Farbenblind

von Trevor Noah 
4,6 Sterne bei20 Bewertungen
Farbenblind
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Erschütterndes und schönes Leben zugleich

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Gutgeschrieben, interessant und immer wieder lustig!

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Inhaltsangabe zu "Farbenblind"

Trevor Noah kam 1984 im Township Soweto als Sohn einer Xhosa und eines Schweizers zur Welt. Zu einer Zeit, da das südafrikanische Apartheidsregime „gemischtrassige“ Beziehungen weiterhin unter Strafe stellte. Als Kind, das es nicht geben durfte, erlebte er Armut und systematischen Rassismus, aber auch die mutige Auflehnung seiner "farbenblinden" Eltern, die einfallsreich versuchten, Trennungen zwischen Ethnien und Geschlechtern zu überwinden. Heute ist er ein international gefeierter Comedian, der die legendäre "The Daily Show" in den USA leitet und weltweit – ob Sydney, Dubai, Toronto, San Francisco oder Berlin – in ausverkauften Sälen auftritt.
In "Farbenblind" erzählt Trevor Noah ebenso feinsinnig wie komisch in achtzehn Geschichten von seinem Aufwachsen in Südafrika, das den ganzen Aberwitz der Apartheid bündelt: warum ihn seine Mutter aus einem fahrenden Minibus warf, um Gottes Willen zu erfüllen, welche Musik er für einen tanzenden Hitler aufzulegen pflegte, um sein erstes Geld zu verdienen, und wie ihn eine Überwachungskamera, die nicht einmal zwischen Schwarz und Weiß unterscheiden konnte, vor dem Gefängnis bewahrte.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783896675903
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Blessing
Erscheinungsdatum:06.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    FreizeitPrinzessins avatar
    FreizeitPrinzessinvor einem Monat
    Wahnsinns Kindheit

    Die mesiten kennen Trevor Noah wohl ''nur'' als Moderator der Daily Show, ich habe ihn schon sehr viel früher entdeckt, als er mit Daywalker in meiner Heimat auftrat. Ich war sofort ein Fan. Er ist so erfrischend ehrlich und das auf extrem lustige Art. Natürlich ganz besonders wenn man selber in Afrika aufgewachsen ist und genau weiß worüber er spricht. Doch wie er aufgewachsen ist und was für ein turbulentes Leben er hatte, das wusste ich nicht.

    Apartheid. Für mich ein Begriff mit dem ich nicht allzu viel mit Anfangen konnte. Ich bin ein Jahr vor dem Ende geboren worden. Etwas mitbekommen habe ich davon nicht. Klar kenne ich viele Geschichten die meine Mutter mir aus der Zeit erzählt hat. Eher harmlosere Dinge aus einer ''weißen, priviligierten'' Perspektive. Viel ist aus dieser Zeit nicht geblieben, nur der Hass. Die Ungerechtigkeit. Der Wunsch nach Vergeltung...

    Trevor wird ''illegal'' geboren. Ein Kind zweier Rassen die nicht hätten ein Kind zeugen dürfen. Demnach ist sein Leben von Anfang an schwierig. Er ist weder Fleisch noch Fisch, in einer Welt in der es unabdingbar ist ob man Fleisch oder Fisch ist. Er hat eine schwierige Kindheit. Er muss versteckt werden, sein Vater darf nicht öffentlich zu ihm stehen. Seine Mutter erzieht ihn alleine und hat oft schwierigkeiten mit diesem aufgeweckten, neugierigen Kind. Doch sie bekommt es hin, wohl auch mit Gottes Hilfe, denn Tervors Mutter ist sehr Christlich.
    Trevor baut viel Mist, sucht sich falsche Freunde, gerät immer wieder mit den Behörden in Konflikt. Sein Stiefvater ist gewlttätig. Er hat es wahrlich nicht leicht, aber er kämpft sich aus allem herraus und geht seinen Weg.

