Land im Sturm

von Ulf Schiewe und Jan Reuter
4,4 Sterne bei34 Bewertungen
Land im Sturm
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Hermione27s avatar

Ein Jahrtausend deutscher Geschichte erzählt anhand von Episoden einer Familie. Sehr fesselnd und anders als andere historische Romane.

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Spotlights auf wichtige Ereigisse deutscher Geschichte

Alle 34 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Land im Sturm"

Eine Familie, tausend Jahre

Sie ziehen mit den Truppen Ottos des Großen bei Augsburg in die Entscheidungsschlacht gegen die Ungarn. Wagen sich noch in der Frühzeit der Hanse mit ihren Schiffen über die Ostsee bis ins Baltikum vor und schließen sich dem Zweiten Kreuzzug an, um die ungläubigen Wenden zu bekehren. Sie kämpfen im Dreißigjährigen Krieg gegen die eigenen Landsleute und keine zweihundert Jahre später im Befreiungskrieg gegen die französischen Besatzer unter Napoleon. Sie haben Erfolg. Sie leiden. Und rappeln sich immer wieder auf. Bis sie schließlich in der Deutschen Revolution erneut entscheiden müssen, auf wessen Seite sie stehen: auf der Seite der Fürsten oder auf der des für die Demokratie kämpfenden Volkes.

Tausend Jahre deutscher Geschichte, tausend Jahre Familiengeschichte. Meisterlich führt Ulf Schiewe seine Helden an entscheidende Wendepunkte und konfrontiert sie mit den Herausforderungen ihrer Zeit. Was ist uns wichtig? Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wo wollen wir hin? Was machen wir mit unseren Gaben und Talenten?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783785726242
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:800 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:31.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Büchermäuschens avatar
    Büchermäuschenvor 16 Stunden
    Kurzmeinung: Ein fast schon zu Kurzes Buch. Es passiert so viel und es könnte noch viel mehr erzählt werden.
    Träume und Wünsche können Geschichte werden.

    Lieblingscharakter: Arnulf aus Die Ungarn Lieblingszitat: ‚...Aber Sie wissen vielleicht, wie das ist. Man schämt sich, aber man schiebt es immer wieder auf, die Sache in Ordnung zu bringen, gerade weil man sich schämt. Die Zeit vergeht, und auf einmal ist es einem peinlich, das man so lange gewartet hat. Und dann gehen irgendwie die Jahre dahin...‘ Meinung zum Buch: Auf fast Tausend Seiten erleben wir die Entwicklung Deutschlands innerhalb eine Jahrtausends. Das Buch ist in fünf Geschichten geteilt. In diesen Teilen lernen wir Familien und Zeiten kennen die wir uns heute gar nicht mehr vorstellen können. Unter solchen Umständen zu leben ist undenkbar, damit meine ich nicht nur das fehlen von Elektrizität (zu Beginn) oder eines vernünftigen Klos. Ganz schlimm sind die politischen Zustände oder die Bezahlung von Soldaten und Arbeitern. Im letzten Abschnitt geht es um die Vereinigung Deutschlands, einige der Charaktere in diesem Buch belächeln ein großes Ganzes Deutschland. Arbeitslosengeld oder Bezahlung falls man krank wird sind fast undenkbar. Weniger als 12 Stunden am Tag zu arbeiten ist Luxus und am Sonntag frei zuhaben auch. Durch das Buch, durch unsere Geschichte die hier spannend und menschlich dargestellt wird, kann man doch Veränderungen und Fortschritt erkennen. Vielleicht wäre dieses Buch ganz toll für den Schulischen Geschichtsunterricht. Mir haben auch die starken, mit- und vor allem Selbstdenkenden Frauen prima gefallen. Von einem Jungen Mädchen kam zu Tisch die Frage: ‚Dürfen dann auch Frauen wählen‘ sie wurde belächelt. Freiheiten die jeder von uns im 21 Jahrhundert hat waren im Buch wahnwitzige ideen. Empfehlen würde ich das Buch jedem der sich für Geschichte interessiert aber den Unterricht in der Schule zu trocken und ermüdend fand.

