Tracy Chevalier Zwei bemerkenswerte Frauen

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Inhaltsangabe zu „Zwei bemerkenswerte Frauen“ von Tracy Chevalier

England im 19. Jahrhundert: zwei ungewöhnliche Frauen und ein spektakulärer Fund am Strand England, 1830: Elizabeth Philpot, eine junge Frau aus besseren Kreisen, deren Familienerbe nicht zu einem standesgemäßen Leben in London reicht, wird von ihrem Bruder in den kleinen südenglischen Küstenort Lyme Regis abgeschoben. Was ihr zunächst wie eine Verbannung vorkommt, erweist sich als glückliche Fügung, denn am Strand nehmen seltsame Steine sie völlig gefangen: Fossilien. Und hier in Lyme Regis begegnet sie Mary, einem Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen, das die Familie mit dem Verkauf von Fossilien über Wasser hält und dabei spektakuläre Funde macht. Die beiden so unterschiedlichen Frauen widmen ihr Leben den rätselhaften Versteinerungen. Doch dann verlieben sich beide in denselben Mann.

Absolut empfehlenswert! Ich hätte nicht erwartet, dass mich ein historischer Roman so fesseln und begeistern kann!

— hello_marlie

gut zu lesen, plätschert inhaltlich jedoch so vor sich hin, positiv: basierend auf wahren Begebenheiten => 3 Sterne

— Amy_de_la_Soleil

So sehr ich Jane Austen liebe, Tracy Chevalier zeichnet ein sehr reales Bild von zwei Frauen, die wirklich lebten ohne Aussicht auf Mr.Darcy

— Hopeandlive

Unaufgeregter, interessanter Roman über Frauen, die ihrer Zeit voraus waren. Würde am liebsten sofort nach Lyme fahren, Fossilien suchen😊

— Caillean79

Unterhaltung und Wissenschaft gekonnt mit Geschichte verknüpft. So schlicht, wie auch schön.

— CarlieR

Den Fossilien verfallen. Spannende Themen gekonnt umgesetzt.

— JulesBarrois

Man erhält einen guten Eindruck, wie es war im 19. Jhdt. als Frau zu arbeiten und wie die Gesellschaft tickte. Begeistern konnte es nicht.

— hi-speedsoul

Ich finde die Theamtik und vor allem die Sprache des Buches toll, es erinnerte mich vom Stil her die ganze Zeit an Jane Austin ...

— hasirasi2

Schade - ganz toll geschrieben, aber die Fossilien-Thematik hat mich zu Tode gelangweilt. Abgebrochen :(

— Cellissima

Fast noch besser als "Das Mädchen mit dem Perlenohrring"

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Gut geschrieben, regt zum Nachdenken an, berührt mich persönlich aber nicht genug.

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  • Unaufgeregter, hochinteressanter Roman über zwei Frauen, die ihrer Zeit weit voraus waren

    Zwei bemerkenswerte Frauen

    Caillean79

    15. July 2016 um 21:21

    Gerade bin ich mit dem Lesen des Buches fertig geworden und am liebsten würde ich sofort einen Flug nach England buchen und dann in Lyme Regis auf Fossiliensuche gehen! Das Buch hat mich wirklich für dieses „verknöcherte“ Thema erwärmt und ich fand es total interessant, über die Anfänge der Paläontologie zu lesen, ohne mich dabei belehrt zu fühlen. Eingebettet in einen herrlich unaufgeregten historischen Roman begleitet man die junge Mary Anning aus armen Verhältnissen und die 20 Jahre ältere Elizabeth Philpot aus besseren Londoner Kreisen durch ihre Lebensgeschichten, die eng miteinander verknüpft sind, aber in denen ihre Freundschaft immer wieder auf die Probe gestellt wird. Die Frauen verbindet die Liebe zu Fossilien. Bei der gut gebildeten Elizabeth standen von Anfang an wissenschaftliche Motive im Vordergrund. Mary liebt einfach ihre „Kuris“ (Kuriositäten), die allerdings Mittel zum Zweck waren, weil sie ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf der versteinerten Schmuckstücke an Sommergäste verdienen musste. Zudem sind beide Außenseiterinnen, die von den Einwohnern der Kleinstadt Lyme Regis misstrauisch beäugt werden. In dem Roman spiegelt sich zudem das Frauenbild des frühen 19. Jahrhunderts – so durfte Elizabeth trotz ihrer gesellschaftlichen Stellung zum Beispiel kaum den Fuß über die Schwelle der Londoner „Geologischen Gesellschaft“, einer Vereinigung von Wissenschaftlern, setzen. Mary Anning wurde erst spät die Ehre zuteil, dass sie als Finderin der in Museen ausgestellten Saurierskelette tatsächlich öffentlich genannt wurde. Etwas schwierig fand ich beim Lesen, dass Mary und Elizabeth jeweils aus der Ich-Perspektive erzählen, aber die Kapitelüberschriften nicht kennzeichnen, wer gerade spricht. Das hat man mitunter erst nach 1-2 Seiten durch die Zusammenhänge mitbekommen. Der Roman scheint aber exzellent recherchiert zu sein und besonders hervorzuheben ist auch, dass es mal kein typisch opulent erzählter Historienschmöker ist, sondern einfach eine dahinfließende Geschichte, in der die Sache (die Fossilien) absolut im Vordergrund stehen. Da trägt Elizabeth einfach  ein Kleid und kein „Ensemble aus feinstem Stoff, der in Wogen an ihr hinunterfiel und von einem schimmernden Seidenband in der Taille gehalten wurde“. Auf solche Dinge kommt es hier nicht an und Tracy Chevalier spart zu Recht an dieser Art von Ausschmückungen. Wer sich ernsthaft für die Lebensgeschichten dieser außergewöhnlichen Damen und ihren schweren Weg in die Kreise angesehener (männlicher) Wissenschaftler interessiert, der kommt an diesem Buch nicht vorbei. Und es lohnt sich wirklich!

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  • Leicht zu lesen, tolle Charaktere und interessante Geschichte

