Ugo Riccarelli Der vollkommene Schmerz

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Inhaltsangabe zu „Der vollkommene Schmerz“ von Ugo Riccarelli

Hundert Jahre italienischer Geschichte, hundert Jahre Familiengeschichte 'Seit Gabriel Garcia Marquez' Roman Hundert Jahre Einsamkeit wurde nicht mehr so eindringlich und herzzerreißend erzählt.' Volker Breidecker in der Süddeutschen Zeitung Ende des 19. Jahrhunderts trifft in dem kleinen Dorf Colle in der südlichen Toskana ein neuer Lehrer ein. Der glühende Anarchist genießt bald im Dorf großes Ansehen. Ugo Riccarellis großartiger Roman bebildert Ungerechtigkeit und Freiheitsliebe, Schönheit und Grausamkeit, die Vergänglichkeit der Träume und die Dauerhaftigkeit der Hoffnung. Einer der Söhne des Maestros, Cafiero, wird Annina heiraten, die resolute Tochter des Schweinezüchters Odysseus Bertorelli, und so entspinnt sich parallel die Geschichte einer zweiten Familie, vermischen sich die Schicksale von Idealisten und Pragmatikern, von Träumern und Geschäftemachern, von Gewinnern und Verlierern, die alle miteinander in große Ereignisse verwickelt werden, von der schrecklichen Grippeepidemie bis zu den Kolonialabenteuern der Faschisten, von der Besetzung durch die Deutschen bis zu den Partisanenkämpfen.

Eine poetische Familiensaga mit kraftvollen Bildern aus der Toskana.

— Barbara62
Barbara62

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  • Eine toskanische Familiensaga und 100 Jahre italienische Geschichte

    Der vollkommene Schmerz
    Barbara62

    Barbara62

    05. April 2015 um 13:47

    Spannend, klar und in kraftvollen Bildern erzählt Riccarelli von zwei toskanischen Familien vor dem Hintergrund von fast 100 Jahren italienischer Geschichte. Kurz vor 1900 kommt ein junger Lehrer und Anarchist aus dem Süden in das toskanische Dorf Colle. Vier Kinder entstammen seiner Verbindung mit einer Witwe, bevor er bei einer Demonstration erschossen wird. Ein Sohn heiratet die Tochter eines reichen Schweinezüchters aus einer reaktionären, später faschistischen Familie. Immer wiederkehrendes Motiv ist der vollkommene Schmerz bei Verlust, Trennungen, Tod, aber auch Geburten. Das Leben gleicht dem Perpetuum mobile, an dem ein Enkel des Lehrers baut. Der Italiener Ugo Riccarelli erzählt in einem sehr eigenen, distanzierten Stil voller Poesie, der an die großen südamerikanischen Erzähler erinnert.

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  • Rezension zu "Der vollkommene Schmerz" von Karin Krieger

    Der vollkommene Schmerz
    queen-mom

    queen-mom

    03. October 2010 um 18:39

    Das Leben zweier Familien in der Toskana des 19. und 20. Jh. wird hier erzählt. Maestro, ein junger Freiheitskämpfer kommt als Lehrer in ein toskanisches Dorf und verliebt sich prompt in eine junge Witwe, die den tragischen Tod ihres Mannes zu überwinden sucht. Sie leben in freier Liebe, was von den Dorfbewohnern wegen der Liebe und der Sanftmut, die die beiden austrahlen, akzeptiert wird. Die zweite Familie ist die des reaktionären, später faschistischen Schweinezüchters Odysseus. Die Schicksale der beiden Familien vermischen sich, als der warmherzige Cafiero die forsche Annina heiratet. Der vollkommene Schmerz muss von beiden Familien immer wieder ertragen werden, bei Geburten, bei Todesfällen und sonstigen Verlusten eines sehr geliebten Menschen. Trotz aller Rückschläge geht das Leben der Familien immer weiter... Ein wunderschönes poetisches Buch!

