Tschingis Aitmatow Dshamilja

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Inhaltsangabe zu „Dshamilja“ von Tschingis Aitmatow

Der 15-jährige Said erzählt die Geschichte seiner jungen, verheirateten Schwägerin Dshamilja. Während ihr ungeliebter Ehemann an der Front steht, lernt die selbstbewusste, lebensfrohe Dshamilja den scheuen, träumerischen Danijar kennen und lieben. Der junge Said erzählt mit den Augen eines Kindes, das zu verstehen beginnt, welch eine Macht die Liebe sein kann. Denn Dshamilja sagt sich von ihrem Heimatort und den alten Traditionen los und zieht in die Ferne. Neu mit einem Nachwort von Tschingis Aitmatow: Die wahre Geschichte hinter "Dshamilja".

Eine wunderschöne Ausgabe dieser gefühlvollen Erzählung, doch leider in einer hundsmiserablen Neuübersetzung. Daher: Besser die Alte lesen!

— Xirxe
Xirxe

Wahrlich die schönste Liebesgeschichte der Welt.

— PaulaAbigail
PaulaAbigail

Eine zarte, bezaubernde, wundervolle Novelle, die in ihrer Schlichtheit überzeugt!

— loveisfriendship
loveisfriendship

Zum ersten Mal las ich die Geschichte vor 45 Jahren und konnte sie wie "Gülsary" nie vergessen.

— Petra54
Petra54

Dieses Buch wird seinem Ruf gerecht. Es ist einfach die schönste Liebesgeschichte der Welt!

— buchstabenliebe
buchstabenliebe

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  • Dshamilja in einer miserablen Neuübersetzung

    Dshamilja
    Xirxe

    Xirxe

    25. May 2017 um 13:44

    Dshamilja ist eine wunderbare Geschichte, die ich vor einigen Jahren während meiner Reise durch Kirgisistan mit Begeisterung gelesen habe. Sie erzählt von der Liebe zweier Menschen, die eigentlich nicht sein durfte, aber noch mehr von der Liebe zu Kirgisistan, zum Leben an sich. Obwohl oder vielleicht gerade weil die Beschreibungen sehr poetisch sind, hatte ich während des Lesens ständige Aha-Erlebnisse. Die Menschen, die Pferde in den Luzernenfeldern, die Berge, die Weite, die Steppe - durch Aitmatows Darstellungen erblickte ich schon Alles in meiner Vorstellung, bevor ich die Gegend mit meinen eigenen Augen betrachtete, um Alles bestätigt zu finden. Ja, ich weiß, das hört sich jetzt superkitschig an, aber so war es.Als ich dann die neue Ausgabe des Insel-Verlages mit der wirklich schönen Covergestaltung und neuer Übersetzung entdeckt habe, war klar: Dieses schmale Büchlein muss ich haben. Gesagt, getan - und das Cover hat mich nicht enttäuscht. Die Zeichnungen, viele in schwarz-weiß oder in diversen Rottönen coloriert, passen wunderbar zu dieser gefühlvollen Geschichte. Was mich jedoch völlig ernüchtert hat, ist die meiner Ansicht nach misslungene Übersetzung.Ich habe das Buch ebenfalls in der Ausgabe mit Hartmut Herboth als Verantwortlichem. Und auch wenn Manches darin durchaus etwas angestaubt klingen mag (immerhin ist sie mindestens 30 Jahre alt) - die Atmosphäre, die Stimmung hat er überzeugend ins Deutsche übertragen. Denn genau so ist es: die Menschen und das Land. Aus Interesse habe ich die beiden Fassungen dann parallel gelesen und bin schlicht entsetzt, was aus Dshamilja gemacht wurde. Um eines klarzustellen: Nein, ich kann kein Russisch. Aber die neue Fassung enthält ausser schlechtem Deutsch ebenso sachliche Fehler, die auch ohne Russisch-Kenntnisse festzustellen sind. Beispielsweise trägt in der neuen Fassung die Mutter des Erzählers einen Turban (S. 14), in der alten ein Kopftuch. Fakt ist, dass in Kirgisistan die Frauen Kopftuch und keinen Turban tragen. Oder die Beschreibung "… glühte die müde Junisonne wie die runde Öffnung eines Backofens …" (S. 28), wo bei Herboth statt Backofen Tandyr steht, ein neben dem Haus in die Erde gebauter Ofen mit runder Öffnung, in dem Fladen gebacken werden. Darüber verfügt in Kirgisistan praktisch jedes Haus, während Backöfen (insbesondere in der Zeit, in der die Geschichte spielt), Mangelware sind. Auch die Ausdrucksweise ist in der neuen Ausgabe stellenweise sehr gewöhnungsbedürftig: Auf Seite 27 "…; es lohnte nicht, mit ihm anzubinden.", hingegen in der alten Fassung "Sie wusste, dass es nicht lohnte, mit ihm Streit anzufangen, …", was auch im Zusammenhang gelesen wesentlich besser klingt. Oder Seite 7 (neu) "… damals noch Buben von fünfzehn, sechzehn Jahren .." gegenüber "Wir Halbwüchsigen, etwa fünfzehn Jahre alt…". Ich möchte die Fünfzehnjährigen sehen, die sich noch Buben nennen lassen ;-)Dinge dieser Art ziehen sich durch den gesamten Text hindurch und viel von der Poesie dieser Geschichte ist einfach verloren gegangen. So schön ich die Illustrationen auch finde, ich werde das Buch verkaufen und dafür die alte Ausgabe behalten. Denn letztendlich ist es der Text, der Dshamilja ausmacht.PS: Und um Bücher dieser Übersetzerin werde ich zukünftig einen riesigen Bogen machen.PPS: Eben erst habe ich gesehen, dass es sich bei der Insel-Ausgabe um eine ältere Übersetzung des Suhrkamp-Verlages handelt. Tja, auch dort scheint an allen Ecken und Enden gespart werden zu müssen.

