Tove Alsterdal Die Verschwundenen von Jakobsberg

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Inhaltsangabe zu „Die Verschwundenen von Jakobsberg“ von Tove Alsterdal

Jakobsberg, nahe Stockholm, 2014: Eine junge Frau stürzt von einem Balkon in den Tod. Wurde sie gestoßen? Als ihre Schwester erfährt, dass Camilla zuvor in Südamerika war, wird sie hellhörig und stellt Nachforschungen an. Eine Spur führt in das Argentinien der 70er Jahre, in dem Tausende Menschen von der Militärjunta gefoltert wurden - und spurlos verschwanden. Auch die Mutter der Schwestern war 1977 dorthin gereist, um gegen das Regime zu kämpfen. Steht ihr Verschwinden in Verbindung zu Camillas Tod im heutigen Schweden?

Spannenden Mix aus Familiengeschichte, klassischer Detektivarbeit und realen politischen Ereignissen

— Devona
Devona

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    Die Verschwundenen von Jakobsberg
    Devona

    Devona

    03. July 2016 um 16:27

    Ich bin in letzter Zeit arg thrillermüde geworden, zu oft dieselben Schemata, zu oft dieselben Klischees, zu oft das Gefühl, alles doch schon mal gelesen zu haben. Ein wenig Spannung ab und an darf aber doch sein, also hab ich kurzerhand zu dem im Mai diesen Jahres erschienenen Kriminalroman “Die Verschwundenen vom Jakobsberg” gegriffen, dem mittlerweile dritten Krimi  von Tove Alsterdal, einer schwedischen Autorin. Ich war positiv überrascht, da es sich hierbei um einen spannenden Mix aus Familiengeschichte, klassischer Detektivarbeit und realen politischen Ereignissen handelt, die die Autorin sehr geschickt zu einem stimmigen Ganzen verknüpft. Bücher, die mich über die einfache Lektüre hinaus veranlassen, mich näher mit einem bestimmten Thema zu befassen  -hier das Terrorregime der argentinischen Militärjunta zwischen 1976 und 1983- bekommen immer einen Bonus von mir. Das Buch beginnt mit einer kurzen Rückblende in das Jahr 1978 zu einer in einem argentinischen Militärgefängnis Inhaftierten – es handelt es sich um Ing-Marie, die Mutter der 26 Jahre später vom Balkon gestürzten Camilla, deren Tod der eigentliche Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist. Von Ing-Marie erfährt der Leser zunächst nur, dass sie -gefoltert und psychisch zermürbt durch musikalische Dauerbeschallung- mit einer Kapuze über den Kopf abgeführt wird und eine Spritze erhält. Spannend geht es weiter – der Abend von Camillas Tod wird aus verschiedenen personalen Perspektiven in kurzen Sequenzen beleuchtet. Zunächst aus ihrer Sicht bei einem Treffen in einer Kneipe, sie wirkt zunächst müde und illusionslos, verabredet mit dem falschen Blinddate und verlässt die Kneipe später mit einem anderen Mann. Perspektivwechsel zu einem älteren, offensichtlich obdachlosen und leicht verwirrtem Mann -genannt “der Ritter”, der Camilla vor der Kneipe anspricht, von ihr schroff abgefertigt wird, der sie aber offenbar kennt und ihr später auch folgt und sie eine zeitlang auf ihrem Heimweg mit dem Unbekannten aus der Kneipe beobachtet. Nach einem weiteren Perspektivwechsel sieht eine Nachbarin Camillas  Körper nach dem Sprung? Sturz? an ihrem Fenster vorbeifliegen, ein anderer Nachbar sieht kurz darauf ihre Leiche, umringt von Schaulustigen auf dem Asphalt liegen. Das wirkt zunächst etwas verwirrend, die Geschichte kommt aber gleich darauf in ruhigeres Fahrwasser, was die Perspektivwechsel anbelangt. Als Camillas Schwester Helene von ihrem Tod erfährt und beginnt ihre Wohnung auszuräumen, wird schnell klar, dass Camilla noch immer die 1978 verschwundene Mutter sucht und offenbar erst kürzlich in Argentinien war. Die Schwestern hatten kaum Kontakt zueinander. Während Camilla exzessiv von Männerbekanntschaft zu Männerbekanntschaft hastete, um die durch den Weggang der Mutter verlorene Nestwärme wieder zu finden, kann sich Helene als jüngere der Beiden kaum an selbige erinnern. Sie hat sich in die heile Familien-Welt mit Mann und Kindern geflüchtet, nachdem die Mädchen bei einer Pflegemutter aufgewachsen waren, da auch der Vater der beiden seiner Verantwortung für die Kinder nicht gerecht werden konnte und durch das Verschwinder von Ing-Marie völlig aus der Bahn geworfen wurde. Helene folgt nun den Spuren ihrer Schwester, der Leser folgt Helene und -immer wieder die Zeitebene wechselnd- auch Ing-Marie im Jahre 1978 in Argentinien und den dort herrschenden politischen Verhältnissen. Schon bald wird klar, dass Camilla keinem Hirngespinst hinter her gelaufen ist, schon bald ist auch Helene in großer Gefahr, als sie beginnt, in Camillas Rolle zu schlüpfen und sich gegenüber Männern aus einem Dating-Internetportal als Camilla auszugeben, um heraus zu finden, welchem Geheimnis in Bezug auf ihre Mutter ihre Schwester auf der Spur war. Das Buch ist durchweg spannend und überzeugt mit gutem sprachlichen Niveau, eklatante Logikbrüche sind mir nicht aufgefallen, der Plot ist vielschichtig, verzweigt, erfordert Aufmerksamkeit, die realen politischen Ereignisse sind gut recherchiert. Einzig der familiäre Hintergrund von Helene mit Mann und zwei kleinen Kindern will nicht so recht zur Geschichte passen. Helene verschweigt ihrem Mann ihre “Ermittlertätigkeit”, ihre ständige Abwesenheit ist da nicht wirklich plausibel. Allerdings ist das ein durchaus zu vernachlässigender Fakt, der die Geschichte nicht wirklich stört. Fazit: Ein fesselnder, intensiver, durchweg gut geschriebener und empfehlenswerter Krimi. Keine leichte Schmökerkost, eher was zum Mitdenken, auf wechselnde Erzählperspektiven sollte man sich einstellen können.  www.buchimpressionen.de

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