    Unglaublich intensiv und Bildgewaltig erzählt er wie es ist als Mischling in Afrika aufzuwachsen, in einer Zeit wo man keine Hautfarbe haben durfte. Es ist wirklich ein wahnsinn was aus einem werden kann wenn man es nur möchte. Er beweist das man aus Fehlern lernen kann, muss, und das jeder Mensch eine zweite Chance verdient. Er war auf dem besten Weg abzurutschen, war auch mal im Gefängniss und hat es trotzdem an die Komikerspitze schlecht hin geschafft. Man kann, wenn man nur will.

    Beeindruckend, Mut schaffend und durchwegs interessant und spannend, bis hin zu traurig tragisch.

    Schade fand ich nur das man nicht erfährt wie genau er dann zur Schauspielerei und zur Komik kam. Das hätte ich noch gerne erfahren, zumal er vorher nie im Buch erwähnt hat das ihm das gefällt.

    FAZIT

    Beeindruckend, Mut schaffend und durchwegs interessant und spannend, bis hin zu traurig tragisch. Ein wirklich berührendes Buch über eine Kindheit in Süd Afrika.

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    Almenavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Erschütterndes und schönes Leben zugleich
    Farbenblind

    Klappentext:


    Trevor Noah kam 1984 im Township Soweto als Sohn einer Xhosa und eines Schweizers zur Welt. Zu einer Zeit, da das südafrikanische Apartheidsregime „gemischtrassige“ Beziehungen weiterhin unter Strafe stellte. Als Kind, das es nicht geben durfte, erlebte er Armut und systematischen Rassismus, aber auch die mutige Auflehnung seiner "farbenblinden" Eltern, die einfallsreich versuchten, Trennungen zwischen Ethnien und Geschlechtern zu überwinden. Heute ist er ein international gefeierter Comedian, der die legendäre "The Daily Show" in den USA leitet und weltweit – ob Sydney, Dubai, Toronto, San Francisco oder Berlin – in ausverkauften Sälen auftritt.
    In "Farbenblind" erzählt Trevor Noah ebenso feinsinnig wie komisch in achtzehn Geschichten von seinem Aufwachsen in Südafrika, das den ganzen Aberwitz der Apartheid bündelt: warum ihn seine Mutter aus einem fahrenden Minibus warf, um Gottes Willen zu erfüllen, welche Musik er für einen tanzenden Hitler aufzulegen pflegte, um sein erstes Geld zu verdienen, und wie ihn eine Überwachungskamera, die nicht einmal zwischen Schwarz und Weiß unterscheiden konnte, vor dem Gefängnis bewahrte.


    Inhalt:

    Wie lebt man ein Leben, welches nicht exestieren dürfte?
    Es geht um Noah einem Jungen der 1984 geboren wird in Südafrika. Dort herrschte das Arpartheitsregime. Dunkelhäutige und hellhäutige wurden streng getrennt. Was passiert wenn man zu keiner dieser Gruppen gehört?  Noah ist weder hell noch dunkel, sein Vater ist Schweizer (hellhäutig) und seine Mutter eine Xhosa (dunkelhäutig). Er erzählt aus seinem Leben und dem seiner Mutter. Er versucht durch Humor etwas den ernst aus seiner Geschichte zu nehmen. Trotz seines schweren Lebens macht es Spaß seine Geschichte zu ergründen. Heute lebt er in der USA und ist ein Comedian. 

    Fazit:

    Das Arpartheitsregime war mir kaum ein Begriff. Das machte die Geschichte von Noah noch interessanter. Sollte man lesen. 


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    MosquitoDiaos avatar
    MosquitoDiaovor 2 Monaten
    Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll!

    Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht so genau, worauf ich mich mit diesem Buch einlassen würde, doch schon die ersten Seiten haben mir gezeigt, dass es alles andere als ein Fehlgriff war!
    Trevor Noah war mir vorher nicht bekannt, mit seinem humorvollen Schreibstil und der authentischen Art konnte er mich aber gleich für sich gewinnen.
    Wie man eine so schwere Thematik und viele grausame Momente mit soviel Hoffnung und einem Lächeln verpacken kann, ist mir wirklich ein Rätsel, aber nicht weniger bewundernswert. Ich bin geradezu durch die Seiten geflogen und wusste nie so recht, ob ich lachen oder weinen soll – Spoiler: meistens habe ich mich fürs Lachen entschieden.

