Tsitsi Dangarembga

 3,9 Sterne bei 34 Bewertungen
Autor*in von Überleben, Aufbrechen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Tsitsi Dangarembga ist Filmemacherin und Autorin.  Die BBC zählte sie zu den »100 Women«, die die Zukunft prägen. Seit 2009 steht sie dem Creative Arts for Progress in Africa Trust vor. 2021 erhielt sie den PEN Pinter Prize, den PEN International Award for Freedom of Expression und den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. 2022 gehörte sie der Jury der Berlinale an und wurde mit dem renommierten Windham-Campbell Prize 2022 der Yale University ausgezeichnet. Der erste Band ihrer Romantrilogie, »Aufbrechen«, erschien 2022 im FISCHER Taschenbuch: »Dies ist der Roman auf den wir gewartet haben … und dieses Buch wird ein Klassiker.« Doris Lessing

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Die Schwere des Seins (ISBN: 9783949545436)

Die Schwere des Seins

 (1)
Neu erschienen am 19.03.2024 als Taschenbuch bei Orlanda Verlag GmbH.

Alle Bücher von Tsitsi Dangarembga

Cover des Buches Überleben (ISBN: 9783596523658)

Überleben

 (14)
Erscheint am 28.01.2025
Cover des Buches Aufbrechen (ISBN: 9783596523498)

Aufbrechen

 (8)
Erschienen am 30.08.2023
Cover des Buches Schwarz und Frau (ISBN: 9783869951270)

Schwarz und Frau

 (4)
Erschienen am 13.02.2023
Cover des Buches Verleugnen (ISBN: 9783949545092)

Verleugnen

 (1)
Erschienen am 15.09.2022
Cover des Buches Verleugnen (ISBN: 9783596708222)

Verleugnen

 (1)
Erschienen am 27.09.2023
Cover des Buches Schwarz und Frau (ISBN: 9783754007891)

Schwarz und Frau

 (1)
Erschienen am 13.02.2023
Cover des Buches Der Preis der Freiheit (ISBN: 9783499129568)

Der Preis der Freiheit

 (3)
Erschienen am 01.02.1999
Cover des Buches This Mournable Body (Nervous Conditions) (ISBN: 9781555978129)

This Mournable Body (Nervous Conditions)

 (1)
Erschienen am 07.08.2018

Neue Rezensionen zu Tsitsi Dangarembga

Cover des Buches Die Schwere des Seins (ISBN: 9783949545436)
E

Rezension zu "Die Schwere des Seins" von Karen Mukwasi

Erzählungen von Macht und Ohnmacht aus Simbabwe
evaczykvor einem Monat

Als postkoloniale Erzählungen ordnet der Verlag die Reihe der von Tsitsi Dangarembga herausgegebenen Erzählungen simbabwischer Autorinnen und Autoren ein. Damit klingt das zwar hinreichend woke, ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob diese Definition die zutreffendste ist, mal abgesehen davon, dass Simbabwe eine koloniale Vergangenheit hatte, aus der es sich befreit hat. Vor allem aber geht es um Macht und Ohnmacht, um Gewalterfahrungen, die zwar in einigen Geschichten im Unabhängigkeitskampf und dem späteren System Mugabe wurzeln, in anderen aber in patriarchalen Strukturen und systematischer traditioneller Unterdrückung von Frauen. Insofern könnten sie auch in der Zeit der Bürgerkriegs in Ex-Jugoslawien spielen, in Syrien oder überall dort, wo archaische Strukturen Ehemännern und Vätern absolute Gewalt über Frauen zubilligen.

Ziemlich harter Tobak ist der Stoff dieser Kurzgeschichten, die die literarische Umsetzung wahrer Geschehnisse sind. Im Rahmen des Projekts "Breaking the Silence" hatten die Autorinnen und Autoren Briefe und Aussagen, die Opfer von Gewalt aus verschiedenen Teilen Simbabwes und aus verschiedenen Zusammenhängen heraus geschildert hatten. Da geht es um die Mutter, die nach der Vergewaltigung ihrer behinderten Tochter um Gerechtigkeit kämpft, um den Vater, der seine Tochter erschlägt, um Folter politischer Gegner. Das Buch bringt die nicht ganz neue Erkenntnis, dass die Freiheitskämpfer von gestern die Unterdrücker und Folterknechte von morgen sein können. 

Es gibt nur wenig Hoffnung und noch weniger Gerechtigkeit in diesen Erzählungen - und die Tatsache, dass sie auf tatsächlichen Geschehnissen beruhen, macht die Texte noch deprimierender. Gleichzeitig zeigen diese Erzählungen, wie wichtig es ist, das Schweigen über Gewalt zu durchbrechen, egal, ob es auf Angst oder auf Scham beruht. 

Abgesehen von Dangarembga kannte ich die Verfasser der übrigen Texte bisher nicht und bin daher froh über die Gelegenheit, neue afrikanische Autor*innen kennenzulernen.


