Truman Capote Die Grasharfe

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Inhaltsangabe zu „Die Grasharfe“ von Truman Capote

Der elfjährige Collin kommt nach dem Tod seiner Eltern zu seinen verschrobenen Tanten Verena und Dolly in ein Südstaaten-Nest. Verena ist eine herrschsüchtige Realistin, Dolly eine Träumerin, die zusammen mit ihrer schwarzen Freundin Catherine nach altem Rezept aus Waldkräutern Arznei braut. Es kommt zum Tantenstreit, als Verena in Dollys Sammelleidenschaft ein dickes Geschäft wittert und diese groß vermarkten will. Um ihr privates Glück vor der Schwester zu verteidigen, bezieht Dolly zusammen mit Collin und Catherine Quartier in einem Baumhaus. Verena, der Sheriff und Honoratioren des Dorfes versuchen, die drei Ausreißer zurück in die Wirklichkeit zu zwingen, hinunter vom Baum. Am Ende steht eine Schlacht und ein Sieg - eine letzte Nacht bleiben sie in ihrem Refugium, dann verlassen sie ihr Baumhaus freiwillig, im Wissen, dass nichts je sein wird wie zuvor.

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    Die Grasharfe
    buchwanderer

    buchwanderer

    30. July 2017 um 14:47

    „Über was man spricht, darauf kommt es kaum an, nur auf das Vertrauen, mit dem es gesagt wird, und auf das Wohlwollen, mit dem es aufgenommen wird.“ (S.319) Zum Inhalt: Collin Fenwick ist mittlerweile erwachsen. Und an einigen der Erlebnisse, die ihn trotz seines Handicaps als Waise aufzuwachsen, zu dem machten was er heute ist, lässt er den Leser in einer Art Retrospektive teilhaben. Zusammen mit seiner Tante Dolly sowie einer alten Schwarzen namens Cathrine Creek setzt er einen „Ausbruch“ aus dem Korsett an Bevormundungen seiner zweiten Tante Verena – Dollys Schwester – in die Tat um: sie ziehen in ein Baumhaus in einem riesigen Paternosterbaum im Wald Nahe des Friedhofes. Zu den drei Ausgegrenzten gesellen sich noch der ältere Richter Cool, sowie der Nachbarsjunge Riley Henderson, den Collin wie einen Helden bewundert. In der kurzen Zeit in der die kleine Gruppe sich in ihrem selbstgewählten luftigen Exil näher kommt, gelingt es ihnen nicht nur kostbare Momente des Einklangs miteinander, der Natur und ihrer Herkunft zu finden. Sie ziehen daraus auch die Stärke als eine Enklave von Nonkonformisten erfolgreich dem Pulk an linientreuen Bürgern ihres kleinen Städtchens entgegenzutreten, als diese sie mit Hilfe des Sheriffs zur Räson bringen wollen – nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Beweggründen und verletztem Stolz. Fazit: Truman Capote galt spätestens seit dem erscheinen seines Romanes „Andere Stimmen, andere Räume“ als literarisches Ausnahmetalent. Mit „Die Grasharfe“, deren Handlung er in einer südlichen Kleinstadt der USA ansiedelt, spielt er in den Charakteren von Collin und Riley unübersehbar auf Huckleberry Finn und Tom Sawyer an, wobei dies nur ein Nebenstrang einer Handlung ist, die nicht die Symbolik des vorigen Romans bemüht. Vielmehr ist „Die Grasharfe“ bei aller offensichtlichen Schicksalsschläge der Akteure in ihrer Grundstimmung „hell und heiter. Hier bedeutet denen die sie [die Traumwelt] aufnimmt, Befreiung von einer materialistisch gesinnten Umwelt, in der Poesie, Naturverbundenheit und liebevolles Verständnis von Mensch zu Mensch verkümmert sind.“ 1) Ein Sich-Einfinden in eine Welt der Erwachsenen mit ihren gesellschaftlichen Regeln und Fallstricken, den wirtschaftlichen Zwängen und der oft schicksalshaften Bestimmtheit des Lebensweges prägt Collin, der aus seiner jugendhaften Sicht versucht eben dieses Regelwerk zu verinnerlichen. Trotz der Gewichtigkeit der Grundaussagen der Erzählung gelingt es Capote einen feinsinnigen, teils melancholischen Text zu weben, der Mit-Erleben, Mit-Leiden und Mit-Hoffen lässt. So schreibt der New York Herald Tribune: »Durchsetzt mit zartem Lachen, einnehmender menschlicher Wärme und einem Gespür für das Gute im Leben.« Zum Buch: Das hier besprochene Buch ist Teil der „Bibliothek Suhrkamp“ und bereits die äußere Gestaltung mit stabilen dunkelgrünen Buchdeckeln, umschlossen von einer schlicht gestalteten Schutzhülle, einem solide gebunden Buchblock, dem im selben Grün gehaltenen Lesebändchen und der angenehmen Größe und Haptik, versprechen – und halten – ein bibliophiles Lesevergnügen. Typografisch treten nur die Initialen am Kapitelbeginn hervor. Ansonsten hält sich der ausgezeichnete Druck zurück und lässt den Inhalt wirken. Dieser gestalterische Minimalismus unterstreicht auf seine Weise angenehm den schlichten Tiefgang der Erzählung. Buchdaten: Titel: „Die Grasharfe“, Autor: Truman Capote, Umfang: 214 Seiten, Verlag: Suhrkamp Verlag, Sprache: Deutsch, ISBN-10: 3-518-01062-X, Größe: 11,7 x 18 x 2,3 cm Quelle: 1.) „Kindlers Neues Literaturlexikon“, Bd. 3, 1988/1998, S.614).