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    Hermione27s avatar
    Hermione27vor 5 Tagen
    Kurzmeinung: Ein Jahrtausend deutscher Geschichte erzählt anhand von Episoden einer Familie. Sehr fesselnd und anders als andere historische Romane.
    Ein etwas anderer historischer Roman, der fast tausend Jahre deutscher Geschichte umfasst

    Der historische Roman von Ulf Schiewe ist in fünf Abschnitt aufgeteilt, die insgesamt verschiedene Etappen im Laufe eines Jahrtausends deutscher Geschichte umfassen.

    Es beginnt 995 mit der Schlacht Ottos des Großen gegen die Ungarn, geht über bewegte Zeiten im Land der Wenden, den Dreißigjährigen Krieg bis hin zum Kampf der Preußen gegen Napoleon und schließlich zur Märzrevolution 1848.

    Verbunden werden die fünf Teile durch Vertreter einer Familie, denen wir in den verschiedenen Generationen immer wieder begegnen. Diese ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch, auch wenn wir (fast) in jedem Abschnitt neue Protagonisten und Protagonistinnen kennen lernen.

     

    Meine Meinung:

    Der sehr umfangreiche Wälzer „Land im Sturm“ ist etwas ganz besonderes und unterscheidet sich von den meisten anderen historischen Romanen dadurch, dass er gleich fünf sehr spannende und interessante Zeiten behandelt. Es sind sozusagen eigentlich fünf Romane in einem, bei denen man jeweils auch neue Protagonisten begleitet.

     

    Die Erzählweise an sich hat mich von Anfang an gefesselt, so dass ich gut in die Handlung gekommen bin und auch keine Schwierigkeiten beim Einstieg in die neuen Abschnitte hatte.

    Jeder Abschnitt zeugt von einer sehr guten und fundierten Recherche und detailreichen Wiedergabe des Alltags der Menschen. Besonders gut gefallen hat mir, dass mal als Leser / Leserin miterlebt, wie „ganz normale Menschen“ die Irrungen und Wirrungen der jeweiligen Zeit, mit einem starken Schwerpunkt auf Kriegen, verkraftet haben und mit ihnen umgegangen sind. Das normale Leben kann man zwischen den Seiten sehr gut erleben, insbesondere die Sorgen und Nöte der Menschen.

     

    Die handelnden Personen haben mir insgesamt sehr gut gefallen, sie sind authentisch und in ihren Handlungen nachvollziehbar dargestellt. Aufgrund der Aufteilung in die verschiedenen Abschnitte bin ich jedoch mit der einen oder anderen Figur wärmer geworden als mit anderen. So haben mir besonders die starken Frauen in den letzten beiden Abschnitten sehr gut gefallen. Zwischendurch gab es auch einmal einen Abschnitt zum Dreißigjährigen Krieg, der mir persönlich etwas weniger gefallen hat als die anderen Teile. Manchmal hätte ich mir auch gewünscht, man hätte noch etwas länger mit einer Person verweilen können, bevor ein Kapitel etwas abrupt abbrach.

     

    Insgesamt hat mir die kurzweilige Lektüre sehr viel Spaß gemacht und ich habe auch einiges über Kapitel der deutschen Geschichte gelernt, mit denen ich mich bisher noch gar nicht beschäftigt hatte.

     

    Fazit:

    Dieser etwas andere, aber sehr lohnenswerte historische Roman, der wichtige Teile der deutschen Geschichte umfasst, hat mir spannende und schöne Lesestunden beschert. Ich vergebe 4,5 Sterne.  

     

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    LiberteToujourss avatar
    LiberteToujoursvor 5 Tagen
    Ein Land im Wandel

    Es beginnt alles im Jahre 955 - die erste Episode einer Familiengeschichte, der Geschichte eines Landes, geprägt von Krieg und seinen Menschen. Wie beobachten den Wandel bis zum großen Krieg, der Industrialisierung und der Revolution. Menschenleben vergehen, doch die Familie die aus Arnulf dem Schmied, der sich zu Zeiten des Ungarnkrieges verdient gemacht hat, besteht weiter..


