Tracey Thorn

 3,5 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Ein anderer Planet, My Rock 'n' Roll Friend und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Tracey Thorn

Tracey Thorn ist eine Singer-Songwriterin und Autorin, die besonders für ihre Band Everything But The Girl bekannt ist, bei der sie siebzehn Jahre sang. Sie wuchs in Brookmans Park, Hatfield, Hertfordshire auf, wo sie als Minderjährige ihre erste Band gründete. Als Solokünstlerin hat sie vier Alben und drei Bücher veröffentlicht. Mit ihrem Mann Ben Watt und drei Kindern lebt sie in London.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Tracey Thorn

Cover des Buches Ein anderer Planet (ISBN: 9783453272811)

Ein anderer Planet

 (4)
Erschienen am 26.04.2021
Cover des Buches My Rock 'n' Roll Friend (ISBN: 9781786898227)

My Rock 'n' Roll Friend

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Erschienen am 07.09.2021
Cover des Buches Naked at the Albert Hall (ISBN: 9780349005263)

Naked at the Albert Hall

 (0)
Erschienen am 30.04.2015

Neue Rezensionen zu Tracey Thorn

Cover des Buches Ein anderer Planet (ISBN: 9783453272811)amara5s avatar

Rezension zu "Ein anderer Planet" von Tracey Thorn

Sehnsüchte in Suburbia
amara5vor einem Jahr

Die Singer-Songwriterin Tracey Thorn, bekannt aus dem erfolgreichen Pop-Duo Everything But the Girl, blickt essayistisch auf ihre Teenagerjahre in der scheinbar idyllischen, vorstädtischen Wohnheimsiedlung Brookmans Park in Hertfordshire mit rund 3.000 Einwohnern zurück. Dabei vermischt sie authentisch persönliche Tagebucheinträge aus den 1970er-Jahren mit ihrem präzisen Blick auf die Umgebung der Jetzt-Zeit. Ihre Jugend ist geprägt vom „Nicht-Haben“, „Nicht-Ereignissen“, Langeweile und den sehnsüchtigen Blick auf leere Bushaltestellen und Partyabende mit ersten Liebeleien in der Montagsdisco. Dringend benötigte Inspiration findet Thorn in zahlreichen Songs, Bands und schließlich in einer eigenen Gitarre, die ihr den Flair der nur 30-minütig entfernte Metropole London in die eigenen vier Wände transportiert.

„Sie musste aus London sein. Eine urbane Gitarre, die mir die Stadt in mein Zimmer brachte.“ S. 155

„Ein anderer Planet“ ist ein Ausspruch ihres konservativen Vaters, der damit Traceys „rebellische“ Entscheidungen und Eigenschaften beschreibt – der Zugang zur Tochter hat dem Kriegsveteranen von jeher gefehlt und so schreibt Tracey Thorn auch präzise beobachtend über Eltern-/Kind-Beziehungen damals und heute und spannt den Bogen als heutige Mutter von drei Kindern. Flüssig beschrieben spickt sie ihre Teenager-Memoiren mit Beobachtungen aus der Stadt- und Umweltplanung, unheimlichen Ordentlichkeiten ihres „anderen Planeten“ (der Vorstadt) sowie eine Menge Pop- und Punkkultur, die sie inspiriert haben. Lyrics zur Suburbia fädeln sich zwischen Tagebucheinträgen und anekdotenhaften Erzählungen des Alltäglichen, die in den Zeiten springen, und so manch einen Leser atmosphärisch in seine eigene Jugend zurückkatapultieren werden. Thorn schreibt dabei sehr klar, szenisch und unpathetisch, verschönert oder dramatisiert nichts, sondern setzt ein feinfühliges Puzzle der Selbstbefreiung mit der Gegenwart zusammen. Die Londoner Vorstadt ist universell übertragbar auf ein spießiges Aufwachsen in Suburbia und Thorn seziert die Gewohnheiten und Eigenschaften von Brookmans Park sehr detailliert, was einer kleinen, bissigen Sozialstudie gleichkommt. Und schaut trotzdem versöhnlich in ihre Erinnerungen und Vergangenheit.

„Ich war ruhelos, intensiv und leidenschaftlich solipsistisch; hatte das Gefühl, in der Falle zu sitzen, unterdrückt zu werden, und schlug gereizt mit den Flügeln gegen die Gitterstäbe meines Käfigs.“ S. 200

Thorn packt ihre Vorstadtvergangenheit und das, was sie darin schwer vermisst hat, wunderbar einfühlsam in Worte und webt dabei viele thematische Stränge ein, ohne dass es langatmig wird. Und so treffen große Fragen wie Erziehung, Elternbeziehung, Abnabelung, Depression und Vorstadt-Tristesse auf die perfekte Vorgarten-Bepflanzung. Ein kluges, unterhaltsames und auch humorvolles Buch mit vielen kleinen spitzen Wahrheiten, die sich federleicht lesen lassen und Türen zur eigenen Vergangenheit öffnen.

