Trezza Azzopardi Turmalin

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Inhaltsangabe zu „Turmalin“ von Trezza Azzopardi

Von seinem Zwillingsbruder ist Lewis nur ein Silberarmband geblieben und der jahrelang genährte Hass gegenüber Cal, den er für dessen Tod verantwortlich macht. Weder über den Verlust des Bruders noch über den Gesichtsausdruck der Mutter, als sie sah, welcher ihrer beiden Söhne überlebt hat, ist Lewis je hinweggekommen. Anna fühlt sich verpflichtet, ihrer alternden Mutter beizustehen, und bricht nach Norfolk auf, zu der kleinen Pension, die diese dort führt, in allem das glatte Gegenteil ihrer selbst: laut, unbekümmert, lebenslustig und frivol. Frustriert von der Tatsache, der Mutter auch diesmal nichts recht machen zu können, trifft Anna hier auf Lewis. Es ist Liebe auf den ersten Blick - auch wenn es für einen Moment so aussieht, als stieße dieses bergeversetzende Phänomen bei diesen beiden in Einsamkeit trainierten Menschen an seine Grenzen. Mit Sensibilität und kraftvoller Poesie erzählt Trezza Azzopardi eine bewegende Geschichte, die den Leser gespannt durch die Seiten treibt. Dabei gewinnt sie den menschlichen Tragödien auch ihre komischen Seiten ab. Turmalin ist ein trauriger und zugleich heiterer, unbedingt lesenswerter Roman.

Schöner Titel, schönes Cover, schöner Schreibstil - nur die wörtliche Rede ohne Anführungszeichen war anfangs etwas gewöhnungsbedürftig.

— Jana_Stolberg

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    Turmalin

    walli007

    04. June 2016 um 21:28

    Die Wege von Anna und Lewis hätten sich nie kreuzen sollen. Anna hat sich ihr Leben in London eingerichtet und ihre Mutter Rita führt eine kleine Pension an der Küste von Norfolk. Aus der Ferne verstehen sich die beiden am besten. Rita, schon über 70, stürzt jedoch eines Tages auf der Treppe und Anna will für eine Weile zu ihr ziehen, um sich um sie zu kümmern. Lewis dagegen hat den Tod seines Zwillingsbruders nie verwunden, eigentlich, so meint er, hätte er an Waynes Stelle sein sollen. Auf der Suche nach seinem Jugendfreund Cal führt auch Lewis` Weg in die raue Landschaft Norfolks. Anna, deren Vater fehlt und die Angst vor Wasser hat, Lewis, dem sein Bruder fehlt und der irgendwie Angst vor Allem hat. Dagegen stehen Rita und ihr einziger Gast oder Nachbar oder wie man das nennen will Vernon mit beiden Beinen fest im Leben. Natürlich sind sie nicht mehr ganz jung und Rita ist auch sehr froh, dass ihre Tochter sich Zeit für sie nimmt, aber so geerdet wie sie und Vernon sind die jungen Leute noch lange nicht.  Wechselnd zwischen Rückblenden und der Gegenwart erzählt Trezza Azzopardi die Geschichte ihrer beiden scheiternden Helden. Ob es der Wirklichkeit entspricht, ist unklar, dennoch vermitteln ihre Worte die Vorstellung von einer rauen grauen Landschaft, vom Sturm gepeitschte Wellen wühlen auch die Gefühle von Anna und Lewis auf. Aber sind sie auch bereit, sich aus ihrer fein eingerichteten Problemwelt zu befreien. Manchmal sprunghaft, machmal eher undurchsichtig, aber manchmal auch mit feinem Gespür für ihre Protagonisten bringt die Autorin dem Leser ihre Charaktere nahe. Worte, die sich mitunter aneinander reihen wie wertvolle Perlen, lassen Bilder von den Augen entstehen. Manchmal allerdings entsteht der Eindruck, dass in den schwelgenden Beschreibungen die eigentliche Geschichte etwas aus den Augen verloren wird. Dies allerdings meint eine passionierte Leserin von Kriminalromanen, die gradlinigeren Handlungssträngen vielleicht mehr abgewinnen kann. 3,5 Sterne

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