Udo Baer , Gabriele Frick-Baer Kriegserbe in der Seele - Was Kindern und Enkeln der Kriegsgeneration wirklich hilft

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Inhaltsangabe zu „Kriegserbe in der Seele - Was Kindern und Enkeln der Kriegsgeneration wirklich hilft“ von Udo Baer

Immer mehr Menschen interessieren sich dafür, welche Traumata ihnen durch die Kriegserlebnisse ihrer Eltern und Großeltern weitergegeben wurden. Die erfahrenen Therapeuten bieten den ersten Selbsthilfe-Ratgeber für die Kinder und Enkel der Kriegsgeneration zu einem Thema, das Millionen Menschen bewegt. Die Autoren bieten konkrete Hilfe bei der Bewältigung weitergegebener Kriegstraumata an, etwa bei scheinbar unbegründeten Ängsten, Einsamkeitsgefühlen, Liebesunfähigkeit, dem Gefühl von Leere und Traurigkeit oder übermäßigem Leistungsdruck. Sie zeigen, woran man die Weitergabe von Kriegstraumata bei sich erkennt und wie man ihnen – auch im Gespräch mit Eltern, Großeltern oder Bekannten – am besten begegnet. »Das Kriegserbe darf nicht mehr weitergegeben werden. Die Kette der Traumaweitergabe muss unterbrochen werden. Dieses Buch verhilft zu mehr Humanität und Solidarität, zu Klarheit und Verständnis.« Udo Baer und Gabriele Frick-Baer

Sehr interessanter Ansatz- total spannend!

— Sommerregen

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    Kriegserbe in der Seele - Was Kindern und Enkeln der Kriegsgeneration wirklich hilft

    Babscha

    Die Autoren, beide Traumatherapeuten, arbeiten in ihrem Buch ein leider immer noch sehr lebendiges Kapitel deutscher Realität auf, nämlich in welch fataler Weise die oft unsäglichen Verhaltensweisen der zumeist schwer traumatisierten Persönlichkeiten der Menschen der letzten Kriegsgeneration auf die Leben ihrer direkten Nachkommen Einfluss genommen haben. Ein Thema, mit dem sich wahrscheinlich die überwiegende Zahl deutscher Familien gut auskennen dürfte. Ohne Wertung oder Verurteilung versuchen die Eheleute Baer aus ihrem reichen Erfahrungsschatz mit behandelten Patienten den Spagat, die ganzen Verwirrungen und Wirkmechanismen einer mit teils unsäglichen Kriegserfahrungen belasteten und mangels eigener therapeutischer Behandlung regelmäßig versteinerten und verbogenen Kriegsgeneration auf die eigenen Familienmitglieder in allen Facetten darzulegen. Offensichtlich wird, wie immens sich diese zumeist negativen interfamiliären Erlebnisse mit den eigenen Eltern sich auf die Leben und die Seelen der Kinder und Enkel, vor allem die der direkt nachfolgenden Babyboomergeneration, ausgewirkt haben, in langen Leidensjahren dort "eingesickert" sind und bei diesen Menschen dann wiederum eigene Verhaltens- und Denkweisen geformt haben, die denen der Vorgängergeneration typischer Weise nur zu ähnlich sind. Die Autoren versuchen, und darin liegt der besondere Wert des Buches, sehr verständnisvoll und in der richtigen Dosierung Hilfestellung und Lösungsansätze aufzuzeigen, wie der Einzelne aus dieser Einbahnstraße familiärer Prägungen immer noch ausbrechen und zu einer Art innerem Gleichgewicht, innerer Stabilität zurückfinden kann. Und dies bei weitem nicht allein über die simple Schiene des Versöhnens und Verzeihens. Ein gutes, wertvolles Buch zu einem extrem schwierigen Thema und immer schon tabuisierten gesellschaftlichen Problem, das sich erst in einigen Generationen vollständig ausgewachsen haben dürfte.

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  • Sehr interessant und empfehlenswert!