    Ich weiß schon wieder gar nicht wo ich anfangen soll. 1000 Jahre in einem Roman - mein erster Impuls dabei ist "Das kann nicht gut gehen". Das ist zu viel, das wird langatmig und dröge. Ich glaube an dieses Abenteuer hätte ich mich nicht rangewagt, wenn dieser Wälzer einer anderen Feder entsprungen wäre. Aber wenn man dieses Kunststück einem zutraut, dann ist es Ulf Schiewe. Und, um der Sache schon mal vorzugreifen, ich wurde nicht enttäuscht.

    Seitdem ich meinen ersten Schiewe Roman gelesen hab hab ich mir schon mehr als einmal gedacht, dass man diese Bücher als Pflichtlektüre für den Geschichtsunterricht einführen sollte. Schiewe schafft es immer wieder das Wissen seiner Leser massiv zu erweitern - und das auf die unterhaltsamste Art und Weise. 
    Ich war schon immer wahnsinnig interessiert an allem was mit Geschichte zu tun hat - naja. An fast allem. Der 30 jährige Krieg und die Jahre drumrum waren irgendwie nie mein Ding. Ich war mir also ziemlich sicher, dass ich mich in diesem Abschnitt langweilen würde. 
    Tat ich nicht. Vor allen Dingen die Fähigkeit des Autors lebendige und greifbare Figuren zu erschaffen lässt das gar nicht zu. Wirklich aufgefallen ist mir das in genau diesem Kapitel. Die differenzierte Ausarbeitung der Soldatenmeute, ihre Gedanken über den Krieg, ihre Kritik und ihr Hinterfragen machen die Sache ungemein spannend. Und von Schiewes starken Frauen war ich sowieso schon immer ein Fan. Schon faszinierend, wie er die immer wieder aus dem Hut zaubert, obwohl wir uns in seinen Romanen ja definitiv nicht in den frauenfreundlichsten Zeiten bewegen. 

    Ein kleiner Unterschied zu seinen anderen Romanen ist natürlich schon vorhanden - alles geht ein bisschen schneller, trotzdem bleibt er beim schreiben unglaublich detaillverliebt und erschafft für den Leser in jeder kurzen Episode eine plastische Welt. Mir persönlich hätte es besser gefallen, wenn ich zwischen den einzelnen Abschnitten eine kleine Überleitung gegeben hätte - was ist aus den Personen geworden, wie haben sie sich entwickelt, wie sind wir dahin gekommen wo wir jetzt sind. Aber das ist definitiv nur ein kleiner, romantischer Wunsch meinerseits, weil ich mich immer so schlecht von liebgewonnenen Figuren trennen kann.

    Eigentlich wäre diese Rezension auch mit einem Satz ausreichend ausgearbeitet : Der deutsche Meister der historischen Romane hat mal wieder eine neue Glanzleistung vollbracht. 

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    Leserin71vor 9 Tagen
    Kurzmeinung: Spotlights auf wichtige Ereigisse deutscher Geschichte
    Spotlights auf wichtige Ereigisse deutscher Geschichte

    In 5 Abschnitten erzählt Ulf Schiewe quasi eine Familiengeschichte. Es tauchen sowohl für Protagonisten als auch bei den Antagonisten immer wieder die gleichen Namen auf, was einen Wiedererkennungseffekt hat.
    Die Familiengeschichte beginnt im Jahre 955 n. Chr.
    Arnulf und Hedi müssen aus verschiedenen Gründen ihr Dorf verlassen und finden sich bald in Augsburg und der Schlacht auf dem Lechfeld. Das zweite Spotlight liegt einige hundert Kilometer weiter nördlich und ca. 200 Jahre später. Danach geht es weiter mit dem 30-jährigen Krieg, Napoleon und schließlich die deutsche Revolution und Industrialisierung.
    Durch die Erzählung der Geschichte aus der Perspektive von normalen Personen mit ihren Nöten und Emotionen ist der Leser ganz nah dran an den historischen Ereignissen. Schlachten, Intrigen, aber auch Liebe und Erfindungen - alles findet seinen Platz.
    Gefehlt hat mir ein Personenverzeichnis und eine Landkarte.
    Ansonsten kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen!

