Tschingis Aitmatow Der Junge und das Meer

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Inhaltsangabe zu „Der Junge und das Meer“ von Tschingis Aitmatow

Am Ufer des Ochotskischen Meers leben die Niwchen, ein Volk von Fischern und Robbenjägern. Der halbwüchsige Kirisk darf zum ersten Mal mit aufs Meer hinausfahren und an einer Robbenjagd teilnehmen. Nach alter Tradition soll er auf dieser Fahrt sein Jägerhandwerk erlernen und mit dem Meer vertraut werden. Begleitet wird er von seinem Vater, vom Onkel und von Organ, einem weisen Greis. Als sich das Boot im dichten Nebel verirrt, wird aus der Weihe ein lebensgefährliches Abenteuer. Die drei erfahrenen Männer greifen zum äußersten Mittel, um dem Jungen das Überleben zu ermöglichen: Sie opfern ihr eigenes Leben.

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    Der Junge und das Meer

    Ulenflucht

    03. December 2013 um 14:25

    Mich beeindruckt, wenn Autoren nur wenige Worte brauchen, um Großartiges zu schaffen. Diesmal ist Tschingis Aitmatow aber sogar über die Novelle herausgekommen und hat mit "Der Junge und das Meer" einen seiner wenigen Romane geschrieben. Es geht um den Jungen Kirisk, der zusammen mit den Männern seiner Familie hinaus auf das Ochotskische Meer zur Robbenjagd fährt, ganz im Nordosten des heutigen Russlands. Es ist seine erste Fahrt und gleichzeitig sowas wie die Schwelle zum Erwachsenenwerden. Aber wie auf der Rückfahrt schnell klar wird, ist die Robbenjagd nicht die einzige Prüfung, denn sie geraten in dichten Nebel und verlieren die Orientierung. Es beginnt ein Überlebenskampf der Männer gegen das Meer und gegen den Durst. Wie von Aitmatow gewohnt, erzählt er diese Geschichte als Mischung von Mythen und Realität, eben so, wie viele Völker in diesem großen Land noch heute leben. Wo Realität nie nüchterne Fakten sind, sondern immer gleich interpretiert und zu einer Geschichte verwoben dargestellt wird. Mir gefällt diese etwas andere, sehr alt erscheinende Darstellung der Natur und wie die Menschen sich versuchen zu erklären, wie alles in einem Gleichgewicht steht. Für uns Westler mag es im ersten Moment schrecklich sein, wie der Autor etwa das Abschlachten der Robben schildert, aber es kommt doch als selbstverständlicher Teil dieser Kultur herüber, wo alles ein Kreislauf ist. Das Beeindruckendste an diesem Buch ist aber die Schilderung des Durstes. In dem kleinen Boot im Nebel gibt es ein Fass Wasser, aber drei Männer und Kirisk, die dem Meer, der Strömung, der Natur ausgeliefert sind und schließlich auch dem Zufall. Man fiebert mit, dass Wind aufkommt und den Nebel vertreibt und während des Wartens und des ebenfalls quälenden Zusehens, wie sie alle am Verdursten sind, lässt man sich mit fortnehmen in die Erinnerungen der Männer, während sie Gefangene des Meeres sind, das doch sonst immer Symbol für Freiheit ist. Alles in allem ist es ein Buch über den Lauf der Natur und das Opfer der Menschen. Nicht zuletzt jenes, das man für die nachfolgende Generation bringt, auch wenn es das Leben kostet, wie hier. Vor allem aber muss ich an diese Darstellung des Durstes denken, wenn ich an dieses Buch denke. Die Langsamkeit, die Handlungsärme, die ich vorher noch nie in dieser Form kennen gelernt hatte und die mich Aitmatow immer wieder bewundern lässt.

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  • Rezension zu "Der Junge und das Meer" von Tschingis Aitmatow

