Sweetgirl

von Travis Mulhauser 
4,1 Sterne bei119 Bewertungen
Sweetgirl
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lex-bookss avatar

Interessantes Debüt - gut geschrieben, kurzweilig und spannend. Zur Bestwertung hat noch ein bisschen Charaktertiefe gefehlt.

SanniRs avatar

Spannend geschrieben, aber eher Jugendbuch, als Roman.

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Inhaltsangabe zu "Sweetgirl"

Auf der Flucht durch den Schneesturm

Es ist tiefster Winter im Norden von Michigan. Die 16-jährige Percy rettet ein vernachlässigtes und halb erfrorenes Baby aus dem Haus des Drogendealers Shelton, der ebenso unterbelichtet wie höchst gefährlich ist. Irgendwie muss sie es schaffen, das Baby in ein Krankenhaus zu bringen.
Es folgt eine dramatische Flucht durch Schneesturm und unwegsames Gelände, mit unberechenbaren Verfolgern und unvermuteten Verbündeten. Dank Sheltons genereller Unfähigkeit gibt es bei der Verfolgungsjagd, teils aus Versehen, tatsächlich ein paar Leichen. Und am Ende will natürlich niemand schuld sein.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423261265
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:13.01.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Phyrias avatar
    Phyriavor 7 Monaten
    Toller Debütroman

    Als Percy James sich bei einem Schneesturm dazu entschließt auf Sheltons Farmhaus endlich nach ihrer Mutter Carletta zu suchen, ist ihr nicht bewusst wie sich der Babyfund vor Ort auf die nächsten Tage und ihr Leben auswirkt. Die kleine Jenna liegt absolut durchnässt, hungrig und verwahrlost unter einem offenen Fenster in einer Liege und ist dem stürmischen Wetter völlig ausgeliefert während ihre Mutter und Shelton im unteren Stockwerk ihren Rausch ausschlafen. Percy kann nicht anders und nimmt die Kleine mit um sie schnellstmöglich ins Krankenhaus zu bringen. Sie darf sich trotz der ganzen schwierigen Situationen nicht unterkriegen lassen um Jenna endlich in Sicherheit bringen zu können, was leichter gesagt als getan ist, denn Shelton merkt ziemlich schnell, dass das Baby fort ist und macht sich auf die Suche danach.


    Meine Meinung:
    Travis Mulhauser hat mir mit diesem originellen Debütroman das erste Highlight des Jahres beschert.
    Das erste, das ich beim Lesen bemerkt habe ist wie schön der Roman geschrieben ist und wie die Wörter sowie auch die Handlung nur so vor meinen Augen dahin flogen. Es fühlte sich alles so natürlich, ungezwungen an, dass ich mich kaum dieser winterlichen Atmosphäre entziehen konnte. Ich habe das Buch innerhalb von Stunden beendet und es absolut ins Herz geschlossen.
    In erster Linie handelt es sich natürlich um die Rettungsaktion der kleinen Jenna aber eben auch um so viel mehr. Um die Alkohol- und Drogensucht, die nicht nur einem selbst sondern auch den Menschen um sich herum Schaden zufügt. Es ist eine Geschichte mit dieser dunklen, tragischen Note, die einem deutlich vor Augen führt wie sehr der ganze Konsum die Menschen kaputt macht, wie sie sich nicht mal für ihre Kinder von den Drogen loseisen können und sich dem Drang high zu werden hingeben. 
    Und in all dieser trüben Hoffnungslosigkeit gibt es das 16jährige Mädchen Percy, das für ihr Alter viel zu früh erwachsen werden musste. Mit einer drogensüchtigen Mutter, die die Gewohnheit besitzt immer mal wieder zu verschwinden, hat Percy schnell gelernt für sich selbst und ihre Mutter Carletta zu sorgen. Und trotz des Alters ist sie viel erwachsener als so manch ein anderer Charakter. Sie ist zudem noch mutig und auf jeden Fall eine Person zu der man aufsehen kann. Es ist bemerkenswert wie sie sich um Jenna kümmert, wie es seit dem Moment in dem sie sie gefunden hat nichts Wichtigeres gibt als dieses kleine Mädchen in Sicherheit zu bringen. Diese Rettungsaktion besteht aus vielen Höhen aber vor allem Tiefen. 
    Die ganze Erzählung hat mich so unglaublich ergriffen, dass ich voller Spannung all die unvorhersehbaren Ereignisse verfolgt habe und einfach nur am mitfiebern war.
    Ganz interessant fand ich es auch immer mal wieder aus der Sicht von Shelton Potter, dem Drogendealer, der gleichermaßen dumm und gefährlich ist, zu lesen wie er versucht das Baby aufzufinden und dafür auch noch andere anheuert. Hinzu kommt, dass er die meiste Zeit über absolut high war und mir auch gerade in manchen dieser skurrilen Szenen einen Lacher entlocken konnte, denn sonst drückt die gesamte Stimmung einen eher in die andere Richtung. Shelton hat in mir ganz viele verschiedene Gefühle ausgelöst, darunter auch Ratlosigkeit, Verblüffung und Mitgefühl.
    Manchmal kann man die Personen nicht einfach in bestimmte Schubladen stecken, es gibt immer mehr zu sehen und genau das lernt man auch unter anderem in diesem Roman. Wenn das Leben einen in eine bestimmte Richtung drückt, kann sich dem nicht jeder wie Percy entziehen. Mit Percy bekommt man auf der einen Seite eine unglaubliche Protagonistin die man nur lieben kann während ihr gegenüber Shelton, sowie auch Portis, ihr Vateresatz und Alkoholiker, der ihr nichtsdestotrotz immer zur Hilfe kommt, stehen. Man lernt sie mit der Zeit etwas besser kennen. Dennoch ist es so schade, dass man diesen ganzen kaputten Seelen nicht helfen kann. 
    Meiner Meinung nach ist dieser Roman etwas für Jedermann, würde es nicht wagen ihn in eine bestimmte Nische einzuordnen.