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    JessicaLiestvor 9 Tagen
    Kann ich nur empfehlen!

    Inhaltsangabe
    Bayern, AD 995: Weil er zu Unrecht eines Verbrechens beschuldigt wird, flieht der junge Schmied Arnulf vor seinen Verfolgern über die Berge. Mitten im Wald trifft er auf Hedwig, die von feindlichen Ungarn verschleppt wurde, aber entkommen konnte. Gemeinsam wandern sie nach Augsburg, wo sie in die Ereignisse um die große Ungarnschlacht König Ottos verwickelt werden. Dabei verlieben sie sich - und legen den Grundstein einer Familie, deren Nachkommen durch manchen Sturm gehen müssen, bevor sie fast tausend Jahre später die Staatsgründung des Deutschen Reiches miterleben ...

    Meine Meinung:


    Alle Fans und Neuankömmlinge aufgepasst, Ulf Schiewe hat ein neues Buch! Das darf man sich wirklich nicht entgehen lassen. Es ist mehr als gelungen, ein wirklich großartiges Buch.

    Das Buch ist wirklich detailreich und informativ. In Punkto Recherche mehr als gelungen, man merkt was dahintersteckt, aber es kommt an. Da wird man einfach ein Teil dieser Welt und kann sich alles sehr bildlich vorstellen. Dem Zeitalter bestens angepasst, als wäre man während dem Lesen wirklich dort.

    Die einzelnen Zeitabschnitte haben mir alle sehr gefallen. Die Handlung ist so super umfangreich. Es wird hier einiges geboten.

    Auch von Schreibstil her wunderbar flüssig und angenehm. Spannend und aufregend. Da wird man einfach in den Bann gezogen und man genießt das Lesen. Der Autor hat es einfach drauf. Die Geschichte ist authentisch und absolut spannend mit zu verfolgen, einfach ein tolles Leseerlebnis.

    Die Charaktere sind eine tolle Auswahl, jeder auf sich abgestimmt und bestens ausgearbeitet. Sie sind greifbar, haben ihre eigene Persönlichkeit sowie Ecken und Kanten. Ich konnte mich in sie hineinversetzten und mit ihnen die Handlung hautnah erleben.

    Ich bin einfach absolut begeistert!
    Es hat mir tolle Lesestunden bereitet.
    Kann ich nur empfehlen!

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    kessivor 9 Tagen
    1000 Jahre deutsche Geschichte spannend erzählt

    Klappentext

    Bayern, AD 995: Weil er zu Unrecht eines Verbrechens beschuldigt wird, flieht der junge Schmied Arnulf vor seinen Verfolgern über die Berge. Mitten im Wald trifft er auf Hedwig, die von feindlichen Ungarn verschleppt wurde, aber entkommen konnte. Gemeinsam wandern sie nach Augsburg, wo sie in die Ereignisse um die große Ungarnschlacht König Ottos verwickelt werden. Dabei verlieben sie sich - und legen den Grundstein einer Familie, deren Nachkommen durch manchen Sturm gehen müssen, bevor sie fast tausend Jahre später die Deutsche Revolution miterleben ...


    Zum Inhalt:

    Dieser grandiose historische Roman ist in fünf Teile unterteilt, die jeweils in unterschiedlichen Epochen der deutschen Geschichte spielen.

    Beginnend im Jahr 955 in Bayern mit Arnulf. Dieser wird beschuldigt, sich an einer jungen Frau vergriffen zu haben. Bei der Entdeckung, dieser angeblichen Tat, komm es zu einem dramatischen Zwischenfall. Arnulf dem jungen Schmied, bleibt nichts anderes übrig als die Flucht zu ergreifen. Und damit beginnt die Wanderung durch die Epochen.

    Arnulf rettet bei der Belagerung von Augsburg Ewalt von Bulling das Leben. Auch seine Familie, so wie noch ein paar andere, kann der Leser über die Jahrhunderte begleiten.