    Natürlich war mir die Apartheid vorher schon ein Begriff, aber dieses Ausmaß keinesfalls. Ich war absolut schockiert, wie es bis vor wenigen Jahren noch in Südafrika gehandhabt wurde. Zeitgleich habe ich aber unglaublich viele Details und Informationen aufgenommen, die mir endlich Klarheit und vor allem einen ganz neuen Blick auf die Dinge verschafft haben. Gerade, wenn man sich mal näher mit der Thematik beschäftigen möchte, aber nicht unbedingt zu einem Sachbuch greifen mag, kann ich Farbenblind einfach nur empfehlen.

    Apartheid war ein Polizeistaat, ein Überwachsungssystem und ein Gesetzeswerk. Das alles wurde zur Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung geschaffen. Die komplette Sammlung dieser Gesetzestexte umfasste über dreitausend Seiten und wog ungefähr fünf Kilo, doch die allgemeine Stoßrichtung erklärt sich ganz einfach am Beispiel Amerika. In Amerika gab es die Zwangsvertreibung der Indianer in Reservate und die Sklaverei, gefolgt von der Rassentrennung. Nun stelle man sich vor, dass das alles denselben Menschen zur gleichen Zeit widerfährt. Das ist Apartheid.

    Ich weiß gar nicht, ob ich die Kindheit von Trevor Noah als unsagbar tragisch und grausam oder als Glücksfall bezeichnen kann, vielleicht ein wenig von beidem.
    Denn als Sohn einer Schwarzen Frau und eines weißen Mannes ist schon seine Geburt ein verbrechen und legt ihm und seinen Eltern Steine in den Weg, die ein normales Familienleben unmöglich machen. Mit einer Frau an der Seite, wie seine Mutter es ist, war er allerdings mehr als nur gesegnet. Jede Szene aufs Neue hat mich bewundernd an diese Frau denken lassen. Fortschrittlich und stark. Eigenschaften, die ihr nicht immer unbedingt zugute gekommen sind, ihren Sohn aber in seinem Leben und seinen Einstellungen gefestigt hat.

    Doch was passiert, wenn du deinen Platz nicht findest? Denn durch seinen Hautton hat sich Trevor ganz klar von der schwarzen Bevölkerung unterschieden, selbst seine Familie hatte ihre Probleme damit. Als farbig konnte er sich auch schlecht bezeichnen, weil er sich dem einfach nicht zugehörig gefühlt hat. Doch was würde passieren, wenn man auf einmal als „weiß“ eingestuft wird?
    (Es kommt mir ehrlich gesagt unglaublich absurd vor, hier in Hautfarben zu differenzieren, aber so lief es nun einmal einfach unter der Apartheid und leider auch immer noch in genügend Gesellschaftsformen.)
    Nachdem ich das Buch beendet hatte war mir klar, dass ich vorher einfach keine Ahnung hatte. Überhaupt keine.

    Was Kurzgeschichten angeht, bin ich eigentlich eher abgeneigt, allerdings fühlt es sich bei Farbenblind keinesfalls danach an. Lediglich die Zeitsprünge könnten dazu beitragen, dass man sich nicht unbedingt in einem „normalen“ Roman befindet. Aber auch diese erklären sich zum Glück immer recht schnell und man bekommt ein Gefühl für den Ablauf in Trevor Noahs Leben.
    Von der humorvollen Art des Autors war ich manchmal so abgelenkt, dass ich mich wirklich wieder zusammenreißen musste, um nicht den ernst der Situation aus den Augen zu verlieren.

    FAZIT

    Mit Farbenblind hat Trevor Noah ein fantastisches Werk geschaffen, das mir so schnell nicht aus dem Kopf gehen wird.
    Aufklärend, humorvoll, grausam, fesselnd – eine Kombination, die ich bisher noch nicht so erlebt habe und jedem nur ans Herz legen kann. Die Apartheid gehört mit zu den größten Verbrechen, die wir auf der Welt geschaffen haben und keinesfalls in Vergessenheit geraten sollte, geschweige den Unwissenheit.
    Greift zu dem Buch – ich bin mir sicher, dass ihr es nicht bereuen werdet!

