Ulf Herholz Legenden der kanadischen Indianer

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Inhaltsangabe zu „Legenden der kanadischen Indianer“ von Ulf Herholz

Man kann sie unmöglich so nacherzählen, wie sie von den Indianern selbst mitgeteilt werden: entweder ganz kurz und nackt wie ein Stenogramm - oder so weit hergeholt und ausschweifend, daß sie einen ganzen Abend füllen. Dies übrigens ist ihre eigentliche Absicht, einen Abend lang den Glanz der Vergangenheit des Stammes, die Würde, die Kühnheit, das Leid, die Schuld und Sühne der Vorväter wieder aufscheinen zu lassen, damit sie den Lebenden, vor allem dem Jungvolk, zur Lehre, zum Ansporn oder zur Warnung dienen.<br> Wenn der Europäer zu dieser fremden, beinahe schon verschollenen Welt einen Zugang gewinnen will, so müssen ihm die alten Geschichten der Indianer in seiner Sprache, in seiner Tonart sozusagen, vorgetragen werden; es dürfen nicht nur die Worte und der Ablauf der Handlung, die Atmosphäre in eine dem Europäer verständliche Form umgegossen werden, damit sie in unserer Umgebung entsprechend nachempfunden werden kann. Man wird also indianische Märchen etwa im Stil des deutschen Märchens übermitteln müssen. Dann erst wird ein Europäer die Wärme und Tiefe einer vielleicht uralten Legende aus dem Bereich der nordamerikanischen Indianer ganz erfassen, wird sie in ihm "anklingen". Die Nachdichtungen indianischer Legenden, die Meta Regehr in ihrem Buch vorlegt, werden der Forderung, die hier erhoben wurde, wie mir scheint, in schöner Weise gerecht.<br> (A. E. Johann)
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