Travis Mulhauser

 4.1 Sterne bei 119 Bewertungen
Autor von Sweetgirl.

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Sweetgirl
Sweetgirl
 (119)
Erschienen am 13.01.2017

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Phyrias avatar

Rezension zu "Sweetgirl" von Travis Mulhauser

Toller Debütroman
Phyriavor 7 Monaten

Als Percy James sich bei einem Schneesturm dazu entschließt auf Sheltons Farmhaus endlich nach ihrer Mutter Carletta zu suchen, ist ihr nicht bewusst wie sich der Babyfund vor Ort auf die nächsten Tage und ihr Leben auswirkt. Die kleine Jenna liegt absolut durchnässt, hungrig und verwahrlost unter einem offenen Fenster in einer Liege und ist dem stürmischen Wetter völlig ausgeliefert während ihre Mutter und Shelton im unteren Stockwerk ihren Rausch ausschlafen. Percy kann nicht anders und nimmt die Kleine mit um sie schnellstmöglich ins Krankenhaus zu bringen. Sie darf sich trotz der ganzen schwierigen Situationen nicht unterkriegen lassen um Jenna endlich in Sicherheit bringen zu können, was leichter gesagt als getan ist, denn Shelton merkt ziemlich schnell, dass das Baby fort ist und macht sich auf die Suche danach.


Meine Meinung:
Travis Mulhauser hat mir mit diesem originellen Debütroman das erste Highlight des Jahres beschert.
Das erste, das ich beim Lesen bemerkt habe ist wie schön der Roman geschrieben ist und wie die Wörter sowie auch die Handlung nur so vor meinen Augen dahin flogen. Es fühlte sich alles so natürlich, ungezwungen an, dass ich mich kaum dieser winterlichen Atmosphäre entziehen konnte. Ich habe das Buch innerhalb von Stunden beendet und es absolut ins Herz geschlossen.
In erster Linie handelt es sich natürlich um die Rettungsaktion der kleinen Jenna aber eben auch um so viel mehr. Um die Alkohol- und Drogensucht, die nicht nur einem selbst sondern auch den Menschen um sich herum Schaden zufügt. Es ist eine Geschichte mit dieser dunklen, tragischen Note, die einem deutlich vor Augen führt wie sehr der ganze Konsum die Menschen kaputt macht, wie sie sich nicht mal für ihre Kinder von den Drogen loseisen können und sich dem Drang high zu werden hingeben. 
Und in all dieser trüben Hoffnungslosigkeit gibt es das 16jährige Mädchen Percy, das für ihr Alter viel zu früh erwachsen werden musste. Mit einer drogensüchtigen Mutter, die die Gewohnheit besitzt immer mal wieder zu verschwinden, hat Percy schnell gelernt für sich selbst und ihre Mutter Carletta zu sorgen. Und trotz des Alters ist sie viel erwachsener als so manch ein anderer Charakter. Sie ist zudem noch mutig und auf jeden Fall eine Person zu der man aufsehen kann. Es ist bemerkenswert wie sie sich um Jenna kümmert, wie es seit dem Moment in dem sie sie gefunden hat nichts Wichtigeres gibt als dieses kleine Mädchen in Sicherheit zu bringen. Diese Rettungsaktion besteht aus vielen Höhen aber vor allem Tiefen. 
Die ganze Erzählung hat mich so unglaublich ergriffen, dass ich voller Spannung all die unvorhersehbaren Ereignisse verfolgt habe und einfach nur am mitfiebern war.
Ganz interessant fand ich es auch immer mal wieder aus der Sicht von Shelton Potter, dem Drogendealer, der gleichermaßen dumm und gefährlich ist, zu lesen wie er versucht das Baby aufzufinden und dafür auch noch andere anheuert. Hinzu kommt, dass er die meiste Zeit über absolut high war und mir auch gerade in manchen dieser skurrilen Szenen einen Lacher entlocken konnte, denn sonst drückt die gesamte Stimmung einen eher in die andere Richtung. Shelton hat in mir ganz viele verschiedene Gefühle ausgelöst, darunter auch Ratlosigkeit, Verblüffung und Mitgefühl.
Manchmal kann man die Personen nicht einfach in bestimmte Schubladen stecken, es gibt immer mehr zu sehen und genau das lernt man auch unter anderem in diesem Roman. Wenn das Leben einen in eine bestimmte Richtung drückt, kann sich dem nicht jeder wie Percy entziehen. Mit Percy bekommt man auf der einen Seite eine unglaubliche Protagonistin die man nur lieben kann während ihr gegenüber Shelton, sowie auch Portis, ihr Vateresatz und Alkoholiker, der ihr nichtsdestotrotz immer zur Hilfe kommt, stehen. Man lernt sie mit der Zeit etwas besser kennen. Dennoch ist es so schade, dass man diesen ganzen kaputten Seelen nicht helfen kann. 
Meiner Meinung nach ist dieser Roman etwas für Jedermann, würde es nicht wagen ihn in eine bestimmte Nische einzuordnen.


