Udo Lindenberg

 4.4 Sterne bei 23 Bewertungen
Autor von Udo, Panikpräsident und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Udo

 (4)
Neu erschienen am 04.10.2018 als Hardcover bei Kiepenheuer & Witsch.

Alle Bücher von Udo Lindenberg

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Udo

Udo

 (4)
Erschienen am 04.10.2018
Panikpräsident

Panikpräsident

 (4)
Erschienen am 08.08.2005
Mein Hermann Hesse

Mein Hermann Hesse

 (2)
Erschienen am 07.01.2008
Das Lindenwerk

Das Lindenwerk

 (1)
Erschienen am 01.09.2008
Sonderzug nach Pankow

Sonderzug nach Pankow

 (1)
Erschienen am 01.12.2011
Zeitreise

Zeitreise

 (0)
Erschienen am 05.09.2002
Panikpräsident

Panikpräsident

 (3)
Erschienen am 06.04.2004

Neue Rezensionen zu Udo Lindenberg

Neu
Igelmanu66s avatar

Rezension zu "Udo" von Udo Lindenberg

Pflichtlektüre für Fans
Igelmanu66vor 25 Tagen

»Stell Dir vor, Du liegst in einer Umkleidekabine in einem Fußballstadion in Leipzig und Du versuchst, easy zu sein.

Adrenalin rückwärts, nennst Du diesen Zustand.«

 

40.000 Fans, die jubeln, toben und darauf warten, dass man erscheint, sind schon eine Hausnummer. 40.000 Fans, von denen die jüngsten noch Teenies und die ältesten Rentner sind – das muss man erst mal schaffen. Da kann man auch schon mal ein bisschen nervös werden, selbst wenn man den Job schon seit mehr als fünfzig Jahren macht.

 

Udo Lindenberg ist so einer, der es geschafft hat. Einer der ganz großen deutschen Stars, nicht jeder mag ihn (logisch), aber jeder kennt ihn. Für diese Biographie hat er sich mit Thomas Hüetlin, einem vielfach ausgezeichneten Journalisten, zusammengetan, als Leser kann man sich richtig vorstellen, wie die beiden zusammensitzen, zwischen sich ein Eierlikörchen, Udo erzählt und Thomas schreibt auf.

Das Ergebnis wirkt sehr ehrlich, beschönigt nicht. Der Tonfall ist der bekannt schnoddrige, auch das ist sehr authentisch.

 

Inhaltlich fehlt nichts, angefangen bei Kindheit und Jugend in Gronau über den Aufbruch, die erste Zeit als Trommler und die Anfänge des Panikorchesters. Udos Versuche, in der DDR zu spielen, bieten Stoff für ein eigenes, großes Kapitel, sein politisches Engagement ebenfalls.

In all den Jahren ist eine Menge passiert, es gab Höhen und Tiefen, die sich im Buch wiederfinden. Nicht wenige persönliche Krisen waren dabei, z.B. die Todesfälle von Bruder und Mutter. Es gab Zeiten mit schlechten Verkaufszahlen, in denen Udo die Angst »vor den Möbelhäusern« quälte, dazu passend finanzielle Engpässe und natürlich und ganz besonders der Alkoholismus, dessen Grundlage schon in der Kindheit gelegt wurde. Zeitweise reiht sich Absturz an Absturz, schonungslos ehrlich eben.

 

Jedes Kapitel beginnt mit den Worten »Stell Dir vor…«, der Fan erkennt natürlich sofort, dass mit diesen Worten einer der großen Hits beginnt. Überhaupt ziehen sich viele Songtexte durchs Buch, passend zum jeweiligen Lebensabschnitt. Ganz deutlich merkt man dadurch, wie Udo das, was ihn umtreibt, in seinen Texten verarbeitet. Ebenfalls passend zum Inhalt finden sich übers ganze Buch verteilt zahlreiche Illustrationen von Udo, statt Fotos gibt’s Selbstgezeichnetes.

Auch witzige Details fehlen nicht, ich amüsierte mich beispielsweise über die Stellenanzeige für Elli Pyrelli beim Künstlerdienst:

»Wir suchen eine etwas korpulente Dame. Wenn sie schon einmal in der Badewanne gesungen hat, wäre das vorteilhaft. Ach ja, und ein bisschen verrückt schadet nichts. Denn bei uns haben alle die eine oder andere Klatsche.«

 

Fazit: Udo wie er lebt und erzählt. Pflichtlektüre für Fans!

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M

Rezension zu "Udo" von Udo Lindenberg

Kongeniale Biografie im perfekten „Schnodderton“.
michael_lehmann-papevor einem Monat

Kongeniale Biografie im perfekten „Schnodderton“.

