Udo Di Fabio Die Kultur der Freiheit

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Inhaltsangabe zu „Die Kultur der Freiheit“ von Udo Di Fabio

Der westliche Lebensstil bestimmt den Rhythmus der Welt. Zugleich mehren sich Krisenzeichen. Im internationalen Wettbewerb gehen diejenigen Nationen und Weltregionen in Führung, die ein solides kulturelles Fundament haben. Erfolg haben Kulturen, die zur dynamischen Weltwirtschaft passen, Menschen motivieren, ihnen Mitte und Identifikation bieten. Wer seine kulturellen Kraftquellen nicht pflegt, steigt ab.§In Deutschland haben wir uns an alten Ideen und Mächten abgearbeitet und dabei Sinngehalte menschlicher Existenz verschüttet: Liebe, Intimität, Familie, die Erkenntnis, dass nur Kinder Zukunft bedeuten, Leistungswille, Achtung vor Anderen, Hilfsbereitschaft, religiöses Bekenntnis. Noch fehlen Konzepte, die persönlichen Erfolg, Glück und gemeinschaftliche Vitalität versprechen. Wir bekennen uns zur Freiheit, aber spüren wir auch ihren Eros?§Wir müssen den Aufbruch wagen in eine neue Epoche, mit einem Bürgerbegriff ohne soziale Schranken, mit weniger staatlicher Bevormundung, mehr Leistungsfreude, mehr Sinn auch für Gemeinschaften, ohne die individuelles Freisein gar nicht möglich wäre. Gemeinschaften sind nur vital, wenn in ihnen eine stimmige Alltagsvernunft gepflegt wird. Ohne sprachliche und historisch gewachsene Kulturgemeinschaft vermag der freie Mensch sich nicht zu entfalten.§Der Verfasser analysiert brillant die Krise der westlichen Kultur und speziell die Lage in Deutschland. Er zieht seine Leser in Bann, indem er das Bewusstsein für Werte schärft, die vernachlässigt sind, und Wege in die Zukunft weist. Ein Anstoß auch zu Änderungen unserer staatlichen Ordnung, im Recht und bei der Rechtsprechung, um die Spielräume der Freiheit zum Wohle aller zu erweitern und ihre Grenzen neu zu justieren.

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  • Rezension zu "Die Kultur der Freiheit" von Udo Di Fabio

    Die Kultur der Freiheit
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. June 2010 um 13:15

    Di Fabio setzt sich kenntnis- und gedankenreich mit Grundfragen der freiheitlichen Kultur bzw. der kulturellen Freiheit auseinander. Dabei gelangt er mit seinem bereits 2005 veröffentlichten Buch zu in vielen Bereichen akzeptablen Analysen und Prognosen. Freilich nicht immer! - Soweit er zum Beispiel die (deutsche und wohl generalisierend die christlich abendländische) Familie analysiert, kann ich ihm weitgehend zustimmen. Wenn er jedoch zum Beispiel auf Seite 105 die Ansicht vertritt, Leistung werde heute den Kollektiven und weniger den Menschen abverlangt, muss ich ihm grundlegend widersprechen: Schon der individuelle Leistungsdruck an den Schulen ist heute größer als früher; und in der Arbeitswelt entlasten uns zwar "Automaten" (nicht nur Maschinen am Fließband, sondern auch, was geistige Tätigkeiten betrifft, Suchmaschinen im Internet), doch korrespondiert mit dieser Entlastung ein gegenüber früher für jeden von uns i.d.R. quantitativ und qualitativ erhöhter Leistungsdruck. Wenn er weiter auf Seite 155 ausführt, dass "nach aller Erfahrung und volkswirtschaftlichen Einsicht" eine Gesellschaft prosperiere, wenn man ihre Märkte stärker frei lässt, dann hat ihn der Lauf der Zeiten bereits widerlegt. Die 2008 beginnenden Krisen (Bank-, Finanz-, Euro- und Wirtschaftskrise) zeigen das Gegenteil. Wer den "Machern" des freien Marktes keine Grenzen setzt, bereitet den Weg in eine unchristliche Unkultur. - Solche Beispiele ließen sich erweitern. Fazit: Zweifellos ein wichtiges Buch des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts, weil es wichtige Fragen unserer kulturellen Existenz anspricht. Die Gefahren des Sozialstaats werden darin für meinen Geschmack allerdings überbetont gegenüber anderen Gefahren, die der menschlichen Freiheit nachteilig sein können.

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