Der Bastard von Tolosa

von Ulf Schiewe 
4,4 Sterne bei54 Bewertungen
Der Bastard von Tolosa
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Thommy28s avatar

Fulminantes Historien-Epos von gewaltiger Sogkraft - brillant erzählt

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Ein historischer Roman der unglaublich dicht und geballt ist. Viel Hintergrund, Wissen und Recherche. Ein WOW-Leseerlebnis der Extraklasse!

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Inhaltsangabe zu "Der Bastard von Tolosa"

Wie Tausende 'Soldaten Christi' folgt auch der junge Edelmann Jaufré Montalban 1096 dem Aufruf des Papstes, Jerusalem von den Ungläubigen zu befreien. Viele grausame Schlachten später beginnt er, am Sinn des Kreuzzugs zu zweifeln. Als seine Geliebte brutal niedergemetzelt wird, will er sich auf seine Burg nahe dem heutigen Toulouse zurückziehen. Doch dort erwartet ihn eine Gattin, die er nur unter Zwang geheiratet hatte – und eine tödliche Intrige um das Rätsel seiner Herkunft.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426503096
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:928 Seiten
Verlag:Knaur Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.12.2011
Das aktuelle Hörbuch ist am 27.02.2013 bei Audible GmbH erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Thommy28s avatar
    Thommy28vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Fulminantes Historien-Epos von gewaltiger Sogkraft - brillant erzählt
    Fulminantes Historien-Epos von gewaltiger Sogkraft - brillant erzählt

    Einen winzigen Blick auf das Geschehen erlaubt die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Ich ergänze lediglich meine persönliche Meinung.


    Bis auf die Montalban-Familiensaga (deren erster Band dieses Buch ist) habe ich bereits alle Bücher von diesem Autor geniessen dürfen. Nun habe ich mich auch seines Debütwerkes angenommen. Natürlich waren meine Erwartungen sehr hoch, konnte ich doch alle anderen Bücher mit der Höchstbewertung auszeichnen. Ich wurde nicht enttäuscht!

    Die Geschichte wird auf eine ungewöhnliche Weise erzählt: In Ich-Form und zwar in Form einer Retrospektive. Der Protagonist erzählt von seinem abenteuerlichen Leben zur Zeit der Kreuzzüge im "Heiligen Land" und den Gefahren und Intrigen in der Heimat nach seiner Heimkehr. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz.

    Dabei bedient sich der Autor einer bildgewaltigen, bunten Sprache, die den Leser mit ungeheuerer Sogkraft förmlich in das Geschehen hineinzieht. Das Leben zu jener Zeit - sowohl in Kriegszeiten als auch in der Heimat - wird mit einer wundervollen Lebendigkeit geschildert. Der Leser kann sich der Faszination dieser Schilderungen beim besten Willen nicht entziehen. Dass dabei auch sehr verstörende Grausamkeiten keineswegs ausgespart werden, gehört zwingend dazu und mag manchen Leser schaudern lassen. Aber das gehört nunmal zu dieser Zeit...! Die Komplexität des Protagonisten und dessen Wandlung im Laufe der Zeit wurde hervorragend geschildert.

    Man merkt dem Buch nicht an, dass es sich hierbei um ein Erstlingswerk handelt. Es ist allerdings für meinen Geschmack ein wenig zu lang geraten und ein paar kleinere Längen im ersten Teil des Buches ließen sich wohl ob der nötigen Erklärungen nicht vermeiden. Die verwirrenden Familienverhältnisse und eine grosse Vielzahl von Personen haben stellenweise etwas Verwirrung hervorgerufen. Da muss sich der Leser schon sehr aufmerksam durchbeißen!

    Letztendlich tut dies dem hervorragenden Gesamteindruck des Buches keinen Abbruch! Ich habe es genossen und freue mich jetzt schon sehr auf den zweiten Band!

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    Helene2014s avatar
    Helene2014vor 2 Jahren
    Der Bastard von Tolosa

    In dem ersten Teil der Trilogie von Ulf Schiewe wird die Geschichte von Jaufré erzählt, eines Kreuzritters. Er ist dem Ruf des Papstes gefolgt, unter anderem um einer unglücklichen Liebe und einer aufgezwungenen Ehe zu entfliehen. Aber nach vielen Jahren im Hl. Land erkennt er, dass vieles falsch ist an diesem Kreuzzug. Er ist nicht mehr bereit, sein Leben täglich aufs Spiel zu setzen, um für eine Sache zu kämpfen, an die er eigentlich nicht mehr glaubt. Also macht er sich mit seiner Tochter, deren Mutter brutal getötet wurde, auf den Weg in die Heimat. Aber dort erwartet ihn eine Ehefrau, die nicht bereit ist, ihn sofort wieder mit offenen Armen zu empfangen. Und auch hier gehen die Kämpfe weiter, denn es liegt ein dunkles Geheimnis über seiner Herkunft, von dem er nichts ahnt.


    Das Buch hat fast 1000 Seiten und ist prall gefüllt mit Kämpfen, Intrigen, teils auch sehr gewalttätigen Szenen, aber auch mit Liebe und Freundschaft. Gut gezeichnete Charaktere, schöne Landschaftsbeschreibungen und ein gut zu lesender Schreibstil runden das Lesevergnügen ab. Die vielen, teilweise ähnlichen, Namen erfordern allerdings Konzentration beim Leser. Die politischen Verwicklungen wurden gut erklärt und man konnte einiges dazulernen. 

    Was mir nicht so gut gefallen hat, waren die teilweise seitenlangen Beschreibungen von Schlachten, das war mir etwas zuviel.

    Fazit: ein sehr gut geschriebenes historisches Buch mit einigen Längen, das mich aber trotzdem überzeugen konnte. Die anderen beiden Teile warten schon auf dem Reader und ich bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht.
    Von mir 4 Sterne.

