Tove Alsterdal

 3,9 Sterne bei 438 Bewertungen
Autorin von Sturmrot, Erdschwarz und weiteren Büchern.
Autorenbild von Tove Alsterdal (©Annika Marklund)

Lebenslauf

Tove Alsterdal, 1960 geboren, hat als Journalistin und als Autorin für Theater und Film gearbeitet, sie zählt zu den renommiertesten schwedischen Spannungsautorinnen. Ihre Romane erscheinen in zwanzig Ländern und wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Schwedischen Krimipreis 2014.

Quelle: Rowohlt Verlag

Alle Bücher von Tove Alsterdal

Cover des Buches Sturmrot (ISBN: 9783499007774)

Sturmrot

(185)
Erschienen am 15.07.2025
Cover des Buches Erdschwarz (ISBN: 9783499007781)

Erdschwarz

(56)
Erscheint am 15.05.2026
Cover des Buches Nebelblau (ISBN: 9783499007828)

Nebelblau

(49)
Erschienen am 18.07.2023
Cover des Buches Blinde Tunnel (ISBN: 9783463000503)

Blinde Tunnel

(28)
Erschienen am 12.09.2023
Cover des Buches Die einzige Zeugin (ISBN: 9783404178858)

Die einzige Zeugin

(25)
Erschienen am 30.08.2019
Cover des Buches Tödliche Hoffnung (ISBN: 9783404170746)

Tödliche Hoffnung

(13)
Erschienen am 08.10.2014
Cover des Buches Tödliches Schweigen (ISBN: 9783404172740)

Tödliches Schweigen

(9)
Erschienen am 12.11.2015
Cover des Buches Die Verschwundenen von Jakobsberg (ISBN: 9783404173624)

Die Verschwundenen von Jakobsberg

(5)
Erschienen am 13.05.2016

Neue Rezensionen zu Tove Alsterdal

Cover des Buches Erdschwarz (ISBN: 9783499007781)
Nicolai_Levins avatar

Rezension zu "Erdschwarz" von Tove Alsterdal

Nicolai_Levin
Weh, steck ich in dem Keller noch ...

Niemand hätte auf absehbare Zeit den Mord entdeckt, wenn nicht diese Fotografin unterwegs gewesen wäre, die mit ihrer Kamera verlassene Orte einfing. Beim Entwickeln und Abziehen ihrer analogen Fotos entdeckt sie die Hand im Fenster des Kellers des verlassenen Hauses weitab vom nächsten Ort und sagt der Polizei Bescheid. Ein verkrachter Schauspieler ist das Opfer und die Ermittler haben denkbar wenige Anhaltspunkte - bis durch Zufall ein ähnliche gelagerter Fall hoch oben im Bergbauort Malmberget auftaucht, bei dem das Opfer eine ganz ähnliche Kellerhaft durch einen Zufall überlebt hat. Die Dinge überschlagen sich, als ausgerechnet der Chefermittler Georg „GG“ Georgsson einfach so verschwindet.

Eingesperrt in einem Keller ohne Nahrung und Flüssigkeit elend zugrunde zu gehen - ist das eine Urangst? Ich jedenfalls fühle mich gruselnd angesprochen und gehe da voll Bangen mit! 

Tove Alsterdal versteht sich nicht nur aufs Formulieren (wie schon im ersten Band ihrer Reihe), sondern vor allem auch aufs Dosieren, vermutlich macht dieses Buch deshalb so viel Spaß. Da ist eine gute Portion Grusel und Grausamkeit, real und hart geschildert, allerdings ohne dass einem übel wird davon. Da ist die Ermittlerin Eira Sjödin, die ihr Päcklein an privaten Sorgen und Nöten zu tragen hat, genug, um ihr nahezukommen, aber nicht so viel, dass es ihre Ermittlungen einschränkt oder uns als Publikum auf die Nerven fällt. Die Alltagsarbeit der Polizeiermittler hat ihren angemessenen Rahmen. Die Landschaft von Ångermanland mit ihrem ausgeprägten Lokalkolorit bildet in der Spätherbststimmung eine interessante provinzielle Kulisse, schön beschrieben, lebendig und speziell, ohne dass wir uns Lektionen in Provinz- und Kulturgeschichte aufs Auge drücken lassen müssen. Wir lernen den Erzabbau von Malmberget kennen, mit der Mine, die mitten durch die Ortsmitte geht und das Städtchen von innen auffrisst, ähnlich dramatisch wie im benachbarten Kiruna, nur dass die Malmbergetler sich nicht so gut auf PR verstehen und daher keinen Nutzen aus ihrer einzigartigen Situation schlagen; vom Tourismus bleiben sie weitestgehend unberührt.