    Fazit:
    Ein wundervoller Debütroman, der traurig, glaubhaft und hoffnungsvoll zugleich ist. Voller Hoffnung habe ich mitgelitten und die Daumen dafür gedrückt, dass diese zwei Mädchen es schaffen ihren Verfolgern zu entkommen und sich in Sicherheit zu bringen. Es war ein Genuss diese emotionale und intensive Geschichte mit den faszinierenden Charakteren zu lesen. Bin mal auf die weiteren Bücher des Autors gespannt. 

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    lex-bookss avatar
    lex-booksvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Interessantes Debüt - gut geschrieben, kurzweilig und spannend. Zur Bestwertung hat noch ein bisschen Charaktertiefe gefehlt.
    White Trash Mama

    Hier handelt es sich nicht um einen Thriller, wie ich zunächst dachte, sondern vielmehr um eine Mischung aus Sozialdrama, leicht schrägem Humor und Spannungsroman. Der amerikanische Autor Travis Mulhauser nimmt uns in seinem Romandebüt mit ins drogenvernebelte Unterschichtsmilieu von Michigan und von dort aus direkt in einen eisigen Schneesturm. Im Zentrum steht die 16jährige Schulabbrecherin Percy, die sich notgedrungen um ihre Junkie-Mutter Carletta kümmert. Als Percy auf der Suche nach ihrer Mutter im Haus von Crystal-Meth-Dealer Shelton landet, findet sie dort ein halb erfrorenes Baby. Während Shelton und seine Freundin ihren Rausch ausschlafen, kämpft sich Percy gemeinsam mit einem Freund zu Fuß durch die Kälte, um Baby Jenna in ein Krankenhaus zu bringen. Aber dann wacht Shelton auf und ist wild entschlossen, das Kind zu finden.

    Abwechselnd ist man an der Seite von Percy und Shelton. Das liest sich spannend, es entwickelt sich aber nicht unbedingt ein gnadenloses Katz-und-Maus-Spiel. Nach und nach kommt es zu eher zufälligen Treffen verschiedener Figuren. Ich hatte mit einigen finsteren Antagonisten gerechnet, aber die kommen nicht vor.
    Shelton ist nicht böse, aber dumm und unberechenbar und deshalb nicht ungefährlich, zumal er unter ständigem Einfluss von Drogen steht, die zum Hauptthema des Buches zählen. Kaum lässt deren Wirkung nach, werden Lachgas, Meth und Whiskey nachfüllt. In Sheltons simples Weltbild mischen sich Homophobie und Rassismus. Als er endlich auf die Beine kommt, werden erst einmal die zwielichtigen Mexikaner unter die Lupe genommen.