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    anne_foxs avatar
    anne_foxvor 2 Jahren
    Der bastard von Tolosa

    Ein Roman  aus dem Jahre 1096 der Zeit der Kreuzzüge. die Schilderungen der Schlachten waren mir zu heftig. Doch irgendwie erinntere mich der raman an die Säulen der Erde.
    Guter Schreibstil, obwohl manche Phasen sehr langatmig waren

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    Danions avatar
    Danionvor 2 Jahren
    Keine schnelle Lektüre :-)

    Mit über 900 klein bedruckten und fast randlosen Seiten war „Der Bastard von Tolosa“ eines der umfangreichsten Bücher, die ich bis heute geschafft habe. Und das hat seine Nach- und Vorteile. Der Nachteil war, dass ich ziemlich lange gebraucht habe, bis ich in die Geschichte eingetaucht bin. Anfangs war ich ein wenig überfordert mit den zahlreichen Namen und historischen Fakten, was den Einstieg in die Geschichte ziemlich erschwerte. Der Vorteil: Wenn man in der Geschichte ist und sie genießen kann, dann merkt man vielleicht nicht, wie schnell man am Ende gelandet. Für mich war es allerdings ein bisschen zu viel für ein Buch. Da hätte man ruhig 2 Romane daraus machen können :-)

    Ich verzichte mal auf die Wiedergabe des Inhalts (kann man in der Buchbeschreibung nachlesen) und halte ein paar Punkte fest, die diesen Roman für mich lesenswert machen:

    1. Wahnsinnig viel Arbeit, die der Autor in dieses Meisterwerk reingesteckt hat. Und das erkennt man nicht nur an der Textmenge, sondern auch daran, wie gut die Geschichte recherchiert ist! Man lernt einiges über die Zeit, in der der Roman spielt, und das auf eine spannende Art und Weise. Allerdings war es an einigen Stellen zu viel für mich, manchmal war ich ein wenig überfordert und das Lesen wurde anstrengender;

    2. Trotz vieler historischer Fakten (oder vielleicht auch gerade dadurch?) wirkt die Geschichte sehr authentisch, die Figuren kommen lebendig (durch ihre Vielseitigkeit, mit allem Menschlichen) rüber und ich konnte mir beim Lesen jede davon sehr gut vorstellen. Sehr glaubwürdig und bildhaft sind die Szenen dargestellt, die die Brutalität und Grausamkeiten der Zeit der Kreuzzüge (und des Mittelalters allgemein) widerspiegeln. Das ist wirklich viel wert und macht ein gutes Buch aus;

    3. Den Schreibstil des Autors fand ich gut, besonders gelungen finde ich die Idee mit den retrospektiven Sprüngen in der Zeit. Allerdings ist es keine einfache Lektüre und eher nicht ein Buch zum Zwischendurch-mal-Lesen. Es erfordert schon gute Konzentration und auch ein gutes Vokabular. Bei einigen Begriffen hätte ich mir ein Glossar im Anhang gewünscht, aber das hätte das Buch wohl an die 950 Seiten gebracht. 

    Für Geschichte-Fans sicherlich zu empfehlen, aber wie gesagt: „ein bisschen“ mehr Zeit muss man ins Buch schon investieren.

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    LiberteToujourss avatar
    LiberteToujoursvor 3 Jahren
    Ulf Schiewe ist der Meister seines Genres!

    Als Jaufre zu den Kreuzzügen aufbrach war er bereits auf die eine oder andere Weise ein gebrochener Mann. Als er zurückkommt ist er es noch mehr. Er will sich auf seiner Burg zurückziehen und ein ruhiges Leben führen - doch so leicht wie er sich das vorstellt soll das nicht werden. Zunächst hätten wir da eine Gattin, nur unter Zwang geheiratet und nicht begeistert, ihren Mann nach all den Jahren wieder zu sehen. Und einen mächtigen Feind, der Jaufre noch mehr nehmen will als nur seine Burg..


    Der Bastard von Tolosa ist Schiewes erster Roman - und obwohl sein Stil unverkennbar ist (Ich kenne sonst keinen Autoren dem es gelingt das Schöne derart perfekt mit dem Nützlichen zu verbinden, soll heißen : Ein fantastisches Leseerlebnis mit gleichzeitigem Wissenszuwachs) sind doch klare Unterschiede zu erkennen.
    Dieser Roman ist länger, detailverliebter und ausschweifender. Müsste ich mich jetzt entscheiden was mir besser gefällt - ich könnte es nicht. Die neueren Romane bieten mehr Spannung und Action, kaum Atempausen. Dafür lässt "Der Bastard von Tolosa" das Geschehen auf eine eindringliche Art real erscheinen. Man nimmt sich Zeit, für das Leben, die Gefühle und die damalige Zeit. Beides ist auf seine eigene Art wunderschön.

    Besonders spannend fand ich hier, wie stark sich die Gefühle zu einzelnen Figuren im Laufe der Geschichte ändern. Am repräsentativsten ist da natürlich der Protagonist Jaufre - zu Beginn wirkt er in seinem Turm verbittert, nahezu depressiv, auf jeden Fall des Lebens müde. Und dann erlebt man seine Geschichte, nur um wieder zum alten Jaufre zurück zu kehren und ihn plötzlich mit anderen Augen zu sehen.
    Auch wenn das sicher der bedeutendste, ergreifendste Wandel war lässt sich das durchaus auch im Kleinen beobachten. Bei der verlassenen Gattin beispielsweise. Die Geschichte des Autors ist wie das Leben auch : nicht alles ist schwarz und weiß und manchmal muss man eben ein bisschen genauer hinschauen, bis man erkennt, was einen Menschen wirklich antreibt.

    Ich weiß nicht, was ich alles noch erwähnen könnte, um begreiflich zu machen, wie großartig ich dieses Buch finde. Jedes Wort ist mit Bedacht und Herzblut gewählt, jede einzelne Handlung wirkt authentisch, die Längen die eigentlich störend wirken sollten machen das Ganze eigentlich nur noch besser.
    Vergesst Ken Follett, lest Ulf Schiewe. Klingt pathetisch, trifft die Sache für mich aber auf den Punkt!