    Zwei bemerkenswerte Frauen

    Ritja

    20. April 2016 um 19:22

    Ein tolles Buch. Es lässt sich so leicht lesen und bindet den Leser mit einer einfachen und interessanten Geschichte an die Seiten, dass man das Buch nicht aus der Hand legen will. Erst recht nicht, wenn es noch in diesem tollen kleinen (Handtaschen-)format ist.  Ich interessiere mich nicht für Fossilien und lese auch nur selten historische Bücher, aber diese Geschichte hat es mir angetan. Zwei Frauen, aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, die das gleiche Hobby betreiben und damit auch recht erfolgreich werden. Leider sind ihre Erfolge, bis heute, wenig bekannt. Denn diese Frauen gab es wirklich. Es ist also auch eine kleine Biografie über Mary Annings und Elisabeth Philpot.  Tracy Chevalier beschreibt ihre Hauptcharaktere so liebevoll und detailliert, dass man sie sich sofort bildlich vorstellen kann. Auch die gesellschaftlichen Normen und Werte werden sehr gut dargestellt, so dass dem Leser auch schnell bewußt wird, warum diese beiden Fossiliensammlerinnen es so schwer haben. Während für Elisabeth Philpot anfangs das Sammeln von Fossilien eher ein Freizeitspaß war, musste Mary Annings damit eine kleine Familie ernähren. Doch bei beiden bricht schon bald eine Leidenschaft aus, die einen mitnimmt. Und schon ist man selbst im "Dinofieber" und buddelt und kratzt mit.  Interessant fand ich das Ringen der einzelnen Personen mit ihrem Weltbild. Die Religion spielte zu dieser Zeit eine große Rolle und die Kirche hatte einen großen Einfluss auf das Leben und Denken der Menschen. Doch nun wurden Knochen von ausgestorbenen Tieren gefunden. Wie passt das mit dem Weltbild zusammen? Lange haben sich die verschiedenen Gruppen und Forscher gewehrt, dass Gott Tiere erschafft, um sie wieder aussterben zu lassen. Doch mit jedem weiteren Fund müssen sie ihre Ansichten ändern und anpassen.  Diesen Prozess zu verfolgen, fand ich spannend und auch von Tracy Chevalier gut beschrieben.   Die Geschichte ist also keine ganz so detaillgenaue Biografie oder ein Kapitel aus dem Geschichtsbuch, aber auch keine so richtige Liebesgeschichte (was ich gut fand).  Dafür ist es eine rundum gelungene Geschichte über zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die jedoch eine gemeinsame Leidenschaft haben und deshalb so manche Konvention ignorieren, um gemeinsam etwas zu erreichen.

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  • "Zwei bemerkenswerte Frauen" von Tracy Chevalier

    Zwei bemerkenswerte Frauen

    Jacynthe

    21. April 2015 um 20:07

    Inhalt Elizabeth Philpot und die kleine Mary Anning könnten unterschiedlicher nicht sein was Vermögen, Stand und Bildung anbelangt. Doch sie sind verbunden durch eine ganz besondere Leidenschaft: Das Sammeln von Fossilien. In einer von Männern und dem beinahe unumstößlichen Glauben an Gottes Allmacht dominierten Gesellschaft müssen sie sich gegen viele Feinde und Neider behaupten - doch auch vor Eifersucht und Missgunst gegenüber der jeweils anderen sind sie nicht sicher, vor allem, als Mary über den Ort hinausgehende Berühmtheit erlangt... Meine Meinung Tracy Chevalier kannte ich bereits durch "Das Mädchen mit dem Perlenohrring", das mich sehr fasziniert hat. Auch dieser Roman vermochte es, mich zu fesseln und in vergangene Zeiten zu versetzen - und mich wütend zu machen darüber, wie Frauen viele Jahrhunderte lang behandelt wurden. Die beiden Protagonisten sowie einige der Nebencharaktere beruhen auf wahren Begebenheiten. Es hat sie wirklich gegeben und Mary Annings Arbeit hat tatsächlich maßgeblich zur Forschung im Bereich der Paläontologie beigetragen. Auch die grobe zeitliche Abfolge wurde beibehalten, teilweise jedoch ausgeschmückt, wie Chevalier im Nachwort erklärt. Weitere Informationen gibt es auf der Verlagsseite zu finden. Ich muss zugeben, dass ich überrascht war, dass Mary an die 20 Jahre jünger als Elizabeth ist. Titel und Cover hatten mir irgendwie suggeriert, dass es sich um gleich alte Freundinnen handeln müsste, doch dass dem nicht so ist, unterstreicht nur die Besonderheit dieser Freundschaft. Abwechselnd und in recht umfangreichen Kapiteln schreibt Chevalier aus der Sicht jeweils einer der Frauen. Nach dem kurzen Bericht über den Blitzschlag, der Mary als Baby getroffen hat, schwenkt die Autorin nach London, wo Elizabeth aufgewachsen ist. Ihr Bruder heiratet und benötigt das gemeinsame Haus für sich. Da Elizabeth und ihre Schwestern keine Chance auf eine Vermählung haben, sollen sie in einen günstigeren Ort abgeschoben werden, wie es wohl damals üblich war. Sie entscheiden sich für den Küstenort Lyme Regis, wo ihr Bruder ihnen ein Haus ersteht und sie unterhält. Dort spielt sich dann der Großteil des Romans ab. Lyme ist noch immer bekannt für seine Fossilien, doch zum Zeitpunkt des Geschehens ist die Suche danach ein seltenes Hobby. Die Fossilien stehen zwar im Mittelpunkt des Romans, drängen sich jedoch nicht unangenehm in den Vordergrund. Tatsächlich sind sie eher Anlass zu Spekulationen über religiöse und erdgeschichtliche Fragen, die in jener Zeit zunehmend aufkamen. Man muss also kein Geologe sein, um Freude an dem Buch zu haben. Ein Interesse an vergangenen Zeiten und gesellschaftlichen Strukturen ist aber von Vorteil. Chevalier gelingt es, auf unaufdringliche Weise zwar die damaligen, teils haarsträubenden Umstände für Frauen aufzuzeigen, gleichzeitig aber auch zu erklären, warum ein Ausbrechen aus den Konventionen so schwer war. Elizabeth ist sich durchaus des engen gesellschaftlichen Korsetts bewusst, das sie einzwängt, und wagt es auch teilweise, daraus auszubrechen. Trotzdem hängt sie noch in den Schlingen der Gesellschaft und reiht sich, zum Beispiel als es um Marys eventuelle Heirat mit einem Colonel geht, in die allgemein gültigen Maximen ein. Auch die Nebencharaktere bekamen von der Autorin ein sorgfältig ausgearbeitetes Gesicht, sodass ich mich voll in die Geschichte einfinden konnte. Mit nur wenigen Worten erahnt man den Charakter der erwähnten Personen und glaubt, sie schon seit langem zu kennen. Das gilt für allem für die Nebencharaktere, die entscheidend für den Verlauf der Geschichte sind. Besonders ins Herz geschlossen habe ich Marys Mutter Molly, eine weitere starke Frau, die eisern um ihre Rechte kämpft. Ich habe es sehr genossen, mal wieder ein Buch mit dem Schwerpunkt "Frauen in der Gesellschaft" zu lesen, ein Thema, das mich sehr interessiert. Ich vergebe volle 5 von 5 Wolken und habe meinem Wunschzettel noch weitere Bücher von Chevalier hinzugefügt.