    Percy schließt man sofort ins Herz und fiebert mit ihr mit. Sie ist tough, zielstrebig und gutherzig. Einen Großteil der Handlung bahnt sie sich ihren Weg durch die Schneekälte und versucht, die kleine Jenna warm zu halten. Das klingt banal. Aber die Situation hat eine gewisse Doppeldeutigkeit. Percys und Jennas Leben ähneln sich nicht zufällig. Beide Schicksale hängen am seidenen Faden und können leicht in die eine oder andere Richtung kippen. In die Thrillerfacetten mischt sich der Eindruck eines Jugendbuches, samt Coming-of-Age-Thematik. Der Weg durch den Sturm wird zur Suche nach menschlicher Wärme, sozialem Halt und der eigenen Identität. Letztendlich geht es bei dieser "Flucht" um die Frage, ob Percy sich abnabeln kann und ihren Weg raus aus dem "White Trash" schafft.

    In einer angenehmen, leichten Schreibweise wechselt der Autor zwischen spannenden und tragischen Szenen und schafft es gleichzeitig mit einer eisig-winterlichen Kulisse eine triste, beklemmende Atmosphäre heraufzubeschwören. Der Stil ist originell - das meiste wirkt bei aller Kuriosität natürlich und echt. Die humorige Note entsteht eher nebenbei, indem Mulhauser die Borniertheit einiger Figuren abbildet. Dies führte leider dazu, dass mir bei den Charakteren, vor allem Shelton, zeitweise eine Spur Tiefe und Verstehen fehlte. Vielleicht wollte der Autor aber genau das - Aktionen und Gedankengänge zeigen, die einem speziellen Milieu und einer angeschlagenen Psyche entspringen und deshalb weder vielschichtig noch nachvollziehbar sind. Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass ich von den Personen gerne noch etwas mehr zu sehen bekommen hätte.

    Was ich sehr mochte, war die Botschaft, die man aus dem Buch mitnimmt: Wir haben unser Schicksal nicht immer selbst in der Hand, aber letztendlich werden wir an unseren Handlungen und Entscheidungen gemessen. Oder, wie ein altes Sprichwort sagt: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

    Fazit: Ein interessantes Romandebüt, das Lust auf mehr von dem
    amerikanischen Autor macht. Wenn man sich von der Erwartung eines Thrillers ein Stück weit entfernen kann, wenn man offen ist für die gar nicht mal unrealistischen Fahrlässigkeiten eines schrägen Drogenmilieus, dann bekommt man hier atmosphärisch-fesselnde Unterhaltung mit einer cleveren jugendlichen Heldin und eine Message, die nah am Leben ist und nachhallt.

    Kommentare: 2
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    SanniRs avatar
    SanniRvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Spannend geschrieben, aber eher Jugendbuch, als Roman.
    Auf der Flucht durch kalte Wälder

    Cover
    Das Cover von „Sweetgirl“ ließ mich sofort an Schnee und Kälte denken. Dazu dann der schwarze Schriftzug, der irgendwie etwas Beunruhigendes hat.
    Geht man nur nach dem Titel, könnte man „Sweetgirl“ für eine Liebesgeschichte halten. Doch zusammen mit dem Cover wird einem schnell klar, dass diese Vermutung nicht stimmt.

    Inhalt
    Im tiefsten Winter im Norden von Michigan findet Percy ein halb erfrorenes und vernachlässigtes Baby im Haus des Drogendealers Shelton. Kurzerhand beschließt Percy das kleine Mädchen mitzunehmen und da sie um die Gefährlichkeit von Shelton weiß, ergreift sie schnell die Flucht. Diese treibt sie durch holpriges Gelände und tief verschneite Wälder. 
    Dank Sheltons Unfähigkeit gibt es während der Verfolgungsjagd tatsächlich auch ein paar Leichen, für die niemand die Schuld übernehmen will.