Cover des Buches Aufbrechen (ISBN: 9783596523498)
Mary2s avatar

Rezension zu "Aufbrechen" von Tsitsi Dangarembga

Afrikanische Emanzipation
Mary2vor 2 Monaten

Das Mädchen Tambudzai wächst in den 1960er Jahren in einem Dorf in Rhodesien (heute Simbabwe) in ärmlichen, bäuerlichen Verhältnissen auf. Da die Schule teuer ist, kann Tambudzai nur drei Jahre lang eine Dorfschule besuchen, während ihr älterer Bruder im Haus eines gebildeten Onkels weiterführenden Unterricht in der Missionsschule erhält. Durch den plötzlichen Tod des Bruders ergibt sich die Möglichkeit, dass Tambudzai an seiner Stelle die erhoffte Chance auf Schulbildung bekommt.

Sehr ambivalent empfindet Tambu das Patriarchat in ihrem Heimatland, in dem der Onkel über das Schicksal der gesamten Sippe Entscheidungen trifft. Sowohl ihre Eltern als auch sie persönlich sind abhängig vom Onkel, der seine Stellung teilweise zum Wohle der Familienmitglieder nutzt, sie andererseits aber bewusst abhängig von ihm bleiben lässt. Tambus Cousine und Freundin Nyasha geht an dieser Situation fast zugrunde.

In diesem kraftvollen ersten Roman der Autorin finden sich auch autobiographische Spuren. Dangarembga ist 1959 in Simbabwe geboren, wenngleich in einer anderen Situation als ihre Protagonistin Tambu. Neben dem ergreifenden Lebensweg von Tambu haben Themen wie „westliche Mission in Afrika“, „Entfremdung von der Herkunftsfamilie“, „Emanzipation“ und „Benachteiligung Schwarzer“ Raum bekommen.

Die Autorin Tsitsi Dangarembga gilt als „die weibliche Stimme Afrikas“. Diesen Titel trägt sie zu recht! Sehr reflektiert setzt sie sich mit der Problematik des Patriarchats und der Missionstätigkeit (mit Bildungsmonopol) auseinander. Ihr Debüt-Roman, den sie im Alter von 25 Jahren veröffentlichte, hat mich sehr beeindruckt.

Schon für sich genommen ist „Aufbrechen“ fesselnd und in sich abgeschlossen. Inzwischen haben zwei weitere Bücher die Trilogie vervollständigt. Dieser Lektüre schaue ich voller Erwartungen entgegen.

Volle Punktzahl und volle Leseempfehlung für ein Buch, das meine Weltsicht erheblich erweitert hat.

Cover des Buches Verleugnen (ISBN: 9783596708222)
R

Rezension zu "Verleugnen" von Tsitsi Dangarembga

Solide Fortsetzung über Scham, Diskriminierung und Krieg
R_D1vor 3 Monaten

Darum geht's

In Band 2 begleiten wir Tambu auf der Sacred Heart. Im "afrikanischen Zimmer" ist sie mit 5 weiteren Schwarzen Mädchen untergebracht, was nicht gerade zur Anerkennung bei den Nonnen und Lehrerinnen beiträgt. Auffällig ist, wie Schwarz und weiß Kategorien sind, die keiner überwinden kann... weder eine empathische Schwester wie Catherine noch die fleißigen Schwarzen Schülerinnen, die sich der europäischen Kultur unterordnen für einen guten Schulabschluss. Was damit gemeint ist - lest es selbst. ;-)

Nyasha, die vermutlich für Viele LeserInnen zu einer Lieblingsfigur geworden ist, tritt leider in den Hintergrund, ebenso die Familie von Babamukuru und Mai. Tambu entfremdet sich weiter von ihren Ursprüngen. 

Ich mag die Tragik, die in Tambus Leben und Umfeld allgegenwärtig ist. 

Harter Tobak

Obwohl jeder harten Tobak für sich anders definieren würde, so empfinde ich diesen Band als solchen. Es ist stellenweise eklig und gewaltvoll, es geht darum, wie reudig Schwarze behandelt wurden von den weißen und es geht um Scham, psychische Störungen und die Spuren des Kolonialismus und des Kriegs.

Zeitraffung

Manchmal empfand ich die retrospektive Ich-Erzählung sprunghaft, ähnlich wie Memoiren erzählt werden. Das ging mir persönlich zu rasch, aber das muss nicht für jede/n Leser/in gelten. In Band 1 "Aufbrechen" wurde sich mehr Zeit gelassen zum Erzählen.

Shona-Sprache

In diesem Band lernen wir nicht nur neue Figuren und Personenbezeichnungen kennen, sondern auch einige neue Begriffe der Shona-Sprache!

Empfehlung

Wer Band 1 gelesen hat, der findet hier eine solide Fortsetzung.


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