende Schullektüre für Teenager. Denn nur wer weiß, wie die Vergangenheit war, kann die Zukunft besser machen!

 

Autor: Torunn Siegler
Buch: Machtmenschen
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