Tove Alsterdal

 3.1 Sterne bei 49 Bewertungen
Autorin von Die einzige Zeugin, Tödliche Hoffnung und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Tove Alsterdal

Von Kritikern wird sie mit John le Carré verglichen: Die 1960 in Malmö geborene Alsterdal arbeitete bereits über 20 Jahre als freie Journalistin, bevor sie 2009 mit ihrem Thriller „Tödliche Hoffnung“ ihr Debüt als Romanautorin und ihren ersten Bestseller vorlegte, der in 19 Sprachen übersetzt wurde. Mit ihren nuancierten Porträts und Milieustudien, sowie ihrer unerwarteten Sichtweise auf historische und aktuelle Thematiken hat sich Alsterdal einen Namen als Meisterin des Genres gemacht. Ihr drittes Werk „Die Verschwundenen von Jakobsberg“ wurde 2014 von der Swedish Crime Writer’s Academy als bester Kriminalroman ausgezeichnet und war ebenfalls ein Bestseller. Alsterdal hat drei Töchter und lebt in Stockholm.

Alle Bücher von Tove Alsterdal

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Cover des Buches Die einzige Zeugin (ISBN: 9783404178858)

Die einzige Zeugin

 (24)
Erschienen am 30.08.2019
Cover des Buches Tödliche Hoffnung (ISBN: 9783785760857)

Tödliche Hoffnung

 (12)
Erschienen am 19.04.2013
Cover des Buches Tödliches Schweigen (ISBN: 9783404172740)

Tödliches Schweigen

 (9)
Erschienen am 12.11.2015
Cover des Buches Die Verschwundenen von Jakobsberg (ISBN: 9783404173624)

Die Verschwundenen von Jakobsberg

 (4)
Erschienen am 13.05.2016
Cover des Buches Tödliche Hoffnung: Kriminalroman (ISBN: B00BQZCHPY)

Tödliche Hoffnung: Kriminalroman

 (0)
Erschienen am 14.03.2013
Cover des Buches Tödliche Hoffnung/Tödliches Schweigen (ISBN: 9783732520183)

Tödliche Hoffnung/Tödliches Schweigen

 (0)
Erschienen am 12.11.2015
Cover des Buches Schwarzer Strand (ISBN: 9783821861449)

Schwarzer Strand

 (0)
Erschienen am 01.01.2012

Neue Rezensionen zu Tove Alsterdal

Neu

Rezension zu "Die einzige Zeugin" von Tove Alsterdal

Guter Schreibstil verliert sich in Unglaubwürdigkeit und Langatmigkeit
heinokovor 3 Monaten


Die Zusammenfassung dieses Mal gleich zu Beginn: Bei „Die einzige Zeugin“ handelt es sich um einen gut geschriebenen, aber langatmigen Kriminalroman. Ein Kriminalroman, der während seines Entstehens wohl vergessen hat, dass er ein Kriminalroman sein wollte und sich in Sozialkritik, privatem Herzeleid und in rumänischen Gebäudebeschreibungen verlor.

Dabei klingt der angekündigte Plot durchaus vielversprechend. Beckomberga, Stockholm: Auf dem Gelände einer ehemaligen riesigen psychiatrischen Anstalt ist eine exklusive Wohngegend entstanden. Hierhin ist Svante Levander mit seiner neuen jungen Liebe gezogen. Der Schmerz darüber wütet in Eva Levander, der Ex-Frau. Als Svante ermordet wird, fällt der Verdacht sofort auf Eva. Doch die macht sich unerlaubt auf die Suche nach der Bettlerin, die den Mord an Svante gesehen haben muss, eine Suche, die sie nach Rumänien führt.

Dieses rohe Handlungsgerüst ist jedoch nur ein Bruchteil dessen, was im Buch Platz findet. Da werden auf dem Gelände alte Knochenteile gefunden und ein Einbrecher treibt sein Unwesen, was zur Bildung einer Bürgerwehr führt. Auf der Suche nach der Bettlerin erfahren wir sehr viel über das unerträgliche Leben rumänischer Bettler und über das unterirdische Leben in Stockholm, über den früher üblichen Umgang mit geistig Behinderten, über Flüchtlingsfluten, und das Darknet spielt natürlich auch noch eine Rolle samt Bitcoins. Ach ja, da ist ja noch die schwierige Beziehung zwischen Eva und dem Sohn Filip, den Eva in Berlin aufspürt, der sie aber dennoch nach Rumänien chauffiert. Viele unglaubwürdige Details werden zu einer Geschichte zusammengesetzt, die letztlich nur noch zu Langeweile und Kopfschütteln führt. 