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  • Äußerlich klein und inhaltlich ganz groß

    Dshamilja
    monerl

    monerl

    21. March 2015 um 14:57

    Klappentext: 1956 verfaßte Tschingis Aitmatow am Maxim-Gorki-Literaturinstitut in Moskau als Diplomarbeit eine Geschichte und gab ihr den Titel "Dshamilja". Seither geht sie um die ganze Welt. Sie ist, wie Aitmatow im Vorwort zu dieser Ausgabe sagt, zur "Gefährtin all jener geworden, die an die Liebe glauben." "Ich schwöre es, es ist die schönste Liebesgeschichte der Welt." (Louis Aragon)  ________________________________________________________________________ Meine Meinung: Dies ist ein Büchlein von 95 Seiten - äußerlich klein und gleichzeitig inhaltlich ganz groß! Ob es die schönste Liebesgeschichte der Welt ist, weiß ich immer noch nicht zu sagen... Zumindest ist es eine wirklich schöne Liebesgeschichte, in einer sehr schwierigen Zeit, in einem kargen Land, mit wenig Worten, dafür umso mehr Gefühl. In dieser Novelle findet man mehrere Liebesgeschichten; die jugendliche Liebe von Seït (dem Erzähler) zu seiner Schwägerin Dshamilja, die Liebe Seïts zur Malerei, die Liebe Danijars zum Land Kirgistan/Kirgisien und der Erde der kirgisischen Steppe und als letztes die tiefe Liebe zwischen Danijar und Dshamilja. "Ihr meine Berge, ihr blauweißen Berge, Land meiner Ahnen und Väter!" (Seite 51 oben) "Ein sanfter Wind wehte von dorther. Danijar sang wieder. Er begann abermals schüchtern und unsicher, doch allmählich gewann seine Stimme Kraft, sie erfüllte die ganze Schlucht und hallte von den fernen Felsen wider." (Seite 51 unten) "Und sie (die schlummernde Steppe) hörte dem Sänger dankbar zu, dessen ihr vertraute Melodie sie liebkoste. Sanft wogten die weiten, reifen, graublau schimmernden Kornfelder, die noch auf die Mahd warteten. Helle, dem Morgendämmern vorauseilende Lichtflecke huschten über das ebene Land."  (Seite 53 mitte)  "In jedem Pinselstrich soll der Gesang Danijars ertönen! In jedem das Herz Dshamiljas schlagen!" (Seite 81 unten) Solche Sätze, voller Poesie, findet man viele. Es war ein Genuß mit der Melodie der Geschichte zu fliegen und sich davon vereinnahmen zu lassen. Danijars Gesang ist der Schlüssel zu all dem. Durch ihn öffnen sich Seïts Augen und Herz und er erkennt seine Liebe und Zuneigung zur Malerei. Seït und Dshamilja erkennen, dass Danijar ein Mensch mit Tiefe ist und Dshamilja gesteht sich ihre Liebe für Danijar ein.  Das alles passiert zur Zeit des Zweiten Weltkrieges, wo alle gesunden Männer an der Front sind und die zurückgebliebenen Frauen und Kinder hart auf den Feldern arbeiten müssen, um die Versorgung der Soldaten zu gewährleisten. Es gibt nicht wirklich viel zu lachen und für die wahre und große Liebe ist eigentlich kein Platz. Und doch schafft sie es sich in das karge Land zu schleichen und zwei Menschen zu verbinden, die nicht zusammengehören dürften und schenkt ihnen (hoffentlich) ein gemeinsames Schicksal und ein langes Leben. http://monerls-bunte-welt.blogspot.de/2015/03/buchvorstellung-dshamilja.html