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    strickleserls avatar
    strickleserlvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Gutgeschrieben, interessant und immer wieder lustig!
    Unsinn der Apartheid

    Mit seinem Humor wurde Trevor Noah zuerst in seiner Heimat Südafrika bekannt. Jetzt ist er ein Schauspieler und weltweit bekannter Moderator. In diesem lesenswerten Buch berichtet er über seine außergewöhnliche Kindheit und Jugend.

    Seine selbstbewusste Mutter will ein Kind von einem weißen Mann haben, auch wenn das damals gegen das Gesetz verstieß. Sexuelle Beziehungen zwischen schwarzen und weißen Menschen waren verboten. Wenn solche Paar erwischt wurden, wurde zumindest der schwarze Partner bestraft, und das Kind konnte in ein Heim kommen.

    Trevor Noah ist also selbst ein Verbrechen, als er im Jahren 1984 in Südafrika geboren wird. Er hat nur wenig Kontakt mit seinem Schweizer Vater. In den ersten Jahren seiner Kindheit wird er meistens im Haus versteckt, bis sich die Gesetze lockeren. Trotz einigen Auseinandersetzungen, ist seine Mutter, mit ihrem starken Glauben, die wichtigste Stütze in seinem Leben. Diese selbstbewusste Frau behandelt ihn zumeist wie einen erwachsenen Gegenüber. Sie vermittelt ihm viele wichtige Werte, nicht zuletzt auch wie ein Mann eine Frau behandeln sollte.

    Als Mischlingskind leidet Trevor Noah darunter, dass er sich keins der anderen Gruppen zugehörig fühlt. Er ist weder schwarz noch weiß, aber er ist auch nicht ein „Farbiger“, wie die Einwanderer aus Indien und anderen Ländern genannt werden. Er muss mühsam seine Identität suchen, und fühlt sich schließlich bei den schwarzen Mitschülern am wohlsten. Er hat eine Sprachbegabung, und erkennt wie wichtig es im zwischenmenschlichen Umgang ist, die Sprache des anderen zu kennen.

    In diesem Buch erzählt er viele lustige und auch ernste Anekdoten aus seiner Kindheit. Es geht um Armut, Gewalt, Liebe, den Glauben, und immer wieder über Apartheid. Zwischen den erzählerischen Kapiteln findet sich jeweils eine kurze Erklärung, passend zum Thema. So erfährt der Leser nicht nur warum Apartheid keinen Sinn macht, sondern erfährt auch insgesamt viel Interessantes über das Land Südafrika.

    Gutgeschrieben, interessant und immer wieder lustig, macht es Spaß dieses herzerwärmende Buch zu lesen. Besonders zu empfehlen für Südafrika-Liebhaber, um das Völkergemisch in diesem Land besser zu verstehen.

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    rike84vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein ambitionierter Kerl im beschissenen System der Apertheid mit einem hervorragenden Humor. Es regt zum Nachdenken an und unterhält
    Als Verbrechen geboren

    Trevor Noah, heute ein überaus erfolgreicher Comedian und mir besonders als Moderator der „Daily Show“ in den USA bekannt, erzählt in diesem Buch von seinem Leben in Südafrika - vor dem Erfolg. 1984 wurde er im Township Soweto als etwas sehr besonderes geboren: ein Verbrechen! Denn im Apartheidregime war es verboten, Sex mit Partnern mit anderer Hauptfarbe zu haben. Das Produkt einer sehr versierten Xhosa und eines weltoffenen Schweizers war nun also Trevor, ein Farbiger. Er gehörte weder zu den Farbigen noch zu den weißen und verbrachte auf Grund seiner kriminellen Hautfarbe einen Großteil seiner Kindheit in Innenräumen, damit er nicht entdeckt wurde. Was er dabei alles erlebt hat, was seine Erlebnisse über das Afrika unter dem Apartheidregime und die Willenskraft einer rebellischen Mutter erzählen, darf der Leser nun miterleben.