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    Blausterns avatar
    Blausternvor 3 Jahren
    Der Bastard von Tolosa

    Im Jahre 1096: Der Papst ruft auf zu einem großen Kreuzzug. Jerusalem soll befreit werden. Auch Jaufré Montalban macht sich auf ins Outremer. Jahre der blutigen Metzeleien folgen, und immer mehr zweifelt Jaufré an dem Nutzen dieser Taten. Dann wird bei einem Überfall seine Liebste brutal getötet, und Jaufré zieht einen Schlussstrich. Er will nach Hause auf seine Burg Rocafort zurückkehren, worum ihn auch schon Bischof Odo in einem Brief bat. Zusammen mit seiner Tochter und seinem Freund Hamid macht er sich auf den Weg. Bloß was wird ihn dort erwarten? Vor 14 Jahren ließ er dort seine Ehefrau und einen Sohn zurück. Außerdem werden auch schon von anderer Seite Ränke gegen ihn geschmiedet, die seine Herkunft betreffen, und das Kämpfen nimmt kein Ende.
    Der alte Ritter Jaufré Montalban erzählt hier seine Geschichte dem jungen Mönch Aimar, der diese für ihn niederschreiben soll und die wir mitverfolgen dürfen. Anfangs erfahren wir viel über seine Zeit im Outremer, all den Kreuzzügen und das ganze schreckliche Ausmaß des Krieges, wie die Bevölkerung darunter leidet. Die Gemütsbewegungen der Leute kommen hier wirklich voll zum Ausdruck, und man kann sich nur zu gut vorstellen, wie es ihnen ergangen ist, auch wie kleine Lichtblicke kurzfristig ihr Leben erhellen und wie sie in bestimmten Situationen über sich hinauswachsen. In der anderen Hälfte des Buches wird von seiner Rückkehr in die Heimat berichtet, wo von Zurücklehnen nach der Kriegsmüdigkeit keine Rede sein konnte, denn auch hier muss Jaufré wieder kämpfen und sich den Machenschaften gegen ihn stellen. Eine opulente Geschichte, die Jaufré zu erzählen hat mit so einigen Ausschreitungen, die richtig ins Detail gehen. Aber gerade das macht sie so interessant, denn man erhält viel tiefere Einblicke in diese Zeit und ihre Personen. Der Autor hat dazu sehr gut und umfangreich recherchiert. So sind auch die Figuren voller Leben. Jaufré ist ein schlauer Fuchs, den aber auch persönliche Unglücke seines Umfeldes schwer zu schaffen machen. Der Schreibstil ist der Zeit angepasst, und man kann ihn gut lesen. Die Dialoge hier sind besonders gelungen. Und manchmal wird es sogar etwas humorvoll, wenn seine Frau Berta zu Wort kommt zum Beispiel. Das Personenregister ist eine große Hilfe bei all den Personen in diesem Werk von über 900 Seiten. Im Nachwort wird beschrieben, was Wahrheit ist, und die Landkarte am Anfang macht die Vorstellung perfekt.

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    Flohs avatar
    Flohvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein historischer Roman der unglaublich dicht und geballt ist. Viel Hintergrund, Wissen und Recherche. Ein WOW-Leseerlebnis der Extraklasse!
    Dieses Buch hat mich mit Stolz erfüllt. Ich danke dem Autor für dieses Leseerlebnis! WOW

    Der Romanautor Ulf Schiewe hat sich in der Welt der historischen Romane bereits einen großen und bekannten, sowie gelobten und gern gelesenen Namen gemacht. Mit ihrem damaligen Debütwerk „Der Bastard von Tolosa“ habe nun auch ich mich von seinem Talent und seinem Können überzeugen können. Auf dieses Buch musste ich wirklich lange warten. Ich habe es schon geraume Zeit beobachtet und auf meiner „To-Read-Liste“ geführt. Die Lieferung des Romans hat sich leider sehr verzögert. Man glaube es kaum, aber dieser Titel ist/war so beliebt, dass er in einer neuen Auflage gedruckt werden musste. Aber Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Und das Warten hat sich absolut gelohnt. Was sind schon wenige Wochen, wenn im Romaninhalt Jahre verstreichen und man das Gefühl hat, als wäre es gestern gewesen?
    Ich habe so viele begeisternde Rezensionen und Leserstimmen zu Ulf Schiewes Erstlingswerk vernommen, sodass ich diesen Autor nun endlich einmal selbst kennenlernen wollte. WOW. Meisterhaft, erstaunlich, ritterlich, minutiös, facettenreich, atmosphärisch, mittelalterlich, kämpferisch und voller Sympathie. Diesen 922 Seiten umfassenden Auftakt widmet der Autor seiner Frau Sandra, ich finde, sie kann sich glücklich schätzen. Dieses Buch bietet die gelungene und überwältigende Basis sich für geschichtliche Themen und Meilensteine zu interessieren und diese mit jeder Zeile und jedem geschrieben Wort aufzusaugen. Die Zeit der Kreuzzüge hinter schillernden und farbenprächtigen Kulissen und Schauplätzen. Eine Liebe zu einem Land, zu einem Königreich und die Liebe zum bescheidenen ritterlichen Leben und der Kampf um Burg Rocafort. Jaufré Montalban wird sich in die Herzen schreiben. Mit einem unheimlich stolzen Auge und einem weinenden Auge habe ich die letzte Seite beendet und schließe nun den Buchdeckel und kann mich über ein Nachsacken dieses atemberaubenden Leseerlebnisses freuen.
    Erschienen im Knaur Verlag (http://www.droemer-knaur.de/home)

    Zum Inhalt:
    "Wie Tausende »Soldaten Christi« folgt auch der junge Edelmann Jaufré Montalban 1096 dem Aufruf des Papstes, Jerusalem von den Ungläubigen zu befreien. Viele grausame Schlachten später beginnt er, am Sinn des Kreuzzugs zu zweifeln. Als seine Geliebte brutal niedergemetzelt wird, will er sich auf seine Burg nahe dem heutigen Toulouse zurückziehen. Doch dort erwartet ihn eine Gattin, die er nur unter Zwang geheiratet hatte – und eine tödliche Intrige um das Rätsel seiner Herkunft."

    Handlung:
    Dieses historische Meisterwerk erstreckt sich über knapp 40 Jahre im Leben des Edelmannes Jaufré Montalban, aus dessen Sicht der Roman erzählt wird. Wir schreiben das Jahr 1096 der Zeit der Kreuzzüge.Wie so viele junge Soldaten und Edelmänner folgt auch Jaufré Montalban dem Aufruf des Papstes und zieht in den Krieg um das gelobte Jerusalem zu berfreien. Jaufré verbringt einen Großteil seines Lebens in Outremer, wie das Land genannt wird. Als edler Ritter kämpft er für die Freiheit der Christen. Dort erlebt er schlimmste Szenen, ist traumatisiert und beinahe lebensschwach. Aber erst nach Jahren erkennt er, dass dieses nicht das Leben ist, welches er sich gewünscht hat. Mit dem brutalen und unnötigen Tod seiner geliebten Frau, fällt für Jaufré der Entschluss das Land zu verlassen und in seine Heimat in der Nähe von Toulouse nach Burg Rocafort zurückzukehren. Zu seiner Ehefrau und seinem Sohn. Nach 14 Jahren des Krieges und des Kampfes. Doch die Widerkehr gestaltet sich alles andere, als wie er sich das erhofft hat. Zudem erhielt er von seinem Onkel und Bischof Odo einen fragwürdigen Brief, den seine Herkunft betrifft und sein Weltbild komplett durcheinander wirft. Doch ehe sich Jaufré darauf besinnen kann, beginnen die Kämpfe und Belagerungen seiner Burg Rocafort… Eine böse Intrige von ungeahntem Ausmaß ist längst im Gange und so beginnt auch hier ein Kampf um eine sichere Zukunft. Das Buch gliedert sich in drei Teile.