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  • Rezension zu "Der vollkommene Schmerz" von Karin Krieger

    Der vollkommene Schmerz
    Rock-n-Roll

    Rock-n-Roll

    18. August 2010 um 10:28

    Es ist zwar nicht einfach in diese Geschichte einzutauchen, der melancholische, sehr melodische Schreibstil ist eher etwas für den geübten Leser, mit Sätzen, die teilweise über eine halbe Seite gehen. Ist man aber erst Mal in dem Rhythmus drin, ist es doch eines der faszinierendsten Bücher, die ich je gelesen habe. Es geht in diesem Buch um zwei Familien in einem toskanischen Dorf, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die einen kommen durch harte Arbeit zu Reichtum und erkaufen sich letztendlich die Macht über den Ort, die anderen leben nach sozialistischen Idealen. Beiden gemein ist, dass sie sehr viel Leid ertragen müssen. Eine Ehe verbindet beide Familien und beide Erzählstränge. So erlebt man anhand der Schicksale der Familien die Einigung Italiens, den ersten und zweiten Weltkrieg, die Zeit der Faschisten. Zu jedem Leben gehört nicht nur Glück sondern auch unerträglicher Schmerz, den man annimmt, damit das Leben überhaupt weiter gehen kann. Das ist ein Buch für Fans von großen Familienromanan, die nicht davor zurückschrecken über so viel unerträgliches Leid und herzzerreißendem Schmerz zu lesen.

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  • Rezension zu "Der vollkommene Schmerz" von Karin Krieger

    Der vollkommene Schmerz
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    16. August 2009 um 18:40

    Ein herzzerreißendes, wunderbar geschriebenes Buch.

  • Rezension zu "Der vollkommene Schmerz" von Ugo Riccarelli

    Der vollkommene Schmerz
    sequencia

    sequencia

    20. December 2008 um 19:09

    Ugo Ricarelli gibt in seinem Roman ein wunderbares Familienportait zum Besten. Generation über Generation voll schicksalhafter Begebenheiten, die Familien zusammenführen und auseinanderreissen. Jedes einzelne Mitglied erfährt ein besonderes Schicksal, tragisch durch Mord, Krankheit (mitunter Wahnsinn) und falschen Stolz niedergestreckt. Die Frauen sind in meinen Augen die besonders stark Leidenden, da sie in Momenten erfüllter Liebe ihre großen Lieben verlieren, mit Kind und Kegel allein dastehen und sich einer feindlich gesinnten Verwandtschaft und Krieg gegenüberstehen. Dieses Buch liest man in einem Zug durch! :o)

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  • Rezension zu "Der vollkommene Schmerz" von Karin Krieger

    Der vollkommene Schmerz
    kuubi

    kuubi

    04. December 2008 um 13:54

    liebe, hass und freundschaft - vereint in einem roman, der einen die luft süditaliens riechen und den vollkommenen schmerz miterleben lässt.

  • Rezension zu "Der vollkommene Schmerz" von Karin Krieger

    Der vollkommene Schmerz
    kleinechaotin

    kleinechaotin

    14. September 2008 um 16:21

    Ein wunderschöner Roman - alle Liebe und alle Leiden zweier Familien vermischen sich in diesen schicksalhaften Roman. Großartiger Schreibstil, wohl überlegter und sehr melancholisch geschriebener Inhalt...ein empfehlenswertes Buch!