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    • 3
  • Sie weiß, was sie will

    Dshamilja
    dominona

    dominona

    20. October 2014 um 21:01

    Wenn die große Liebe einen packt, dann wehrt man sich nicht und genau darum geht es in dieser Novelle. Zur Liebesgeschichte gehören Naturschilderungen der Steppe, Charaktereigenschaften der beiden Liebenden und dem Dritten, dem Erzähler, aber so kitschig, wie man es sich vorstellen mag, wird es nicht, eher wie ein Traum, ein schmuckloses und dennoch stolzes Märchen.

  • Geschichte aus Kirgisien

    Dshamilja
    Arun

    Arun

    Dshamilja von Tschingis Aitmatow Nach meinem letzten Buch von über 900 Seiten habe ich mal auf ein dünnes mit geringer Seitenzahl zurückgegriffen. Das vorliegende Werk hat 88 Seiten, zieht man noch das Vor- und Nachwort ab bleiben 68 für die eigentliche Erzählung. Auf der Rückseite des Buches steht bei mir nur ein Satz: „Ich schwöre es, die schönste Liebesgeschichte der Welt.“ Louis AragonDieser Name war mir nicht geläufig, eine Anfrage im www brachte folgendes Ergebnis: Louis Aragon war ein französischer Dichter und Schriftsteller 1897 -1982 Zum Buch: Die Geschichte spielt während des 2. Weltkrieg in einem kleinen Dorf in der zentralasiatischen Sowjetrepublik Kirgisien. Eine für uns fremde Welt mit Sitten und Gebräuchen, der Tradition und auch der Religion verhaftet. Dshamilja eine junge Frau die in eine ortsansässige Familie eingeheiratet hat, eine starke Persönlichkeit die von vielen begehrt wird, steht im Mittelpunkt der Story. Viele junge Männer so auch ihr Ehemann befinden sich im „Großen Vaterländischen Krieg“ Die tägliche Arbeit wird nun von Frauen, jungen und alten Männern, Kriegsuntauglichen oder auch Rekonvaleszenten durchgeführt. In diesem Klima entwickelt sich für mich eine eher spröde Liebesgeschichte welche ich ohne große Begeisterung gelesen habe. Wie die Aussage „Schönste Liebesgeschichte der Welt“ zustande kommt ist mir unverständlich. Interessanter fand ich die Lebensumstände der Bevölkerung.

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    • 12
  • Rezension zu "Dshamilja" von Tschingis Aitmatow

    Dshamilja
    Joshy2

    Joshy2

    19. September 2012 um 17:49

    Ein Klassiker der Literatur, schon 1956 als Erstlingswerk Aitmatows verfasst und doch ein großes Stück Literatur. Begeistert war ich von der kindlichen Erzählstruktur, denn ein Kind berichtet uns von den Ereignissen in einem kleinen kirgisischen Dorf zur Zeit des 2. Weltkrieges. Die jungen Männer sind an der Front und die Frauen und Kinder bringen die Ernte ein. Es ist eine Liebesgeschichte, aber auch Zeitgeschichte, Geographie und Brauchtum. Alles vereint diese - jammerschade- kurze Erzählung.