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Rezension zu "Die einzige Zeugin" von Tove Alsterdal

Story leider nicht glaubwürdig
belli4charlottevor 10 Monaten

„Beckomberga, Stockholm: Hier lag einst eine der größten psychiatrischen Anstalten Europas. Inzwischen ist auf dem Gelände eine exklusive Wohngegend entstanden. Hierhin zieht auch Svante Levander mit seiner neuen Liebe. Als er auf dem Heimweg hinterrücks ermordet wird, fällt der Verdacht auf seine Ex-Frau. Sie wird verhaftet. Aber ist sie schuldig? Nur eine Person könnte bezeugen, was wirklich vorgefallen ist: eine Frau, die in unmittelbarer Nähe saß und bettelte. Doch die ist spurlos verschwunden.“ (Quelle:Verlag)

 

Schon allein, wenn man den Klappentext liest so bekommt man durchaus etwas Gänsehaut. Denn wer will schon auf einen ehemaligen Gelände einer Psychiatrie wohnen?

Da kann man durchaus so einige Geister heraufbeschwören.

 

Eva ist hier die Hauptfigur und dabei auch leider die dramatische Hauptfigur, welche dem Leser teils mitleidig, aber auch teils nervig und auch stark zugleich erscheint.

Sie ist an sich gut ausgearbeitet, aber so einige Charakterzüge wirken zu sehr erzwungen und passen nicht so ganz ins Gesamtbild.

Auch das gesamte Buch ist nicht der typische Thriller bzw. Kriminalroman, denn hier ermittelt eben kaum die Polizei, sondern die vermeintliche Täterin, um eben ihre Unschuld zu beweisen. Letztendlich würde ich es eben auch als Drama sehen, statt Krimi.

 

Die Szenerie rundum Beckomberga wirkt schon düster und eben als stilistisches Mittel schon fast wie ein Tatort und das schon von Anfang an, so dass man sich als Leser nie richitg wohlfühlt, sondern eher kühl auf Distanz geht und wenig Überraschungseffekt aufgrund dessen erhält.

Trotz der verschiedenen umstände in welche sich Eva begibt, bzw. gerät so wird man nie wirklich warm mit ihr. Es ist einfach zu distanziert und unausgereift.

Die Story an sich finde ich gut, wenn auch recht zerstückelt.

So fließt der Text einfach dahin mit wenig Emotion und Spannung. Nur vereinzelte Szenen machen das Ganz zu einem Krimi, aber oft verliert sich die Handlung in einfachen Dialogen und plätschert so dahin.

Der Trip von Eva zusammen mit Filip nach Rumänien ist extrem weit hergeholt, so dass ich das einfach nicht abnehmen kann. Und dann auch noch die wichtige Zeugin zu finden?

Gut hingegen ist eben, dass Eva selbst tätig wird und versucht ihre Unschuld zu beweisen. Hier ist eben mal nicht der Kriminalist im Vordergrund.

 

Dafür empfinde ich Ulla als Figur ein regelrechtes Highlight, denn sie wird eben emotional sehr gut dargestellt und ihre Art wirkt sehr heimelig und einnehmend. Gern hätte man ihr mehr Raum geben können.

 

Obschon sich die Geschichte locker liest fehlt es eben an Abwechslung. Schade ist auch das Ende. Nach so langen Luftholen hätte ich mir einen tollen Höhepunkt gewünscht mit detaillierter Beschreibung der Lösung des Rätsels, aber hier wird alles schnell mal auf ein paar letzten Seiten abgehandelt. Einfach nicht inhaltlich und eben auch in Form passend zum Rest des Buches. 

 

Handlung bzw. in Summe geballter Kontext hätten sicher eine gute und spannende Story ergeben, aber so leider doch recht einfach und schon fast nachrichtlich geschrieben.

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Rezension zu "Die einzige Zeugin" von Tove Alsterdal

Mehr gesellschaftskritischer Roman als Krimi
wacahavor einem Jahr

Auf dem Gelände der ehemaligen Nervenheilanstalt Beckomberga in Stockholm ist eine moderne Wohngegend entstanden, in der auch der Consultant Svante Levander mit seiner jungen Freundin ein Haus bezogen hat. Svantes Ex-Frau Eva hat noch Gefühle für ihn und sucht des Öfteren die Nähe des Hauses. Eines Abends kommt es dabei zu einem fatalen Aufeinandertreffen mit verbaler Auseinandersetzung zwischen Eva und Svante, welches damit endet, dass Eva nach einer Phase der Bewusstlosigkeit im Krankenhaus aufwacht und dort erfährt, dass Svante ermordet wurde. Eva wird beschuldigt, hierfür verantwortlich zu sein und sieht sich plötzlich in der Situation, ihre Unschuld beweisen zu müssen. Die einzige Person, die dies bezeugen könnte, ist eine rumänische Bettlerin, die das Geschehen beobachtet hat. Um diese aufzuspüren taucht Eva zunächst in die Bettlerszene Stockholms ein und macht sich anschließend auf die lange Reise nach Rumänien, begleitet von ihrem rebellischen Sohn Filip. Währenddessen geschehen in der Wohngegend in Beckomberga weitere seltsame Zwischenfälle und unter den Bewohnern geht die Angst um…