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  • Den Fossilien verfallen

    Zwei bemerkenswerte Frauen

    JulesBarrois

    22. January 2015 um 14:00

    Zwei starke, einflussreichen Frauengestalten des 19. Jahrhunderts, Mary Anning und Elizabeth Philpot, stehen im Mittelpunkt dieser Geschichte. Über lange Zeit wurden sie gerade wegen ihres speziellen Interessensgebietes im Rahmen der Naturwissenschaften bekämpft und letztlich, totgeschwiegen. Tracy Chevalier hat die Geschichte der beiden Fossilienforscherinnen in eine überaus flüssige und runde Romanform gebracht, in der sie natürlich ganz eigene Wege mit den historisch belegten Personen geht. Elizabeth verlegt aus finanziellen Gründen ihren Wohnsitz im Jahre 1830 nach Lyme Regis in Südengland. Dort wird ihr Interesse für Fischfossilien geweckt, die am Strand zu finden sind. So lernt sie Mary kennen, die, im Gegensatz zu Elisabeth, mit dem Verkauf dieser Fossilien den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie verdient und die Versteinerungen daher keineswegs nur als Hobby betrachtet. Eine Freundschaft entsteht, aber auch ein zunehmend profundes Wissen über Fossilien und damit das noch neue Wissensgebiet der Evolution. Ein Wissen, dass in den männlich dominierten Wissenschaftskreisen nicht gerne gesehen wird. Doch die zunehmende Freundschaft der beiden Frauen und ihr verbindendes, gemeinsames Interesse werden auf eine harte Probe gestellt, als sich beide in denselben Mann verlieben, den intelligenten und schneidigen Lieutenent-Colonel Thomas James Birch, Sammler seltener Fossilien. (Wohl eher fiktive Liebesgeschichte) Tracy Austin gelingt ein detailgenauer Blick auf die Vernetzungen und Verschlossenheit einer wissenschaftlich-naturwissenschaftlichen Welt des frühen 19. Jahrhunderts und die damals aufkommende, die Evolution stärkende und das vorherrschende christlich-biblische Naturbild erschütternde Fossilienkunde. Tracy Austin versteht es die Figuren lebensecht heraus zu arbeiten. So erhält die Geschichte durch ihre beiden Protagonisten einen wirklichen Tiefgang. Die Freundschaft beginnt, wächst und bewährt sich letztendlich, Eine tiefe, stillschweigende Verbindung zwischen den Frauen entwickelt sich. Ihr Weg vom Interesse an versteinerten Fossilien bis hin zu wissenschaftlichen Entdeckungen einschließlich der Anfeindungen, die mehr und mehr Raum gewinnen: All das verknüpft Tracy Chevalier mit den fiktiven Erweiterungen der gemeinsamen privaten Geschichte zu einem runden Ganzen. Erzählt wird der Roman mal aus der Sicht von Elizabeth, mal aus jener von Mary. Durch den unterschiedlichen Bildungsstand und die sich stark unterscheidende Herkunft der beiden Protagonistinnen ist jedoch immer klar, durch wessen Auge man das Geschehen gerade verfolgt. Tracy Chevalier schreibt sehr flüssig. Sie versteht es meisterhaft die Atmosphäre der damaligen Zeit getreu wider zu spiegeln. Und wir erhalten einen überzeugenden Einblick in die ehemals verknöcherte englische Klassengesellschaft, die allein schon die Freundschaft der beiden Frauen von so unterschiedlichem Stand kritisch betrachtet. Spannende Themen gekonnt umgesetzt.

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  • Gewinnt die Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams aus dem Jahr 2014!