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  • Rezension zu "Dshamilja" von Tschingis Aitmatow

    Dshamilja
    rumble-bee

    rumble-bee

    29. May 2012 um 16:56

    Dies ist eines jener Bücher, die man durch ausführliches Rezensieren eigentlich nur zerreden kann. Was den wirklichen Zauber dieser Geschichte ausmacht, muss sich jeder Leser selber erschließen. Aber einen Zauber, den gibt es - definitiv! Allerdings stimme ich persönlich nicht mit Louis Aragon überein, der das Büchlein etwas vollmundig als die "schönste Liebesgeschichte der Welt" beschreibt. Zu einer wirklich schönen Liebesgeschichte gehört für mich auch eine Prise Tragik und Hindernisse, doch die waren hier kaum vorhanden. Sicher, Dshamilja ist eigentlich schon verheiratet - aber zwischen den Zeilen ist dem Leser schon lange klar, dass die Ehe eher aus Vernunftgründen geschlossen wurde, und dass auch keine tieferen Gefühle beteiligt sind. In seinen Briefen von der Front grüßt der verletzte Sadyk seine Ehefrau auch immer recht emotionslos, ganz am Schluss. Das spricht für sich, und mir als Leserin schien, das hätten auch alle unterschwellig gewusst. Nein, was mich vorrangig an dieser Geschichte berührt hat, war die Erzählweise. Erzählt wird die erblühende Liebe zwischen Dshamilja und dem zurückhaltenden Danijar nämlich von Dshamiljas Neffen, dem 15jährigen Said. Alle drei haben den Auftrag, täglich Getreide zur viele Kilometer entfernten Bahnstation zu fahren - und aus der Perspektive des naiven Jugendlichen liest es sich äußerst apart, ja, geradezu rätselhaft, was sich da entwickelt. Erst sind es Frotzeleien, dann Wettrennen, und zum Schluss die Musik, welche eine Brücke baut zwischen den zuerst so gegensätzlichen Charakteren. Die großartigen Naturschilderungen tun ihr Übriges, um den Leser mitten in die karge, aber doch seelenvolle kirgisische Landschaft zu versetzen. Man fühlte sich, als läge man an einem Sommertag mitten in einem Feld, und lauschte dem Leben selbst - wirklich sehr schön. Die Erzählung hat für mich auch auf rein historisch-beschreibender Ebene wunderbar funktioniert. Ich wurde entführt in einen doch gar nicht so fernen, ländlichen Kosmos, in eine Dorfgemeinschaft, die zwischen Nomadentum und Neuzeit gestrandet zu sein scheint - in der aber nach wie vor die menschlichen Werte zählen. Das hat mich sehr berührt. Ich würde dieses Büchlein jedem empfehlen, der sich nicht von der scheinbaren Kürze zu oberflächlicher Lektüre hinreißen lassen mag - und der ein Gespür für Stimmungen und Landschaften hat. In dieser Hinsicht wahrhaftig ein kleines Juwel!

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  • Rezension zu "Dshamilja" von Tschingis Aitmatow

    Dshamilja
    Marcus_Krug

    Marcus_Krug

    Das Vorwort des Übersetzer dieses dünnen Bändchens ins Französische ist der eigentlichen Geschichte vorangestellt. Louis Aragon schwärmt in den höchsten Tönen von der "schönsten Liebesgeschichte der Welt". Ich kann ihm nicht zustimmen. Das aber auch nur, weil er mit diesem Statement die Messlatte für die Erzählung unerreichbar hoch legt. Said, der Ich-Erzähler, erzählt von Dshamilja, der Frau seines Bruders Sadyk, der im Jahre 1943 an der Front kämpft. Als Fünfzehnjähriger heimlich in seine Schwägerin verliebt, berichtet Said von einer Geschichte, die sich um ihn, besagte Dshamilja und den einzelgängerischen Danijar dreht. Gemeinsam sollen sie Getreidesäcke zur Bahnstation bringen, um damit die Frontsoldaten zu unterstützen. Auf dem Weg zur Station entspinnt sich eine einzigartige Geschichte, um die Liebe zwischen zwei Menschen und die Liebe im Allgemeinen - aber eben nicht die schönste Liebesgeschichte der Welt. Wer dies nämlich behauptet spricht all den anderen Geschichten um die Liebe ihr Besonderes, ihr Einzigartiges ab, weil es ja eben nur die eine geben kann. Wem Naturbilder in klarer schnörkelloser Sprache und eine uralte Geschichte über die Überwindung von unflexiblen Traditionen Lesevergnügen bereiten, dem sei dieses Büchlein uneingeschränkt empfohlen.