    Stil, Machart, Meinung

    Überraschung, ich habe eine Biographie gelesen! Das habe ich zuvor nur einmal getan, und zwar handelte es sich um die Biografie meiner Lieblingsautorin Agatha Christie. Als ich diese Biographie sah, war ich jedoch sofort interessiert. Nicht nur das ich immer gern Trevor Noah in der Daily Show schaue, besonders in  Zeiten von Trump. Auch das Thema Rassismus beschäftigt mich, sowohl im allgemeinen als auch auf persönlicher Ebene (mein Kind wäre auch Farbig). Diese Biographie ist sehr unterhaltsam und humorvoll auf der einen Seite, veranschaulicht auf der anderen Seiten aber auch die Auswirkungen des Systems Apartheid.

    Ich muss ehrlich zugeben, dass ich Apartheid zwar einordnen konnte, mich jedoch nie weiter mit der Sache befasst habe. Trevor Noah hat eine gute Balance zwischen Persönlichen Erlebnissen und der Beschreibung des Systems sowie die Vermittlung von Informationen gefunden. Ich habe einiges gelernt und habe mich auch gedanklich über das Buch hinaus mit der Sache beschäftigt – es war aber nie langweilig sondern grundsätzlich unterhaltsam. Natürlich waren einige Sachen auch wirklich traurig, aber der Humor mit dem auch diese Begebenheiten erzählt wurden, war trotzdem genau meiner.

    Die Schreibe ist fluffig, die Geschichten sind interessant und das Große und Ganze ergibt ein schlüssiges Bild. Selbstironie und Galgenhumor sind die eine Sache – interessante Erkenntnisse und Entsetzen über die Lebenssituation die Andere. Da merkt man mal wieder, wie gut man es hier hat.

    Fazit

    Ich habe noch nie zuvor eine Biographie hier vorgestellt oder bewertet und sehe das ganze jetzt mal unter der Rubrik Roman. Dort gibt es von mir 5 Sterne für diese Geschichte, die ich so schnell wohl nicht vergessen werde und die auch sehr inspirierend war. Ich hatte eine gute Zeit beim Lesen und habe sehr oft gelacht, an anderen Stellen war es sehr traurig und nebenbei habe ich sehr viel gelernt. Ich als Krimitante habe nicht einmal in Sachen Spannung etwas zu meckern, denn es war dann doch so einiges los in dem Buch. Man sollte sich immer auch für neue Sachen öffnen und auf sie einlassen, hier wurde ich dafür wirklich belohnt.


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    Kinderbuchkistes avatar
    Kinderbuchkistevor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Eine beeindruckende Biografie über das Großwerden in der Apartheit
    Eine beeindruckende Biografie über das Großwerden in der Apartheit