Und schließlich bekommen wir ein Verbrechen, dessen Tathergang und Motiv ich als plausibel und nachvollziehbar kaufe - und allein das hebt „Erdschwarz“ schon deutlich von der Dutzendware skandinavischer und pseudoskandinavischer Serienmörderkrimis ab. 

In der Tat muss ich nachdenken, um etwas zu finden, was mir an diesem Buch nicht passt. Ein bisschen zu oft und zu viel wird auf den ersten Band der Reihe referenziert, als müsste man uns immer wieder erinnern, dass wir uns in Folge zwei befinden. Dabei ist das gänzlich unnötig, denn der Fall steht ganz für sich allein und setzt die Lektüre des (für meine Begriffe: etwas schwächeren) ersten Falles von Eira Sjödin keineswegs voraus.

Und der Titel ist natürlich doof. Wobei mir dieses Mal auch das schwedische Original (Slukhål, das ist ein Schlundloch als geologischer Begriff) nicht viel besser gefällt.

Aber geschenkt. Das Buch macht als entspannende Krimiunterhaltung richtig Spaß und ich freue mich auf Band 3 der Reihe.

Cover des Buches Sturmrot (ISBN: 9783499007774)
Nicolai_Levins avatar

Rezension zu "Sturmrot" von Tove Alsterdal

Nicolai_Levin
Wurzelfäule

Wie jeder weiß, besteht Schweden nördlich von Uppsala ausschließlich aus Wäldern, Elchen und Serienmördern. In eine dieser Gegenden im wilden Norden des Landes, nach Angermanland, entführt uns Tove Alsterdal mit ihrem Roman. Hier oben sind die Sommer kurz und die Böden karg, es wächst nicht mehr viel außer den Bäumen, die man fällen kann und über den Fluss zur Küste bringen, wo man sie zersägt und dann in den Zellstoffwerken zu Damenbinden und Quittungsblöcken verarbeitet.

Olof stammt von hier. Er hat in seiner Jugend etwas sehr Schlimmes gemacht: Mit vierzehn hat er Lina aus dem Dorf vergewaltigt und ermordet - auch wenn ihre Leiche nie gefunden wurde, hat Olof nach langen Verhören die Tat gestanden; er kam in eine Einrichtung, wie man sie in Schweden für vierzehnjährige Gewaltverbrecher vorhält, seine Familie hat sich von ihm abgewendet, er ist so durchs Leben gestolpert und jetzt, dreiundzwanzig Jahre später, lebt er davon, schwarz gekaufte Autos aus der Provinz nach Stockholm zu überführen. Einer dieser Aufträge führt ihn am Dorf seiner Jugend vorbei, er beschließt, nach so vielen Jahren doch einen Abstecher bei seinem Elternhaus zu machen und findet dort seinen Vater vor, tot, in der Dusche, mit einer Stichwunde im Bauch. Und mit einem Mal ist er wieder mittendrin in der Welt seiner Jugend und natürlich holt ihn die Vergangenheit ein.

Der Tod wird von der örtlichen Polizei untersucht; geleitet werden die Ermittlungen von Eira Sjödin, die zum Zeitpunkt des Lina-Mordes erst neun war und die Geschehnisse nur am Rande mitbekommen hat.

Natürlich ist etwas faul an Olofs Verurteilung, daran besteht von Anfang an kein Zweifel. Die Ermittlungen bringen nach und nach zu Tage, was wirklich passiert ist damals und wie es mit heute und dem Mord an Olofs Vater zusammenhängt. Als alter Krimifuchs überrascht einen die Auflösung nicht wirklich, aber das ist nicht schlimm - die Geschichte wird stimmig und interessant erzählt, in einem ruhigen Rhythmus mit einer angenehmen Sprache, so dass man Eira gerne über die Schulter schaut, wenn sie die Leute befragt und dem Rätsel allmählich auf den Grund kommt.

Das größte Plus des Buches ist für mich die Wortkraft der Sprache von Tove Alsterdal, die ein echtes Händchen hat, Stimmungen und Begegnungen zu schildern. Die Landschaft, die Leute, die Libellen überm Fluss, der Heuduft eines Sommerabends, das wird alles sehr lebendig und plastisch, da bekommt dieser schwedische Krimi (auch in der deutschen Übersetzung von Hanna Granz) tatsächlich eine poetische Note - und gar keine schlechte!