    Wurfschatten

    Daniliesing

    In diesem Jahr hat das LovelyBooks-Team wieder fleißig gelesen und dabei tolle Bücher entdeckt. Natürlich möchten wir euch auch 2014 nicht vorenthalten, welche Bücher uns am meisten begeistert, berührt und gefesselt haben. Deshalb findet ihr hier nun jeweils das Lieblingsbuch von allen Teammitgliedern aus diesem Jahr. Ein glücklicher Gewinner darf sich später über ein Buchpaket mit allen 12 Büchern freuen und damit eine wunderbare Lesezeit verbringen. Unsere Buchtipps: 1. Jules1988 empfiehlt: "Miss Blackpool" von Nick Hornby Mein Lieblingsbuch 2014 ist Nick Hornbys neuer Roman „Miss Blackpool“. Obwohl es kein typischer Hornby ist, liebe ich das Buch als Fan trotzdem. Hornbys feinsinniger Humor und seine liebevolle und einfühlsame Art, seine Figuren zu beschreiben - sowohl ihre Stärken als auch ihre Schwächen - machen diesen Roman so besonders. Man verliert sich in der Geschichte des Teams rund um Barbara, ihre Höhen und Tiefen, Freundschaft und Liebe und hat dabei das Gefühl, diese Menschen wirklich zu kennen. 2. Daniliesing empfiehlt: "Der Träumer" von Pam Muñoz Ryan und Peter Sis Für mich war "Der Träumer" eine ganz zufällige Entdeckung beim Büchershopping. Nur selten finde ich noch Bücher, die ich nicht zuvor schon irgendwo gesehen habe, doch hier wurde ich überrascht. Einmal aufgeschlagen und die ersten Sätze gelesen, hatte mich dieses wunderbare Buch aus dem Aladin Verlag sofort verzaubert. Als ich dann die großartigen Illustrationen von Peter Sis entdeckte, war es um mich geschehen: dieses Buch musste mir gehören! Schnell stellte sich heraus, dass ich mit meiner Entscheidung absolut richtig lag. Im Urlaub nahm ich das Buch zur Hand und konnte es gar nicht mehr zur Seite legen. Zwar ist das Buch als Kinderbuch ausgezeichnet, doch mit seinen 380 Seiten und einer wunderbar poetischen Sprache ist es für jeden erwachsenen Buchliebhaber ein wahrer Genuss. Pam Muñoz Ryan erzählt tiefgründig und bewegend die Geschichte des kleinen Neftali, dem der Leser beim Erwachsenwerden zuschauen darf. Der Junge hat keine leichte Kindheit - sein Vater macht es ihm mit hohen Erwartungen schwer, er ist häufig krank und lebt lieber in seiner eigenen Phantasie, statt draußen rumzutollen. Neftali ist ein Träumer! Wie der Junge sich trotz aller Schwierigkeiten durchschlägt und die Lebensgeschichte welches bekannten Dichters sich dahinter verbrigt, das solltet ihr am besten selbst herausfinden. Dieses Buch geht zu Herzen und ist mein persönliches Jahreshighlight! 3. TinaLiest empfiehlt: "Wurfschatten" von Simone Lappert Mich hat dieses Jahr besonders der Debütroman von Simone Lappert begeistern können: „Wurfschatten“ ist nicht nur äußerlich ein wunderschönes Buch, sondern es besticht auch durch die beeindruckende Schreibkunst, die die Autorin an den Tag legt. Sie schafft es, die Ängste, die die Protagonistin Ada beherrschen, beklemmend und dunkel zu beschreiben und die Geschichte doch zart wirken zu lassen, einfühlsam und authentisch. Mit dem kleinen, wenn auch vorhersehbaren Hauch Liebe, der Adas Ängste zurückzudrängen versucht, und der Prise Drama am Ende hat "Wurfschatten" mich dann endgültig abgeholt und den Roman für mich zu etwas Besonderem gemacht. Ich hoffe sehr, dass bald ein zweites Buch von Frau Lappert folgen wird und kann in der Zwischenzeit nur jedem ihr Erstlingswerk empfehlen! 4. JohannaE1988 empfiehlt: "Die hellen Tage" von Zsuzsa Bánk In "Die hellen Tage" erzählt Zsuzsa Bánk auf eine besonders schöne und ruhige Art eine Geschichte über Freundschaft, Familie und die schwierige Zeit des Erwachsenwerdens. Beim Lesen begleitet man die drei Freunde Aja, Seri und Karl von der glückvollen und teils auch tragischen Kindheit bis zum Erwachsenenalter und wünscht sich bei einem der so unbeschwerten Tage im zauberhaften Garten, die die drei so oft erlebten, dabei gewesen zu sein. Alle drei, so unterschiedlich sie auch sind, teilen das Schicksal, mehr oder weniger ohne Vater aufzuwachsen. Neben der Geschichte über eine besondere Freundschaft und der innigen Beziehung zwischen den Kindern und ihren Müttern, hat mich vor allem die unaufgeregte Erzählweise Bánks und ihre einfühlsame und warme Sprache beeindruckt und mich richtig entspannen lassen. Auch bei den Zerreißproben und Schwierigkeiten, die die drei im Laufe der Geschichte durchleben müssen, bangt und hofft man mit und fühlte ich mich oft an meine eigene Kindheit und Jugend erinnert. 5. aba empfiehlt: "Unterholz" von Jörg Maurer Ich habe sehr gute Bücher gelesen in diesem Jahr. Manche Bücher haben mich tief berührt, andere haben mich nachdenklich gemacht - aber mit Jörg Maurer habe ich auf hohem Niveau gelacht! Für mich kam dieses Buch im richtigen Moment. Es hat mich amüsiert und abgelenkt. "Unterholz" ist der fünfte Band um den oberbayrischen Kommissar Jennerwein, einer meiner literarischen Lieblingsfiguren überhaupt. Krimis gehören nicht zu meiner Lieblingslektüre, aber nachdem ich den ersten Band dieser Serie gelesen habe, konnte ich nicht anders, als ein Fan von Jörg Maurer und vom ganzen Team um Kommissar Jennerwein zu werden! 6. doceten empfiehlt: "Beginners" von Raymond Carver Raymond Carver gilt neben Hemingway als einer der ganz großen Autoren der American Short Story: mit geschliffener und schnörkelloser Sprache auf den Punkt gebracht sind seine Themen Verlust, Einsamkeit und das Scheitern der amerikanischen Mittelschicht. Seine Geschichten deprimieren, erschüttern mit jeder Zeile. Mit Beginners erscheint seine Buch "Wovon wir reden, wenn wir über Liebe sprechen" erstmalig in der Urfassung, ohne die stark kürzenden Eingriffe seines Lektors Gordon Lish. Nicht ganz so lakonisch und brachial, dadurch aber viel berührender. Ein Buch, um dunkle Wintertage noch dunkler zu machen - manchmal braucht man das ja. 7. clickclackboom empfiehlt: "Das Haus des Windes" von Louise Erdrich Auch wenn Lieblingsbücher zu bestimmen mir schwer fällt, da es immer so viele gute Bücher gibt, kann ich sagen, dass „Das Haus des Windes“ eines meiner liebsten Bücher 2014 ist. Es erzählt die Geschichte vom 13-jährigen Joe, der das unaufgeklärte Verbrechen an seiner Mutter rächen möchte und dabei erwachsen werden muss. Die Protagonisten des Romans sind Nachfahren der nordamerikanischen Indianer und so bekommt man interessante Einblicke in das Leben im Reservat, die Stammesgeschichten und die Gesellschaftsverhältnisse in den USA. Obwohl es um ein ernstes, trauriges Thema geht, ist „Das Haus des Windes“ ebenso ein lustiges Buch über das Leben als Teenager und die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens. Louise Erdrich hat Charakter geschaffen, die vielschichtig sind und die einem beim Lesen ans Herz wachsen. 8. kultfigur empfiehlt: "Die Hyperion-Gesänge Band 1-2" von Dan Simmons Dan Simmons erzählt fantastisch, die Bücher entwickeln einen Sog, den ich bisher sehr selten erlebt habe. Jeder, der gerne Science Fiction liest und philosophisch angehauchte Bücher liebt, wird die insgesamt rund 3.000 Seiten nur so verschlingen. Die beiden Bücher sind nicht nur mein persönliches Highlight 2014, sondern ganz weit oben auf der Liste meiner Herzensbücher. Ich wünschte, ich könnte noch einmal von vorne beginnen! 9. Katha_Luko empfiehlt: "Pfaueninsel" von Thomas Hettche Hettches Buch öffnet die Türen zu einer Welt voller Exotik, Groteske und Kuriositäten aber auch zu der komplexen und zerbrechlichen Architektur der menschlichen Seele. Die Hauptfigur ist Marie, die als Kleinwüchsige auf die preußische Lustinsel verfrachtet wird, um dort zum Vergnügen des Königs als Schlossfräulein ihr Dasein zu verbringen. Neben einem Mohr, einem Riesen, wilden Tieren und geheimnisvollen Pflanzen gilt sie als eine von vielen verqueren Launen der Natur. Damit steht sie im krassen Kontrast zu einer damals weit verbreiteten naturphilosophischen Auffassung, die nur das Wohlgeformte und Regelmäßige für schön und wertvoll erklärt – eine Auffassung, die mit ihren Jahren auf der Insel Maries Menschenwürde und Lebensmut beständig abträgt. Hettches „Pfaueninsel“ fängt Atmosphären ein als wäre er selbst Zeuge des merkwürdigen Lebens auf der Insel gewesen, seine Charakterzeichnungen und Schilderungen seelischer Zustände und schließlich seine authentische Zeichnung der historischen Gegebenheiten ziehen den Leser in ihren Bann: Ich war selten so berührt von einem Buch und seiner Hauptfigur! 10. peckomingo empfiehlt: "Cobra" von Deon Meyer Viel Zeit zu lesen hatte ich leider nicht in diesem Jahr, doch bei meiner Südafrika-Reise wurde natürlich ein Deon Meyer-Buch gelesen. Cobra ist nicht nur ein Thriller, sondern gleichzeitig auch eine Mischung aus Politik und psychologischen Betrachtungen. Das Tempo und die Spannung werden durchgehen hoch gehalten. Schauplätze, Eigenheiten und Sitten des Landes werden authentisch vermittelt. 11. Sophia29 empfiehlt: "Rosen, Tulpen, Nelken" von Heike Wanner Zu meinen Lieblingsbüchern 2014 gehört definitiv „Rosen, Tulpen, Nelken“ von Heike Wanner. Ich habe von der Autorin schon mehrere Bücher gelesen, aber dieses hat mir ganz besonders gut gefallen. Es geht darin um Sophie, die ihre Mutter schon in frühen Jahren verloren hat. Zufällig fällt ihr eines Tages das Poesiealbum ihrer Mutter in die Hände und als sie es durchblättert, stellt sie fest, dass sie keinen der darin enthaltenen Namen kennt. Um mehr über das Leben ihrer Mutter und somit auch mehr über sich selbst zu erfahren, macht sie sich mit ihren zwei besten Freundinnen in einem Wohnmobil auf den Weg und versucht die Personen zu finden, die im Leben ihrer Mutter eine Rolle gespielt haben … Heike Wanner ist es in diesem Buch gelungen, zwei Geschichten – die Geschichte von Sophie und die ihrer Mutter – auf spannende Weise miteinander zu verbinden und gleichzeitig zu verdeutlichen, wie unverzichtbar wirklich gute Freunde in unserem Leben sind. Seid ihr neugierig auf unsere 12 Lieblingsbücher 2014 geworden? Dann habt ihr bis einschließlich 7. Januar Zeit bei der Verlosung eines Buchpakets mit allen 12 Büchern mitzumachen. Jetzt müsst ihr uns nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Da wir immer gerne Bücher verschenken, würden wir von euch gern wissen, welche Bücher ihr dieses Jahr zu Weihnachten verschenkt und wieso ihr euch für genau diese entschieden habt? Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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    • 755
  • Ein schöner historischer Schmöker...