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    • 2
  • Rezension zu "Dshamilja" von Tschingis Aitmatow

    Dshamilja
    libri

    libri

    20. March 2012 um 09:14

    Im Bücher-Magazin werder immer wieder die "schönsten Liebesgeschichten der Welt" vorgestellt. In der Januar-Ausgabe wurde Dshamilja von Tschingis Aitmatow besprochen. Die Geschichte gefiel mir, in der Leihbücherei gabs das Buch, also hab ich nicht lange gezögert und mir das Buch besorgt. Schöne Geschichte - ohne Zweifel. Da nur knapp 100 Seiten lang, wurde auch auf alles Überflüssige verzichtet. Lesenwert !

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  • Rezension zu "Dshamilja" von Tschingis Aitmatow

    Dshamilja
    LtdKoerschgen

    LtdKoerschgen

    06. October 2011 um 19:30

    Kirgisische Steppe, 1943. Der 15-jährige Said erzählt rückblickend die Geschichte seiner Schwägerin Dschamilja. Das junge, lebensfrohe Mädchen ist bereits unglücklich verheiratet, als der verwundete Soldat Danijar aus dem Krieg heimkehrt. Gemeinsam fahren Dschamilja, Danijar und Said nun täglich Getreide vom heimatlichen Dorf zum angelegenen Bahnhof. Als der schüchterne, verträumte Danijar eines Abends auf dem Rückweg ein Lied anstimmt, fühlen sich seine Gefährten auf merkwürdige Weise zu ihm hingezogen... Die von Louis Aragon erstmals ins Französische übertragene Erzählung begründet den Welterfolg des Autors. In der DDR war das Buch über lange Zeit Pflichtlektüre. Aitmatows Sprache fügt sich zum einem Fluss aus Urtümlichkeit, Metaphorik und Poesie zusammen, der den Leser ausweglos zum mitschwimmen zwingt.

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  • Rezension zu "Dshamilja" von Tschingis Aitmatow

    Dshamilja
    Lax

    Lax

    28. August 2011 um 12:43

    Tschingis Aitmatows „Dshamilja“ ist eine Liebeserklärung an Kirgisistan und an die Macht der Poesie, Kunst und Liebe überhaupt. Es ist schon eine besondere Liebesgeschichte, die Tschingis Aitmatow in „Dshamilja“ erzählt. Fern ab von der westlichen Welt spielt sie in einem Aul (Dorf) in der ehemaligen Sowjetrepublik Kirgisistan. Es ist ein Land in dem „wilder Wermut wächst, der Wind den milchigwarmen Honigduft blühender Maisfelder und den Geruch von Äpfeln und trockenem Kuhmist miteinander mischt.“ Doch so herrlich die Landschaft auch ist, die Bevölkerung hat unter den Folgen des zweiten Weltkrieges im Jahr 1943 zu leiden. Viele Familien haben ihre Männer im Krieg verloren. Es gibt Dorfregeln, die befolgt werden müssen und es gibt Regeln die der Staat aufstellt. Der Erzähler der Geschichte ist ein Jugendlicher, der mit Dshamilja, der Ehefrau seines älteren Bruders und Danijar, einem Außenseiter zusammenarbeitet. Und während dieser Arbeit beobachtet der Junge, wie sich eine verbotene Liebe zwischen diesen beiden Menschen entwickelt. „…ohne Worte enthüllte es die ganze Weite und Größe der menschlichen Seele.“ Doch alle drei wissen, dass diese Liebe keine Zukunft hat. Während der Junge versucht diese blühende Liebe in einem Bild festzuhalten, „Ach, wenn ich nur Farben hätte, um das alles zu malen“, sehen die beiden Liebenden nur einen Ausweg aus den strengen Regeln. Luis Aragon behauptet in seinem Vorwort zu der Erzählung, dass es „die schönste Liebesgeschichte der Welt ist.“ Das ist sie zwar nicht. Doch ist es eine wundervolle Liebesgeschichte, die sich in einem langsamen Tempo in einem kargen, dann wieder voller Farben blühenden Landschaft, inmitten der hart arbeitenden Landbevölkerung während der Sowjetherrschaft abspielt. „….es war eine alles umfassende Liebe zum Leben und zur Erde.“ Und nicht zu vergessen, die Liebe zum Wort. Tschingis Aitmatow (1928-2008), ein Schriftsteller aus Kirgisistan, studierte Veterinärmedizin und begann erst 1951 mit dem Schreiben und dem Literaturstudium in Moskau. Er hat in seiner Laufbahn mehrere Romane und Erzählungen veröffentlicht. Sein erstes Werk „Dshamilja“ sollte auch sein bekanntestes bleiben.

