Ulf Torreck

 4.3 Sterne bei 66 Bewertungen
Autor von Fest der Finsternis, Vor der Finsternis und weiteren Büchern.
Autorenbild von Ulf Torreck (©Erik Weiss)

Lebenslauf von Ulf Torreck

Ulf Torreck, geboren 1973 in Leipzig, nahm an der friedlichen Revolution teil, studierte Jura, arbeitete als Zimmermann, Barkeeper und Rausschmeißer. Nach einer Ausbildung zum Drehbuchautor und Arbeit als Filmkritiker und Journalist, folgten längeren Aufenthalten in Südostasien, Frankreich, Irland und Großbritannien. Torreck veröffentlichte unter verschiedenen Pseudonymen Kriminalromane und Shortstorys, bevor er mit "Fest der Finsternis" sein Debüt bei Heyne gab.

Alle Bücher von Ulf Torreck

Cover des Buches Fest der Finsternis9783641190545

Fest der Finsternis

 (35)
Erschienen am 13.02.2017
Cover des Buches Vor der Finsternis9783641202972

Vor der Finsternis

 (24)
Erschienen am 09.01.2017
Cover des Buches Zeit der Mörder9783453439177

Zeit der Mörder

 (7)
Erschienen am 11.11.2019

Neue Rezensionen zu Ulf Torreck

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Rezension zu "Fest der Finsternis" von Ulf Torreck

Der Mensch ist ein schönes böses Tier
Givemeabookvor 4 Monaten

Kurz zum Inhalt: Paris im September 1805. In finsteren Gassen werden die Leichen blutjunger Mädchen gefunden, die Brutalität der Morde ist beispiellos.

Ulf Torreck hat ein so gänzlich verschiedenes Ermittlerpaar erschaffen, das besser nicht zusammenpassen könnte. Louis Marais ist ein begabter Polizist mit geschultem Auge und kühlem Verstand. Gottesfürchtig und mit strengen Moralvorstellungen ist er von der brutalen Vorgehensweise der Mörder entsetzt. Noch nie hat er es mit solch teuflischen Taten zu tun gehabt. Marais weiß, dass es ein Monster braucht, um ein Monster zu jagen. Er greift auf die Hilfe eines alten Bekannten zurück, der hinter den Mauern des Irrenhauses von Charenton sein Leben fristet. Es ist Donatien Alphonse Francois Marquis de Sade. Dem Marquis sind ausgesuchte Quälereien, Grausamkeiten und sexuelle Exzesse nicht fremd.  Er kennt die menschlichen Abgründe, die sich bei dem Zwang nach gewalttätiger Befriedigung auftun. Religiöse und moralische Normen gibt es für ihn nicht.

Von allen Charakteren - die meisten sind historisch belegt - ist mir das "alte Scheusal" de Sade der Liebste. Eigentlich sollte er nicht ganz oben auf der Liste stehen, aber seinem Starrsinn, seinen Prinzipien und seinem Charme konnte ich mich nicht entziehen. Seine Nähe zur adligen Pariser Gesellschaft mit all ihren Intrigen und seine Fähigkeit, die richtigen Schlüsse zu ziehen bringen unerwartete Ergebnisse.

Meine Meinung: Mir hat das Buch - Krimi, Gothic Horror Thriller, historischer Roman – sehr gut gefallen. Es gibt keinen Stillstand, die Geschehnisse sind kaum vorhersehbar und es bleibt durchgehend spannend. Ich kann Fest der Finsternis Lesern, die nicht zartbesaitet sind, nur empfehlen.

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Rezension zu "Zeit der Mörder" von Ulf Torreck

Düster, spannend, mitteißend, brutal, grandios!
khira_liestvor 5 Monaten

„Zeit der Mörder“ von Ulf Torreck ist ein Buch, das mir oft Gänsehaut beschert hat. Sei es durch den überragenden Schreibstil oder beim Betrachten des im Buch erwähnten Bilder „Der Krieg“ von Otto Dix oder „Das Floß der Medusa“ von Théodore Géricault. Gleich am Anfang des Buches musste ich kurz stoppen, denn dort befindet sich unter anderem ein Ausschnitt aus Paul Celans „Todesfuge“, ein Gedicht, das mich, wann auch immer es mir in meinem Leben begegnet,  innehalten lässt und mir einen Schauer über den Rücken jagt. 