    Zwei bemerkenswerte Frauen

    Kleinstadtkatze

    27. January 2014 um 19:26

    Durch die Lektüre des Romans "Die englische Freundin" bin ich auf diese Schriftstellerin gestossen und bemerkte, dass sie genau die Epochen aufgreift und die Geschichten erzählt, die mich als Jane Austen Obsessionistin *grins* gefangen nehmen. Dieses Buch hat einen klarer historischen Hintergrund und greift zwei Frauen auf, Mary Anning und Elizabeth Philpot, die wirklich gelebt und geforscht haben. Mir sagten die Namen bis dato noch nichts, doch Frau Chevalier hat hier der Realität einen schönen Fiktionsmantel verpasst, ohne das Leben beider Forscherinnen gänzlich zu verändern. Man lernt Mary Anning als mittelose und keine besonders auffallende Person kennen. Das Mädchen hat, außer der Fossilienkenntnis, nicht viel vorzuweisen... Und die Suche nach ungewöhnlichen Geisteinsarten, hier genannt Kuris (von Kuriositäten), erfüllt zuallererst keine wissenschaftliche Aufgabe. Die schönen Fundstücke sollen lediglich Marys Familie ernähren, indem sie die Steine an Touristen und wohlhabende Bürger veräußert. Zu diesen wohlhabenderen Familien gehören auch die Philpot Schwestern Margaret, Louise und Elizabeth, welche nun in Lyme hausen müssen, weil sie weder verheiratet sind, noch genug Vermögen haben, um sich das Leben in London leisten zu können. Und so treffen sich die Schicksalsfäden von Mary Anning und Elizabeth Philpot, die, um nicht an ihre aussichtslosen Heiratspläne zu denken, sich ebenfalls der Fossliensammlung widmet. Beide Frauen sind wie ein Herz und eine Seele... bis sie sich beide in ein und denselben Mann verlieben... und Mary einen sensationellen Fossilienfund macht... denn die "Bestie"ähnelt keinem der bisher bekannten Tierarten... . Schöne Unterhaltung mit ausführlichen, jedoch keineswegs langweiligen Darstellungen der Fossilien, der Geologieforschung... und der Kraft von Freundschaft. Ich werde auch weiterhin die Bücher dieser Autorin mit Spannung verfolgen.

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  • Leserunde zu "Die englische Freundin" von Tracy Chevalier

    Die englische Freundin

    Eltragalibros

    Ein großer Frauenroman von Bestsellerautorin Tracy Chevalier Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten - Amerika - jedoch nicht Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Sklavenfrage das Land in Uneinigkeit stürzt. Die junge Honor sucht in dem ihr unbekannten Land ein neues Leben und findet Zerrissenheit, Freundschaft und einen Mann, der um ihre Aufmerksamkeit buhlt. Tracy Chevalier, Autorin von "Das Mädchen mit dem Perlenohrring", zeichnet auch in ihrem neuen historischen Roman eine starke Frauenfigur, die sich im Weltgeschehen zu behaupten versucht und sich dabei zwischen Herz und Verstand entscheiden muss. Mehr zum Buch: Die junge Quäkerin Honor verlässt 1850 aus Liebeskummer ihre Heimat, um in Amerika ein neues Leben zu beginnen. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft wird sie von einer harten Realität eingeholt, die Frage der Sklaverei spaltet die Nation. Zu ihrer einzigen Vertrauten wird die temperamentvolle Hutmacherin Belle. Dass sich ausgerechnet der Sklavenjäger Donovan für Honor interessiert, bringt sie in eine schwierige Lage, und sie muss sich zwischen schönen Worten und mutigem Handeln entscheiden. LESEPROBE Über die Autorin: Tracy Chevalier wurde 1962 in Washington, D. C. geboren. 1984 zog sie nach England und arbeitete zuerst als Lektorin, bevor sie mit dem Schreiben begann. Mit „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“, das auch verfilmt wurde, gelang ihr der internationale Durchbruch. Gemeinsam mit dem Knaus Verlag verlosen wir 25 Hardcover-Exemplare bis einschließlich 30. Oktober 2013.* Beantwortet uns dazu folgende Frage: Honor flieht vor ihrem Liebeskummer nach Amerika. In welches Land würdet ihr euch flüchten wollen und warum? *Eine aktive Teilnahme an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension am Ende sind selbstverständlich.

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  • Rezension zu "Zwei bemerkenswerte Frauen" von Tracy Chevalier

    Zwei bemerkenswerte Frauen

    Huebner

    21. September 2012 um 11:06

    Tracy Chevalier erzählt in der ihr eigenen Freude am Detail die Geschichte von Mary Anning und Elizabeth Philpot, die zum Beginn des 19.Jh. die Paläantologie und Geologie Europas entscheidend prägten. Der unscheinbare Titel "Zwei bemerkenswerte Frauen" wird durch den Namen der Autorin zum Programm. Wie wir es von Chevalier kennen, taucht sie tief in die erzählte Zeit ein, besticht durch Feinheiten und Spitzfindigkeiten und bemüht sich um 360 Seiten Authentizität, indem sie so wenig erfindet wie nur möglich. (Sogar, dass Mary Annings Hund Tray 1833 durch einen Klippeneinsturz zu Tode kam, ist überliefert - neben Effi Briests Rollo wohl einer der berühmtesten Hunde der Literatur?) Tracy Chevalier bricht wie in den meisten ihrer Romane mit gesellschaftlichen Tabus, überbrückt die Standesunterschiede ihrer Figuren und das auf suptile Art und Weise: Mary Anning gehört der englischen Arbeiterklasse an, Elizabeth Philpot dem Bildungsbürgertum. Während erstere von dem wenigen leben muss, was Fossilienfunde am Strand von Lyme Regis (Südengland) abwerfen, wurde letztere gemeinsam mit ihren zwei Schwestern von ihrem Bruder aus London aufs Land verbannt, wo sie als unverheiratet Frau dem altjungferlichen Leben das Beste abzugewinnen sucht und mehr oder weniger durch Zufall auf Fossilien und damit auf Mary Anning stößt. Die gemeinsame Begeisterung für versteinerte Tierüberreste ist der Beginn einer zwiespältigen Freundschaft, die nicht ohne Eifersucht, Missgunst und Theatralik verläuft. Am Ende aber sind alle Querelen ausgestanden und die Freundschaft ist - zumindest im Roman - gerettet. Die historischen Mary Anning und Elizabeth Philpot mochten weniger eng miteinander befreundet sein, aber ihre Fossilienfunde und der damit einhergehende Kampf gegen die Männerdomäne in der Naturwissenschaft sind das treibende Thema. (Wir sprechen wie gesagt vom beginnenden 19.Jh., in dem Frauen weder Wahlrecht noch das Recht auf wissenschaftliches Arbeiten hatten. Dass Mary Anning 1825 in wissenschaftlichem Zusammenhang erwähnrt wurde, grenzt an ein Wunder und Tracy Chevalier wird berechtigterweise nicht müde, diesen sonderbaren und ungewöhnlichen Umstand genauestens zu beschreiben.) Ein Roman ganz ohne Liebesschmalz und doch von so viel Zärtlichkeit., Hingabe und leisen weiblichen Hoffnungen genährt, dass man die üblichen schmonzettenhaften Liebeleien kein bisschen erwartet, geschweigedenn vermisst und dennoch völlig zufrieden gestellt wird. Nicht nur Chevalier-Begeisterte werden diesen Roman lieben, sondern auch die Freunde guter und seriöser sowie lehrreicher Unterhaltung. Der Stil mag dem ein oder anderen ungeduldigen, Chevalier-Ungeübten Leser zu langatmig erscheinen, aber jede Zeitraffung, Zeitdehnung und Zeitdeckung hat ihre Berechtigung und wird auch von Chevalier im Nachwort begründet und sogar, wie ich meine unnötigerweise entschudligt. Die Rede ist von der gähnenden Langeweile von Damen aus gutem Hause, die ihre Tage mit dem Malen von Aquarellen zu füllen versuchen und von einer Arbeiterin, die jahrzehntelang, ja ihr ganzes Lebens lang dem scheinbar eintönigen Suchen nach Fossilien an einem grauen Strand nachging. Und wie farbenfroh Chevalier diese Monotonie zu beschreiben, Ereignisse zu raffen und zu schmücken versteht, ist wieder einmal nur lobenswert. I.Hübner

