Tove Jansson Komet im Mumintal

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Inhaltsangabe zu „Komet im Mumintal“ von Tove Jansson

Mumin und sein Freund Schnüferl sind eigentlich völlig damit ausgelastet, eine Höhle zu erforschen, als das Gerücht ins Mumintal dringt, dass in wenigen Tagen ein Komet auf der Erde einschlagen wird! Mumin und Schnüferl machen sich unverzüglich auf den Weg zum Observatorium, ein Weg voller Abenteuer. Doch das größte Abenteuer steht ihnen noch bevor.

Wunderschönes Kinderbuch mit faszinierenden Charakteren und tiefgründigen Lebensweisheiten.

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— MarkusDittrich

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    Komet im Mumintal

    MarkusDittrich

    28. March 2014 um 19:11

    Es war einmal ein kleiner Junge, der hieß Markus und las sein erstes richtiges Buch. Kein Comic, kein Pixie, kein Bilderbuch, sondern einen richtigen Roman, der tatsächlich wie Prosa geschrieben ist. Für den kleinen Jungen waren es damals viele Seiten, aber auch eine Handlung, die ihn nicht mehr losließ. Dieses allererste Buch – das mir nichts weniger als die Liebe zum Buch bescherte - heißt Komet im Mumintal und ist eine Art Apokalypse-Roman für Kinder. Mumintroll und seine Familie erfahren eine schreckliche Neuigkeit durch eine philosophische Bisamratte (!): Ein Komet kommt auf die Erde zu und droht, alles zu zerstören. Mumin und sein Freund Schnüferl machen sich daraufhin auf eine gefährliche Reise in die Einsamen Berge zur Sternwarte, um dort alles über den Komet zu erfahren und ein Mittel zu finden, wie man das Unheil aufhalten kann. Auf dieser Reise meistern die beiden unbekannte Gefahren und lernen eine karge, einsame und schroffe Welt kennen, die so ganz anders ist als die geborgene Welt im Mumintal. Aber sie finden auch neue Freunde wie Schnupferich, den ewigen Wanderer (quasi ein kindlicher Bob Dylan; tatsächlich ist seine Mundharmonika das einzige, das er nie hergeben würde) oder Mumintrolls love interest das Snorkfräulein, ein intelligentes und romantisches Mädchen mit goldenem Fußreif, das je nach Stimmung seine Farbe wechseln kann, ansonsten aber den gleichen samtschnauzigen, rundlichen Trollkörper hat wie Mumin selbst. Während der Komet immer mehr den ganzen Himmel ausfüllt, häufen sich apokalyptische Plagen wie austrocknendes Meer, Heuschrecken, Stürme... Es gibt sogar die Stimme der vollkommenen, naiven Unschuld in Gestalt des vergesslichen Affen und eine Rettung in letzter Sekunde. Spätestens hier fand ich – und finde noch heute – ist die Meisterschaft der Autorin nur noch für Betriebsblinde zu übersehen. Und es bleibt bis zur letzten Seite offen, ob die Mumins und ihre Freunde es schaffen werden, zu überleben. Doch das ist nicht alles. Der dynamische Plot bildet nur den Rahmen für Fragen, die weit über das hinausgehen, was hierzulande im Kinder- und Jugendbuchbereich typisch ist. Jansson hält Kinder offenbar nicht nur nicht für dumm, sondern sogar für ein bisschen weiser als Erwachsene; sie traut sich, Fragen nach Sinn und Unsinn, nach Urvertrauen und rechtem Handeln angesichts von Bedrohung zu stellen. Der Komet wird zur Allegorie, das kann man ohne Übertreibung sagen. Denn Komet im Mumintal erschien 1946 und war erst das zweite Buch der Mumin-Reihe, nachdem das erste (Mumins lange Reise, 1945), von der Suche nach dem Muminvater und einem Zuhause handelte, nachdem die Muminfamilie getrennt wurde. Tove Jansson schrieb diese Bücher also in einer Welt, die sich noch nicht von dem Irrsinn des Zweiten Weltkrieges erholt hatte, haben konnte. Jansson, von Haus aus Malerin, hatte außerdem schon in den 1940er Jahren als junge Frau Satiren gegen Hitler geschrieben und diese mit Zeichnungen der Mumintrolle ergänzt. Die Trolle stammen zwar meines Wissens ursprünglich aus der finnischen Volkslegende; aber Jansson hat sie neu erschaffen und ihnen eine zeitgenössische und dabei zeitlose Bedeutung gegeben.

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