Tuvia Tenenbom Allein unter Juden

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Inhaltsangabe zu „Allein unter Juden“ von Tuvia Tenenbom

Ende 2012 erschien Tuvia Tenenboms furioser Reisebericht Allein unter Deutschen, der hier heftig diskutiert wurde und monatelang auf der Bestsellerliste stand. Nach seiner Deutschland-Tour hat sich Tenenbom 2013 auf Entdeckungsreise durch Israel begeben. Dreißig Jahre nachdem er seine Heimat in Richtung USA verlassen hat, kehrte er, der Sohn eines Rabbiners, zurück, um sich ein eigenes Bild davon zu machen, wie sich die kulturelle und politische Identität Israels verändert hat. Dafür ist er wieder kreuz und quer durchs Land gereist: vom Gazastreifen bis zu den Golanhöhen, von Eilat bis zu den Hisbollah-Stellungen im Norden. Und schon bald erkennt er, dass man, um dieses Land wirklich zu verstehen, mit allen sprechen muss: mit Ultraorthodoxen und Atheisten, mit Fundamentalisten jeglicher Couleur, mit Kibbuzniks und Siedlern, Rabbis und Imamen, mit Mystikern und Intellektuellen, Militärs und Geheimagenten, mit israelischen Prominenten und palästinensischen Politikern, mit Journalisten und NGO-Aktivisten u.?v.?m. Das Ergebnis dieser nicht immer ganz konfliktfrei verlaufenen Begegnungen ist eine ebenso unterhaltsame wie erhellende Erkundung eines Landes der Extreme, wie man sie so noch nie gelesen hat.
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  • Ein Buch das zum Nachdenken anregt

    Allein unter Juden

    PatsImaginations

    27. October 2016 um 11:14

    Man denkt man weiß alles über den Nahostkonflikt? Weit gefehlt. Tuvia Tenenbom, der 1957 in Israel geboren wurde, jedoch inzwischen im Ausland lebt kehrt zurück in das Land seiner Kindheit und begibt sich auf die Spur des Nahostkonflikts. Schnell merkt er, dass man - um dieses Land zu verstehen - mit allen sprechen muss.So begibt er sich auf Erkundigungsreise, mal ist er Tuvia, mal "Toby, der Deutsche", mal "Abu Ali". Er lernt viele verschiedene Menschen kennen und kommt mit ihnen ins Gespräch und schnell wird ihm klar, dass das Bild des Konfliktes, welches im Westen so weit verbreitet ist zu einfach ist. Die humoristisch geschriebenen Begengungen mit Palästinensern und sich selbst hassenden Israelis, mit "Exjuden" und NGO Vertretern, mit Aktivisten, die Steine auf die IDF werfen um den Pressevertretern Fotos zu ermöglichen, mit radikalen Siedlern und orthodoxen Rabbis, mit Mitgliedern der palästinensischen Regierung und Abgeordneten der Knesset lassen ihn nachdenklich werden. Und erst im Anschluss an das Lesen wird einem klar, was man gerade humoristisch vermittelt bekommen hat. Antisemitismus vonseiten der Palästinenser, jüdischer Selbsthass der Intelektuellen, Antisemitismus vieler NGO-Aktivisten, Sendungsbewusstsein und viele weitere Abgründe tun sich ihm auf. Nicht nur einmal fragt sich Tuvia, ob allein die Gruppe streunender Katzen, die er mit koscherer Milch und Thunfisch versorgt, in diesem Land vernünftig sind.Eine erschreckende und doch sehr frische Sichtweise auf den Nahostkonflikt, welche aus der realen Begegnung mit Personen entstanden ist und nicht am Schreibtisch eines Forschers. Gleichzeitig eine Meisterleistung journalistischer Arbeit, die humorvoll und spannend erzählt wird. Für jeden, der meint ein Experte in Sachen Nahostpolitik zu sein, ein Buch welches sich zu lesen lohnt - wenn man nicht sowieso ein festes Weltbild hat, in dem die "bösen" Juden den "guten" Palästinensern alles wegnehmen würden.

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  • Absolute Leseempfehlung!