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  • Poetisch und lebensklug...

    Die Grasharfe
    Creed

    Creed

    08. May 2017 um 05:53

    Dieses wunderbare Buch ist ein eindeutiger Beweis dafür, warum Truman Capote allgemein als einer der besten amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts gilt. Die Geschichte berührt den Leser durch ihre tiefe Menschlichkeit, sie erzählt von Freiheit, Freundschaft und Selbstbestimmung und glänzt unter anderem durch Capotes sicheres Gespür, haufenweise griffige und ideenreiche Metaphern zu verwenden. Auch seine Beschreibungen von Natur und ein herrlich skurriles und kauziges Personenaufgebot lassen den Roman ungeheuer lesenswert sein. Die Story ist dabei schnell erzählt: Ein elfjähriger Junge kommt nach dem Tod der Eltern zu seinen zwei sehr unterschiedlichen Tanten. Die eine ist extrem geschäftstüchtig, die andere eher naturverbunden. Als es zwischen den Tanten zu einem Eklat kommt, nistet sich die Naturverbundene der beiden Schwestern zusammen mit dem Jungen und einigen Freunden in einem Baumhaus ein, was zu einigen Konsequenzen führt. Capotes Schreibstil ist einfach genial; wie er im Alter von nur 27 Jahren bereits ein solch kluges, humorvolles und poetisches Buch schreiben konnte, ist wahrhaft verblüffend. Es liest sich (trotz der etwas in die Jahre gekommenen Übersetzung) fließend und wohlklingend. Bisher mein Buch des Jahres. Fazit: Für Freunde von Büchern voller Wehmut, Klugheit und sprachlicher Schönheit. Ein zeitloses Meisterwerk.

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  • Kolumne: Belletristik ist tot, es lebe die Belletristik

