Twan Eng Tan Der Garten der Abendnebel

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Inhaltsangabe zu „Der Garten der Abendnebel“ von Twan Eng Tan

Die angesehene Richterin Teoh Yun Ling, deren Erinnerungskraft schwindet, will sich noch einmal mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. Kurz nach dem Krieg arbeitet sie, die einzige Überlebende eines japanischen Internierungslagers, als Anwältin für ein Tribunal, das japanische Kriegsverbrechen ahndet. Auch der Tod ihrer Schwester lässt sie nicht zur Ruhe kommen. Sie will für diese ein Denkmal schaffen. Da ihre Schwester eine Liebhaberin der japanischen Gartenkunst war, geht Yun Ling trotz ihres Hasses auf die Japaner bei dem japanischen Gärtner Aritomo in die Lehre. Aritomo, der einst Gärtner des japanischen Tenno war, verbirgt aber ein dunkles Geheimnis.

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  • Ereignisreiche und ergreifende Geschichte

    Der Garten der Abendnebel
    goat

    goat

    22. November 2016 um 19:11

    Als Jugendliche gerät Teoh Yun Ling zusammen mit ihrer Schwester in ein japanisches Arbeitslager. Die grausamen Erlebnisse ertragen die beiden Schwestern nur, indem sie sich in einen Fantasiegarten hineinträumen, um wenigstens für ein paar Augenblicke der Gewalt und dem großen Hunger entfliehen zu können. Yun Ling ist am Ende die Einzige, die das Internierungslager überlebt. Im Gedenken an ihre Schwester möchte Yun Ling ihren Zufluchtsort nachbauen lassen. Im malaysischen Hochland wird sie fündig und wendet sich, trotz ihrer Abneigung gegen die Japaner, an Aritomo, den ehemaligen Gärtner des Kaisers. Doch dieser lehnt Yun Lings Bitte ab und bietet ihr stattdessen eine Lehre bei ihm an. Trotz der vielen Vorbehalte nimmt sie seinen Vorschlag an und arbeitet hart an ihrem Traum. Die Beziehung zwischen dem Japaner und der, durch die Erlebnisse schwer traumatisierten Frau, ist kompliziert und das Vertrauen stellt sich erst sehr spät ein. Das gemeinsame Projekt ist für beide Seiten eine Art, den Frieden wiederherzustellen. Der Garten bekommt von Yun Ling den Namen „Garten der Abendnebel“.Mittlerweile ist Yun Ling seit über 30 Jahren Richterin in Kuala Lumpur, verurteilt Kriegsverbrecher und wird nun in den Vorruhestand verabschiedet. Eine degenerative Nervenerkrankung, die rasch voranschreitet und zum Verlust des Gedächtnisses führen wird, weckt in ihr den Wunsch, alle Erinnerungen Revue passieren zu lassen und schriftlich festzuhalten. Sie begibt sich noch einmal auf den Weg zum „Garten der Abendnebel“ …Tan Twan Engs hat mit seiner Protagonistin Yun Ling einen sehr starken und eindrucksvollen Charakter geschaffen. Dadurch, dass er sie ihre Geschichte in der Ich-Form und im Präsens erzählen lässt, ist der Leser sehr nah am Zeitgeschehen. Allerdings wird die Geschichte auf mehreren Zeitebenen erzählt und ich hatte etwas Mühe auszumachen, in welcher Zeit sich die Protagonistin gerade befindet. In diesem Roman begegnen uns weitere verschiedene Charaktere, die alle auch sehr unterschiedliche Bindungen zur Protagonistin haben. Die innere Zerrissenheit von Yun Ling wird sehr gut beschrieben. Es ist nachzuvollziehen, wie schwer es ihr fallen muss, den Anweisungen des japanischen Gärtners zu folgen. Besonders schwer tut sich Yun Ling mit der Verbeugung vor ihrem Lehrmeister, die sie jedes Mal wieder in das verhasste Arbeitslager zurückversetzt, in dem diese Verbeugungen Pflicht waren und für sie eine Demütigung darstellten. Einzig die Liebe zu diesem Garten ermöglicht es den beiden, eine tatsächlich auf gegenseitigem Respekt beruhende Beziehung aufzubauen. Der Autor erzählt mit sehr leisen Tönen die ebenso ereignisreiche wie ergreifende Geschichte von Yun Ling, wobei ihm der Spagat zwischen den grauenvollen Szenen und den wundervollen Beschreibungen der Landschaft meisterhaft gelungen ist. „Der Garten der Abendnebel“ ist kein Buch, das man schnell durchlesen kann. Immer wieder musste ich innehalten und habe auch den wunderbaren Schreibstil des Autors sehr genossen. Ich kann diesen Roman allen empfehlen, die Wert auf anspruchsvolle Literatur legen, und vergebe vier Sterne.

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  • Reise in die Vergangenheit

    Der Garten der Abendnebel
    afairytale

    afairytale

    18. June 2015 um 21:23

    Anfangs haben mich die Sprache und die sehr poetischen Beschreibungen der Gartenkultur gefesselt. Da ich nur in der Bahn lesen kann hatte ich zunehmend Schwierigkeiten mit den Zeitsprüngen und Personen. Leider musste ich das Buch beenden, da ich der Handlung nicht mehr folgen konnte und die Beschreibung der den Frauen zugefügten Gewalt schwer erträglich war. Das ist aber eine rein persönliche Einschätzung. Dennoch wird hier detailreich ein für mich weitgehend unbekanntes Kapitel Geschichte behandelt und ich mochte die sehr spröde handelnde Richterin sehr,zumal sich ihr Wesen immer mehr erklärt. Für jeden, der sich dem Buch mit mehr Aufmerksamkeit widmen kann, eine Entdeckung.