    Angefangen mit der großen Schlacht König Ottos gegen die Ungarn. Eine wahre Meisterleistung, wie Otto mit seinem Heer sich den Ungarn gegenüber stellte, die Ungarn vernichtete und den kläglichen Rest in die Flucht geschlagen hatte.

    Gefolgt von den Kriegen der Wenden, wo man die Anfänge der heutigen Hansestadt Lübeck verfolgen kann.

    500 Jahre später befinden sich die neuen Generationen der bekannten Familien mitten im vernichteten Deutschland, wo der dreißig jähriger Krieg bald ein Ende haben wird. Eine spannende und zugleich grausame Zeit, in der sinnlos so viele Menschen ihr Leben lassen mussten.

    Zuletzt das Jahrhundert im preußischen Reich, der Krieg Napoleons und dem preußischen Konig , die Revolutionen und wie die deutsche Geschichte eine Wendung nahm.


    Meine Meinung:

    Ulf Schiefe ist ein Meister seines Faches. Wie vom Autor gewohnt, ist alles enthalten. Angefangen mit einer enormen Spannung, die historisch belegten Hintergründe, die mein Wissen um einiges bereichert haben. Die Gabe, die Schlachten und Kriege über die Jahrhunderte hinweg, so bildhaft zu beschreiben, dass man das Interesse nicht verliert, ist grandios.

    Ich kann mit meiner Rezension nicht dem gerecht werden, was Ulf Schiefe mit diesem fast tausend seitigen Roman geleistet hat.

    Ein interessantes Werk, welches mir großes Lesevergnügen bereitet hat.

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    nirak03s avatar
    nirak03vor 15 Tagen
    Streifzug durch 1000 Jahre Geschichte

    5 Abschnitte oder doch eher 5 kleine Bücher, gebunden in ein Großes.

    Die Geschichte beginnt im Jahre 955 und erzählt von einer großen Schlacht gegen die Ungarn. Geht dann weiter durchs Mittelalter, um dann über den 30 jährigen Krieg bis 1813 in die Zeit Napoleons zu wandern. Um schließlich 1848, zur Zeit der Revolution, zu enden.


    Jeweils zu Beginn eines Abschnittes hat der Autor einen Prolog gesetzt, der die Ereignisse dieser Epochen zusammenfasst. Er erzählt dann kurze Lebensgeschichten seiner Protagonisten, und noch bevor der Leser sich richtig an die Charaktere gewöhnt hat, geht es in der Zeit auch schon weiter. Einziges richtiges Verbindungsglied zwischen den Zeiten ist ein alter Säbel und die Handwerkskunst des Schmiedens. Auch sind die einzelnen Charaktere immer irgendwie mit den vorangegangen verwandt. So gibt es bestimmte Handlungen zum Beispiel im 30. jährigen Krieg, die maßgeblich für das Leben der Menschen um 1848 verantwortlich sind.


    Mir hat dieser Streifzug durch die Geschichte gut gefallen. Auch wenn ich der Meinung bin, dass die Protagonisten alle miteinander jeder für sich, ein eigenes Buch verdient hätten. Das Potenzial wäre sicher da gewesen, aber dann würde sich dieser Streifzug auch als langwierig erweisen. Mich hätte es nicht gestört, ich fand es aber auch so unterhaltend und hatte nicht das Gefühl, überhaupt 900 Seiten gelesen zu haben.


    Jede Szene hat mich mitgenommen in eine spannende Zeit. Ich fand es interessant, wie es Ulf Schiewe geschafft hat, die so unterschiedlichen Zeiten dann doch irgendwie miteinander zu verbinden. Der Säbel, der von Generation zu Generation weitergegeben wurde und auch die Schmiede, die sich weiterentwickelt haben, prägen die Handlung. Und natürlich die einzelnen Charaktere und Familien.