    Hier beginnt dann auch die eigentliche Geschichte im Jahre 1131 auf der Burg Rocaford. Ein Kreis schließt sich und ein Ende bedeutet einen neuen Anfang. Jaufré Montalban ist bereits in die Jahre gekommen und beschließt sein Leben, seine Erfahrungen und sein Leid, sprich, seine ganze Lebensgeschichte, einem jungen Mönch anzuvertrauen. Durch Jaufrés Erzählungen sind wir Leser hautnah dabei und erleben aus der Ich-Perspektive die Zeit der Kreuzzüge und Kämpfe mit einem ganz anderen und intensiven Lesegefühl. Jaufré beginnt seine Schilderungen dem Mönch gegenüber, wie er dem Aufruf des Papstes und der allgemeinen Aufbruchstimmung gefolgt ist und er die Reise nach Outremer begonnen hat und was er in den Jahren des Kampfes und des Krieges erfahren und erleben musste und welche Spuren die 14 Jahre bei ihm hinterlassen hatten.

    „Das Schicksal zerbricht uns, als seien wir Glas, und die Scherben finden niemals wieder zusammen.“ (Zitat: Abu al-Ala-Ma‘ arri, syrischer Poet)

    Im zweiten Teil des Buches erleben wir seinen Entschluss zur Heimreise. Eine Heimkehrt, die ganz anders als erwartet und erhofft für ihn wieder Kampf und Blutvergießen bedeutet. Dabei geht es weit mehr als nur um sein Erbe, es geht um ihn und wer er ist. Den Widersachern und Intrigen, denen er sich hier zurück in Frankreich stellen muss, zeugen davon, dass Geldgier, Machthunger und Habsucht die Menschen verändert und zu grausamen Taten und Freveleien treibt. Politik, Glaube, Gesetzgebung und eigene Interessen der Mächtigen und Einflussreichen. Ein historisch dichter und geballter Roman, der sich über Jahre erstreckt und der den Leser dazu bringt mit den Charakteren, egal ob Gut oder Böse, zu leben, zu leiden, zu bangen, zu hoffen und zu kämpfen. Stärke, Schwäche, Mut und Verdruss… Dieser Roman ist ein historisches Meisterwerk mit fundierten Fakten, intelligenter Recherche, vielen Botschaften, Wortgewandtheit und einem Hauch von Poesie. WOW.

    Der dritte Teil des Buches lässt und den Kampf um Burg Rocafort hautnah miterleben und so manchen Charakter werden wir spätestens hier von ganz anderen Seiten entdecken. Zudem wächst Jaufrés Familie zusammen und vergrößert sich überraschender Weise. Dennoch müssen wir in den letzten Kämpfen und Strategien viele liebgewonnene Figuren ziehen lassen oder diese begraben. Ein trauriges Werk mit viel Hoffnung und Realität.