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  • Ein Meisterwerk!

    Der Garten der Abendnebel
    Monika58097

    Monika58097

    01. February 2015 um 18:33

    In den Garten der Abendnebel zieht sich die angesehene Richterin zurück, als sie in den Ruhestand verabschiedet wird. Ganz langsam aber immerfort schwinden ihre Erinnerungen. Solange sie noch kann, will sie all ihre Erinnerungen niederschreiben. Erinnerungen an das japanische Internierungslager, in dem sie zusammen mit ihrer Schwester inhaftiert war und das nur sie, Yun Ling, überlebt hat. Erinnerungen an die schlimmste Zeit ihres Lebens. Entbehrungen, Hunger, Gewalt. Zusammen mit ihrer Schwester träumte sie sich inmitten des Lagers in einen Garten, ein Garten, der nur in ihrer Fantasie existierte und der sie am Leben erhielt. Yun Ling setzt alles daran, den Traum ihrer Schwester zu erfüllen. Obwohl die Japaner ihr so verhasst sind, wendet sie sich an den japanischen Gartenkünstler Aritomo, der einst der Gärtner des Kaisers war. Aritomo lehnt es jedoch ab, einen Garten für sie zu erschaffen. Stattdessen bietet er ihr an, bei ihm in die Lehre zu gehen. Yun Ling nimmt dieses Angebot an und sie lernt nicht nur einen Garten anzulegen. Sie lernt auch zu lieben, doch welches Geheimnis umgibt Aritomo? Eines Tages verschwindet er im Dschungel und kehrt nie zurück. Der wunderschöne Garten hat auch nach Jahren nichts von seiner magischen Anziehungskraft verloren. Noch immer wollen Menschen den Garten besichtigen. Als Yun Ling nach Yugiri zurückkehrt, lässt sie den verwilderten Garten wieder herstellen. Hier in ihrem Garten kann sie noch einmal Kraft tanken, um sich zu erinnern, um all ihre Erinnerungen zu Papier zu bringen. "Der Garten der Abendnebel" - ein Meisterwerk! Ein Roman, der fasziniert und aus der Masse heraus sticht. Ein außergewöhnlicher Roman mit einer Erzählkunst bis zur höchsten Vollendung! Er hat mich gefesselt und begeistert. Dieser Roman ist eine kleine Sensation. Ein verstörendes, ein großartiges Buch. Ein Buch, das sogar mein Leseverhalten geändert hat. Normalerweise lese ich eher schnell. Dieses Buch, sein Garten verzaubert den Leser. Man geht durch diesen Garten, nimmt Gerüche und Geräusche wahr. Man spürt den Abendnebel auf der Haut. Beim Lesen war ich gespannt, abgelenkt und tief in Gedanken. Ich habe langsam gelesen und habe den Zauber dieses Gartens auf mich wirken lassen. "Der Garten der Abendnebel" - ein Roman voll poetischer Kraft. Unbedingt lesen!

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  • Eine literarische Perle

    Der Garten der Abendnebel
    Carol-Grayson

    Carol-Grayson

    29. January 2015 um 18:05

    chon auf den ersten Seiten überrascht der Autor mit geradezu poetischer Sprachgewalt und malt Bilder vor den Augen des Lesers, die tief berühren. Richterin Yun Ling kehrt am Ende ihrer juristischen Karriere an einen Ort zurück, wo sie als junge Frau nach japanischer Kriegsgefangenschaft so etwas wie inneren Frieden fand - den Garten von Aritomo, dem ehemaligen Gärtner des Kaisers.  Dieser hat sich im malayischen Hochland ein eigenes kleines Reich erschaffen, das zu einer gärtnerischen Legende wurde. Er nimmt Yun Ling in die Lehre, damit diese für ihre verstorbene Schwester selbst einen Gedenkgarten anlegen kann. Die Annäherung zwischen dem Japaner und der vom Krieg Gezeichneten fällt nicht leicht, doch der Garten scheint eine Art Vermittler zwischen ihnen zu werden. Als Yun Ling nun als alte Frau in den Garten der Abendnebel zurückkehrt, gilt ihr damaliger Lehrer und Freund bereits seit Jahrzehnten als im Dschungel verschollen. Sie beschließt. den mittlerweile verwilderten Garten wieder zu restaurieren und findet dabei nicht nur einen gewissen Trost, sondern auch ein Geheimnis, das Aritomo und der Garten vor ihr verborgen gehalten haben. Die Geschichte wechselt zwischen den Erinnerungen und der Gegenwart, erzählt aber auch die unheilvollen politischen Dramen und Krisen, die sich in dieser Region im und nach dem Zweiten Weltkrieg abgespielt haben.  Trotz der schwerwiegenden Themen von Krieg, Verlust, Tod Trauer, Schmerz und Sehnsucht, liegen zwischen den Zeilen auch immer wieder Hoffnung und Mut. Ein Buch mit Worten, so fein gezeichnet wie eine Kalligraphie. Eine echte literarische Perle für gehobene Ansprüche.

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