Fazit:
Ein wundervoller Debütroman, der traurig, glaubhaft und hoffnungsvoll zugleich ist. Voller Hoffnung habe ich mitgelitten und die Daumen dafür gedrückt, dass diese zwei Mädchen es schaffen ihren Verfolgern zu entkommen und sich in Sicherheit zu bringen. Es war ein Genuss diese emotionale und intensive Geschichte mit den faszinierenden Charakteren zu lesen. Bin mal auf die weiteren Bücher des Autors gespannt. 

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lex-bookss avatar

Rezension zu "Sweetgirl" von Travis Mulhauser

White Trash Mama
lex-booksvor einem Jahr

Hier handelt es sich nicht um einen Thriller, wie ich zunächst dachte, sondern vielmehr um eine Mischung aus Sozialdrama, leicht schrägem Humor und Spannungsroman. Der amerikanische Autor Travis Mulhauser nimmt uns in seinem Romandebüt mit ins drogenvernebelte Unterschichtsmilieu von Michigan und von dort aus direkt in einen eisigen Schneesturm. Im Zentrum steht die 16jährige Schulabbrecherin Percy, die sich notgedrungen um ihre Junkie-Mutter Carletta kümmert. Als Percy auf der Suche nach ihrer Mutter im Haus von Crystal-Meth-Dealer Shelton landet, findet sie dort ein halb erfrorenes Baby. Während Shelton und seine Freundin ihren Rausch ausschlafen, kämpft sich Percy gemeinsam mit einem Freund zu Fuß durch die Kälte, um Baby Jenna in ein Krankenhaus zu bringen. Aber dann wacht Shelton auf und ist wild entschlossen, das Kind zu finden.

Abwechselnd ist man an der Seite von Percy und Shelton. Das liest sich spannend, es entwickelt sich aber nicht unbedingt ein gnadenloses Katz-und-Maus-Spiel. Nach und nach kommt es zu eher zufälligen Treffen verschiedener Figuren. Ich hatte mit einigen finsteren Antagonisten gerechnet, aber die kommen nicht vor.
Shelton ist nicht böse, aber dumm und unberechenbar und deshalb nicht ungefährlich, zumal er unter ständigem Einfluss von Drogen steht, die zum Hauptthema des Buches zählen. Kaum lässt deren Wirkung nach, werden Lachgas, Meth und Whiskey nachfüllt. In Sheltons simples Weltbild mischen sich Homophobie und Rassismus. Als er endlich auf die Beine kommt, werden erst einmal die zwielichtigen Mexikaner unter die Lupe genommen.

Percy schließt man sofort ins Herz und fiebert mit ihr mit. Sie ist tough, zielstrebig und gutherzig. Einen Großteil der Handlung bahnt sie sich ihren Weg durch die Schneekälte und versucht, die kleine Jenna warm zu halten. Das klingt banal. Aber die Situation hat eine gewisse Doppeldeutigkeit. Percys und Jennas Leben ähneln sich nicht zufällig. Beide Schicksale hängen am seidenen Faden und können leicht in die eine oder andere Richtung kippen. In die Thrillerfacetten mischt sich der Eindruck eines Jugendbuches, samt Coming-of-Age-Thematik. Der Weg durch den Sturm wird zur Suche nach menschlicher Wärme, sozialem Halt und der eigenen Identität. Letztendlich geht es bei dieser "Flucht" um die Frage, ob Percy sich abnabeln kann und ihren Weg raus aus dem "White Trash" schafft.

In einer angenehmen, leichten Schreibweise wechselt der Autor zwischen spannenden und tragischen Szenen und schafft es gleichzeitig mit einer eisig-winterlichen Kulisse eine triste, beklemmende Atmosphäre heraufzubeschwören. Der Stil ist originell - das meiste wirkt bei aller Kuriosität natürlich und echt. Die humorige Note entsteht eher nebenbei, indem Mulhauser die Borniertheit einiger Figuren abbildet. Dies führte leider dazu, dass mir bei den Charakteren, vor allem Shelton, zeitweise eine Spur Tiefe und Verstehen fehlte. Vielleicht wollte der Autor aber genau das - Aktionen und Gedankengänge zeigen, die einem speziellen Milieu und einer angeschlagenen Psyche entspringen und deshalb weder vielschichtig noch nachvollziehbar sind. Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass ich von den Personen gerne noch etwas mehr zu sehen bekommen hätte.