    Schreibstil:
    Der talentierte und ambitionierte deutsche Autor Ulf Schiewe besitzt einen sagenhaft bildhaften, nahen, realen, derben und schonungslosen, jedoch gleichzeitig unglaublich gefühlvollen Schreibstil. Noch nie habe ich in einem Buch eine solche Fülle an Wissen, Spezialwissen, Details, Atmosphäre, Buchgefühl und Lebendigkeit gelesen. Wirklich faszinierend. Ulf Schiewe nimmt den Leser gleich zu Beginn mit in eine andere Welt, entführt ihn zu einem Panorama in Zeiten der Glaubenskriege und Kreuzzüge. Ein altes Thema, was aktueller denn je ist. Vieles lässt sich auf heutige Kriege, Kämpfe, Fanatismus und Extremismus zurück schließen. Leider werden in Bezug zur Gegenwart Parallelen sichtbar. Das macht dieses Buch nochmals interessanter und gegenwärtiger. Es geht zurück bis ins frühe 11. Jahrhundert. Autor Schiewe schreibt sehr detailliert und ausgesprochen ausführlich. Minutiös schildert er hier wirklich den leisesten Windhauch, der später zu einem großen Sturm entfachen kann. Beinahe jeder Gedanke, jeder Handschlag, jede Ritterlichkeit wird ausgeführt und dem Leser vorgeführt. Knapp 40 Jahre aus dem Leben von Edelmann Jaufré Montalban fühlen sich beim Lesen an, wie 40 Jahre. Als Leser weile ich an seiner Seite, ich lebe, erlebe, kämpfe, leide, liebe und reife mit ihm. Der Autor bietet eine Fülle an interessanten und wichtigen Personen und lässt seine Charaktere wunderbar wachsen und entwickeln. WOW. Sehr detailliert und unglaublich genau. Ulf Schiewes Stärke der Akribie und der ausführlichen Schilderungen könnten auch sogleich eine Schwäche darstellen, denn das Buch fordert den Leser sehr.Es ist enorm geballt, anspruchsvoll und benötigt viel Muße und Zeit beim Lesen. Jedes Wort will einzeln aufgesogen werden. Hinzu kommen die Vielfalt an Kulissen und Kulturen, an Politik, Religion und historischer Begebenheiten, sowie wichtiger historischer Personen. Das Buch, so muss ich zugestehen, zieht sich an gewissen Stellen, ehe es wieder rasant an Fahrt und Schnelligkeit gewinnt. Ein Wechselbad aus familiärer Ruhe, Rückblicken, Liebschaften, Atmosphäre und als Gegenpol, Kämpfe, Eroberungen, Belogerungen, Mord, Intrigen, Tod und Verderben sowie die Tücken des damaligen Lebens. Hunger, Kälte, Krankheit und fehlende Medizin, Ausbeute, Raub und Folter. … Dieses Buch, samt schriftstellerisches Geschick bietet so ziemlich alles und noch so viel mehr!!! Die zunächst als zäh oder langatmig empfundene langwierige Ausführung und Detailtreue, verwandelt sich jedoch aufgrund der Fülle an Poesie und wachsender Wichtigkeit für spätere Ereignisse und das Abtauchen in eine andere Welt und der sagenhaften Atmosphäre, in eine Langatmigkeit, die man mit jedem Wort und mit jeder einzelnen Zeile dennoch sehr genießt und später erkennen lässt, dass jedes Wort und jedes beschriebene Detail doch von enormer Bedeutung war und sich wieder einmal ein Kreis schließt und Fäden verwoben werden. Eine großartige schriftstellerische Leistung. … Ein wirklich seltenes und großes Talent für ein Debüt. Wir erleben diesen historischen Roman aus der besonders intensiven Ich-Erzählperspektive von Jaufré berichtet und vom Mönch angehört. Eine intime und sehr bewegende Stimmung. So erleben wir als Leser alle Seiten sehr intensiv und sind stets im Bilde ob der unglaublichen Wendungen, Ereignisse und Konstellationen. Im Fokus steht hier natürlich der ritterliche Edelmann Jaufré Montalban. Wir bewegen uns an seiner Seite, teilen seine Gefühle, Ängste und Sorgen. Wir blicken aus seinen Augen und verspüren seine unstillbare Liebe zu seiner Heimat und zu seiner Frau und Ehefrau, zu seiner Gefolgschaft, zu seinen Nachkommen und zu seinen Taten. Ulf Schiewe formt wunderbare Dialoge der Sympathie, der Gesellschaft, der Liebe, Zärtlichkeit, Anmut und des Hasses, des Zorns und der Verzweiflung. Wir begegnen königlichen Charakteren von Hofe, sturen Köpfen, patriotischen Helden, gnadenlosen Herrschern und humorvollen Bauern und Spielleuten, Handwerker, Bauern, Priestern, gelehrten, Widersachern, Helfern, Adel und Nichtadel, Rat und Fuhrleuten. Schon in den ersten Seiten schafft Ulf Schiewe eine Umgebung, die lebendiger und detailreicher erscheint, als jeder Film. Er erzeugt Kopfkino der Extraklasse. Wir erleben hier die weite Welt des osmanischen Reichs, des Heiligen Landes, Frankreich und Arenen großer Schlachten und Kämpfe. Erschwerliche reisen und Unglücke. Befestigungsanlagen, Burgmauern, Märkte, Verliese und das alltägliche Leben. …die Flora und Fauna, die Gastlichkeit, die Gemütlichkeit aus Musik und alten Legenden.
    Kann man diesen historischen Roman als üblichen historischen Roman bezeichnen? Ich denke eher nicht, denn dieses Buch (vermutlich auch die Nachfolgerbände) ist schon etwas sehr besonderes und außergewöhnliches. Der Autor Ulf Schiewe paart neben Historie und wahren Fakten jede Menge Atmosphäre, Kulisse, Spannung, Kampf, Sachkenntnis, Hintergrundwissen, Herrschaft, Hierarchie, Medizin und jede Menge dezenter Romantik und große Gefühle. In diesem Buch findet fast jeder Genreleser sein Leseglück! Der Autor beschreibt zunächst Jaufrés Leben im Kampf und wie es dazu kam, dass er nun sein Leben Nacherzählt und wir in dieser Erzählung mit eintauchen können. Jaufres Leben in Outremer, und später in Tpulouse auf Burg Rocafort und anschließend sein eigenes Land und seine eigenen Leute und Gefolgschaft, sowie die Beziehung zu Graf Bertran und Berta, seinem treuen Freund Hamid und vielen weiteren persönlichen sowie politischen und religiösen einflussreichen Männern. Aber auch Männern, die um Jaufres Leben trachten und von Hass und Vergeltung getrieben sind. Hier lernen wir einen ganzen Adelsstand und dessen Gefolge kennen. Der Autor schreibt unheimlich nah, erweckt lebhafte Bilder, konzentriert sich aufs Detail, formt wunderbare Dialoge und spielt mit der Phantasie der Leser. Ulf Schiewe trifft den Nerv der Zeit. Mit seinem Debüt und seinem fast offenen Ende schafft er einen gelungenen Start für seine weiteren Bände und eine ganze Romanreihe. Mich hat er überzeugt und als Leserin gewonnen.

    Charaktere:
    Die Auswahl der Charaktere, bzw. der Hauptprotagonisten sollte das Herzstück des Romans sein. Und dieser Wunsch, dieses Ziel, ist dem Autor in der Umsetzung sehr gut und besonders gelungen. Jaufré Montalban lässt man nach dem Lesen nicht mehr so schnell los. Es ist zwar schnell klar, dass er überleben wird, doch es gab unzählige Stellen im Buch wo ich wirklich nicht mehr Atmen konnte, bis ich ihn erstmal wieder in sichereren Gefilden zu wissen glaubte. Jaufre, Hamid, Rosa, Joana, Bertran, Berta, Martin, Ramon, Ricard, Becelenc und viele viele mehr. Im Glossar des Buches finden wir ein Personenregister und eine Anmerkung des Autors. Trotzdem hatte ich stellenweise Schwierigkeiten den entsprechenden Adel und Titel entsprechenden Namen und Ländereien zuzuordnen. Wer ist von welchem Stand, dient welchem Land und wer verfolgt welches Ziel? Verwandtschaftsgrade und Adel… Aber von dieser Undurchsichtigkeit sollte man sich nicht verwirren lassen, denn jedes Kapitel und jede Passage hilft den Leser sich zurechtzufinden. Es ist selten, dass in einem Roman die Kulissen und Schauplätze, die Handlung, der Stil und sogar die Charaktere und Protagonisten gleichermaßen beeindrucken und polarisieren. Erfolgsautor Schiewe hat einen Pool aus Figuren erschaffen, die mit viel Sympathie bewegen, aber auch mit Antipathie und Abscheu sowie Hass aufwarten können. Einige Protagonisten nehmen im Laufe der Handlung einen ganz neuen Part ein und werden den Leser überraschen.

    Jaufre Montalban: Ein gebrochener Mann in seinen späteren Jahren. Zuvor erleben wir den blutjungen Edelmann und Soldaten. Er ist sehr loyal, einfühlsam und fair. Jaufre besitzt viele Werte, die nicht nur materiellen Dingen, zugeschrieben werden können. Jaufré lebt und leidet für sein Volk und für sein Gefolge. Pflichtbewusst und ritterlich. Er hängt an seinen Freunden und hat mich sehr oft sehr positiv mit seinem Denken und Handeln überrascht. Sein Lebenslauf und Werdegang fasziniert mich. Ihm gönne ich alles Gute. Sein Erfolg und sein Leben verdankt er nicht nur seinem Geschick und Umgang, sondern auch vielen sympathischen Helfern, wie Hamid, Rosa, Joana und Berta.