Dafür dass sie so gut Stimmungen einfangen kann und auch die Emotionen, die Leute im Dialog bewegen, bleiben ihre Charaktere am Ende allerdings im Ganzen leider arg blass. Olofs zerrissene und geplagte Seele fängt sie noch gut und nachvollziehbar ein, aber das Polizeiteam - GG, August, Silje - sie sind nicht viel mehr als austauschbare Namen, und auch Eira selbst, diese junge Frau von zweiunddreißig Jahren, was macht die noch, außer ihrem Job und dem Haushalt für sich und ihre halbdemente Mutter? Was sind ihre Träume? Will sie mal Kinder? Oder Provinzpolizeichefin werden? Oder zum FBI? Oder einmal nach Bhutan? Hat sie Freunde außerhalb des Kollegenkreises? Ich hätte sehr gern mehr über die Figur erfahren, gerade wenn sie in einer so kleinteiligen ländlichen Welt agiert, wo jeder jeden kennt - für meine Begriffe leidet das Leserlebnis hier unter der Zurückhaltung und Diskretion der Autorin.

Und eine saftige Watschen möchte ich noch den Marketingfuzzis im Rowohlt-Verlag für den deutschen Titel verabreichen. Ich kann sie förmlich sehen, wie sie überlegt haben: "Ah, noch so eine Krimiserie, da pfeifen wir auf den Inhalt und nehmen als Titelmuster einfach mal Farben - für jeden Band eine andere, und ein Attribut dazu." - Zugegeben, Sturmrot klingt fetzig, aber hat mit dem Inhalt dieses Buches halt so was von überhaupt nichts zu tun, es ist einfach ein willkürlicher Titel, genausogut hätte man "Hasenscharte" draufschreiben können, "Keilriemen" oder "Kaffeebecher". Die schwedische Originalfassung heißt übrigens "Rotvälta", das bedeutet "Wurzelfäule" und trifft den Inhalt ziemlich gut.

Cover des Buches I tystnaden begravd (ISBN: B07Y84CB1P)
Pongokaters avatar

Rezension zu "I tystnaden begravd" von Tove Alsterdal

Pongokater
Deutscher Titel: Tötliches Schweigen

Dieser Roman von Tove Alsterdal aus dem Jahre 2012 ist in vieler Hinsicht ein typischer Norrland-Krimi. Hauptfigur ist nämlich wieder eine Person, die Journalistin Kristine, die aus dem Tornedal im äußersten Norrland stammt, aber von dort so schnell wie möglich in die große weite Welt aufgebrochen ist, was meistens zunächst heißt, nach Stockholm gezogen ist. Katrine lebte sogar zuletzt in London. Sie kommt aus familiären Gründen zurück, wie so oft in den Norrland-Krimis, weil die Mutter dement wird. Untypisch ist jedoch das starke Einbeziehen historischer Geschehnisse. In diesem Roman ist es die Geschichte der sogenannten Kiruna-Schweden, die sich später auch als Teil der Lebensgeschichte von Katrines Mutter zeigt. Dabei handelt es sich um Menschen, die in der Zeit der Wirtschaftskrise der 1930er Jahre in die Sowjetunion gegangen sind. Dies taten sie zum Teil als überzeugte Kommunisten, aber zum Teil auch aus Abenteurertum oder weil Russland nicht weit weg war. In Russland landeten sie aber in Misswirtschaft und Terror der Stalin-Zeit. So starben viele Kiruna-Schweden in Stalins Terrorlagern, egal, ob sie überzeugte Kommunisten waren oder nicht. Diejenigen, die es zurück nach Nordschweden schafften, waren aber für die meisten Einheimischen verabscheuungswürdige Kommunisten, egal, woran sie jetzt glaubten oder was ihnen in der Sowjetunion passiert war. Ich denke, man kann ohne Übertreibung sagen, dass Tove Alsterdal den Kiruna-Schweden ein literarisches Denkmal gesetzt hat. 

Gespräche aus der Community

Der Herbst steht vor der Tür ... Perfekter Zeitpunkt, um in einen düsteren Scandi-Krimi abzutauchen.Wir verlosen 20 Hörbuchdownloads an fleißige Rezensent:innen!

154 BeiträgeVerlosung beendet
L
Letzter Beitrag von  LauraJane4

Darf man jetzt Bücher nicht mehr kritisieren, weil man mit der Hauptfigur nicht mitfühlen kann, weil man sie unsympathisch findet, weil man ihre Entscheidungen nicht nachvollziehen kann ????


Wann darf man Deiner Meinung nach denn dann Bücher kritisieren?

Zusätzliche Informationen

Tove Alsterdal wurde am 28. Dezember 1960 in Malmö (Schweden) geboren.

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