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  • Rezension zu "Dshamilja" von Tschingis Aitmatow

    Dshamilja
    Gilfaen

    Gilfaen

    21. February 2011 um 18:57

    Diese als „schönste Liebesgeschichte der Welt“ bezeichnete Geschichte zwischen Dshamilja und Danijar, geschildert vom 15-jährigen Said, ist nicht nur stilistisch ein kleines Meisterwerk. Sehr dicht, sehr bildhaft werden die Eindrücke des gerade zum Mann werdenden Said geschildert. Emotionen und Gedanken werden in abstrakten Bildern ausgedrückt - Er selbst möchte diese Augenblicke der Zweisamkeit einfangen, behalten, hüten wie einen Schatz, bis er wirklich beginnt diese mit Farben zu malen. Ebenso malerisch wie die Geschichte, ist die gesamte Atmosphäre, so dass ich das Büchlein, welches einen langen Nachklang hat, nur schwer aus der Hand legen konnte.

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  • Rezension zu "Dshamilja" von Tschingis Aitmatow

    Dshamilja
    oblomow

    oblomow

    Aus dem Blickwinkel eines Kindes erzählt AItmatow von der Liebe zwischen Dshamilija und Danijar, die in einem kleinem Dorf irgendwo in der Steppenlandschaft Kirgisiens zueinander finden. Die Geschichte entfaltet sich vor dem inneren Auge des Lesers durch den ungewöhnlichen Ort des Geschehens in malerischen Bildern. Die beiden Liebenden sind starke Charaktere, die sich aus der, durch die patriarchalen Strulkturen entstehende spürbaren Enge emanzipieren. Gleichzeitig also auch ein Geschichte über Befreiung und Aufbruch, nicht nur über Liebe. Aitmatow versteht auf diesen wenigen Seiten den Mensch und das Leben an sich zu würdigen. Keine Spur Ironie, Abstumpfung oder Resignation in diesem Buch. In der unermeßlichen Weite und EInsahmkeit dieser Landschaft zählt ein einzelner Mensch wohl mehr als andernorts. Uneingeschränkt zu empfehlen!

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    • 2
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. December 2010 um 22:45
  • Rezension zu "Dshamilja" von Tschingis Aitmatow

    Dshamilja
    Aldawen

    Aldawen

    10. August 2010 um 21:07

    In Kirgisistan 1943. Viele Männer sind im Krieg, die Frauen und Jugendlichen müssen die gesamte Last der landwirtschaftlichen Arbeit übernehmen. Das Leben ist noch geprägt von Sitten und Vorstellungen der nicht lange zurückliegenden Nomadenzeit. Danijar, ein junger Kriegsversehrter, der Erzähler Seït und dessen Schwägerin Dshamilja bekommen den Auftrag, Kornsäcke zur Bahnstation zu fahren, um die Truppen zu unterstützen. Dshamiljas Mann liegt irgendwo im Lazarett, in seinen Briefen gedenkt er immer nur im letzten Satz seiner Frau. So bleibt es vielleicht nicht aus, daß Dshamilja und Danijar sich ineinander verlieben und schließlich gemeinsam das Dorf verlassen. Eine unaufdringliche Liebesgeschichte, die – v. a. angesichts der Kürze der Erzählung – lange zur „Entstehung“ braucht. Für mich war auch diese (angehende) Liebesgeschichte zwischen Dshamilja und Danijar gar nicht das Entscheidende, daher stehe ich Louis Aragons Bewertung als „schönste Liebesgeschichte der Welt“ auch etwas zwiespältig gegenüber. Viel interessanter fand ich den Blick in eine – so heute auch nicht mehr existierende – Gesellschaft im Umbruch. Aitmatow hat es wunderbar verstanden, mit nur wenig Aufwand Bilder von der kirgisischen Landschaft, den Menschen und ihrem Tun heraufzubeschwören. Und auch wenn ich nicht sagen kann, daß der Geschichte etwas Wesentliches gefehlt hat, denn sie ist in sich sehr stimmig und stilistisch schön, so wäre es mir doch an manchen Stellen lieber gewesen, noch mehr über die Menschen zu erfahren. Andererseits wäre es dann ein sehr viel anderes Buch geworden, und es hätte vermutlich einiges von dem Zauber, den es jetzt verströmt, verloren.