    Eine wahre Geschichte über Apartheit und Rassismus Travor Noah erzählt seine Geschichten
    Travor Noah ist hier in Deutschland nicht so bekannt wie in Amerika und dennoch hat er auch hier als Comedian eine immer größer werdende Fangemeinde. Sein Name ist mit "The Daily Show" so verbunden wie kein anderer. In seinem Buch "Farbenblind" erzählt der  1984 in Sowetho geborene Sohn einer Xhosa und eines Schweitzers von seinem Leben zur Zeit des Apartheidsregimes, das für ihn doppelt so schwer und auch gefährlich war denn die Beziehung seiner Eltern als gemischtrassiges Paar stand damals unter Strafe. Wenn ich bedenke das mein ältester Sohn genauso alt ist und wir heute von damals schreiben mutet dies doch sehr seltsam an. Gerade noch war mein Sohn klein und nun 33 Jahre später kommt es einem nicht so vor, als wenn es wahnsinnig viele Veränderungen bei uns gegeben hat. In Travor Noahs Heimat jedoch sieht dies ganz anders aus. Südafrika 1984 war und ist , für uns Außenstehende nicht so leicht zu verstehen. Umso bereichernder fand ich nun Travor Noahs Buch, dass uns die Zeit und das Leben in dieser Zeit einmal anschaulich vergegenwärtigt. Man sollte nun aber nicht denken, es wäre ein dusteres Buch voller Probleme, Angst, Verfolgung und Traurigkeit. Kinder entwickeln, so wie Noah auch Strategien zu überleben, das beste daraus zu machen. Sie lernen zu kämpfen zu bestehen und durchaus kreativ zu sein.  18 beeindruckende, auch feinsinnige und witzige Geschichten vermitteln uns so ein Bild von einer Kindheit in Armut, Rassismus, Apartheit aber auch von der Auflehnung der Eltern. Insbesondere der Mutter kommt hier eine besondere Rolle zu. Einer Frau, die sich nicht verbiegen lässt, alles tut damit es ihrem Kind gut geht. Eine Frau, die mit viel Willensstärke ihrem Leben begegnet und sich auch von den politischen Gegebenheiten nicht unterkriegen lässt. Für sie ist der Schlüssel zum Glück die Bildung und ich füge hinzu auch ihre Erfahrungen, denn die gibt sie an ihren Sohn weiter. Sie erzählt von ihrem Leben um ihm zu verdeutlichen, das nichts selbstverständlich ist, nichts schlimm genug sein kann um aufzugeben. Eine starke, sehr bewundernswerte Frau, die ihre Kinder wohl auch mit Härte aber immer mit viel Liebe und Zuneigung begegnet und so im großen Maße dazu bei getragen hat, das Travor Noah zu dem geworden ist was er heute ist. Mit viel Selbstironie und trockenem Humor erzählt er aus seinem Leben dabei ist der Schlagabtausch und die Dynamik dessen - wie er sich mit seiner Mutter auseinander setzt- sehr erfrischend und bereichernd. Die 18 "kleinen" Geschichten vermitteln ein gutes Gefühl dafür, was und wie das Leben in der Apartheit bedeutete. Und wenn wir meinen sie ist zu Ende, dann sind wir auf dem Holzweg. Jede der Geschichten beginnt mit einer klein Einführung oder auch Ausblick. Die Geschichten sind in sich abgeschlossen aber durch seine gute Strukturierung und den Aufbau bekommen wir immer auch schon einen Einblick in die nächste Geschichte. Die Autobiografie bringt uns so nicht nur das Leben des Autors näher sondern vermittelt ein Gefühl für die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse zu dieser Zeit. Ein lehrreiches Buch, das nie schwer wird zu lesen denn der spezielle Humor, ohne den man das Leben wohl auch nicht ertragen könnte, und die Feinsinnigkeit mit der Travor Noah erzählt lassen das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis werden. Wer sich für Menschen und das Thema Apartheit / Rassismus interessiert sollte dieses Buch unbedingt lesen. Ein beeindruckendes Buch, dass  ruhig auch mal Schullektüre in der Oberstufe werden könnte. Denn je mehr wir über andere erfahren, je mehr wie über unseren Tellerrand schauen um so besser können wir die Welt in der wir leben verstehen.


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    Nepomurkss avatar
    Nepomurksvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Unerwartet.. Mir ging das Buch total unter die Haut und ich kann es nur empfehlen!
    Ein packendes Buch, das einen tiefen Einblick in Rassismus und Apartheid gibt..

