Udo Pollmer , Monika Niehaus Food-Design: Panschen erlaubt

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Inhaltsangabe zu „Food-Design: Panschen erlaubt“ von Udo Pollmer

Zusatzstoffe sind buchstäblich in unser aller Munde. Einschlägige Fachbücher listen über 7500 Präparate und Zusätze auf. Wozu diese ungeheure Vielfalt von Emulgatoren und Stabilisatoren, von Hydrocolloiden, Schmelzsalzen, Geschmacksverstärkern und Aromatisierungshilfen? Die Industrie kommt ohne die heimlichen Helfer kaum noch aus, doch in den Zutatenlisten fehlen diese oft. Und die Medien winken ab mit der Bemerkung, die Geschichte sei "leider zu kompliziert" fürs Publikum. Falsch! Udo Pollmer und Monika Niehaus beweisen, dass die Geschichte der Nahrungszusätze nicht nur spannend ist, sondern auch sehr lehrreich.

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  • Rezension zu "Food-Design Panschen erlaubt" von Udo Pollmer

    Food-Design: Panschen erlaubt

    michael_lehmann-pape

    05. November 2010 um 10:42

    Die weite Welt der künstlichen Aromen Es ist nun doch bereits eine geraume Anzahl von Jahren her, dass ein Weinskandal für Empörung sorgte. Gute Reben wurden mit minderwertigem Wein, einigem an Zucker und einigem an künstlichen Stoffen erheblich gestreckt und dem Verbraucher, natürlich, als hochwertiger Wein in die Regale gestellt. Für erhebliches Aufsehen sorgte dieser Versuch und zog empfindliche Strafen für die Verantwortlichen nach sich. Das, was damals als Skandal galt und strafrechtlich verfolgt wurde ist, folgt man dem Buch von Udo Pollmer (Lebensmittelchemiker) und Monika Niehaus (Biologin), heutzutage gang und gäbe und würde, in weiten Teilen zumindest, auch nicht mehr strafrechtlich verfolgt, wenn einige oberflächliche Kennzeichnungsverordnungen eingehalten werden würden. Vorweg gesagt, einen verträglichen Magen braucht man schon, wenn man sich mit den Autoren der Welt der Nahrung nähert. Fast ist man versucht, nicht mehr von Lebensmittelerzeugung, sondern von Lebensmitteldesign zu sprechen, so umfassend, massiv und, zum Teil, durchaus auch täuschend agieren die Konzerne im Sinne des Profits. Das übrigens oft genug auch gegen den Verbraucher oder zumindest ohne Rücksicht auf dessen Wohlbefinden. Hier lohnt bereits ein Blick in das Kapitel über die Herstellung von Brot, um zum einen festzustellen, dass Darmstörungen teilweise frei Haus vom Bäcker geliefert werden und zum anderen die ruhige, fundiert recherchierte und im Detail verständliche Darstellung durch die Autoren zu würdigen. In logischer Abfolge lassen die Autoren in den einzelnen Kapiteln des Buches die Entwicklungsgeschichte der Zugabe von Zusatzstoffen Revue passieren. Sei es im Blick auf Fertiggerichte, Allergien und jede Menge Zugaben zum Essen, die Autoren legen die Motive offen, die zu diesen vielfachen Zusätzen geführt haben (Rendite, Profit, einfache Handhabung für den Hersteller, der gesundheitliche Nutzen für den Verbraucher steht immer ganz hinten in der Prioritätenkette) und zeigen die umfassende Problematik auf, die sich aus dieser Art und Weise der Herstellung von Lebensmittel unmittelbar ergibt. In einem eigenen Kapitel entzaubern sie zudem ebenso fundiert die übliche Etikettierung der Lebensmittel und verweisen darauf, dass die Rechtslage eine Vielzahl an Schlupflöchern bietet, die weidlich bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln ausgenutzt werden. Gut, dass dennoch konstruktive Elemente nicht fehlen. So wird darauf verwiesen, dass sich Empfinden und Geschmack eben durch noch so intensiv erforschte Geschmacksverstärker nicht ständig hinter Licht führen lassen. Anders sieht es in der Welt des Marketings aus, hier zeigen die Autoren die hohe Anfälligkeit der Gesellschaft für Images auf. Dies gepaart mit der starken Vereinfachung medialer Informationen lässt vieles von dem, was im Buch nachvollziehbar aufgewiesen wird, bisher im Alltag versickern. Das Buch bietet einen komplexen Blick auf die Risiken industrieller Lebensmittelherstellung, führt vor Augen, wie sehr Lobby und Werbung einerseits die Sinne verwirren und andererseits Informationen zurückhalten. Ein gehaltvoller Einblick in die aktuelle Lage am Lebensmittelmarkt wird durch die Autoren ermöglicht und somit dem Leser gute Hilfsmittel an die Hand gegeben, kritisch prüfen zu können, was er genau in den bunten und marktschreierischen Verpackungen zu erwarten hat. Ein wichtiger Schritt hin zu einem gesundheitlich fördernden Umgang mit den eigenen Essgewohnheiten.

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