    Ricard: Ein Widerling, wie er im Buche steht. Für sein Ziel, der Eroberung der Burg geht er über Leichen und liebt es die unschuldigen Opfer leiden zu sehen. Er quält, foltert und tötet um die Burg einzunehmen und zu erobern. Ricard und auch Becelenc konnte ich lange nicht einordnen. Ich habe mich nicht überwunden ihnen zu trauen. Seine Macht und sein Einfluss war mir zu groß, um mich ihm unterwerfen zu können. Das machte das Lesen sehr spannend, da bei mir stets ein wachsames Auge auf seine Einflüsse und Entscheidungen lag.

    Berta: Mein Highlight im Buch. Diese Frau verdient meinen ganzen Respekt. Eine wirklich tolle Persönlichkeit, die ich sehr lieb gewonnen habe. Und nicht nur ich, Jaufré erging es wohl genauso.

    Meinung:
    Auf dieses Buch musste ich sehr lange warten, denn, und das habe ich noch nie erlebt und spricht eindeutig für den Erfolg des Romans, das Buch musste in einer neuen Auflage nachgedruckt werden, da das Buch nicht mehr Lieferbar war. Obwohl es bereits im Jahr 2009 erschienen ist, scheinen die Verkaufszahlen nicht abzunehmen. Der Autor und Bestsellerautor Ulf Schiewe hat mit „Der Bastard von Tolosa“ bei mir mit seinem begeisternden Werk eine Achterbahn ans Laufen gebracht. Dieses Buch war in aller Munde, ich liebe dicke Bücher sowieso und fühlte mich gleich zu diesem historischen Roman hingezogen. Auf mehr als 920 Seiten erleben wir dann sensationelle Kulissen, Landschaften, Gesellschaftsformen und eine langsam erwachende Liebe und blutige Kämpfe. Ständig wankte ich zwischen Unmut über auftauchende Längen im Plot, doch wenn ich dann ehrlich zu mir selbst war, so wollte ich eigentlich auf kein einziges geschriebenes Wort aus dem Roman verzichten. Diese Schwäche ist auch gleich eine besondere Stärke, die ich so nur ganz selten beim Lesen empfunden habe. Ich bin froh und sogar richtig stolz, dass ich dem Buch die ritterliche Lesertreue erwiesen habe, und mich von der Seitenzahl und einigen Längen habe keinesfalls abschrecken lassen. Dieses Buch erfüllt seinen Leser mit Stolz und historischem Wissen. Fremde und historische Begriffe, sowie Fremdworte und Metaphern werden schon im Text erklärt, was ich sehr lobenswert finde. So ist kaum ein zusätzliches Nachschlagen, recherchieren oder Schlaumachen nötig. Das Buch erschließt sich von ganz allein. Dann, die grandiose und unbeschreibliche Landschaft, die mich vollends begeistert hat. Mit seiner Buchidee, mit seiner Story, mit den sagenhaften bildhaften Schreibstil, mit den detaillierten Kulissen, Epochen, Jahrzehnten des Krieges und den vielen historischen und wissenschaftlichen und religiösen Hintergründen hat mich der Autor U. Schiewe sehr beeindruckt und begeistert. Sein Buch hat mich glücklich gemacht! Dieser sympathische und passionierte Autor Schiewe sticht heraus, hat definitiv einzigartigen Wiedererkennungswert und mich als Leserin gewonnen. Sein Epilog, das Nachwort, der Anhang, sowie eine Karte der Kreuzzüge am Ende des Romans fand ich sehr aufschlussreich und genau das zeugt von Herzblut und Verbundenheit des Autors zu seinem Buch „Der Bastard von Tolosa“ als sein Debüt.


    Besondere Stärken:
    - unverwechselbare und traumhaft lebendige Kulissen und Schauplätze! Sagenhaft, ich bin begeistert!

    - interessantes Spezialwissen im Bereich der Herrschaft und Krone, samt Historie, ein nie enden wollender Krieg mit Fakten, Kampf, Religion, Eroberung, alten Sagen, wissenschaftliche Kenntnisse, Gelehrte, alte Literatur und Länderkultur

    - Die zähen Längen sind sogleich auch die Stärken, da jedes Wort voller Bedacht und Herzblut gewählt wurde

    - charakterisierte Dialoge, wunderbarer Charme, grandiose Charaktere aus einer Mischung aus Helfern und üblen Widersachern
    - angebrachte Zitate, Festlichkeiten, Gedichte und Verse, Gemütlichkeit und Poesie

    - langer Lesespaß auf knapp 925 Seiten und 40 Jahren im Leben von Jaufré Montalban mit Aussicht auf weitere historische Geschichten um und mit ihm.

    - Dieses Debüt hat der Autor seiner Frau gewidmet. Das finde ich eine ganz liebevolle Geste, denn jede wertgeschätzte Frau sollte es verdient haben, ein so wunderbares Werk gewidmet zu bekommen. Ich denke, dass Ulf Schiewes Frau oft auf ihren Mann verzichten musste, wenn dieser in seiner unglaublichen Schreibarbeit versunken war.

    - eine Fortsetzung ist schon im Handel!!!!! Juchuuuuu!

    Lieblingsstelle / Lieblingszitat:
    "...Schweiß und Tränen bringt das Leben schon genug, nur die Heiterkeit macht es erträglich..."

    Der Autor:
    "Ulf Schiewe wurde 1947 geboren. Eigentlich wollte er Kunstmaler werden, doch statt der "brotlosen Kunst" widmete er sich der Technik und wurde Software-Entwickler und später Marketingmanager für Softwareprodukte.
    Seit frühester Jugend war Ulf Schiewe eine Leseratte, die spannende Geschichten in exotischer Umgebung faszinierten. Im Lauf der Jahre erwuchs aus der Lust am Lesen der Wunsch, selbst einen großen historischen Roman zu schreiben, der im "Bastard von Tolosa", seinem ersten Roman, mündete.
    Ulf Schiewe ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und lebt in München."

    Cover / Buch:
    Das Cover ist wunderschön und passt zum Inhalt. Der edle Ritter zu Ross, die Farbgebung und der Schriftzug des Titels. Die Verarbeitung ist hochwertig und das Buch liegt trotz seiner über 920 Seiten angenehm in der Hand und sieht nach dem Lesen noch wie fast neu aus. Besonderes Bonusmaterial im Anhang!