    Eigene Meinung
    Der Klappentext klang für mich schon ziemlich spannend und auch ein bisschen gruselig: eine Verfolgungsjagd durch verschneite Wälder. Drogendealer. Leichen.
    Doch noch während ich „Sweetgirl“ gelesen habe, habe ich mich gefragt, ob es nicht eher ein Jugendbuch ist.
    Zwar ließ es sich spannend lesen und ja, es kamen auch Tote im Buch vor, aber ich würde das Buch nicht als grausam beschreiben.
    Percys Verhältnis zu ihrer Mutter fand ich zwischenzeitlich etwas befremdlich und konnte es nicht nachvollziehen. Immer wieder hofft sie, dass Ihre Mutter weg von den Drogen kommt und wird doch jedesmal enttäuscht.
    Auch konnte ich an manchen Text-Passagen nicht glauben, dass Percy 16 ist. Dazu fand ich ihr Verhalten einfach immer wieder sehr widersprüchlich.
    Auf der einen Seite "entfürht" sie das Baby aus Sheltons Haus um es in Sicherheit zu bringen und Percy kümmert sich wirklich aufopferungsvoll um das kleine. Doch auf der anderen Seite hängt sie noch so an ihrer eigenen Mutter und lässt sich immer wieder von ihr enttäuschen. 
     So richtig „warm“ bin ich mit ihr nicht geworden. 
     
    Fazit
    Für meinen Geschmack weder Roman noch Thriller. Aber alles in allem ein gutes Buch. Aufgrund des Klappentextes hatte ich zwar andere Erwartungen, habe es aber dennoch in kurzer Zeit zu Ende gelesen.
    Wer Jugendbücher mag, die einen Hauch von Spannung und ein kleines bisschen Thrill enthalten, der ist mit „Sweetgirl“ gut beraten!


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    Dex-aholicvor einem Jahr
    Originell, ein klasse Leseerlebnis

    Das Cover wirkt unscheinbar, aber dennoch macht es neugierig. Der Klappentext macht wiederum noch neugieriger und ich konnte nicht widerstehen. "Sweetgirl" ist wirklich ein gelungenes Debüt, es hat seine Schwächen, ist aber trotzdem ein klasse Leseerlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Der Schreibstil ist flüssig und locker, und passt daher auch perfekt zu der Protagonistin, der 16jhrigen Percy. Aber er passt auch zu dem Drogendealer und Junkie Shelton. Die wechselnden Erzählweisen, Ich-Perspektive bei Percy und dritte Person bei Shelton, sind sehr gelungen und ich finde, man kann die Story dadurch noch besser nachvollziehen. Auf der einen Seite haben wir die junge Percy, die das richtige tun und der kleinen Jenna helfen will und auf der anderen Seite haben wir Shelton, der eigentlich nur sein Leben leben will, wie "heruntergekommen" es auch sein mag. Percy mochte ich auf Anhieb, sie ist einfach klasse. Wie sie sich abmüht sich mit ihren 16 Jahren um ihre drogensüchtige Mutter zu kümmern und sich dabei völlig aus den Augen verliert, aber dennoch immer wieder die Stärke aufbringt, weiter zu machen. Alle Achtung. Ihre Flucht mit Jenna und Portis durch den Schneesturm ist spannend und fesselnd erzählt. Man bangt und hofft mit den dreien, dass sie es schaffen. Wie es aber ausgehen wird und was sie alles durchstehen müssen, das müsst ihr selber rausfinden. Ich kann das Buch nur empfehlen!

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    Fornikas avatar
    Fornikavor einem Jahr
    Ein Kann, aber kein Muss

    Die 16jährige Percy ist eigentlich auf der Suche nach ihrer Mutter. Die findet sie jedoch nicht wie erwartet in der Drogenhöhle des verrückten Shelton, sondern ein Baby. Percy nimmt die vernachlässigte Kleine kurzerhand mit, um sie in die Obhut eines Krankenhauses zu geben. Doch Shelton ist von der Entführung gar nicht begeistert, und so muss Percy sich nicht nur durch den Schneesturm schlagen, sondern sich auch noch vor ihren Verfolgern hüten.

     Travis Mulhauser hat mit seinem Debut die klassische Verfolgungsjagd wieder aufgegriffen. Die Geschichte weiß durchaus zu unterhalten, wirklich Neues hat sie leider nicht zu bieten. Percy ist eine Protagonistin, die zwar durch ihr jugendliches Alter hervorstechen sollte, über weite Teile gelingt es dem Autor aber leider nicht ihr Alter glaubhaft darzustellen. Sie hätte genausogut 30 sein können, das hätte an der Story nichts geändert. An sich war sie mir aber ganz sympathisch. Die Verfolgungsjagd durch die verschneiten Berge Michigans ist recht spannend, Percy muss sich nicht nur mit den Bösewichtern, sondern eben auch mit der Witterung herumschlagen, was der Autor authentisch wiedergibt. Mulhauser erzählt flüssig, hält einen ordentlichen Spannungsbogen und lässt ab und an etwas schwarzen Humor einfließen. Insgesamt ist „Sweetgirl“ angenehme Unterhaltung, ohne jedoch viel Neues zu bieten. Ein Kann, aber kein Muss.