    Der Erzählstil von Ulf Schiewe lässt sich dabei gut lesen und man spürt eben, dass er sich mit der Geschichte Deutschlands auseinandergesetzt hat. Er hat spannende Epochen ausgesucht und daraus kurzweilige Unterhaltung gemacht. Hat man „Land im Sturm“ gelesen, hat man einen schönen Querschnitt durch die Geschichte hinter sich und auch einiges Neues erfahren. Ich hätte durchaus auch noch mehr Epochen lesen können, zu interessant waren die Ereignisse, auch wenn ich mir manches mal ein anderes Ende, der jeweiligen Geschichte gewünscht hätte, am Ende hat aber alles zusammengepasst und ich ein spannendes Buch gelesen.

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    Sternenstaubfees avatar
    Sternenstaubfeevor 16 Tagen
    "Woher wir kommen und wer wir sind"

    Von Ulf Schiewe habe ich bereits einige Bücher gelesen und mochte sie alle sehr gerne. Somit war ich nun neugierig auf „Land im Sturm“, das ein ganz besonderes Buch sein sollte, da es auf knapp 1000 Seiten 1000 Jahre deutsche Geschichte umfassen sollte.

    Zu Beginn sind wir im Jahr 995 und begleiten den jungen Schmied Arnulf, der aufgrund einer Verkettung von unglücklichen Umständen fliehen muss, unterwegs auf die junge Hedwig trifft, die ebenfalls auf der Flucht ist, und sich gemeinsam mit Hedwig schließlich in Augsburg niederlässt. Die beiden verlieben sich und gründen eine Familie. Die Nachkommen dieser Familie begleiten wir durch das ganze Buch hindurch.

    Dabei ist das Buch unterteilt in fünf Abschnitte. Wir beginnen mit Arnulf und Hedwig, die den Einmarsch der Ungarn miterleben.

    Das Buch endet mit der Revolution 1848. Dabei ziehen sich einige Aspekte durch jeden der Abschnitte, so dass wir immer eine Verbindung zum vorherigen Abschnitt herstellen können (zum Beispiel spielt ein Säbel eine Rolle, der immer weitervererbt wurde).

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen! Jeder der Abschnitte umfasst um die 200 Seiten, so dass wir die Figuren doch schon eine gute Weile begleiten und eine Beziehung zu ihnen aufbauen können. Nach jedem Abschnitt war ich ein bisschen traurig, die Figuren zurücklassen zu müssen, jedoch waren mir die nächsten Protagonisten dann schnell wieder ebenso ans Herz gewachsen.

    Der geschichtliche Hintergrund spielt immer eine tragende Rolle, jedoch ist alles sehr verständlich und auch mitreißend geschrieben, so dass Langeweile auch ohne geschichtliches Interesse eigentlich gar nicht aufkommen kann.

    Ich hatte sehr viel Freude und viele schöne Lesestunden mit diesem Buch und kann es auf jeden Fall weiterempfehlen! 

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    irismarias avatar
    irismariavor 17 Tagen
    wunderbar erzählte Geschichte Deutschlands

    Ich habe von Ulf Schiewe schon sehr viele spannende und gut recherchierte historische Romane gelesen, die in verschiedenen europäischen Lenden gespielt haben. In "Land im Sturm" steht Deutschland im Mittelpunkt und zwar die Entwicklung des Landes von 953 bis zur deutschen Revolution 1948. Das Buch ist in fünf Teile unterteilt, die in verschiedenen Zeitepochen dieses Zeitraums spielen und auch wenn es Anklänge an die vorherigen Geschichten gibt, vor allem durch Familienbeziehungen, so sind es doch in sich abgeschlossene Teile. Das ist zum einen sinnvoll, denn eine durchgehende Familiengeschichte über 1000 Jahre hätte den Rahmen eines einzigen Buches gesprengt. Zum anderen hat es mir am Ende jeden Abschnitts sehr leid getan, mich von den liebgewonnenen Figuren zu verabschieden. Denn die wunderbare Figurenzeichnung, die einem die Charaktere lebendig vor Augen stehen und einige auch ans Herz wachsen lässt, ist eine der großen Stärken dieses Buchs. Sehr gut gefällt mir auch, wie die jeweilige Zeit dargestellt wird und die Handlungs- und Sprechweise der Personen zu der jeweiligen Zeit passt. Inhaltlich stehen mal mehr kriegerische Auseinandersetzung im Mittelpunkt, mal geht es mehr um Wirtschaft, mal um persönliche Beziehungen.
    Insgesamt kann ich sagen, dass dieses Buch ein Highlight meines Lesejahres ist und ich es allen Lesern historische Romane nur sehr empfehlen kann.