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  • Rezension zu "Dshamilja" von Tschingis Aitmatow

    Dshamilja
    Maggi

    Maggi

    Erzählt wird die Liebesgeschichte zwischen Dshamilja und Danijar, zeitlich angesiedelt ist sie im 2. Weltkrieg. Sie spielt irgendwo zwischen Kirgisien und Kasachstan in der Steppe. Die Welt, die sich vor dem Leser ausbreitet ist fremdartig und faszinierend, ein hartes, entbehrungsreiches Leben zwischen harter landwirtschaftlicher Arbeit und alten Traditionen. Auch Dshamilja hat einen Ehemann, der zum Frontdienst eingezogen wurde. Die harte Arbeit zu Hause wird nun von Frauen, Halbwüchsigen und Alten erledigt. Erzählt wird aus der Sicht von Dshamiljas jüngerem Schwager, der Dshamilja sehr verehrt und selbstlos liebt. Eines Tages kommt ein Fremder, aus dem Krieg zurück gekehrt aufgrund einer Verwundung, in den Ail (kirgisisches Dorf), von dem sich dann heraus stellt, dass seine Familie ursprünglich aus der Gegend stammt. Wie ein Verwandter wird Danijar, so der Name des Neulings, aufgenommen. Aber er ist schweigsam, verschlossen und ein wenig merkwürdig, so dass er zunehmend kritisch beobachtet wird. In einem besonders heißen Sommer ziehen der Erzähler, Danijar und Dshamilja täglich zum Bahnhof, um Getreide zu den Zügen zu bringen, die die Truppen an der Front versorgen. In diesen Wochen enspinnt sich zwischen Danijar und Dshamilja eine zarte Liebesgeschichte. Das klingt nun weder besonders außergewöhnlich, noch aufregend, aber was die Erzählung lebendig werden, ja atmen lässt, sind die bildhaften Beschreibungen. Man bekommt zwar nicht viel erklärt über diese fremde Welt, aber man kann die Steppe vor sich sehen, den Wind spüren, die Erde, das Getreide, die Hitze riechen. "Dshamilja" ist eine wunderbare, klangvolle Liebesgeschichte, die mit kraftvollen Worten Bilder malt, Düfte heraubeschwört und Farben lebendig werden lässt. Das macht sie besonders. Lediglich ein Pünktchen Abzug, da ich mir noch mehr Beschreibungen der Gefühle der beiden Liebenden gewünscht hätte. Aber die Geschichte ist auch so wunderbar...

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  • Rezension zu "Dshamilja" von Tschingis Aitmatow

    Dshamilja
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. June 2010 um 11:26

    Die Geschichte spielt im August 1943 in einem kirgisischen Dorf nahe der Grenze zu Kasachstan. Dshamilja ist eine junge lebenslustige Frau, ihr Mann ist im Krieg und liegt verletzt in einem Lazarett. Die ganze Familie wartet sehnsüchtig auf die Rückkehr der Väter, Söhne und Ehemänner, denn das Leben im Dorf ist hart. Die ganze schwere Feldarbeit wird von Kinder, Frauen und Alten verrichtet. Eines Tages werden Dshamilja, ihrer kleiner Schwager (der Ich-Erzähler) und Danijar, ein heimgekehrter Soldat, auserwählt jeden Tag das Korn aus dem Dorf bis an den 20 km entfernten Bahnhof zu fahren. Auf den langen Fahrten zwischen Dorf und Bahnhof entwickelt sich eine zarte Liebe zwischen Dshamilja und Danijar, eine Liebe die nicht sein sollte. Eine Liebe zart wie ein Sommerwind und doch standhaft wie ein Felsen. Ein Buch der leisen Töne und einer magischen Ausstrahlung. Die schönste Liebesgeschichte der Welt? Ja, Gemeinsam mit dem Buch "Liebe in Zeiten der Cholera" schon.

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