    muchobooklove

    muchobooklove

    Roman-Kolumne August 2013 von Mareike: Genreliteratur, das sind die Hamburger unter den Büchern Liebe Leser, Was ist eigentlich Belletristik Le belle et le triste – das Schöne und das Traurige – hierin liegt der französische Ursprung des Wortes Belletristik, das heute nicht viel mehr als ein Mysterium zu sein scheint. Dabei umfasst es so viele Aspekte, ohne die Literatur gar nicht zu denken wäre. Werte, Emotionen und die Ästhetik der Sprache sind für mich die wichtigsten Parameter dessen. Natürlich kann man auch etwas unprätentiöser an die Sache herangehen und einfach von „Romanen“ im Allgemeinen sprechen, wie auch der Titel der Kategorie hier auf Lovelybooks lautet. Doch dann geraten wir gleich ein bisschen in die Bredouille, denn Krimis sind ja auch Romane sowie Fantasy-Bücher und Chick-Lit ebenfalls. Von Kriminalromanen, Thrillern, Fantasy, Young Adult Fiction, Chick-Lit und Romantasy Naja, das sind ja eigentlich alles eher Genres, werdet ihr jetzt im Stillen und ganz zu Recht denken. Aber was sind denn überhaupt Genres? Der Versuch, Bücher in Kategorien zu pressen einerseits, eine Strategie des Buchmarktes andererseits, so scheint es mir. Denn was ist das Schreiben für ein bestimmtes Genre eigentlich anderes als der Versuch, seine Zielgruppe besonders im Blick zu haben. Mit bösen Zungen gesprochen ist das die Garantie dafür, beim Veröffentlichungsprozess bereits einschätzen zu können, wer das Buch am Ende kaufen wird. Darum wird auch immer schnell ein neues Genre entworfen, wenn gerade eine innovative Art des Schreibens mit Erfolg belohnt wurde. Eine kleine Geschichte: Ich sitze mit zwei Freunden von mir, nennen wir sie Justus und Gabi, an einem sonnigen Tag wie diesem in einer Eisdiele. Justus ist gerade dabei, sich eine Karriere im Verlagswesen aufzubauen, Gabi hat Journalismus studiert und steht kurz vor dem Mutterschutz. Justus erzählt uns von einem neuen Projekt, von dem er gehört hat und das sich im Bereich „Romantasy“ bewegt. Darauf Gabi: „Romantasy, nie gehört“ Justus: „Das ist ein neues Genre, das sich irgendwo zwischen Romantic Fiction und Fantasy bewegt, so Vampire und so“ wir nicken einstimmig, denn nun ist uns allen klar, dass hier die Nachfolgen von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga spürbar werden. Wieder einmal wird ein Markt bedient. Man möchte so schnell wie möglich dabei sein, bevor er übersättigt ist und ein neues Genre gefunden werden muss. Ich seh' den Wald vor lauter Bäumen nicht Damit wird nicht nur die gesamte Belletristik oder alle Romane in logische Kategorien unterteilt, sondern diese werden wieder unterteilt, bis die gesamte Kriminalliteratur in Detektivromane à la Sherlock Holmes, Polizeiromane wie Mankels Wallander, Thriller der Dan Browns dieser Erde und Splatter im Stile von Karin Slaughter zerfällt, und die Fantasy-Literatur in High Fantasy à la Tolkien, Romantasy wie "Twilight", Dark Fantasy der Stephen Kings und Konsorten, Dark Romance im Stile von Edgar Allen Poe und historisch anmutende Fantasy, z.B. von George R.R. Martin. Und bei all diesen spezifischen Genres frag' ich mich wieder, wo denn nun die Belletristik abgeblieben ist? Denn wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich gar nicht immer Genreliteratur lesen. Manchmal erscheint sie mir zu sehr auf ihr Publikum zugeschrieben. Manchmal sehe ich die Zutatenliste, die Autoren und Verlagen im Kopf herumgeschwirrt haben mag, zu deutlich vor mir. Aha, denke ich, hier ist ein bisschen Detektivroman mit den Zutaten verschrobener Ermittler aus zerrütteten Familienverhältnissen, hochintelligenter Täter, der eigentlich nur mit dem Ermittler spielen will, Frau oder wahlweise Kinder oder beides des Detektivs, die plötzlich in den Fall hineingezogen werden, gemischt worden, das Ganze wurde mit einem Hauch arktischer Kälte und einem leichten Hang zur Alkoholabhängigkeit garniert und schon war der skandinavische Kriminalroman in Anlehnung an Henning Mankell, Jo Nesbø oder Arnaldur Indridason fertig. Ich weiß ja, dass die meisten Schriftsteller mit viel Herzblut an ihr Werk herangehen, aber ich frage mich dennoch, woher dieser Hang zum an Fast-Food erinnerndem Literatur-Rezept kommen mag. Möchte denn niemand heute mehr eigene Gourmet-Kreationen entwerfen? Ist die Angst vor dem Scheitern so groß? Mehr Belletristik braucht das Land Ich sag es ganz offen – Ich mag Fastfood. Ein schöner Burger ab und zu ist ein herrliches Vergnügen, ebenso wie ein Krimi mit den oben von mir erwähnten Zutaten wunderbar sein kann. Aber irgendwie wünsche ich mir trotzdem öfter, mit Gourmet-Kreationen verwöhnt zu werden. Ich möchte Schriftsteller haben, die schreiben, weil sie damit das Schöne und das Traurige ausdrücken wollen, weil sie das Gute und das Böse im Menschen zeigen wollen und zwar ohne sich vorher zu überlegen, ob es dafür ein Publikum geben mag. Autoren, die der Wahrheit auf den Grund gehen mögen und mich damit überraschen, wie zum Beispiel Column McCann dies vor einigen Jahren mit „Der Tänzer“ getan hat oder Romane, die einen mit ernsten Themen zum Lachen bringen können wie Matt Ruff mit „Ich und die anderen“, Bücher, die unvergessen bleiben, weil sie anders sind, so wie auch Aravind Adigas „weißer Tiger“ oder Hermann Kochs „angerichtet“, um mal zwei jüngere Beispiele der Literatur zu nennen. Und wenn ihr es euch doch lieber überlegen und kein Risiko eingehen wollt, so rufe ich euch hiermit zu, liebe Autoren, liebe Verleger: Es gibt uns noch, uns Leser, die gerne einmal bis zum Äußersten getrieben werden möchten, die lachen und weinen wollen, die beim Lesen nicht mit Genrestrategien überrascht werden wollen, sondern mit richtig guten Geschichten, mit richtigen 5 Sterne Menüs, wie sie eben nur die immer weniger zu findende Belletristik für uns bereithält! Ja, das rufe ich laut und hinter vorgehaltener Hand wende ich mich fast gleichzeitig zu euch Lesern da draußen und frage euch leiser: Es gibt uns doch noch, die Belletristik-Leser, oder?

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  • Rezension zu "Die Grasharfe" von Truman Capote

    Die Grasharfe
    verena scott

    verena scott

    06. June 2010 um 23:12

    schöner klassiker mit interessanten, abgefahrenen charakteren!

  • Rezension zu "Die Grasharfe" von Truman Capote

    Die Grasharfe
    Vienna

    Vienna

    03. March 2008 um 17:37

    Super Buch. Tiefgründig, ein wenig skurill, klasse Charaktere. Akteulles Thema