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    nicigirl85s avatar
    nicigirl85vor 20 Tagen
    Kurzmeinung: spannend und kurzweilig
    Tausend Jahre deutsche Geschichte spannend erzählt

    Da der Autor Ulf Schiewe mich bereits mit seiner vierbändigen Normannensaga und dem Einzeltitel „Bucht der Schmuggler“ immens begeistern konnte, war klar, dass ich sein neustes Werk irgendwann lesen würde. Meine Erwartungen waren hoch. Wie würde er eine so lange Zeit verpacken und würde die Spannung konstant hoch bleiben?

    In der Geschichte geht es um Arnulf, den Sohn eines Schmieds. Als Leser begleitet man ihn und seine Nachkommen in all der langen Zeit. Werden sie ihr Glück finden können? Was wird das Schicksal für sie bereithalten?

    Der Roman ist in fünf Teile untergliedert und spiegelt die unterschiedlichsten Epochen wider. Der Leser muss sich im Buch vor allem daran gewöhnen, dass je Epoche die Protagonisten wechseln, sprich man begleitet Figuren eine ganze Weile, erlebt aber nie deren gesamtes Leben. So etwas ist mir bisher in keinem Buch untergekommen, was es für mich zu etwas Besonderem macht. Die Charaktere sind dabei stets Nachfahren von Arnulf und hat man sich erst einmal daran gewöhnt, dass je Abschnitt andere Personen auftauchen, ist man sogar darauf gespannt wer es dann jeweils sein wird.

    Der über 900 Seiten starke Roman wirkt aufgrund seiner Seitenzahl sehr einschüchternd, aber die Handlung ist so kurzweilig, dass sich das Geschriebene wie die Hälfte an Seiten angefühlt hat und keinerlei Anstrengung beim Lesen aufkam. Die einzige Herausforderung beim Lesen ist eher das Halten des seitenstarken Hardcovers.

    Die Geschichte bietet alles, was ein gutes Buch ausmacht: man lernt etwas dazu, es gibt Liebe, Intrigen, Kriege und jede Menge Schicksalsschläge. Die Spannung blieb immer konstant erhalten und nicht eine Passage wies Längen auf oder ließ Langeweile aufkommen.

    Richtig schön war es, über die Handlung der Geschichte, miterleben zu dürfen wie technische Innovationen und politische Neuerungen zu Umbrüchen in der Gesellschaft geführt haben. Sonst bekommt man in Romanen ja immer nur eine Epoche geboten, hier mehrere hintereinander zu erleben hatte schon etwas für sich.

    Etwas vermisst habe ich ein Glossar und ein Personenregister. Beide hätten mir gerade zu Beginn der Geschichte die Orientierung etwas erleichtert und herauskristallisiert wer real existierende Persönlichkeit und wer dem Kopf unseres Autors entsprungen ist.

    Erwähnenswert finde ich noch, dass wir die Ereignisse über die kleinen Leute in der Gesellschaft erleben, so dass dem Leser die Figuren oft sehr nahe sind. Man erlebt sie in Alltagsdingen, so dass man sich die damaligen Zustände besonders gut vorstellen kann. Gerade mit Arnulf hat der Autor eine Persönlichkeit geschaffen, die herzensgut ist und die man heute teilweise vergeblich sucht, weil jeder nur noch an sich selbst und sein Vorankommen interessiert ist.

    Fazit: Mit diesem Roman hat der Autor wieder einmal bewiesen, dass er das Schreiben par excellence beherrscht und deutsche Geschichte alles andere als langweilig ist. Klasse Lektüre, die ich jedem ans Herz lege, der gern mal eine kleine Zeitreise in unsere Vergangenheit wagen möchte.

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