Man hat es von der ersten Zeile an plastisch vor Augen stehen. Udo erzählt. Hier und da ein kleiner Eierlikör und eine gute Zigarre, vielleicht in der Bar des Hotels Atlantic, vielleicht im Fond seines Porsches auf dem Weg durch die Nacht und Hüeterlin formuliert mit im vorgegeben Duktus und schreibt.

Und das so nah am Original, dass man zumindest sprachlich von einer Art Symbiose sprechen kann. Was weniger die häufige Nutzung von Lindenbergs bekannten „Wortschöpfungen“ betrifft, sondern den gesamten Grundton dieser Biographie meint.

Eine Lektüre, die einfach flutscht, nie hakt, überuas flüssig daherkommt, wie Udo selbst die privaten Dinge am Rande miterwähnt (wie die Beziehung zu Tine Acke, aber dies nur sehr diskret andeutet, während die prallen Lebenserfahrungen Lindenbergs ungeschminkt Gehör finden. Was auch den Alkoholismus angeht, das Aufwachsen im alkoholgeschwängerten Umfeld, die enge Verbindung zu den beiden Geschwistern, der harte Moment, als sein Bruder starb, der zeitweise Verlust seines „Panik-Orchesters“, das Herabgleiten einer kulturell prägenden Karriere.

Da ist es gut, dass das Buch mit dem aktuellen Udo beginnt. Der sich bei seinem „Body“ bedankt, der Stadien füllt, der fast alle alten Weggefährten wieder an seiner Seite versammelt hat und eine lebensweisheitliche Tiefe inzwischen erreicht, die seinen Erfolg auf festen Boden stellt.

Das Verhältnis zu Honecker und der DDR? Onkel Pö? Die berühmte Hamburger WG, das Leben in der Nacht, die kumpelhaften Freundschaften des „Lebensfreude-Kongresses“ mitsamt der Kunst, hilfsbereit zu sein und zu bleiben ohne sich „abziehen“ zu lassen.

Wobei ebenso klar und gut erkennbar während der gesamten Lektüre deutlich wird, dass in dem erwachsenen und seiner selbst nun sicheren Mann immer noch das „große Kind“ aus Gronau sein Wesen treibt.

Eine Nähe, die vielleicht nicht immer einfach war, stellt man sich den ernsthaft malenden Bruder ohne durchschlagenen Erfolg vor, der schon auch nicht einfach zu verdauen hatte, dass Udo „mit links“ durch „Likörellen“ die Galerien mit seinen dahingeworfenen Bildern ohne größere Anstrengungen füllte.

Durch die vielfach vor Augen geführten Texte und die ruhigen Erläuterungen der Hintergründe beim Entstehen zeitloser Songs erhält der Leser zudem ungefilterten Einblick in die Schaffensweise Lindenbergs, während er Station für Station, Hallen und Stadien, private Dramen und Abstürze bis hin zum Wideraufstieg des „Phoenix“ unterhaltsam und mit Tiefe versehen miterlebt.

Alles in allem eine wunderbare, den Ton und die Person bestens treffende, Biographie über einen Mann und Musiker, der eines immer war: sich selbst treu. Ohne Anbiederung und ohne Dieter Thomas Heck.

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MellisBuchlebens avatar

Rezension zu "Panikpräsident" von Udo Lindenberg

Authentisch
MellisBuchlebenvor einem Jahr

Natürlich kann man das Leben eines Menschen nicht bewerten und das werde ich auch nicht tun. Jedoch kann ich die Umsetzung mittels dieser Autobiographie bewerten und die ist außerordentlich gut gelungen. Dass Udo Lindenberg selbst mit am Buch beteiligt ist, finde ich toll, denn es gibt ja auch viele Biographien auf dem Büchermarkt, die von einem Autoren nur über eine Person geschrieben wurden und nicht mit ihr zusammen.Der Schreibstil ist durch die Sprache sehr flüssig und es lässt sich daher schnell lesen. Udo Lindenberg erzählt nicht nur von seinen Lebensabschnitten und wie er überhaupt zur Musik gekommen ist, sondern gibt auch intime und persönliche Details bekannt, ohne dabei über andere Menschen zu urteilen bzw. diese in einem schlechten Licht dastehen zu lassen. Kurz gesagt: Er "rechnet mit niemandem ab", womit ich auch nicht gerechnet hatte. Die Kommentare von Udo Lindenberg selbst sind in den Lebenslauf genau an den richtigen Stellen integriert, so dass die Flüssigkeit nicht unterbrochen wird. Sie sind in der Ich-Perspektive verfasst, so dass der Leser das Gefühl hat: Hier spricht wirklich Udo Lindenberg. Einige Liedtexte untermalen das Buch ebenso wie die Bilder in der Mitte, was mir gut gefallen hat.Insgesamt eine authentische Autobiographie, bei der ich ganz nebenbei noch ein paar historische Fakten gelernt habe, ohne mit Jahreszahlen überhäuft zu werden. Dafür kann ich nur fünf Herzen geben.

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