    Kriegserbe in der Seele - Was Kindern und Enkeln der Kriegsgeneration wirklich hilft

    Sommerregen

    Gerade einmal 70 Jahre ist es her, dass in Europa Krieg herrschte. Der Alltag sah düster aus; Hunderttausende, wenn nicht Millionen Frauen wurden von deutschen Besatzern vergewaltigt, wurden danach oder dabei getötet, brachten sich später selber um oder mussten mit dieser traumatischen Erfahrung weiterleben. In Deutschland sollen rund 2 Millionen Frauen bei Kriegsende vergewaltigt worden sein (S.100). Aber nicht nur das wurde erlitten, Bomben, Schüsse, Heimatverlust, Flucht und Flüchtlingselend, Hungersnot, Gefangenschaft, Konfrontation mit Tod und dem Verlust von Unversehrtheit und das Loslassenmüssen. Doch wurden solche traumatischen Erfahrungen nur in den aller seltensten Fällen in irgendeiner Art aufgearbeitet. Viel verbreiteter war es, dass der Mantel des Schweigens über die Erlebnisse gelegt wurde, da man weder über Ängste noch über Schwäche sprach. Es ist einleuchtend, dass dies nicht ohne Folgen blieb. Seit einer Weile wird die transgenerationale Weitergabe von Kriegstraumata zunehemend diskutiert. Der Begriff meint, dass die Traumata von einer Generation an die nächste weitergegeben werden, sodass, selbst wenn jemand selber keine Kriegserfahrungen gemacht hat, er solche von seinen Eltern oder Großeltern übernimmt. So kommt es, dass sich unterschwellige Gefühle in einer Person ausbreiten, die diese nicht begreifen, nicht fassen kann, da ihre Auslöser im Dunkeln bleiben. Die daraus resultierende Folge ist, dass in den meisten Fällen Erscheinungen wie plötzliche Angstanfälle, welche ohne Vorwahrnung über einen hereinbrechen, die Schwierigkeit zu trauern, innere Leere, Leistungsdruck, Unsicherheit bezüglich der Heimat oder bezüglich des Frau- beziehungsweise des Mannseins so hingenommen werden, oder bei einem selber die Ursache gesucht wird, jedoch nicht gefunden werden kann. Zwar, darauf wird mehrfach hingewiesen, lassen sich nicht alle solcher Symptome auf von den Eltern oder Großeltern vererbte Kriegstraumata zurückführen, allerdings sei es oftmals lohnenswert, sich mit dieser Möglichkeit zu beschäftigen. Da Kinder sehr empfindsam für Atmosphäre sind, nehmen sie die Traumata wie ein Schwamm auf, verinnerlichen sie und bemerken dies nicht einmal. Dann werden diese an die nächste Generation weitergegeben. Die Autoren des Buches sehen unsere Aufgabe darin, diesen ewigen Kreislauf zu durchbrechen, damit die folgenden Generationen vor den Folgen des Krieges geschützt sind. Wie dies funktioniert wird in “Kriegserbe in der Seele” erklärt. Dazu sind mehrere Schritte zu beachten. Zunächst soll geklärt werden, ob die Symptome, die man aufweist, wirklich von einer weitergegebenen Kriegserfahrung herrühren. Dazu werden einige anschauliche Beispiele genannt und durchgesprochen, was für mich sehr interessant war. Ich finde den in diesem Buch beschriebenen Ansatz sehr spannend, weswegen mich die Analyse verschiedener Situationen sehr fasziniert hat. Anhand dieser lässt sich bereits vertrautes Verhalten reflektieren. Außerdem wird gezeigt, wie man Licht ins Dunkel bringen kann, wie man diejenigen, die das Trauma weitergegeben haben, zu einem Gespräch bringen und was dies bewirken könnte. Im zweiten Teil wird geholfen, das Irritierende an den Eltern und Großeltern zu verstehen. Es werden wieder sehr verständliche Beispiele gegeben, welche auch realistisch scheinen, hat man doch schon etwas von den ewigen, sich wiederholenden Heldengeschichten oder Ähnlichem gehört. Durch die Beschreibung der verschiedenen Situationen und der Erklärungsweise Baers und Frick-Baers erhält man eine neue Sicht auf zunächst unverständliches Verhalten. Darüber hinaus werden Hilfestellungen gegeben, wie man sich traumatisierten Eltern oder Großeltern gegenüber verhalten sollte. Des weiteren wird erklärt, was Schweigen auf Seiten der Eltern oder Großeltern bedeuten könnte und wie man sich verhalten sollte, um dennoch mit ihnen das Erlebte besprechen zu können. Anschließend wird erklärt, warum man verstehen kann, aber dennoch nicht verzeihen muss und wie wichtig dies ist. Daraufhin folgt der dritte Schritt: Den Schritt beiseite zu schaffen. Dazu soll man erst auf das Problem zugehen, um dann Abstand schaffen zu können. Um dies zu erreichen, werden zahlreiche Übungen genannt und erklärt. Wichtig dabei ist, so wird klar, dass man sich am besten von den Kriegstraumata löst, wenn man diesen Schritt mit Freunden wagt. Zu guter Letzt wird beschrieben, wie man seine eigene Persönlichkeit würdigt und es werden kurze und verständliche Antworten auf häufig gestellte Fragen gegeben. Ich finde den Blickwinkel der Autoren Udo Baer und Gabriele Frick-Baer sehr interessant und ich fand es sehr spannend, mehr darüber zu erfahren. Die aufgezeigten Verbindungen sind einleuchtend und sehr verständlich erklärt. Auch, dass das Buch sehr objektiv gehalten ist und deswegen auch mehrfach betont wird, dass die gegebenen Erklärungen keinen Anspruch erheben, auf jede Situation zuzutreffen und dass auch die Übungen nicht immer ihre Wirkungerzielen, gefällt mir sehr. Das Buch ist leicht verständlich geschrieben und lässt sich gut lesen. Die 189 Seiten hat man somit schnell durchgelesen, selbst wenn man Pausen einlegt, um über das Gelesene nachzudenken. Ich kann dieses Buch sehr weiterempfehlen, denn auch wenn es nicht universell auf jeden einzelnen zutrifft, ist die vorgestellte Betrachtensweise sehr interessant und es lohnt sich dieser zu folgen. Außerdem ist es wichtig, wie zu Beginn bereits angesprochen, dass die Traumata nun nicht mehr weiter "vererbt" werden, wofür sich dieses Buch sehr gut eignet. Die beiden erfahrenen Therapeuten Udo Baer und Gabriele Frick-Baer haben mit “Kriegserbe in der Seele” den ersten Selbsthilfe-Ratgeber für die Kinder und Enkel der Kriegsgeneration geschaffen.