    Allein unter Juden

    Knigaljub

    19. August 2016 um 10:02

    Dieses Buch gehört zu den Büchern, die ich nicht mehr aus der Hand legen konnte, die mich beschäftigt haben und das sicherlich auch noch länger tun werden; die mich schmunzeln, aber auch nachdenklich werden ließen. Es ist ein Reisebericht über Israel, der mich neugierig auf dieses wunderschöne Land gemacht hat und eine Erzählung, die die politische Lage einmal genauer unter die Lupe nimmt.Auf bedrückende Weise erzeugt das Buch die Erkenntnis, dass nicht alles "echt" ist, was wir in irgendwelchen Dokumentationen aus der Ferne zu sehen bekommen. Besonders nachdenklich sollte uns die Tatsache stimmen, dass mit Hilfe deutscher Steuergelder unter dem Deckmantel der Hilfe für palästinensische Flüchtlinge das negative Bild der Israelis aufrechterhalten wird. Die meisten NGOs sehen das, was sie sehen wollen: brutale Besetzer.Tevenbom hakt auf beharrliche Weise nach, lässt sich nicht mit Zahlen und Aussagen abspeisen, sondern möchte diese brutale Besetzungsmacht mit eigenen Augen sehen. Dabei stößt er auf absurde, schöne, hohe und tiefe Momente, die er in unterhaltsame Worte zu verpacken weiß.Fazit:Ein bereicherndes Buch, das als Augenöffner und Perspektivwechsler verstanden werden kann, aber nicht als antipalästinensisch missverstanden werden sollte. Was letztlich deutlich wird, ist mal wieder diese eine kleine Erkenntnis: Zu einem Streit gehören immer zwei. Die Einteilung in Weiß (palästinensische Vertriebene) und Schwarz (israelische Rassisten) funktioniert nicht so einfach.4 von 5 Sternen, weil es absolut lesenswert ist, aber die Verteidigungshaltung des Autors für die Juden teilweise eben doch die Gefahr weckt, der Gegenpartei negative Gefühle entgegen zu bringen.

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  • Wer den israelisch-palästinensischen Konflikt verstehen will, kommt an diesem Buch nicht vorbei!

    Allein unter Juden

    TimFinnegan

    29. May 2015 um 13:58

    2014 reiste der Journalist Tuvia Tenenbom, der unter anderem für die Zeit schreibt, in Israel und dem Westjordanland umher, um ein möglichst vielseitiges Bild vom Nahostkonflikt aufzuzeigen. Mal als "Tobi, der Deutsche", mal als Jude Tuvia, interviewte er Araber und Juden, Ausländer und Einheimische, Politiker, Journalisten, Mitglieder von Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs), Beduinen und viele weitere Menschen unterschiedlichster Couleur. Auf eine ironische Weise, die jedoch gleichsam nachdenklich macht, offenbart er in seiner Reportage einige Ursachen und gleichzeitig die Absurdität dieses Konfliktes. Um nur einige Beispiele zu nennen: Da gibt es die Unmengen von EU-Fördergeldern, die beispielsweise in eine palästinensische Universität fließen, für die sich kaum ein Palästinenser interessiert. Da gibt es selbsthassende Juden, die mit der Unterstützung von ausländischen NGOs alles tun, was in ihrer Macht steht, um dem jüdischen Staat ein Ende zu bereiten. Da gibt es die einseitige Berichterstattung inländischer wie ausländischer Medien; da gibt es regelrechte Inszenierungen von vermeintlichen Übergriffen der israelischen Armee. Da gibt es palästinensische Geschichten von der Apartheid in den besetzten Gebieten und vom Holocaust am palästinensischen Volk — und gleichzeitig das geschäftige Leben in palästinensischen Großstädten, in die kein Jude einen Fuß setzen darf. Und da gibt es den modernen, überall verbreiteten Antisemitismus, der sich nur allzu gerne als "Israelkritik" tarnt. Fazit: Dieses Buch ist beiweitem die beste und vielschichtigste Berichterstattung über den israelisch-palästinensischen Konflikt, die ich je gelesen habe. Unbedingte Leseempfehlung für jeden, der die Situation im Nahen Osten besser verstehen will.