    Trevor Noah kannte ich bisher eigentlich nur aus der US-Show „The Daily Show with Trevor Noah“ und hier wiederum nur als Nachfolger von Jon Stewart. Dass er schon zuvor langjähriger Comedian war (der meistens seine Kindheitserlebnisse thematisierte) und zudem nicht einmal aus den USA stammt, sondern Südafrikaner ist, wusste ich nicht. Und so bin ich auch eher zufällig über sein Buch „Farbenblind“ gestolpert.. Doch: Was für ein Glücksgriff!
    Trevor Noah schreibt in seiner Autobiografie im Grunde so, wie er auch in seiner Show auftritt: Direkt, vermeintlich witzig und ziemlich bissig. Ich mag Trevor Noah in seiner US-Show und ich mochte auch hier seinen Schreibstil sehr. Er schildert in seiner Autobiografie ergreifend, offen und teils sehr erschütternd von seiner Kindheit in Südafrika, von der Apartheid in Südafrika, den dadurch äußerst schwierigen familiären Bedingungen und vielen Erlebnissen, die man in der Form niemals erwartet hätte. Alles ist sehr flüssig geschrieben und lässt sich extrem gut lesen. Die Inhalte wirken niemals wirklich niederschmetternd, obwohl es doch krasse Dinge sind, die Noah erzählt. Nur die Untertöne sind definitiv eindringlich. Ich hatte beim Lesen oftmals Szenerien vor Augen, bei denen sich bei mir die Nackenhaare aufstellten wie in einem gruseligen Thriller oder Krimi. Fast ein Wunder, dass Noah seine Kindheit überlebt hat..
    Aber Trevor Noah bleibt seinem witzelnden und doch entblößenden und aufdeckenden Stil treu, für den er auch in seiner Show steht. Genau das macht meiner Meinung nach den Schwerpunkt seiner Autobiografie aus. Denn neben allen grausigen Inhalten, schildert er doch auch von einem starken Zusammenhalt und den maßgeblich wichtigen politischen Entwicklungen in Südafrika. Man erhält einen sehr detailreichen und vor allem ungeschminkten Blick in die damaligen Zeiten. Trevor Noah nimmt den Leser mit auf eine Reise durch sein Heimatland, das nicht nur von Apartheid und Mandela geprägt ist, sondern auch von den Verfeindungen zwischen Xhosa und Zulu. Eine Reise, der man gespannt folgt und auf der man gebannt den eigentlich undenkbaren Geschichten lauscht, die Trevor Noah zu erzählen hat. Mich hat das Buch von Anfang an gefesselt und ich habe es mit manchem Schrecken verschlungen. Es hat mir in vielen Punkten noch einmal mehr die Augen geöffnet und es wird bei mir sicherlich noch lange ‚nachklingen‘. Ich kann das Buch „Farbenblind“ nur absolut empfehlen, deshalb 5 Sterne.

    Kommentare: 1
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    Nepomurkss avatar
    Nepomurksvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Unerwartet.. Mir ging das Buch total unter die Haut und ich kann es nur empfehlen!
    Unerwartet.. Mir ging das Buch total unter die Haut!

    Trevor Noah kannte ich bisher eigentlich nur aus der US-Show „The Daily Show with Trevor Noah“ und hier wiederum nur als Nachfolger von Jon Stewart. Dass er schon zuvor langjähriger Comedian war (der meistens seine Kindheitserlebnisse thematisierte) und zudem nicht einmal aus den USA stammt, sondern Südafrikaner ist, wusste ich nicht. Und so bin ich auch eher zufällig über sein Buch „Farbenblind“ gestolpert.. Doch: Was für ein Glücksgriff!
    Trevor Noah schreibt in seiner Autobiografie im Grunde so, wie er auch in seiner Show auftritt: Direkt, vermeintlich witzig und ziemlich bissig. Ich mag Trevor Noah in seiner US-Show und ich mochte auch hier seinen Schreibstil sehr. Er schildert in seiner Autobiografie ergreifend, offen und teils sehr erschütternd von seiner Kindheit in Südafrika, von der Apartheid, den dadurch äußerst schwierigen familiären Bedingungen und vielen Erlebnissen, die man in der Form niemals erwartet hätte. Alles ist sehr flüssig geschrieben und lässt sich extrem gut lesen. Die Inhalte wirken niemals wirklich niederschmetternd, obwohl es doch krasse Dinge sind, die Noah erzählt. Nur die Untertöne sind definitiv eindringlich. Ich hatte beim Lesen oftmals Szenerien vor Augen, bei denen sich bei mir die Nackenhaare aufstellten wie in einem gruseligen Thriller oder Krimi. Fast ein Wunder, dass Noah seine Kindheit überlebt hat..
    Aber Trevor Noah bleibt seinem witzelnden und doch entblößenden und aufdeckenden Stil treu, für den er auch in seiner Show steht. Genau das macht meiner Meinung nach den Schwerpunkt seiner Autobiografie aus. Denn neben allen grausigen Inhalten, schildert er doch auch von einem starken Zusammenhalt und den maßgeblich wichtigen politischen Entwicklungen in Südafrika. Man erhält einen sehr detailreichen und vor allem ungeschminkten Blick in die damaligen Zeiten. Trevor Noah nimmt den Leser mit auf eine Reise durch sein Heimatland, das nicht nur von Apartheid und Mandela geprägt ist, sondern auch von den Verfeindungen zwischen Xhosa und Zulu. Eine Reise, der man gespannt folgt und auf der man gebannt den eigentlich undenkbaren Geschichten lauscht, die Trevor Noah zu erzählen hat. Mich hat das Buch von Anfang an gefesselt und ich habe es mit manchem Schrecken verschlungen. Es hat mir in vielen Punkten noch einmal mehr die Augen geöffnet und es wird bei mir sicherlich noch lange ‚nachklingen‘. Ich kann das Buch „Farbenblind“ nur absolut empfehlen, deshalb 5 Sterne.