    Fazit:
    Dieser Roman hat mich trotz einiger Längen absolut glücklich gemacht und bekommt eine verdiente 5 Sterne +++ Leseempfehlung mit Genussgarantie. Ich bin unheimlich stolz dieses Buch mit jeder Faser erlebt und genossen zu haben. Lesen bildet eben doch!

    Kommentare: 5
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    mabuereles avatar
    mabuerelevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr gut recherchierter historischer Roman zur Zeit der Kreuzzüge!
    Fulminanter historischer Roman

    "...Wer hält euch den Rücken frei, damit ihr eure ... Gier nach Abenteuer und Eroberung austoben könnt?..."

    Wir schreiben das Jahr 1131. Im Castel Rocafort ist gerade Aimar, ein junger Mönch angekommen. Jaufré Montalban; Senher de Rocafort, hatte bei Prior Jacobus einen Schreiber angefordert. Aimar sollte Jaufrés Geschichte aufschreiben.

    Jaufrés Gedanken gehen 21 Jahre zurück. Es war im Jahre 1110 in Outremer, als sein Schicksal eine neue Wendung nahm. Sie waren auf der Jagd nach einer reichen Karawane. Jaufré diente unter Graf Bertran. Schon 14 Jahre gehörte er zu den Soldaten Christi. Auch an der Eroberung von Jerusalem war er beteiligt.

    Der Autor hat einen fulminanten und abwechslungsreichen historischen Roman geschrieben. Die Geschichte gliedert sich in zwei Abschnitte. Zum einen geht es um das Leben als Soldat in Tripolis. Dann aber erhält Jaufré einen Brief von Bischof Odo, der ihn zurück in die Heimat ruft. Nach einem persönlichen Schicksalsschlag und zunehmender Kriegsmüdigkeit folgt Jaufré dem Ruf. Doch in Rocafort wartet nicht nur ein lange gehütetes Familiengeheimnis auf ihn. Missgunst und Neid, Machtstreben und Gier zwingen Jaufré zu neuen Entscheidungen. Das friedliche Leben muss warten.

    Jaufré erzählt die Geschichte selbst. Die Personen werden gut charakterisiert. Ich möchte mich hier auf vier beschränken. Das ist zum einen Jaufré selbst, der seinen Auftrag ernst nimmt, ein kluger Stratege ist, aber mit Schicksalsschlägen schwer umgehen kann. Der zweite wäre sein Freund Hamid. Er ist zwar Moslem, sieht aber das Geschehen mit wachen Augen. Seine fast philosophischen Gedanken sind für die Geschichte eine besondere Bereicherung. Ricard, ein Verwandter des Grafen, entwickelt sich schnell zu Jaufrés Intimfeind. Zügellosigkeit, Machthunger und Grausamkeit zeichnen ihn aus. Berta, Jaufrés angetraute Gemahlin, ist eine starke Frau. Sie war DIE Überraschung des Buches.

    Der Schriftstil ist gut lesbar. Dazu tragen die detaillierten Beschreibungen von Land und Leuten bei. Die Verteidigungsmöglichkeiten der Burgen, der Kriegsverlauf, aber auch die Leiden der Zivilbevölkerung werden genau dargestellt. Das zeugt von exakter Recherche des Autors.Außerdem nutzt der Autor ein besonderes Stilmittel. Obwohl der Roman chronologisch aufgebaut ist, gibt es zwei Abweichungen. Zum einen sind das die kurzen Episoden zwischen Jaufré und Aimar, zum anderen werden an passender Stelle häufig Erinnerungssequenzen eingefügt, die das Geschehen vor 1310 beleuchten. Viel Wert legt der Autor auf die Wiedergabe von Emotionen. Trauer und Wut, Liebe und Zuneigung sind nur einige Beispiele, die sich durch die Handlung ziehen. Durch ihr Tun oder auch Lassen vermitteln die Protagonisten ihren tiefen Schmerz, ihre innere Zerrissenheit, aber auch ihre Stärke. Krieg und Kampf bedeuten immer wieder Abschiede, Abschiede von denen, die vor wenigen Minuten noch an der gleichen Seite gekämpft haben, aber ebenfalls von denen, die als Zivilisten Opfer der Kriegerscharen wurden. In gut herausgearbeiteten Dialogen wird dieser Wahnsinn des Krieges thematisiert. Manchem werden die Augen geöffnet, als er plötzlich selbst das Liebste verliert.

    Der Autor räumt den Protagonisten die Chance ein, sich zu entwickeln, die Vergangenheit mit neuen Augen zu sehen und den künftigen Weg zu überdenken. Das führt zu überraschenden Wendungen.

    Ernste und besinnliche Worte wechseln mit anklagenden Sätzen. Obiges Zitat stammt von Berta und zeigt die Sicht der Frauen. Doch auch ein feiner Humor fehlt nicht.

    Karten von den Handlungsorten, ein Register der historischen Personen und Anmerkungen des Autors ergänzen das Buch.

    Das Cover ist eher schlicht, passt aber zum Geschehen.

    Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Einerseits wurde ich spannend unterhalten, andererseits wurde mir eine Menge an historischen Wissen vermittelt und nicht zuletzt gab es Sätze, die in Erinnerung bleiben werden, weil sie den Sinn von Krieg und Kampf infrage stellen.

    Kommentare: 6
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    E
    ejtnajvor 3 Jahren
    Eine interessante Geschichte

    Jaufre Montalban, ein junger Edelmann folgt wie viele tausend andere Soldaten dem Ruf des Papstes und zieht den Jerusalem.

    Auf der Reise dorthin muss Jaufre schnell erkennen, dass vieles anders ist als es geschildert wurde.

    Viele blutige Kämpfe musste er auf dem Weg kämpfen und als dann auch noch seine Geliebte brutal niedergemetzelt wird, beginnt er an dem gesamten Kreuzzug zu zweifeln und will sich am liebsten auf seine Burg zurückziehen. Aber da gibt es noch das Rätsel um seine Herkunft und seine unter Zwang geheiratete Frau wartet auch noch auf ihn.

     

    Für mich ist es nicht das erste Buch das ich von dem Autoren Ulf Schiewe gelesen habe. Es ist viel mehr das fünfte Buch und so wusste ich auf was ich mich "einlasse" oder besser was auf mich wartet.