  • Rezension zu "Der vollkommene Schmerz" von Ugo Riccarelli

    Der vollkommene Schmerz
    HeikeG

    HeikeG

    19. August 2008 um 16:51

    Il dolore perfetto - Zeitreise in die Schicksale von Menschen Ugo Riccarellis Fabulierkunst wurde mit Großem verglichen. Gabriel Garcia Marquez und sein Epos "100 Jahre Einsamkeit" zog man heran, als es einen Vergleich zu ziehen galt. Und wahrlich geht es in "Der vollkommene Schmerz" wie bei Marquez um eine große Geschichte im Kleinen. Doch nicht das kolumbianische Südamerika ist Gegenstand von Riccarellis Betrachtungen, sondern seine Heimat Italien. Er spannt einen großen Bogen: von der Einigung bis zum Wirtschaftswunder. Anders als der Titel und die Cover-Illustration vermuten lassen, ist dieser Roman - wenn auch im Ton melancholisch und traurig gefärbt - keineswegs voller Trostlosigkeit und Depression. Im Gegenteil: es ist eine geradezu "barocke Hymne" an das Leben. Riccarelli hat die mündlichen Überlieferungen seiner Großmutter in seine grandios erzählte Familiensaga eingeflochten. Am Beispiel der Geschichte zweier toskanischer präsentiert der Autor des "Lebens ganze Fülle", angefangen von (überaus realistisch geschilderten) Geburten über die erste Liebe bis hin zum "vollkommenen Schmerz" des Sterbens und des Abschieds für immer. Es wird rebelliert und unterworfen, es gibt Glück, aber gleichzeitig auch das Scheitern. In zweiter Ehe heiratet die Witwe Bartoli einen aus dem Süden in die Toskana gekommenen Lehrer und Anarchisten, genannt "il Maestro". Eines der vier Kinder der beiden heiratet eine Tochter aus der weniger romantisch-anarchischen als geschäftstüchtig-gerissenen Familie Bertorelli. Der Fortgang der Familiengeschichte - und das ist das Raffinierte an diesem Roman - wird immer wieder von verschiedenen Mitgliedern der Familie aus deren Blickwinkel geschildert. Ricarelli verwebt gleich 30 Lebensläufe auf kunstvollste Weise miteinander. Doch man verliert trotzdem nicht den Überblick. Dies liegt vor allem an der bestechenden und klaren Erzählweise, die mit wenigen Pinselstrichen ein einprägsames und charakteristisches Porträt sowohl von Menschen als auch Landschaften und Mentalitäten zeichnet. Um die Verwirrung für den Leser in Grenzen zu halten, ist am Schluss des Buches ein ausführlicher Stammbaum der Akteure zu finden. "Mich interessiert die Geschichte von unten. Nicht nur im Sport, auch im Leben und in der Literatur finde ich Verlierer spannender als Sieger. Durch meine eigene Erfahrung sehe ich den Schmerz, das Leiden als etwas, was fest zum Leben gehört - egal wie sich die Zeiten ändern", erzählt der Autor in einem Interview. Über eigene, wahrhaft schmerzvolle Erfahrungen weiß Riccarelli zu berichten. Er unterzog sich vor 18 Jahren einer Herz-Lungentransplantation. Mit dem wieder gewonnenen Leben gelang ihm auch der ganz große Wurf, ein Bestseller, für den er den "Premio Strega 2003", neben dem "Campiello" der wichtigste italienische Literaturpreis, bekam. Riccarelli schweift weit aus, erinnert mit seinem rhythmischen Erzählen an die Zeit, als Geschichten noch mündlich überliefert wurden. "Die Menschen erleben im Grunde immer wieder dasselbe: Liebe, Hass, Betrug, Versöhnung, Hoffnung. Ich habe bewusst Symmetrien eingearbeitet, das Buch entwickelt sich spiralförmig, und alles wiederholt sich, wenn auch mit der Hoffnung, dass sich die Lage vielleicht bessern könnte. Aber der Kern der Conditio humana ist das Leiden. Wir sind unvollkommen.", so der Autor. Und eben diese Unvollkommenheit ist sein Schmerzzentrum. Denn aus dem Schmerz erwächst das Streben der Menschen. Doch letztendlich ist "Der vollkommene Schmerz" vor allem eins: eine Hommage an die Kraft der Liebe und an die Kraft des Erzählens selbst. "An Leitern geklammert, unter Eisenträgern liegend und über Zahnräder gebeugt, schraubte Ideale seinen Wunsch zusammen, der Bewegung eine unendliche Dauer zu verschaffen, etwas zu schaffen, was nie stillstand, was ewig und beständig für die Liebe war, die er für das Leben empfand, etwas, was die gleiche Kraft und die gleiche Hoffnung in sich barg, die vor ihm schon sein Großvater und sein Vater in der Utopie gesucht hatten." Man spürt, dass Riccarelli wieder frei und kraftvoll atmen kann. Seiner Erzählung geht bis zum Ende die Puste nicht aus. Kunstvoll-konsequent verwebt er seine Erzählstränge. Alles greift ineinander, Realistisches und Symbolisches. Die, auf der einen Seite archaische, auf der anderen lyrische, wundervolle Sprache wird von Karin Krieger mit Einfühlungsvermögen in Deutsche übertragen. Ihr ist es zu verdanken, dass die Schwingungen altertümlicher Redeweisen auch in der Übersetzung noch spürbar sind. Fazit: So viel geboren und gestorben, geliebt und gelitten, empfunden und erduldet wie in diesem Roman, wurde in der Literatur schon lange nicht mehr. Dieses Buch reiht sich ein in die "großen Familienromane". Wunderbare Lektüre für lange Winter- (Frühlings-, Sommer-, Herbst-) Abende.