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    Kleine8310vor einem Jahr
    Sweetgirl

    "Sweetgirl" ist ein Roman des Autors Travis Mulhauser. Auf dieses Buch bin ich durch den vielversprechenden Klappentext neugierig geworden und war sehr gespannt, ob der Inhalt da mithalten würde.

     

    In dieser Geschichte geht es um die sechzehnjährige Protagonistin Percy. Percy rettet eines Tages, im tiefsten Winter in Michigan, ein vernachlässigtes und halb erfrorenes Baby aus dem Haus des Drogendealers Shelton. Percy ist wild entschlossen das Baby in ein Krankenhaus zu bringen, aber der etwas dümmliche, aber gleichzeitig auch sehr gefährliche Shelton ist ihr dicht auf den Fersen. Es folgt eine spannende Flucht, bei der ein Schneesturm und das unwegsame Gelände noch die kleinsten Probleme sind ...

     

    Der Einstieg in diese Geschichte ist mir gut gelungen. Travis Mulhauser hat einen flüssigen und einfachen Schreibstil, der sich problemlos lesen lässt. Die Handlung ist ansprechend gestaltet und teilweise auch ziemlich skurill. Ich hatte mir allerdings mehr an Spannung erhofft. Der Spannungsbogen war zwar vorhanden, aber er war, meiner Meinung nach, sehr niedrig angesetzt, was leider manchmal zu ungewünschten Längen führte.

     

    Vom Klappentext her hatte ich mir auch humoristische Passagen in der Geschichte vorgestellt, aber witzig fand ich die Story leider gar nicht. Den schwarzen Humor habe ich irgendwie nicht wirklich bemerkt, was ich schade fand. 

     

    Die Ausarbeitung der Charaktere hat mir gut gefallen und besonders überzeugt hat mich die Protagonistin Percy. Ich mochte ihre toughe und rechtsschaffende Art sehr gerne und ich fand, dass bei ihr eine Entwicklung zu bemerken war. Die Emotionen haben mir besonders im Zusammenhang mit Percy gefallen, auch wenn mir einiges in der Geschichte zu dramatisch und extrem vorkam.

    Positiv: 

    * tolle Protagonistin

    * angenehmer und flüssiger Schreibstil

    * interessante Buchidee

     

    Negativ: 

    * mir fehlte es leider oftmals an Spannung

    * ich habe den humoristischen Einschlag vermisst, den ich mir von der Story

       versprochen hatte

     

    "Sweetgirl" ist eine interessante Geschichte, die mich zwar nicht in allen Punkten überzeugen konnte, aber dennoch ganz gut zu lesen war!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Ein harter Winter in Michigan...

    Die 16-jährige Percy hat wahrlich kein leichtes Schicksal zu tragen. Großgezogen von einer alkohol- und drogenabhängigen Mutter lebt sie im Norden Michigans, wo im Winter ein raues und unwirtliches Klima herrscht.

    Als ihre Mutter eines Tages mal wieder einfach verschwindet, macht sich Percy auf die Suche nach ihr, in der Hoffnung, sie bei ihrem örtlichen Drogendealer Shelton vorzufinden. Doch dort findet sie nicht ihre Mutter, sondern ein völlig verwahrlostes und unterernährtes Baby, das von den im Drogenrausch benebelten Eltern komplett allein gelassen wurde. Percy nimmt es ohne groß darüber nachzudenken mit, will es einfach aus diesem Drogenhaus retten und in das nächstbeste Krankenhaus bringen. Ihre Flucht wird schließlich nicht nur von einem herannahenden Blizzard erschwert, auch Shelton, der schließlich aus dem gröbsten Rausch erwacht und ein leeres Kinderbettchen vorfindet, macht sich daran, das geklaute Baby in jedem Falle wiederfinden zu wollen und dem Dieb dabei unter jeden Umständen die gerechte Strafe zu erteilen. Es folgt eine Verfolgungsjagd, die die Beteiligten durch den schlimmsten Schnee und die härteste Kälte führt, die man sich vorstellen kann.