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Cover des Buches Ein anderer Planet (ISBN: 9783453272811)G

Rezension zu "Ein anderer Planet" von Tracey Thorn

Eher etwas eintönig...
Goldwomanvor einem Jahr

Als ein großer London und Großbritannien Fan habe ich mich sehr gefreut dieses Buch lesen zu dürfen. Ich konnte es kaum erwarten... Nicht nur London und seine Vorstadt haben mich neugierig gemacht, sondern auch dieser Vergleich von Jugend- und Erwachsenensicht. Wie sieht man jetzt, was früher noch spannend und aufregend war? Und andersherum, weiß man jetzt Orte zu schätzen welche einen früher nur gelangweilt haben?


Mit diesen Erwartungen habe ich das Buch begonnen und wurde leider ein wenig enttäuscht. Tracey Thorn wechselt die Sichtweisen und schreibt einfühlsam und mit klarer Sprache über ihre Eindrücke und Empfindungen in den Siebziger Jahren. Dies ist zunächst interessant, verliert dann doch leider an Spannung. Dennoch lässt einen das Buch nachdenken, seine eigene Jugend revidieren und manchmal auch schmunzeln. Ein gutes Buch, bei welchem meine Erwartungen evtl. einfach nur zu groß waren :(

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Cover des Buches Ein anderer Planet (ISBN: 9783453272811)Buchperlenblogs avatar

Rezension zu "Ein anderer Planet" von Tracey Thorn

Eine Zeitreise
Buchperlenblogvor einem Jahr

Inhalt

Tracey Thorn, Singer-Songwriterin in den 90er Jahren, blättert zurück zu ihren Anfängen, im trügerisch idyllischen Vorort Londons namens Brookmans Park. Anhand früher Tagebucheinträge erzählt sie uns von den Erlebnissen ihrer Jugend, und vor allem von dem, was nicht geschah.

Rezension

Eine Zeitreise

Tatsächlich wusste ich anfangs nicht so wirklich, worauf ich mich bei diesem Buch eingelassen habe. Ich weiß es auch jetzt noch nicht so richtig. Denn Tracey Thorn, obwohl erfolgreiche Sängerin des Duos Everything but the Girl in den 90ern, war mir nicht bekannt und dennoch wollte ich etwas über ihre Kindheit erfahren.

Suburbia bezeichnet sogenannte Trabanten- und Schlafstädte, Vororte größerer Städte, die dazu gemacht sind, den Pendlern ein Gefühl der Wohnidylle zu vermitteln, während die Hektik des Berufsalltags mit dem Feierabend von ihnen abfällt. In genau so einem Vorort wächst Tracey auf. London ist eigentlich nahe genug, um jederzeit hinzufahren, doch in den späten Siebzigern ist es dennoch eigentlich viel zu weit. Ein anderer Planet, sozusagen. Also verlebt die Jugendliche eine, wie sie selbst des Öfteren betont, langweilige Jugend, die wir anhand kurzer Tagebucheinträge mitverfolgen können.

Dabei fällt schnell auf, Tracey reduziert ihre Gefühle gewaltig. Anstatt ausschweifend ihrem Tagebuch mitzuteilen, welch kleinen und großen Tragödien hier und da im Leben einer Jugendlichen geschehen sind, beruft sie sich eher auf nicht-gefundenen Dingen bei Einkaufstouren mit ihrer Freundin, dem Nicht-Kuss mit einem Jungen oder der Nicht-Gefühlsduselei, die darauf folgen sollte. Und auch, wenn Tracey Thorn sich dessen bewusst ist, selbst über ihre Art der Tagebucheinträge schmunzeln muss, so füllt sie doch eher selten die Lücken, die diese Einträge bei uns Lesern hinterlassen.

Und trotzdem brachte mich dieses Buch näher an diese mir im Grunde völlig fremde Person, brachte mir nostalgische Gefühle, wenn ich an meine eigene Teenagerzeit zurück denke (auch wenn die beiweitem noch nicht so lang zurückliegt, wie es mir manchmal vorkommt), und lies mich erkennen, egal wo und wann wir aufwachsen, Teenagerjahre ähneln sich doch immer ein wenig.

Fazit

Auch wenn man Tracey Thorn – so wie ich – nicht kennen sollte, so ist das Buch durchaus einen Blick hinein wert. Denn bevor sie aus diesem Vorstadtidyll auszog, war sie genau so ein Teenager wie Du und Ich. Und es hat etwas anheimelndes, nostalgisches, auf die Gefühle einer anderen Person zurückschauen zu können, und sie mit seinen eigenen zu vergleichen. 

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