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  • Kriegserbe in der Seele

    Kriegserbe in der Seele - Was Kindern und Enkeln der Kriegsgeneration wirklich hilft

    Kleine8310

    12. December 2015 um 01:43

    "Kriegserbe in der Seele" ist ein Ratgeber/Sachbuch der Autoren Udo Baer und Gabriele Frick - Baer. In diesem Buch gehen die Autoren einen Schritt weiter als es in anderen Büchern, die sich mit den Themen der Kriegsfolgen befassen, der Fall ist. Hier gehen die Autoren auf die Möglichkeiten ein, die man sich schaffen kann, um "vererbte" Kriegstraumata zu erkennen und zu überwinden.    Dieses Buch bietet komplexe Ratschläge und eine Fülle an Hilfsmöglichkeiten, zum Beispiel bei Ängsten, die sich nicht einfach begründen lassen, der Schwierigkeit zu trauern, schlimmen Leistungsdruck, unbegründete Schuldgefühle oder auch Unsicherheiten beim Zurechtfinden mit der Geschlechtszugehörigkeit.    Zudem berichten die Autoren auch über Phänomene, die Möglichkeiten bieten, die eigenen Eltern oder Großeltern besser zu verstehen und hierbei zum Beispiel das "Schweigen", die "Heldengeschichten" oder auch ab und an vorkommende Gefühlskälte besser nachvollziehen zu können. Was mir besonders gut gefallen hat, sind die Kapitel, in denen es um Hilfen geht, wie man lernt die richtigen Fragen zu stellen und wie man es schaffen kann sich zu distanzieren. Auch interessant sind die Kapitel, bei denen auf die eigene Persönlichkeit eingegangen wird. Zuletzt gehen die Autoren auch noch auf die häufigsten Fragen zum Thema Trauma und Traumafolgen ein, was ich sehr spannend fand.   Dieses Buch beinhaltet aber nicht nur Ratschläge oder sachbuchähnliche Berichte sondern auch hilfreiche Fallbeispiele und interessante, gut umsetzbare Übungen. Ich denke, dass so jede/jeder etwas hilfreiches oder einfach interessantes für sich in diesem Buch entdecken kann.      "Kriegserbe in der Seele" ist ein vielseitiger und vorallem gut verständlicher und hilfreicher Ratgeber, der mit Fallbeispielen und guten Erläuterungen hält was der Klappentext verspricht!

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