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  • Rezension zu "Zwei bemerkenswerte Frauen" von Tracy Chevalier

    Zwei bemerkenswerte Frauen

    filfil67

    06. April 2012 um 08:58

    *Meine Inhaltsangabe* Tracy Chevaliers Buch handelt von der seltsamen Freundschaft zwischen Mary Annings, einem Mädchen der Arbeiterklasse und Elizabeth Philpot, einer Dame der feineren Gesellschaft. Während Elizabeth und zwei ihrer Schwestern dazu verdammt sind, ihr Leben als alte Jungfern fernab von London zu verbringen, bemüht sich Mary Annings, die weder lesen noch schreiben kann, ihre Familie irgendwie vor dem Armenhaus bewahren. Dies gelingt ihr, weil sie, die keinerlei Schulbildung besitzt, zur bedeutsamsten Entdeckerin neuer Fossilien wird. *Meine Meinung* Tracy Chevalier beschreibt eindrücklich, wie beide Frauen im Lauf der Geschichte an den Konventionen ihrer Zeit leiden. Männer nehmen sie nicht ernst, nehmen sie teilweise nicht einmal wahr und heimsen den Ruhm anstelle von Mary Annings ein. Trotzdem, sind beide Frauen in der Lage, sich ihre Freiräume zu suchen und zu schaffen. Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen ihnen wird auf eine einfühlsame Art und Weise beschrieben. Der wissenschaftliche Teil wird von Tracy Chevalier auf eine intelligente und angenehm einfache Art und Weise beschrieben. Er gehört zu der Geschichte und selbst die, die sich vielleicht gar nicht so sehr für Fossilien interessieren, werden sich dem Charm der Entdeckerinnen nicht entziehen können. Der englische Originaltitel 'Remarkable Creatures' bedeutet soviel wie 'Bemerkenswerte Kreauten' und trifft in dieser Geschichte sowohl auf die gefundenen Fossilien, als auch auf die beiden Protagonistinnen zu. *Fazit* Für mich gehört dieses Buch zu meinen Lesehöhepunkten des Jahres 2010 und ich kann es allen, die gerne gut erzählte Geschichten lesen, nur empfehlen.

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  • Rezension zu "Zwei bemerkenswerte Frauen" von Tracy Chevalier

    Zwei bemerkenswerte Frauen

    Granuaile

    31. July 2011 um 18:41

    Tracy Chevalier beschreibt in ihrem neuesten Roman das Leben von zwei Fossilienforscherinnen in der kleinen Stadt Lyme. Elizabeth Philpot muss zu beginn des Romanes mit ihren Schwestern von London nach Lyme ziehen um das Familiengeld zu schonen. In Lyme lernt sie die junge Mary Anning kennen, die für den Lebensunterhalt ihrer Familie Kuris (Fossilien) suchen muss. Eine ungewöhnliche Freundschaft entsteht zwischen den beiden Frauen, trotz Alters- und Standesunterschieden. Im Verlauf des Romans findet die kleine Mary Annning ihr erstes Riesenmonster. Die Fossilien eines schon vor langer Zeit ausgestorbenen Sauriers. Damals wussten die Menschen allerdings nichts von Sauriern noch von ausgestorbenen Tieren. Sie waren noch der Meinung die Erde wäre erst 6000 Jahre alt. Somit stößt Mary auf Ablehnung und Argwohn der anderen Ortsbewohner. Mary gelangt daraufhin zu einer höheren Bekanntheit in wissenschaftlichen Kreisen und versorgt die Gelerten der Geologie immer wieder mit neuen Eindrücken über die Vergangenheit. Im weiternem Verlauf wird die Geschichte von Elizabeth und Mary weiter erzählt, von Marys neuen Entdeckungen und Elizabeths Kampf für Gerechtigkeit in einer von Männern dominierten Welt. Es war wundervoll mit Mary und Elizabeth über den Strand zu wandern und Ihre Entdeckungen mit erleben zu können. Der Roman ist in einer sehr guten Sprache gehalten und zum Schluss bleibt dieses melancholische Gefühl zurück was einen sehr guten Roman auszeichnet. Ich werde noch lange über diese Geschichte nachdenken. Zu bemerken ist auch, dass es sich um Persönlichkeiten in diesem Buch handelt die es wirklich gegeben hat. Mary fand wirklich die Fossilien, die noch heute in den großen naturkundlichen Museen ausgestellt werden. Sie wahr maßgeblich an den Anfängen der modernen Geologieforschung beteiligt.