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  • Rezension zu "Der vollkommene Schmerz" von Karin Krieger

    Der vollkommene Schmerz
    Marco

    Marco

    07. June 2008 um 02:28

    Der Name des Buches bestimmt auch seinen Inhalt. Wer eine mitreißende, melancholische, verstörenden und traurigschöne Geschichte erwartet, wird nicht enttäuscht. Riccarelli hat sich das Schicksal zweier Familien aus der Abgeschiedenheit eines kleinen italienischen Dorfes herausgegriffen und sie Mitten in das Zentrum seiner Handlung gestellt. Vor der Kulisse wichtiger historischer Ereignisse leidet der Leser mit mehreren Generationen, wobei die Kinder immer wieder das ähnliche Schicksal ihrer Eltern durchleben müssen. Nahezu grandios erzählt, sind vier kurze Seiten, in denen es dem Autor gelingt ohne politische Inbrunst, ohne Pathos, sondern mit der Schilderung des Gedankens eines Soldaten die ganze Widerwärtigkeit und Paradoxie des Krieges aufzuzeigen. Riccarellis Sprachgewalt ist insgesamt vereinnahmend und lässt den immer wieder (mit)erlittenen vollkommenen Schmerz, fühlbarer, realer werden. Die kurzen Phasen der neuen aufkeimenden Hoffnung sind kostbare Oasen, die einem nach Harmonie dürstenden Leser auf seinem kargen Weg durch die Handlung retten. Wäre der Schmerz nicht allzu häufig so vollkommen und die Hoffnung dafür etwas vitaler, wäre es dennoch ein großer Roman. Ein großer Roman, der nicht eine Spur beschönigt, verkitscht, aber etwas weniger bedrückender, einfach lesenswerter wäre.

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  • Rezension zu "Der vollkommene Schmerz" von Karin Krieger

