Ugo Bardi

 4.8 Sterne bei 4 Bewertungen

Alle Bücher von Ugo Bardi

Der geplünderte Planet

Der geplünderte Planet

 (3)
Erschienen am 06.06.2013
Der Seneca-Effekt

Der Seneca-Effekt

 (1)
Erschienen am 02.10.2017

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Rezension zu "Der Seneca-Effekt" von Ugo Bardi

Umgang mit dem Kollaps
michael_lehmann-papevor einem Jahr

Umgang mit dem Kollaps

In der letzten Zeit sind einige Werke, je mit besonderem Schwerpunkt, erschienen, die das „Scheitern“ zum Thema machen und einen je konstruktiven Umgang mit dieser, oft mit unangenehmen Gefühlen und Bewertungen Verhafteten und daher für die meisten zum Versuch führend, ein Scheitern um jeden Preis zu verhindern, wichtigen Seite der Existenz zu finden.

Sei es die „Kunst des spielerischen Scheiterns“ von Michael Stuhlmiller für die ganz individuelle, persönliche Ebene (Scheitern als dazugehörend und vor allem als Chance zu betrachten“, seinen es die Überlegungen von Ugo Bardi in diesem vorliegenden Werk, die am Ende den Leser gut argumentiert und überzeugend dargestellt dahinführen, den „Kollaps“ zu bewältigen“. Sei es bei Stuhlmiller das „Kippen“ der Person durch Scheitern an Situationen (was er in Bezug auf den „Clown“ intensiv herausarbeitet“, sei es das „Kippen“ ganzer Systeme, von Imperien hin zum ökologischen System, wenn ein bestimmter Punkt der Krise erreicht ist.

Wobei gilt, dass der Aufbau eines Systems, einer Fertigkeit, eines Imperiums langdauernd in kleinen Schritten erfolgt, das „Fallen bergab“ allerdings oft mit einem Knall in viel rascherer Zeit das System zum Scheitern bringt.

Wie bei der „Mutter aller Zusammenbrüche“, dem Untergang des römischen Reiches. Dem Seneca entstammt und dem Bardi einen eigenen Hauptteil im Buch widmet, um anhand dieser geschichtlich breit Bekannten Ereigniskette die Gesetzmäßigkeiten von „Kippen“ und „Kollaps“ verständlich zu demonstrieren.

„Um die Auswirkungen eines Kollapses zu bewältigen, muss man verstehen, wie er entsteht, sich entwickelt und auswirkt“.

Was Bardi ruhig, sachlich und nüchtern, vor allem aber durchgehend griffig und plastisch dem Leser zu vermitteln versteht.

Als Grundlage für dieses Verstehen und die daraus zu ziehenden Folgen gilt dabei die Haltung Senecas, die Notwendigkeit von Veränderung und Wandel bedingungslos zunächst zu akzeptieren und damit sich nicht in „Kämpfen gegen Windmühlen“ oder „rutschende System“ zu verausgaben. Sondern „mit zu kippen“ und im Scheitern bewusst genügend Energie aufzubauen, um am Ende wieder „aufzustehen“.

Die leitenden Fragen sind daher nicht: Wie kann ich eine Krise, einen Kollaps, ein Scheitern um jeden Preis vermeiden (das wird nicht gehen, wie die Geschichte zeigt), sondern denk- und damit handlungsfähig zu bleiben durch den klaren Blick auf die bestmögliche Haltung:

„Was ist zu tun? Das Beste machen aus dem, was in deiner Macht steht und den Rest so nehmen, wie er natürlich passiert“.

Eine Haltung, die leicht intellektuell nachzuvollziehen ist, aber umso schwerer „im Gefühl“ umsetzbar scheint. Für den einzelnen und für Gesellschaften.

„Kollaps ist kein Defizit, er ist eine Eigenschaft“. Und gehört damit, folgt man der Lektüre aufmerksam, wie eine „natürliche Gegebenheit“ zum individuellen und allgemeinen Leben dazu.

Aber, auch das gilt, keineswegs destruktiv ist Bardis Bericht angelegt.

„Wenn man weiß, was Zusammenbrüche sind, werden sie nicht mehr überraschen und können verhindert werden. Man kann sie möglicherweise bewältigen und zum eigenen Vorteil verwenden“.