    Für mich war dieser Roman leider nicht mehr als ein kurzes, nur zeitweise spannendes Lesevergnügen. Die Protagonisten waren nur sehr blass ausgearbeitet. Zu vielen Gefühlen und Gedanken der Personen habe ich nur wenig Bezug gefunden. An einigen Stellen war das Buch mal sogar lustig, an anderen wiederum eher zäh und langweilig. Erst gegen Ende nahm es nochmal etwas an Fahrt auf, und wurde spannender. Die Auflösung empfand ich als passend und angenehm, was für mich eine kleine Wiedergutmachung bedeutete.

    Ein Buch über die absolute Unterschicht im Norden Michigans, über Sucht und Drogen und den mächtigen Strudel, aus dem manche Menschen durch diese Dinge einfach nicht mehr in ein normales Leben finden. Es war erschreckend zu sehen, was für Auswirkungen harte Drogen auf Menschen haben können und wie unschuldige Schicksale damit verbunden sind und darunter leiden müssen.

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    gesils avatar
    gesilvor 2 Jahren
    Spannung stell ich mir anders vor

    Auf der Suche nach ihrer Mutter findet die 16-jährige Percy im Haus des Drogendealers Shelton ein vernachlässigtes Baby: Jenna. Da sich die Mutter des Babys im Drogenrausch befindet, will Percy Jenna in ein Krankenhaus bringen. Doch es ist Winter in Michigan und der Weg in die Stadt erweist sich als ein Wettlauf gegen die Zeit. 

    „Sweetgirl“ ist Travis Mulhausers Debutroman und ich denke, für mich wird es auch der einzige des Autors bleiben. 
    Zwar ist der Schreibstil des Autors gut lesbar und der Story konnte ich gut folgen, doch nach dem Klappentext hatte ich eine andere Geschichte erwartet. Vor allem fehlte es mir an Spannung. Percy verlässt unentdeckt mit dem Baby das Haus und spätestens nachdem Shelton erwacht ist, hätte ich mit einer Verfolgung gerechnet, die den Fortgang der Geschichte voran treibt. 
    Doch stattdessen kämpfen sich Percy, Fortis und Jenna durch den Schnee und abseits gelegene Pfade, während Shelton an ganz anderer Stelle nach den Entführern des Babys sucht und abwechselnd völlig unbeteiligte Personen als Täter in Verdacht hat. Spannung stelle ich mir anders vor. 
    Recht witzig waren Sheltons Gedankengänge, die in seiner Beschränktheit schon wieder ganz logisch anmuteten: Wer vor seiner geladenen Pistole flüchtet, kann nur der Entführer des Babys sein. Klar! 
    Percy wollte mir als toughes Mädchen auch nicht so recht gefallen: 
    Warum zum Beispiel überlässt sie es der drogensüchtigen und damit unzuverlässigen Mutter, sich um die Bezahlung der Telefonrechnung zu kümmern? Und dann steht sie plötzlich ohne funktionierendes Handy da … 
    Fortis trockene Kommentare hingegen konnte mir schon den einen oder anderen Lacher entlocken, wenngleich sein Alkoholkonsum nur Kopfschütteln auslöste. 

    Alles in allem war „Sweetgirl“ ein nettes Buch für zwischendurch, aber nichts was man unbedingt gelesen haben sollte.

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    julemausi89s avatar
    julemausi89vor 2 Jahren
    Hetzjagd ohne Ende

    Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich in letzter Zeit selten ein Buch so schnell durchgelesen habe. Es ist spannend geschrieben und hält ein paar interessante Annekdoten bereit.

    Als Percy auf der Suche nach ihrer drogenabhängigen Mutter auf der verschneiten Farm des örtlichen Crystal Meth-Dealers landet, hat sie wohl mit vielem gerechnet, aber nicht mit der kleinen, vollkommen verwahrlosten Jenna. Sie macht sich mit dem Baby auf den Weg ins Krankenhaus, im Nacken einen herannahenden Schneesturm und den dank diverser Drogen geistig verwirrten Dealer.

    So absurd das Skript klingt, so surreal wirkt das ganze Buch. Von der Handlung über die Dialoge bis zu den im Laufe des Buches eingeführten Nebenfiguren. Der Autor erschafft in seinem Debütroman eine triste Welt, die durch seine überspitzte, stark überzeichnete Schilderung der Lebensumstände nur umso kälter und menschenfeindlicher wirkt.
    Man schwankt als Leser ständig zwischen Entsetzen, Spannung und Lachen (teils gewollt, teils um nicht zu weinen) und ist die ganze Zeit von grenzenlosem Mitleid für Percy und Jenna erfüllt.

