Rezension zu "Da wohnt ein junges Mädchen in mir, das nicht sterben will" von Tove Ditlevsen
culejuleAuf dieses Buch habe ich mich lange gefreut – nun durfte ich endlich in Tove Ditlevsens Gedichte eintauchen. Die Sammlung vereint Texte aus vier Jahrzehnten, in denen sich die Autorin mit der Liebe, dem Tod und der Rolle der Frau auseinandersetzt. Die Gedichte öffnen intime, oft schonungslos ehrliche Räume, in denen man Ditlevsen ungewöhnlich nah kommt.
Viele Zeilen haben mich sofort berührt, einige begleiten mich noch immer.
Zwei Passagen, die besonders nachhallen:
"Erwähnen sie den Tod (...)
Mit niemanden können sie sprechen
über dieses große
von Geburt an bestimmte
Ereignis." (Seite 158 - Die Alten)
"Oft überspringt die Liebe
eine Generation." (Seite 152 - Früh entzog ich mich)
Die Gedichte wirken stellenweise düster und sehr persönlich – doch gerade das macht ihren Reiz aus. Für mich ist es eine Sammlung, die man immer wieder zur Hand nimmt, weil sie leise, eindringlich und zeitlos ist.
Ich spreche eine klare Leseempfehlung aus und möchte euch Tove Ditlevsen erneut sehr ans Herz legen.

