Was Bardi mit einer überzeugenden Strategie am Ende des Werkes belegt und diese dem Leser damit an die Hand gibt. Es wäre zu wünschen, dass aus diesem „das bestmögliche machen, ohne vor Angst vor einem Kollaps zu erstarren“ eine breite Reflexion politischer und gesellschaftlicher Handlungen entsteht. Mit dem Ziel, zu prüfen, wo aus „angst vor Kontrollverlust“ unsinnig oder gar schädlich gehandelt wird und wo mehr „Mut zur Zukunft“ auch Krisen dann nicht nur in Kauf nehmen kann, sondern diese als gestalterische Möglichkeiten begriffen werden kann.

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Rezension zu "Der geplünderte Planet" von Ugo Bardi

Eine Geschichte der Ausbeutung von Rohstoffen
Sokratesvor 5 Jahren

Das Buch möchte zweierlei erreichen:
Einerseits einen historischen Überblick über die Erschließung von Rohstoffquellen vermitteln, andererseits unsere Zukunft skizzieren und Vorschläge für ein drohendes Rohstoffende präsentieren. Beides gelingt recht gut, auch wenn ich durch die Lektüre nicht wirklich neue Informationen hinzugewonnen habe. Wer weiß, wie Rohstoffe abgebaut werden und wie hierbei Raubbau an der Natur betrieben wird, der wird in gut zwei Drittel des Buches keine neuen Erkenntnisse präsentiert bekommen. Im zweiten und wesentlich kürzeren Teil seines Buches präsentiert der Autor zunächst die Theorie des begrenzten Wachstums, die der "Club of Rome" Ende der 1980er Jahre bereits präsentiert hat. Zwar müssen die dort prognostizierten Erwartungen etwas korrigiert werden, das zu befürchtende Szenario muss jedoch beibehalten werden. Bardi versucht anschließend Vorschläge zu unterbreiten, wie dem Versiegen der Rohstoffquellen entgegengewirkt werden kann.
Das Buch liest sich anschaulich und setzt wenig Vorwissen voraus. Insoweit eine gute Einstiegsliteratur. Wer darüberhinausgehende Informationen oder Anregungen erwartet, sollte auf Fachliteratur zurückgreifen.

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Rezension zu "Der geplünderte Planet" von Ugo Bardi

Eine eindringliche Aufforderung mit einem nachhaltigen Ressourcenmanagement zu beginnen
WinfriedStanzickvor 5 Jahren

Dieser Bericht an den Club of Rome ist eine wichtige Fortschreibung des bahnbrechenden Buches von Meadows über „Die Grenzen des Wachstum“, das Generationen von Umweltschützern geprägt hat. Nach einer umfangreichen Geschichte des Bergbaus und der Ausbeutung von Rohstoffen für industrielle und kriegerische Zwecke, wirft er einen kritischen und skeptischen Blick auf die Zukunft des Bergbaus und der Ressourcenaneignung.

 

Zwar wird keiner der wichtigen Rohstoffe, die wir für unser Leben und das Funktionieren unserer Gesellschaft dringend brauchen, in absehbarer Zeit ausgehen. Dennoch mahnt er dringend einen anderen Umgang mit den Rohstoffen an. In einer „mineralischen Eschatologie“ am Ende seines Buches schreibt er:

„Mit Hilfe von Solarenergie und Technologien, die keine seltenen und erschöpfbaren Elemente erfordern, sind wir im Prinzip sehr wohl in der Lage, eine Gesellschaft aufzubauen, die Energieflüsse vergleichbar mit den heutigen bewirtschaftet… Die Gesellschaft müsste mit äußerster Sorgfalt darauf achten, dass sie ihre kostbaren Ressourcen nicht verschwendet, und würde manche unserer Gewohnheiten -zum Beispiel Flugreisen - als gefährliche Extravaganz einstufen. Eine Gesellschaft dieser Art wäre jedoch in der Lage, unser technisches Niveau zu halten und zu steigern… Mit diesem Vorrat können wir es schaffen, das Wissen, das wir in den vergangenen Jahrtausenden angehäuft haben, zu halten und weiter zu vermehren …und nutzen, um den Schaden, den wir dem Ökosystem des Planeten zugefügt haben, wieder gut zu machen und es wieder so herzustellen, wie es war, als wir es als Erbe erhielten: ein an Leben und Diversität reicher Planet.“

 

Eine eindringliche Aufforderung mit einem nachhaltigen Ressourcenmanagement zu beginnen und eine nachhaltige Gesellschaft zu etablieren.

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