Trude Simonsohn , Elisabeth Abendroth Noch ein Glück

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Inhaltsangabe zu „Noch ein Glück“ von Trude Simonsohn

Seit Jahrzehnten erzählt die in Frankfurt lebende Trude Simonsohn in Schulen, Institutionen und kulturellen Vereinen aus ihrem Leben, das sie zu einer Zeugin der großen politischen Verwerfungen im zwanzigsten Jahrhundert werden ließ. 1921 in Olmütz geboren, wuchs sie zweisprachig auf, besuchte das deutsche Gymnasium, durfte aber nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht und der Annexion der Tschechoslowakei als Jüdin keine Berufsausbildung absolvieren. Sie verlor ihren Vater im KZ Dachau, ihre Mutter in Auschwitz. Sie selbst engagierte sich in der jüdischen Jugendarbeit und Vorbereitung der Auswanderung deutscher und tschechischer Juden nach Palästina. 1942 wurde sie nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich des Hochverrats angeklagt, in Einzelhaft genommen, später in verschiedene Konzentrationslager verschleppt, bevor sie schließlich im Mai 1945 aus dem KZ Merzdorf bei Groß-Rosen befreit wurde.Nach 1945 arbeitete sie für die jüdische Flüchtlingshilfe in der Schweiz, machte eine Ausbildung zur Krankenpflegerin, kümmerte sich um tuberkulosekranke und traumatisierte Kinder, die durch den Holocaust zu Waisen geworden waren.1955 ging sie nach Frankfurt am Main, wo sie in der jüdischen Gemeinde die Stelle für Sozialarbeit und Erziehungsberatung übernahm, 1989–1992 den Gemeindevorsitz.Die Erinnerungen an ihr ereignisreiches Leben schrieb die 90-Jährige zusammen mit der Frankfurter Sozialwissenschaftlerin Elisabeth Abendroth auf.

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    Noch ein Glück
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    09. April 2013 um 12:19

    Es gibt wahrscheinlich nur wenige Menschen, die in Frankfurt so geachtet sind und so viel Bewunderung erfahren wie die 92- jährige Trude Simonsohn, die als Überlebende der Nazi-Lager seit dem Jahr 1956 in der hessischen Stadt am Main lebt und seither dort in der jüdischen Gemeinde, aber auch in vielen großen öffentlichen Debatten und Konflikten ihrer Stimme erhoben hat. Bis zu dessen Tod 1978 zusammen mit ihrem Mann Berthold, später zusammen mit Freunden wie Karl Brozik und dem Ehepaar Heydorn.   In ihren Erinnerungen, die sie mit Hilfe von Elisabeth Abendroth zu Papier gebracht hat, erwähnt sie als einen solchen öffentlichen Konflikt die Auseinandersetzungen um das Fassbinder-Stück „Der Müll, die Stadt und der Tod“, das der damalige Intendant Günther Rühle 1985 am Schauspiel Frankfurt aufführen wollte. Diese Pläne lösten nicht nur in Frankfurt eine heftige Debatte aus über den antisemitischen Charakter des Stücks, dessen Aufführung schließlich Mitglieder der jüdischen Gemeinde Frankfurt, deren Vorsitzende Trude Simonsohn damals war, durch eine Besetzung der Bühne verhinderten.   Ich selbst habe Trude Simonsohn, die ihr ganzes Leben lang eine überzeugte Anhängerin des Existenzrechtes des Staates Israel war, im Jahr 1991 in ihrer unnachahmlichen Art bei einer überaus kontroversen Debatte der Intellektuellen der Stadt um die Einschätzung des Golf-Krieges erlebt, bei der vor allem viele jüdische Intellektuelle gegen die Positionen der Friedensbewegung für ein militärischen Eingreifen auch zum Schutz Israels votierten und dafür als „Bellizisten“ diffamiert wurden.   Nachdem sie ihr Leben von ihrer Kindheit und Jugend an, über die traumatischen Erfahrungen in den Lagern und ihr Überleben des Holocaust reflektiert hat, sagt sie zu ihrem Leben in Deutschland nach dem Krieg: „Heute kann ich sagen, das ich vielleicht nicht in Deutschland, ganz sicher aber in Frankfurt zu Hause bin.“   Und sie beschreibt ihre Dankbarkeit für ein geschenktes Leben. So hat sie zusammen mit ihrem Mann jene unzählige Überlebende quälende und oft auch zerstörende Frage beantwortet, wieso sie überlebt haben und die anderen nicht. „Warum habe ich überlebt? Wenn ich zurückschaue auf mein Leben, hatte ich viele Chancen, tot zu sein, Ich hatte Glück, trotz allem.“   „Noch ein Glück“ ist das beeindruckende und bewegende Lebenszeugnis einer Überlebenden, die sich bin ihr hohes Alter engagiert, in Schulen von ihrem Leben und Überleben erzählt, und die weit über Frankfurt hinaus eine hohe Achtung genießt.

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