Der Einstieg ins Buch gelingt aufgrund der eben beschriebenen Geschehnisse schnell, auch ein in der Vergangenheit spielender Prolog macht Neugier auf die weitere Geschichte. Tove Alsterdal eröffnet zeitgleich viele parallel verlaufende Handlungsstränge, denen der Leser aufgrund ihres erzählenden, klaren Schreibstils gut folgen kann. Auch zeigt die Autorin Perspektiven verschiedenster Figuren auf, was an sich ein spannendes Stilmittel ist, angesichts der Vielzahl an Personen droht der Leser jedoch den Überblick zu verlieren.

Leider konnte ich persönlich nur wenig Sympathie für die – meist sehr egoistisch wirkenden –  Figuren entwickeln. Eine Identifikation mit ihnen war gar nicht möglich und so konnten deren Handlungen und Entscheidungen weder nachvollzogen noch gutgeheißen werden. Lediglich die Krankenschwester Ulla konnte als Sympathieträgerin überzeugen, sie spielt aber erst sehr spät im Buch eine Rolle. Die Ermittlungsarbeit der Polizei wird im Buch nur nebenbei angerissen, über den Verlauf der Ermittlungen erfährt man fast nichts. Das finde ich für einen skandinavischen Krimi ungewöhnlich und auch sehr schade.

Die Mitte des Buches zieht sich in die Länge: Die Lebensumstände von Bettlern in Stockholm und Rumänien werden en detail beschrieben, dazu geschichtliche Hintergründe dargestellt. Diese sind tragisch und von der Autorin gut recherchiert, letztendlich aber irrelevant, um die Story voranzutreiben. Hier kommt leider keinerlei Spannung auf und der Leser fragt sich im Nachhinein, weshalb dieser Teil der Geschichte so ausführlich dargestellt werden musste.

Insgesamt betrachtet ist die Lesespannung während des gesamten Buches nur teilweise vorhanden, lediglich eine gruselige Szene des Nachts auf einem verlassenen Waldstück der ehemaligen Klinik lässt das Adrenalin nach oben schießen. Leider war es das dann auch schon. Erst kurz vor Schluss kommt mit Krankenschwester Ulla die Protagonistin aus dem Prolog wieder zurück, löst – beinahe im Alleingang – das Rätsel und verbindet die Geschichte der alten Nervenheilanstalt mit der Gegenwart. 

Das Ende wirkt konstruiert und unrealistisch, ist zugegebenermaßen aber doch überraschend, wenn auch moralisch zweifelhaft. Der Leser hätte durch Miträtseln während des ganzen Buchverlaufes gar nicht auf die Lösung kommen können. Auch bleiben am Ende noch offene Fragen, manche Erzählstränge werden einfach nicht weiter verfolgt – schade, ich als Leser hätte mir eine vollständige Aufklärung aller begonnenen Handlungsstränge gewünscht.

Tove Alsterdals Ansatz, ihre Geschichte auf dem ehemaligen Klinikgelände spielen zu lassen, ist spannend, wird aber leider viel zu kurz und oberflächlich behandelt. Auch fehlt insgesamt der Bezug aufs Wesentliche, das Behandeln vieler unterschiedlicher – davon die detaillierte Beschreibung gesellschaftskritischer – Themen geht zulasten des roten Fadens.

Der Titel des Buches ist meiner Meinung nach etwas irreführend gewählt, da die einzige Zeugin nicht die Schlüsselfigur des Buches darstellt und nicht maßgeblich zur Lösung des Falles beiträgt. Ebenso passt der Klappentext nicht zum Hauptgeschehen. 

Leider kommt keine richtige Spannung auf, das Buch endet in großer Ernüchterung. Ich kann es deshalb keinen spannungssuchenden Krimifans weiterempfehlen, wer über das gesellschaftspolitische Problem der Flüchtlinge und Bettler in Europa lernen möchte sei „Die letzte Zeugin“ von Tove Alsterdal allerdings ans Herz gelegt.

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Zusätzliche Informationen

Tove Alsterdal wurde am 28. Dezember 1960 in Malmö (Schweden) geboren.

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von 2 Lesern aktuell gelesen

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