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  • Leserunde zu "Vom anderen Ende der Welt" von Liv Winterberg

    Vom anderen Ende der Welt

    DieBuchkolumnistin

    Wir tauchen ein in einen historischen Roman, der perfekt für die sommerlichen Temperaturen geeignet ist! Kommt mit mir mit nach England, spätes 18. Jahrhundert: Von ihrem Vater, einem Arzt und Wissenschaftler, zur Botanikerin ausgebildet, träumt die junge Mary Linley davon, die Welt zu bereisen. Doch als sie nach dem Tod des Vaters verheiratet werden soll, sieht sie nur eine Möglichkeit, ihrer Berufung zu folgen. Sie gibt sich als Mann aus, um an Bord der Sailing Queen im Stab des Botanikers Sir Carl Belham auf Expeditionsfahrt zu gehen. Die Lebensbedingungen auf See erschüttern sie, denn Entbehrungen, Krankheiten und Tod prägen den Alltag. Dennoch glaubt sie, ihr Ziel erreicht zu haben: Sie erkundet fremde, faszinierende Länder. Erst durch die Liebe zu Sir Carl Belham erkennt sie, dass sie sich für ihre Ideale selbst verleugnet ... Wir suchen für diesen ebenso leichten wie aber auch dramatischen Roman "Vom anderen Ende der Welt" um die junge Mary Linley 25 Testleser, die gemeinsam mit uns das Buch lesen, diskutieren und rezensieren wollen. Ausserdem wird die Autorin Liv Winterberg selbst an der Leserunde teilnehmen und sich Euren Fragen stellen! Inspiriert wurde dieser Roman im Übrigen vom Leben der Botanikerin Jeanne Baret, basiert also teilweise auf wahren Begebenheiten. Habt Ihr Lust dabei zu sein? Dann meldet Euch einfach per Kommentar bis zum 05. Juni 2011 und folgt diesem Thema - schon seid Ihr im Lostopf! Ich freue mich über Eure Bewerbungen!!! :-) Leseprobe: http://www.dtv.de/_pdf/blickinsbuch/24847.pdf Lesereise von Liv Winterberg: http://www.dtv.de/autoren/liv_winterberg_13858.html?show=veranstaltungen#tabs

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    • 404
  • Rezension zu "Zwei bemerkenswerte Frauen" von Tracy Chevalier

    Zwei bemerkenswerte Frauen

    laurana

    05. May 2011 um 20:09

    ein neues highlight für mich, es war einfach grandios!!! tatsächlich, wie im klappentext angepriesen, ein bisschen jane austen-feeling, spielt in derselben zeit (um 1820), die lebensgeschichte des arbeitermädchen mary anning, die erste "dinosaurierforscherin" der welt, und ihrer freundin elizabeth philpot, die als gutsituierte unverheiratete frau ihr leben ebenfalls der fossiliensuche widmet. die geschichte ist abwechselnd aus sicht der beiden frauen erzählt, was sich auch im stil niederschlägt und die sache zusätzlich reizvoll macht. es ist nicht nur die geschichte einer gesellschaft, in der frauen quasi rechtelos sind, und der freundschaft zweier frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten- es ist darüber hinaus die beschreibung eines umbruchs von gewaltigem ausmaß: erstmals in der geschichte der christenheit formuliert man die möglichkeit, dass die bibel nicht ein "tatsachenbericht" über die entstehung der welt ist, sondern dass es tiere und pflanzen gegeben hat, die ausgestorben sind- und dass unsere welt vielleicht viel älter und vielschichtiger ist, als man sich je zu träumen gewagt hat...

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  • Rezension zu "Zwei bemerkenswerte Frauen" von Tracy Chevalier

    Zwei bemerkenswerte Frauen

    Gruenente

    18. March 2011 um 17:20

    Mary Annings und Elizabeth Philpot sind Paläontologinnen. Sie finden sehr viele Fossilien und ordnen sie ein. Sie dürfen aber nichts dazu veröffentlichen oder an Vorträgen halten, oder auch nur zuhören. Denn sie sind Frauen am Begnn des 19. Jahrhunderts. Da durfte man noch nichts mal so ohne weiteres allene am Strand, oder gar in der Stadt spazieren gehen. Aus Sicht beider Frauen (abwechselnd, in unterschiedlichem Stil) wird ihr Leben und dessen Widrigkeiten und Freuden geschildert. Sie kommen aus sehr unterschiedlichen Gesellschaftssschichten, haben aber trotzdem viel gemein. Sehr interessant, auch nicht schlecht geschrieben, aber es hat mich aber nicht ganz gepackt. Ich bin aber sehr froh nicht in dieser Zeit gelebt zu haben.

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  • Rezension zu "Zwei bemerkenswerte Frauen" von Tracy Chevalier