Was ich sehr mochte, war die Botschaft, die man aus dem Buch mitnimmt: Wir haben unser Schicksal nicht immer selbst in der Hand, aber letztendlich werden wir an unseren Handlungen und Entscheidungen gemessen. Oder, wie ein altes Sprichwort sagt: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Fazit: Ein interessantes Romandebüt, das Lust auf mehr von dem
amerikanischen Autor macht. Wenn man sich von der Erwartung eines Thrillers ein Stück weit entfernen kann, wenn man offen ist für die gar nicht mal unrealistischen Fahrlässigkeiten eines schrägen Drogenmilieus, dann bekommt man hier atmosphärisch-fesselnde Unterhaltung mit einer cleveren jugendlichen Heldin und eine Message, die nah am Leben ist und nachhallt.

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SanniRs avatar

Rezension zu "Sweetgirl" von Travis Mulhauser

Auf der Flucht durch kalte Wälder
SanniRvor einem Jahr

Cover
Das Cover von „Sweetgirl“ ließ mich sofort an Schnee und Kälte denken. Dazu dann der schwarze Schriftzug, der irgendwie etwas Beunruhigendes hat.
Geht man nur nach dem Titel, könnte man „Sweetgirl“ für eine Liebesgeschichte halten. Doch zusammen mit dem Cover wird einem schnell klar, dass diese Vermutung nicht stimmt.

Inhalt
Im tiefsten Winter im Norden von Michigan findet Percy ein halb erfrorenes und vernachlässigtes Baby im Haus des Drogendealers Shelton. Kurzerhand beschließt Percy das kleine Mädchen mitzunehmen und da sie um die Gefährlichkeit von Shelton weiß, ergreift sie schnell die Flucht. Diese treibt sie durch holpriges Gelände und tief verschneite Wälder. 
Dank Sheltons Unfähigkeit gibt es während der Verfolgungsjagd tatsächlich auch ein paar Leichen, für die niemand die Schuld übernehmen will.

Eigene Meinung
Der Klappentext klang für mich schon ziemlich spannend und auch ein bisschen gruselig: eine Verfolgungsjagd durch verschneite Wälder. Drogendealer. Leichen.
Doch noch während ich „Sweetgirl“ gelesen habe, habe ich mich gefragt, ob es nicht eher ein Jugendbuch ist.
Zwar ließ es sich spannend lesen und ja, es kamen auch Tote im Buch vor, aber ich würde das Buch nicht als grausam beschreiben.
Percys Verhältnis zu ihrer Mutter fand ich zwischenzeitlich etwas befremdlich und konnte es nicht nachvollziehen. Immer wieder hofft sie, dass Ihre Mutter weg von den Drogen kommt und wird doch jedesmal enttäuscht.
Auch konnte ich an manchen Text-Passagen nicht glauben, dass Percy 16 ist. Dazu fand ich ihr Verhalten einfach immer wieder sehr widersprüchlich.
Auf der einen Seite "entfürht" sie das Baby aus Sheltons Haus um es in Sicherheit zu bringen und Percy kümmert sich wirklich aufopferungsvoll um das kleine. Doch auf der anderen Seite hängt sie noch so an ihrer eigenen Mutter und lässt sich immer wieder von ihr enttäuschen. 
 So richtig „warm“ bin ich mit ihr nicht geworden. 
 
Fazit
Für meinen Geschmack weder Roman noch Thriller. Aber alles in allem ein gutes Buch. Aufgrund des Klappentextes hatte ich zwar andere Erwartungen, habe es aber dennoch in kurzer Zeit zu Ende gelesen.
Wer Jugendbücher mag, die einen Hauch von Spannung und ein kleines bisschen Thrill enthalten, der ist mit „Sweetgirl“ gut beraten!


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Gespräche aus der Community

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dtv_Verlags avatar
Eine dramatische Flucht durch den Schneesturm - mit einer Heldin, die man nicht mehr vergisst!

Es ist tiefster Winter im Norden von Michigan. Die 16-jährige Percy rettet ein vernachlässigtes und halb erfrorenes Baby aus dem Haus des Drogendealers Shelton, der ebenso unterbelichtet wie höchst gefährlich ist. Irgendwie muss sie es schaffen, das Baby in ein Krankenhaus zu bringen.

Es folgt eine dramatische Flucht durch Schneesturm und unwegsames Gelände, mit unberechenbaren Verfolgern und unvermuteten Verbündeten. Dank Sheltons genereller Unfähigkeit gibt es bei der Verfolgungsjagd, teils aus Versehen, tatsächlich ein paar Leichen. Und am Ende will natürlich niemand schuld sein.

Habt ihr Lust auf einen packendes  und anrührendes Debüt, das in den eisigen, tiefverschneiten Bergen Michigans spielt und seine Leser in die raue Welt der Drogendealer, Gangster und Junkies entführt? Dann bewerbt euch und verratet uns, an welche Songs, Filme oder Serien euch die Atmosphäre des Romans erinnert.

Hier geht es zum Online-Special mit einer Leseprobe und Zusatzinformationen zum Buch.
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