    Umso tragischer ist es, dass das Buch bis zur letzten Seite sein Versprechen hält und dann am Ende doch versagt. Der Schluss ist nicht unerwartet, aber trotzdem unbefriedigend.

    Trotzdem ist Sweetgirl eine tolle Lektüre für zwischendurch und sollte als Mahnung für alle dienen, die jemals auch nur mit dem Gedanken gespielt haben, ihre Probleme durch Drogen oder Alkohol zu lösen!

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    Zombodys avatar
    Zombodyvor 2 Jahren
    Eine Heldin, wie sie im Buche steht .. ;)

    "Und das ist das echt Üble am Winter in Cutler County - eigentlich nicht so sehr die Kälte, mehr die Tatsache, dass es sich irgendwann persönlich anfühlt."



    „Sweetgirl“ ist meiner Meinung nach ein Buch, dass man entweder mag oder es absolut absurd findet. Für mich ist Travis Mulhauser‘s Debüt ein absolut grandioser Roman, den ich definitv re-readen werde.


    Zu Beginn wird man mit einer ordentliche Prise Zynismus in eine eigentlich dramatische Geschichte geführt. Das machte mir den Einstieg leichter, auch wenn mit jeder weiteren Schneeböe ein wenig Leichtigkeit genommen wurde. Durch wechselnde Erzählperspektiven lernt man die überschaubare Anzahl an Charakteren kennen und schließt sie ins Herz. Ich konnte tatsächlich jedem Protagonisten etwas Positives abgewinnen und sei es nur der Situationskomik wegen gewesen.


    Die Geschichte hat mich mitgerissen und mitempfinden lassen, wie ich es nicht erwartet hatte. Sie ist voller überraschender Wendungen, Schreckensszenarien, Luft – anhalt - Momenten und einer wahren Heldin. Die kurzen Kapitel und deren folgenden Perspektivwechsel sorgten für einen im Nacken kitzelnden Spannungsbogen und hinterließen ein dickes Knäuel Energie. Auch das Ende konnte mich überzeugen, denn ist zwar knallhart, aber eben nur dadurch stimmig und realitätsnah.


    Der Klappentext wird dem Buch leider nicht gerecht, aber er hinterlässt ja einen ersten Eindruck & wem bei diesem ein leichtes Lese – wollen – Gefühl

    überkommt, sollte sich definitiv an dieses Buch wagen.


    Das Cover ist schlicht, ein wenig kühl und schön. Meinen persönlichen Geschmack trifft es vollends, aber ich denke, dass es auch der Geschichte gerecht wird.


    Ich habe geschmunzelt, geweint & mitgelitten – deshalb gibt es für mich nur eine klare Bewertung. 5 von 5 zarten, aber eisigen Schneeflocken.




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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    dtv_Verlags avatar
    Eine dramatische Flucht durch den Schneesturm - mit einer Heldin, die man nicht mehr vergisst!

    Es ist tiefster Winter im Norden von Michigan. Die 16-jährige Percy rettet ein vernachlässigtes und halb erfrorenes Baby aus dem Haus des Drogendealers Shelton, der ebenso unterbelichtet wie höchst gefährlich ist. Irgendwie muss sie es schaffen, das Baby in ein Krankenhaus zu bringen.

    Es folgt eine dramatische Flucht durch Schneesturm und unwegsames Gelände, mit unberechenbaren Verfolgern und unvermuteten Verbündeten. Dank Sheltons genereller Unfähigkeit gibt es bei der Verfolgungsjagd, teils aus Versehen, tatsächlich ein paar Leichen. Und am Ende will natürlich niemand schuld sein.

    Habt ihr Lust auf einen packendes  und anrührendes Debüt, das in den eisigen, tiefverschneiten Bergen Michigans spielt und seine Leser in die raue Welt der Drogendealer, Gangster und Junkies entführt? Dann bewerbt euch und verratet uns, an welche Songs, Filme oder Serien euch die Atmosphäre des Romans erinnert.

    Hier geht es zum Online-Special mit einer Leseprobe und Zusatzinformationen zum Buch.
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