    Zwei bemerkenswerte Frauen

    Ati

    10. March 2011 um 18:41

    Zur Autorin Die heute in London lebende, 1962 in den USA/Washington, DC., geborene und aufgewachsene Tracy Chevalier war das jüngste von drei Kindern. Sie studierte Anglistik in Ohio und – nach ihrem Umzug Anfang der 1980er-Jahre nach England - kreatives Schreiben. Kurz vor der Geburt ihres Sohnes im Jahr 1998 vollendete sie ihren Roman bisher erfolgreichsten Roman – Das Mädchen mit dem Perlenohrring. Das Schreiben ist mittlerweile eine Vollzeitbeschäftigung für sie und zahlt sich auch aus. So gewann Das Mädchen mit dem Perlenohrring nicht nur den Barnes und Noble Award – es wurde über 4 Millionen Mal weltweit verkauft und 2003 mit Scarlett Johansson und Colin Firth in den Hauptrollen verfilmt. Auch die anderen Bücher der Autorin eroberten kurz nach Erscheinen die Bestsellerlisten Englands. Zum Buch Das Erste, was mir an dem Buch auffiel, war das Umschlagmotiv. Es zeigt neben einem Küstenabschnitt mit zwei Frauen einen goldfarbenen Ammoniten. Dieser ist etwas herausgearbeitet, was man beim Darüberstreichen fühlt. Auch in Zwei bemerkenswerte Frauen vermischt Chevalier einmal mehr Fiktives mit historisch belegten Personen und Tatsachen. Dafür bedient sie sich – wie man ihrer Anmerkung im Buch entnehmen kann - der beiden von der Fachwelt lange totgeschwiegenen, aber dennoch belegten Frauen Mary Anning und Elizabeth Philpot, die sehr erfolgreich im Bereich der Fossilienforschung tätig waren. Der Roman spielt im England des 19. Jahrhunderts und umfasst einen mehrjährigen Zeitraum. Elizabeth zieht zusammen mit ihren ebenfalls ledigen Schwestern aus finanziellen Gründen in den kleinen südenglischen Küstenort Lyme Regis. Ihr Leben verändert sich dadurch drastisch. Doch nachdem sie es zunächst eher als Strafe betrachtet, aufs Land abgeschoben zu werden, muss sie bald feststellen, dass der Umzug auch gewisse Vorteile bietet. So lebt sie beispielsweise wesentlich freier als im sittenstrengen London. Und einen Zeitvertreib hat sie auch bald gefunden, denn die Küste ist durchsetzt von Fossilien, die teils nach und nach durch die Flut freigespült werden, teils ausgegraben werden müssen. Hierbei begegnet sie Mary, die in Lyme Regis geboren und aufgewachsen ist und dort mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen lebt. Ein Zubrot verdienen sie sich durch den Verkauf von Fossilien. Entgegen aller Konventionen und trotz des Altersunterschiedes freunden sich Mary und Elizabeth an, verbringen viel gemeinsame Zeit, machen spektakuläre Entdeckungen. Und verlieben sich in den gleichen Mann, was fatale Folgen nach sich zieht und die Freundschaft schweren Prüfungen unterwirft. Meine Meinung Auch in diesem Roman ist es Chevalier gelungen, ein so lebensnahes Bild ihrer Charaktere zu zeichnen, dass man mit ihnen fühlt, fiebert und leidet. Nicht nur der beiden Haupt-, sondern auch sämtlicher Nebenfiguren. Atmosphärisch dicht gewebt, öffnet jede Szene einen klaren Blicken auf die verstaubten Konventionen, die Missstände, aber auch auf die dünkelhafte Ignoranz und die Verschlossenheit der männlich-dominierten (naturwissenschaftlichen) Welt jener Zeit. Daneben gibt es noch die kindliche Neugier mit der Elizabeth an die Fossiliensuche herangeht oder die abgeklärte, geduldige, großzügige und immer wieder begeisterungsfähige Mary, die nicht nur ihr dabei hilft. Die Autorin lässt einmal sie, dann wieder Elizabeth zu Wort kommen. Auch dadurch werden die gesellschaftlichen Unterschiede deutlich. Elizabeth, etwas exzentrisch, die sich gewählt und sprachgewandt auszudrücken vermag. Mary, deren einfaches Gemüt sich ebenso wie ihre mangelhafte Bildung in ihrer Sprache und bisweilen auch in ihrem Tun niederschlägt. Der Kampf um die Anerkennung ihrer Leistung ist hart, scheint manchmal vergeblich bis unmöglich zu sein. Die sanften und dennoch eindringlichen Worte, mit denen Chevalier ihr Schicksal und den Verrat an ihr beschrieben hat, wecken den Kampfgeist. Nicht nur von Elizabeth, fast möchte man selbst mit zur Tat schreiten, um zu helfen. Ein kleines Manko der Geschichte ist, dass die Beschreibung von Ausgrabungsszenen relativ häufig vorkommt. Das wirkt etwas störend, obwohl es natürlich rein von der Fossilienthematik her passt. Die ist zwar eindeutig die Passion beider Hauptfiguren, aber für mein Dafürhalten trotz aller Fundbeschreibungen auf vielen Seiten nur ein Nebenhandlungsstrang. Was mich viel mehr angesprochen hat, war die Emanzipierung, die die beiden Frauen durchlaufen. Und das alles in einer Zeit, in der das bis dahin geltende Weltbild aufgrund fossiler Funde ins Wanken geriet – was die Männer zwar (hin und wieder unter empörten Aufschreien der Kirche) machen durften, bei Frauen jedoch als skandalös und untragbar empfunden wurde. Die ebenfalls enthaltene Liebesgeschichte ist eher angedeutet, dennoch berührt sie. Ebenso die Eifersüchteleien, die in diesem Zusammenhang entstehen. Dass die Frauen ihre Freundschaft über dieses Zerwürfnis hinaus in gewisser Weise retten können, wird ebenso nachvollziehbar beschrieben, wie alles andere. Chevalier bedient sich nicht falscher Dramatik, dafür aber einer gut strukturieren und greifbaren Dynamik, die den Roman trotz aller Versteinerungen lebendig lesenswert macht. Fazit Ein wunderschönes, unaufgeregt erzähltes Buch über eine ungewöhnliche Freundschaft und das Behaupten zweier starker Frauen in einer verknöcherten, männlich-dominierten Gesellschaft, dem ich 4,5 von 5 Punkten geben möchte. Copyright © 2011 by Antje Jürgens (AJ)

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  • Rezension zu "Zwei bemerkenswerte Frauen" von Tracy Chevalier

    Zwei bemerkenswerte Frauen

    michael_lehmann-pape

    24. October 2010 um 11:10

    Starke Frauen Nach ihrem großen Erfolg „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“, in dem bereits historisches mit fiktivem aufs Beste vermischt wurde, legt Tracy Chavalier nun mit „Zwei bemerkenswerte Frauen“ im nachempfinden historischer Tatsachen ihren neuen Roman vor. Im Blick auf Mary Anning und Elizabeth Philpot wendet sie sich zwei starken und durchaus einflussreichen Frauengestalten des 19. Jahrhunderts zu, die über lange Zeit gerade ob ihres speziellen Interessensgebietes im Rahmen der Naturwissenschaften bekämpft und, letztlich, totgeschwiegen wurden. Die Geschichte der beiden Fossilienforscherinnen hat Tracy Chavlier in eine überaus flüssige und runde Romanform gebracht, in der sie natürlich ganz eigene Wege mit den historisch belegten Personen geht. Elizabeth verlegt aus finanziellen Gründen ihren Wohnsitz im Jahre 1830 nach Lyme Regis in Südengland. Dort wird ihr Interesse für Fischfossilien geweckt, die am Strand zu finden sind. Aufgrund dieses Interesses lernt sie Mary kennen, die, im Gegensatz zu Elisabeth, mit dem Verkauf dieser Fossilien den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie verdient und die Versteinerungen daher keineswegs nur als Hobby betrachtet. Eine Freundschaft entsteht, aber auch ein zunehmend profundes Wissen über Fossilien und damit das noch neue Wissensgebiet der Evolution. Ein Wissen, dass in den männlich dominierten Wissenschaftskreisen nicht gerne gesehen wird. Doch die zunehmende Freundschaft der beiden Frauen und ihr verbindendes, gemeinsames Interesse wird auf eine harte Probe gestellt, als sich beide in denselben Mann verlieben, den intelligenten und schneidigen Lieutenent-Colonel Thomas James Birch, Sammler seltener Fossilien. Eingebettet in die Handlung des Romans und die wohl eher fiktive Liebesgeschichte der beiden Frauen um James Birch herum gelingt Tracy Austin ein detailgenauer Blick auf die Vernetzungen und Verschlossenheit einer wissenschaftlich-naturwissenschaftlichen Welt des frühen 19. Jahrhunderts und die damals aufkommende, die Evolution stärkende und das vorherrschende christlich-biblische Naturbild erschütternde Fossilienkunde. Vermittels ihrer großen Stärkre in der Herausarbeitung von Figuren tragen die beiden Protagonisten durchaus mit Tiefgang die Geschichte. Die beginnende und sich, letztendlich, bewährende Freundschaft, aus der sich eine tiefe, stillschweigende Verbindung zwischen den Frauen heraus entwickelt, der Weg von versteinerten Fossilien am mehr hin zu wissenschaftlichen Entdeckungen, die Anfeindungen, die mehr und mehr in den Raum treten, all dies nimmt Tracy Chavalier auf und verknüpft es mit den fiktiven Erweiterungen der gemeinsamen privaten Geschichte zu einem runden Ganzen. Flüssig zu lesen, historisch weitgehend die Atmosphäre der damaligen Zeit getreu wiederspiegelnd, gibt das Buch einen überzeugenden Einblick in die ehemals verknöcherte englische Klassengesellschaft, die allein schon die Freundschaft der beiden Frauen von so unterschiedlichem Stand kritisch betrachtet. Ebenso überzeugt die Schilderung der Freundschaft, die unter ungünstigen Voraussetzungen beginnt und in der Suche nach Anerkennung durch die Männergesellschaft der damaligen Zeit auch im weiteren Verlauf dann wieder Belastungsproben unterzogen wird. Spannende Themen, die Tracy Chavelier anregend umzusetzen versteht.

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