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  • Bissig und ernüchternd

    Allein unter Juden

    michael_lehmann-pape

    11. December 2014 um 12:52

    Bissig und ernüchternd Ein „trockener Intellektueller“, so bezeichnet sich Tenenbom gerne selbst. Und doch benötigt es einiges an Selbstbeherrschung, um bei all dem, was ihm im „heiligen Land“ begegnet, nicht doch in die alte „Sucht“ zurückzufallen. „Was Toby auftischt gehört in die Kategorie „gesund, natürlich und fade“. Normalerweise ist das für mich ein Zeichen, dass meine Gastgeberin eine Intellektuelle ist“. Was sich im Gespräch dann nicht wirklich so darstellt. Aber auch bei vielen anderen nicht, auf die Tenenbom an allen Ecken und Enden im Land trifft. Wobei bei all dem tumben (viel), undifferenziertem (noch mehr), einsichtigem (kaum) und schlichtweg unsinnigem, was ihm vor Ort alles an Haltungen begegnet, es für den Leser sehr verständlich wird, dass Tennenbom vieles gerne mit Fakten zurechtrücken würde. Zu haarsträubend ist vieles, was ihm da in Israel (und darüber hinaus) begegnet. Jene palästinensische Universität, aus EU Mitteln erbaut, die vor allem eine Gruppe gar nicht interessiert, die Palästinenser. Jene „Filmschaffenden“ mit ihren unverständlichen Ergüssen („The Garden“ lässt Tenenbom schier gar nicht mehr los in seiner rassistischen Einfalt), mit deutscher Finanzierung versehen. Die jungen Freiwillige (auch aus Deutschland), die es aber gar nicht gut finden, dass bewaffnete israelische Polzisten die Steine werfende Menge vor sich selbst schützen („Was auch immer mit den Juden hätte geschehen können, sie sollten die Steine akzeptieren!“). Jene hohen Vertreter der palästinensischen Politik mir ihrem Ausbund an behaupteter „Toleranz“, die einfach ignorieren, wie Tenenbom scharf angegangen wurde (als jüdischer Atheist, wohlgemerkt) wegen öffentlichem Rauchens und dem Trinken von Wasser am Ramadan („So reden wir in Ramalla nicht!“, ist die feste und falsche Behauptung). Aber nicht nur dort, sondern auch bei orthodoxen Juden, weltlichen Israelis, Christen im Heiligen Land, Arabern, überall wird in einer Weise behauptet, zurecht geredet, die Augen verschlossen, dass es einem, bei aller Ironie und teils brüllendem Witz an Dummheit, doch ganz anders werden kann bei der Lektüre des Buches, führt man sich vor Augen, welches Arsenal an Waffen und Völkergemisch sich dort gewaltbereit versammelt. Dass es Arabern bei Todesstrafe verboten ist, Häuser und Land an Juden zu verkaufen ist da nur eine Randnotiz, die sowieso den edlen Makler im arabischen Viertel nicht daran hindert, munter den Verkauf zwischen Arabern und Juden zu vermitteln. Bisschen lästig vielleicht, die vielen Bodyguards, aber was tut man nicht alles zur Völkerverständigung. Was im Übrigen den christlichen Konfessionen nicht nur im Blick auf die Nutzung der Grabeskirche auch mal gut zu Gesichte stehen würde. Diese wird von einem Moslem verwaltet, weil die Disharmonie zwischen den friedliebenden Christen öfter schon in Schlägereien gemündet ist. Surreal oft ist, was Tenenbom beobachtet und zu berichten weiß, neben dem ganz normalen Alltag der meisten Menschen im Land, natürlich. So surreal, dass das „normale“ Leben eher auf dem Friedhof der Stadt, bei den dort Lebenden) anzutreffen ist denn bei jenen, die das Heft eigentlich in der Hand haben sollten. Assoziativ, dicht gedrängt, bissig, zynisch, hintergründig zumindest leicht verzweifelt, so bietet Tenenbom seine vielfachen Eindrücke aus dem „Heiligen Land“ temporeich, unterhaltsam, witzig und vor allem erschreckend dem Leser dar. In einigen Teilen des Buches vielleicht zu sehr auf den Effekt der Dummheit aus, in einigen Teilen zu überheblich und manchmal auch zu dicht gedrängt in der Vielzahl der Eindrücke, die teilweise gar nicht sinken können, Im Gesamten aber ein Kaleidoskop des Unsinns von Vorurteilen und der Folgen dessen, wenn man nicht bereit ist, sich auch nur ein stückweit mit den aktuellen oder historischen Fakten zu beschäftigen, sondern nur in seiner Meinung lebt und bleibt. „War immer so“. Eine empfehlenswerte Lektüre 

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