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    Frau_J_von_Ts avatar
    Frau_J_von_Tvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Fesselnd, traurig und komisch zugleich
    Wo gehöre ich hin?

    Trevor Noah wurde 1984 in Johannisburg als Sohn eines Schweizers und einer Xhosa geboren. Zu dieser Zeit herrschte in Südafrika das Apartheitsregime, eine Regierung, die Schwarz und Weiß strikt trennte.
    In „Farbenblind“ erzählt Noah in 18 Geschichten über sein Leben als „Kind das es nie hätte geben dürfen“. Aber nicht nur das. Er schafft es auch, beim Leser den Aha-Effekt auszulösen. Denn für viele ist die Apartheit zwar sicher ein Begriff, aber dennoch ein Aspekt in der Geschichte, welcher bislang vielleicht nicht ganz verständlich war.
    Heute lebt der Autor als erfolgreicher Comedian in den USA. Durch seine lockere, humorvolle Schreibweise, schafft es Noah den Leser in seinen Bann zu ziehen. Auch wenn die Thematik alles andere als einfach ist, so schafft er es, dass man beim Lesen laut mitlachen muss.
    Doch sein Buch ist nicht bloß seine Biographie. Es ist auch die Geschichte seiner Mutter. Einer starken und sturen Persönlichkeit, die ihren Weg geht und sich durch das Regime nicht unterkriegen lässt. Wieso ihr Heimatland verlassen und ins Exil gehen, nur weil es etwas ungemütlich ist?

    „Stellen Sie sich vor, Sie werden aus einem Flugzeug geworfen. Sie prallen auf den Boden und brechen sich alle Knochen. Sie kommen ins Krankenhaus, die Verletzungen heilen allmählich. Sie leben weiter und lassen schließlich die ganze Sache hinter sich – und dann erzählt Ihnen jemand eines Tages, dass es Fallschirme gibt.“

    „Farbenblind“ ist kein einfaches Buch. Es steckt eine Menge Galgenhumor darin. Aber genau dieser Humor hilft dabei, das Buch einfach grandios zu machen. 

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    StMoonlights avatar
    StMoonlightvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine tragische, aber auch aufrüttelnde Biographie.
    Farbwechsel

    Trevor hat es nicht einfach, denn er ist ein Mischling, weder Schwarz, noch Weiß. Und die Rassentrennung in seinem Land ist groß. Sogar so extrem, dass seine Mutter ihn verstecken muss, denn eine Liebe zwischen „Andersfarbigen“ ist sogar gesetzlich verboten!

    Trevor erzählt anschaulich – und auch irgendwie beängstigend – wie sehr er unter seiner „Andersartigkeit“ zu leiden hatte. Es ist erschreckend zu sehen, wie Menschen, einfach nur auf Grund einer anderen Hautfarbe, ausgestoßen werden. Aber auch die Sprache, sowie die viele verschiedene Ethen die in Südafrika vorherrschen, stellen die Menschen offenbar vor Herausforderungen.

    „In Soweto waren alle Menschen schwarz, nur ich nicht. In der Schule waren alle weiß, nur ich nicht.“ Mit solchen und anderen Aussagen hat Trevor es geschafft mir, mit Geschichten aus seinem Leben, eine wahre Gänsehaut zu bescheren. Eine tragische, aber auch aufrüttelnde Biographie.

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