    Der Junge und das Meer

    Heike110566

    12. April 2011 um 07:56

    Der kirgisische Dichter Tschingis Aitmatow (1928-2008) ist hierzulande vor allem bekannt für seine faszinierende Erzählung "Dshamila" (1958), die von sehr vielen Menschen zu den schönsten Liebesgeschichten der Welt gerechnet wird. In der DDR gehörte dieses Büchlein zu der Standard-Lektüre in der Schule. In den Geschichten von Aitmatow steht weitestgehend das Leben der Menschen seiner Heimat im Mittelpunkt. Anders in seinem Kurzroman "Der Junge und das Meer" aus dem Jahre 1977, der 1978 in deutscher Erstveröffentlichung im Verlag Volk und Welt Berlin (DDR) erschien und vom Verlag C. Bertelsmann noch im selbigen Jahr für die Edition in der BRD übernommen wurde. Kirgisien liegt in Mittelasien. Dieser Staat ist umschlossen von China, Kasachstan, Tadshikistan und Usbekistan. Fast ganz Kirgisien ist Hochgebirgsland, weit ab vom Ochotskischen Meer, einem Randmeer des Pazifik, das an der Ostküste Russlands im Fernen Osten liegt. "Der Junge und das Meer" spielt aber am und auch insbesondere im Ochotskischen Meer. Kirisk ist elf Jahre alt. Zum ersten Mal soll er zur Seetier-Jagd mit raus auf das Meer, damit er lernt mit dem gefahrvollen Wasser umzugehen und vor allem auch dazu, das Handwerk der Jagd auf Robben zu erlernen, damit seine Sippe, der Clan der Fischfrau am Scheckigen Hund, auch in Zukunft genug zu Essen hat und überleben kann. Gemeinsam mit dem Ältesten Organ, seinem Vater Emraijin, der der beste Jäger der Sippe ist, und seinem Onkel Mylgun geht es eines Morgens nun endlich auf große Fahrt. Kirisk empfindet dabei Freude und Stolz, bedeutet dieses Ereignis doch für ihn, dass er nun zu einem wichtigen Mitglied des Clans wird, einem Ernährer. Als aber der Scheckige Hund, der heimatliche Klippenberg an der Küste, nicht mehr vom Kajak aus zu sehen ist, wird ihm die vage Gefahr, die das Leben auf dem Meer bedeutet, bewusst. Überall ist nur noch Wasser zu sehen. Ziel der Reise sind die Drei Zitzen, eine Inselgruppe im Meer, auf der Robben sich zum Sonnenbad einfinden. Der Weg dahin ist etwa eine Tagesreise mit dem Kajak. Das Wasser ist ruhig. Die Jäger kommen mit dem Boot gut voran. Kirisk glaubt die Kleine Zitze, die zuerst zu erreichende Insel, zu erkennen. Aber als Organ ihm nach dem Wo? fragt, zeigt er in die falsche Richtung. Da liegt keine Insel. Dennoch scheint dort etwas zu sein. Eine dunkle Masse ist zu erkennen, auch für Organ und die anderen beiden Jäger. Sie sind beunruhigt, denn sonst ist dort an dieser Stelle nichts. Aber sie müssen die Reise zielgerichtet fortsetzen. Ihr Vorrat an Lebensmittel und besonders Trinkwasser ist eng begrenzt. Sie erreichen die Kleine Zitze. Und tatsächlich gelingt es ihnen eine Robbe zu erlegen. Schnell machen sie sich auf dem Weg zur Mittleren Zitze, wo sie noch weitere Robben erlegen und vor allen Dingen auch übernachten wollen. Zunehmend wird das Meer aber unruhiger. Das, was Kirisk vorher sah, erweist sich als eine große Nebelmasse, verbunden mit starkem Sturm, die direkt auf die Menschen im Boot zukommt. Organ instruiert Kirisk, dass das Allerwichtigste die Rettung des Trinkwassers ist. Von allem anderen trennen sie sich, als der Nebelsturm sie erreicht. Dennoch geraten sie immer weiter in Seenot. Sie erreichen nicht die Mittlere Zitze, verlieren die Orientierung und sind Nebel, Sturm und wellenschlagenden Wassermassen ausgesetzt. Die katastrophale Situation hält sich über mehrere Tage. Sie wissen absolut nicht mehr, wo sie sich im Meer befinden. Und das Trinkwasser wird immer knapper. Den erfahrenen drei Jägern wird bewusst, dass es das Ende für sie ist. Aber Kirisk!? Er soll die Zukunft des Clans sein, ihn heißt es zu retten, er muss überleben. Ein dramatischer Kampf für das Leben von Kirisk beginnt. Aitmatow erweist sich auch in diesem kurzen Roman als hervorragender Erzähler. Einfühlsam und mitreißend schildert er die Ereignisse. Mythen und Legenden, Riten, Traditionen und die Lebensverhältnisse im Clan, die Grundlagen des Lebens in diesem ansonsten recht lebensfeindlichen Gebiet der Welt, werden dabei von Aitmatow genauso narrativ spannend dargestellt wie das, was in den Menschen im Kajak vorgeht. Ein recht zügig zu lesendes Büchlein, dass ich hiermit jedem ans Herz legen möchte.

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  • Rezension zu "Der Junge und das Meer" von Tschingis Aitmatow

    Der Junge und das Meer

    Aldawen

    10. August 2010 um 21:05

    Drei Männer, der weise Organ sowie Emraijin und Mylgun, Vater und Onkel des elfjährigen Kirisk, die als die besten Jäger des Clans gelten, brechen mit dem Jungen im selbstgebauten Kajak zur Robbenjagd auf. Wie der alte Stammesbrauch es fordert, soll der Junge, der nun das Jägerhandwerk erlernen muß, mit dem Meer Freundschaft schließen, "damit das Meer ihn kennt und er selbst das Meer achtet". Vordergründig ist es die Geschichte einer Initiation mit tragischem Ausgang angesichts der Übermacht von Meer und Wetter. In einer sehr poetischen Sprache spricht Aitmatow aber auch über Moral, Charakterstärke und Liebe, und was diese bewirken können. Lesenswert!

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  • Rezension zu "Der Junge und das Meer" von Tschingis Aitmatow

    Der Junge und das Meer

    FlorianTietgen

    03. February 2008 um 12:48

    Gelesen habe ich es in einer anderen, wahrscheinlich ausgelisteten Version. Dieses Buch ist in erster Linie von ergreifender Traurigkeit. Die erste Jagd, an der der Junge teilnehmen darf, führt durch die harte Landschaft Kirgisiens, nicht jeder der Teilnehmer überlebt, aber jeder besteht auf seine Weise seine Prüfung. Das Buch endet offen und wirft Fragen auf, die auch nach der Lektüre beschäftigen.

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