    Wenn man sich die Karte im Buch anschaut, geht einem eigentlich gleich auf, wie aktuell die Geschichte in Zeiten des Krieges in Syrien und in Anbetracht der Flüchtlinge ist. Alles hat einen geschichtlichen Hintergrund und so ist es eben hier der Kreuzzug nach Jerusalem

    Ich bin gut ins Buch reingekommen und für die Verhältnisse von knapp 1000 Seiten bin ich auch gut voran gekommen. Allerdings wußte ich gleich, dass ich das Buch des Öfteren zur Seite legen muss um das gelesene sacken zu lassen und auch um darüber nachzudenken.

    Der Erzählstil den der Autor hier gewählt hat fand ich gut, denn der alte Jaufre erzählt seine Erlebnisse als junger Mann. Gut an manchen Szenen merkt man einfach, dass das Buch ein Mann geschrieben hat, aber dies fand ich gar nicht störend im Gegenteil bei diesem Thema fand ich dies gut.

    Da die Handlung doch recht umfangreich war, hatte ich gerade nach einer Pause etwas Probleme alles wieder richtig einzuordnen. Aber es war nicht störend und es war auch gut strukturiert und ansonsten hatte ich auch keine Probleme zu folgen.

    Der Spannungsbogen war auch schon gespannt und man hatte dadurch gut Zeit sich auch seine Gedanken zu machen.

    Ich fand die vielen Figuren des Romans sehr gut beschrieben und so hatte man beim Lesen auch alle gut vor Augen. Da es ja doch einige Figuren waren, bei dem Umfangreichen Roman, war ich dankbar dass es ein Personenregister am Ende des Buches gab so konnte man auch mal schnell nachschlagen wenn man sie nicht genau einordnen konnte wohin sie gehören.

    Auch die Handlungsorte fand ich gut beschrieben und das dank der beiden Karten im Buch konnte man auch alles gut nachverfolgen und sich auch etwas darunter vorstellen.

    Alles in allem hat mir der Roman wirklich gut gefallen auch wenn ich vielleicht etwas länger gebraucht habe um ihn zu lesen. Es wird bestimmt nicht das letzte Buch des Autoren sein das ich gelesen habe.

     

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    Saphir610vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr umfangreiche, gut zu lesender Roman, in dem einem die Charaktere sehr nahe sind.
    Zeit der Kreuzzüge

    Die Zeit der Kreuzzüge, 1096 meint auch der junge Jaufre Montalban dem Ruf folgen zu müssen und ins sog. Outremer zu ziehen, um Jerusalem zu befreien. Er durchsteht viele Kämpfe, findet dort eine Frau und wird Castelan vom Graf Bertran in der Nähe von Tripolis. Doch bei einem brutalen Überfall wird seine Lebensgefährtin getötet und er beschließt zurück in seine Heimat zu gehen, zusammen mit seiner Tochter und seinem besten Freund Hamid. Zu Hause erwarten ihn allerdings Schwierigkeiten. Seine Frau, die sich all die Jahre alleine um die Burg Rocafort gekümmert hat, und Feinde, die aus seiner Herkunft begründet sind, von der Jaufre aber nichts weiß.

    Die Geschichte wird von Jaufre in der Ich-Erzählung geschildert. Von seinen Kämpfen im Outremer, seiner Reise nach Hause und seinen Erlebnissen und Kämpfen um seine Burg. Eine sehr umfangreiche Geschichte, wo ich beim Lesen merke, wie viel Mühe und Recherche sich der Autor dabei gegeben hat. Ich finde, hier wird ein gutes Bild der damaligen Zeit dargestellt. Dazu sind die Charaktere absolut gut vorstellbar beschrieben und auch die Nebenfiguren haben mir gefallen, brachten viel Lebendigkeit in den Roman. Die Dialoge haben mir gut gefallen und brachten einen nochmal mehr in die Handlung. Durch die sehr umfassende und intensive Beschreibung kamen mir manche Stelle etwas lang vor, doch im Nachhinein machten diese durchaus Sinn und gehören einfach zu diesem Roman.

    Ein sehr gelungener historischer Roman, der sehr facettenreich ist, geschrieben in einem wirklich gut lesbaren Stil.

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    Ulf Schiewes avatar

    DER BASTARD VON TOLOSA

    Wie Tausende »Soldaten Christi« folgt auch der junge Edelmann Jaufré Montalban 1096 dem Aufruf des Papstes, Jerusalem von den Ungläubigen zu befreien. Viele grausame Schlachten später beginnt er, am Sinn des Kreuzzugs zu zweifeln. Als seine Geliebte brutal niedergemetzelt wird, will er sich auf seine Burg nahe dem heutigen Toulouse zurückziehen. Doch dort erwartet ihn eine Gattin, die er nur unter Zwang geheiratet hatte – und eine tödliche Intrige um das Rätsel seiner Herkunft.

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    Wir bewegen uns auf Weihnachten zu. Wahrscheinlich warten unter dem Christbaum wieder schöne Bücher auf uns. Um die Wartezeit zu verkürzen, schlage ich diese Leserunde vor. Der Roman erschien bereits 2009, ist aber weiterhin sehr beliebt. Inzwischen gibt es 111 sehr positive Rezensionen, bei Audible 864 Bewertungen. Er wurde vor Kurzem neu aufgelegt und verkauft sich weiter gut.

    Deshalb alle, für die, die den "Bastard" noch nicht kennen, eine Leserunde mit meiner Beteiligung.

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    Eine bewegende Geschichte über Krieg und Verrat, Freundschaft und Liebe.


    Es beginnt 11 Jahre nach der Eroberung Jerusalems. Jaufré de Montalban hat als Krieger Christi ungezählte Schlachten, Seuchen und Hungersnöte überlebt und ist vom Krieg gezeichnet. Dennoch scheint ihn etwas davon abzuhalten, in seine provenzalische Heimat zurückkehren. Doch nach dem jähen Tod seiner armenischen Geliebten hält ihn nichts mehr in Outremer und er macht sich mit seiner kleinen Tochter Adela auf den Weg zu seiner Familienburg in Südfrankreich, fest entschlossen, nie mehr das Schwert zu erheben. Doch gerade in der Heimat lauert die größte Herausforderung seines Lebens. 

    Wer sich informieren möchte, was andere Leser über das Buch denken: Link zu Rezensionen.

    Oder meine Webseite.

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    Bilder unten:
    1. Jaufrés Burg in Tripolis
    2. Das Libanon-Gebirge im Winter
    3. Gottfried von Lothringen , erster König von Jerusalem
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