    Der vollkommene Schmerz
    HeikeG

    HeikeG

    18. April 2007 um 16:29

    Il dolore perfetto - Zeitreise in die Schicksale von Menschen Ugo Riccarellis Fabulierkunst wurde mit Großem verglichen. Gabriel Garcia Marquez und sein Epos "100 Jahre Einsamkeit" zog man heran, als es einen Vergleich zu ziehen galt. Und wahrlich geht es in "Der vollkommene Schmerz" wie bei Marquez um eine große Geschichte im Kleinen. Doch nicht das kolumbianische Südamerika ist Gegenstand von Riccarellis Betrachtungen, sondern seine Heimat Italien. Er spannt einen großen Bogen: von der Einigung bis zum Wirtschaftswunder. Anders als der Titel und die Cover-Illustration vermuten lassen, ist dieser Roman - wenn auch im Ton melancholisch und traurig gefärbt - keineswegs voller Trostlosigkeit und Depression. Im Gegenteil: es ist eine geradezu "barocke Hymne" an das Leben. Riccarelli hat die mündlichen Überlieferungen seiner Großmutter in seine grandios erzählte Familiensaga eingeflochten. Am Beispiel der Geschichte zweier toskanischer präsentiert der Autor des "Lebens ganze Fülle", angefangen von (überaus realistisch geschilderten) Geburten über die erste Liebe bis hin zum "vollkommenen Schmerz" des Sterbens und des Abschieds für immer. Es wird rebelliert und unterworfen, es gibt Glück, aber gleichzeitig auch das Scheitern. In zweiter Ehe heiratet die Witwe Bartoli einen aus dem Süden in die Toskana gekommenen Lehrer und Anarchisten, genannt "il Maestro". Eines der vier Kinder der beiden heiratet eine Tochter aus der weniger romantisch-anarchischen als geschäftstüchtig-gerissenen Familie Bertorelli. Der Fortgang der Familiengeschichte - und das ist das Raffinierte an diesem Roman - wird immer wieder von verschiedenen Mitgliedern der Familie aus deren Blickwinkel geschildert. Ricarelli verwebt gleich 30 Lebensläufe auf kunstvollste Weise miteinander. Doch man verliert trotzdem nicht den Überblick. Dies liegt vor allem an der bestechenden und klaren Erzählweise, die mit wenigen Pinselstrichen ein einprägsames und charakteristisches Porträt sowohl von Menschen als auch Landschaften und Mentalitäten zeichnet. Um die Verwirrung für den Leser in Grenzen zu halten, ist am Schluss des Buches ein ausführlicher Stammbaum der Akteure zu finden. "Mich interessiert die Geschichte von unten. Nicht nur im Sport, auch im Leben und in der Literatur finde ich Verlierer spannender als Sieger. Durch meine eigene Erfahrung sehe ich den Schmerz, das Leiden als etwas, was fest zum Leben gehört - egal wie sich die Zeiten ändern", erzählt der Autor in einem Interview. Über eigene, wahrhaft schmerzvolle Erfahrungen weiß Riccarelli zu berichten. Er unterzog sich vor 18 Jahren einer Herz-Lungentransplantation. Mit dem wieder gewonnenen Leben gelang ihm auch der ganz große Wurf, ein Bestseller, für den er den "Premio Strega 2003", neben dem "Campiello" der wichtigste italienische Literaturpreis, bekam. Riccarelli schweift weit aus, erinnert mit seinem rhythmischen Erzählen an die Zeit, als Geschichten noch mündlich überliefert wurden. "Die Menschen erleben im Grunde immer wieder dasselbe: Liebe, Hass, Betrug, Versöhnung, Hoffnung. Ich habe bewusst Symmetrien eingearbeitet, das Buch entwickelt sich spiralförmig, und alles wiederholt sich, wenn auch mit der Hoffnung, dass sich die Lage vielleicht bessern könnte. Aber der Kern der Conditio humana ist das Leiden. Wir sind unvollkommen.", so der Autor. Und eben diese Unvollkommenheit ist sein Schmerzzentrum. Denn aus dem Schmerz erwächst das Streben der Menschen. Doch letztendlich ist "Der vollkommene Schmerz" vor allem eins: eine Hommage an die Kraft der Liebe und an die Kraft des Erzählens selbst. "An Leitern geklammert, unter Eisenträgern liegend und über Zahnräder gebeugt, schraubte Ideale seinen Wunsch zusammen, der Bewegung eine unendliche Dauer zu verschaffen, etwas zu schaffen, was nie stillstand, was ewig und beständig für die Liebe war, die er für das Leben empfand, etwas, was die gleiche Kraft und die gleiche Hoffnung in sich barg, die vor ihm schon sein Großvater und sein Vater in der Utopie gesucht hatten." Man spürt, dass Riccarelli wieder frei und kraftvoll atmen kann. Seiner Erzählung geht bis zum Ende die Puste nicht aus. Kunstvoll-konsequent verwebt er seine Erzählstränge. Alles greift ineinander, Realistisches und Symbolisches. Die, auf der einen Seite archaische, auf der anderen lyrische, wundervolle Sprache wird von Karin Krieger mit Einfühlungsvermögen in Deutsche übertragen. Ihr ist es zu verdanken, dass die Schwingungen altertümlicher Redeweisen auch in der Übersetzung noch spürbar sind. Fazit: So viel geboren und gestorben, geliebt und gelitten, empfunden und erduldet wie in diesem Roman, wurde in der Literatur schon lange nicht mehr. Dieses Buch reiht sich ein in die "großen Familienromane". Wunderbare Lektüre für lange Winter- (Frühlings-, Sommer-, Herbst-) Abende.

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