Der Einstieg ins Buch gelang mir sehr schnell, man war sofort mitten in der Handlung und ist von Anfang an neugierig auf die Zusammenhänge und die Auflösung der sich stellenden Fragen. Ulf Torreck hat es geschafft, mich mit seinem überragendem Schreibstil total in seinen Bann zu ziehen. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen, man fliegt nur so durch die Seiten und möchte am liebsten gar nicht mehr aufhören zu lesen. Der Schreibstil ist klar, aber gleichzeitig komplex und unfassbar bildhaft. Manche Passagen sind sogar fast schon poetisch und  sehr metaphorisch. Besonders gut gefallen mir auch einige „ausgefallene“ Begriffe, die Torreck verwendet, wie zum Beispiel „Zimmerflak“ oder „Reichsheini“. Kurz gesagt, ich liebe diesen Schreibstil, er passt einfach perfekt zur spannenden sowie düsteren Geschichte. 


Ich bin prinzipiell ein geschichtlich sehr interessierter Mensch und versuche immer, mein Geschichtswissen zu erweitern. Besonders spannend ist für mich unter anderem die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ich habe durch „Zeit der Mörder“ sehr viel gelernt, vor allem über die Zeit der deutschen Besatzung Frankreichs, denn das Buch hat mich auch zum Recherchieren angeregt. Dabei ist mir immer wieder aufgefallen, was sich Ulf Torreck für eine riesige Mühe beim Recherchieren seines Buches gegeben haben muss. Er verknüpft sehr geschickt wahre Ereignisse und echte Personen mit seiner fiktiven Geschichte, genauso, wie es meiner Meinung bei einer sehr guten Geschichte sein muss. So tauchen auch echte Personen in „Zeit der Mörder“ am Rande auf, wie zum Beispiel Édith Piaf, Ernst Gennat, Picasso, Erwin Rommel oder   Carl-Heinrich von Stülpnagel. Chapeau, es ist einfach grandios!


„Zeit der Mörder“ ist für mich ein ganz besonderes Buch. Unter anderem wegen des speziellen Hauptcharakters. Carl von Maug ist Obersturmbannführer bei der SS und außerdem Alkoholiker (eine sehr interessante Kombination übrigens!). Er ist ein Protagonist voller Ecken und Kanten, der einem nicht immer nur sympathisch ist. Einige seiner Ansichten und Entscheidungen empfinde ich als fragwürdig, aber gerade deshalb ist von Maug für mich ein Protagonist, den ich als überaus spannend empfinde und den ich nach und nach in mein Herz schließen konnte. 


Ich muss zugeben, dass mir „Zeit der Mörder“ vor allem deshalb ins Auge gesprungen ist, weil ich ein großer Fan der „Gereon Rath“-Reihe von Volker Kutscher bin und der Stil der Cover sich ähnelt. Auch von der Thematik her sah ich einige Parallelen, weshalb mein Anspruch an Torrecks Roman war, wenigstens genauso gut zu sein wie die Bücher von Kutscher, diesen dabei aber nicht allzu ähnlich. Und diese Erwartung wurde für mich absolut erfüllt! „Zeit der Mörder“ konnte mich genauso fesseln wie die Reihe von Volker Kutscher und auch die Ähnlichkeiten bezüglich der Handlung hielten sich in Grenzen. Besonders gut hat mir gefallen, dass „Zeit der Mörder“ deutlich düsterer und brutaler ist, als die „Gereon Rath“-Reihe. 


Besonders positiv ist mit außerdem das Nachwort aufgefallen, in dem Torreck erklärt, welche Teile seines Romans Fiktion und welche historisch belegt sind. Diese Seiten des Buches fand ich sehr spannend!



Insgesamt kann ich „Zeit der Mörder“ also nur wärmstens empfehlen! Das Buch lässt einen in dunkle menschliche Abgründe schauen, hat eine verstrickte, komplexe Handlung, die es einem trotzdem erlaubt, den Überblick zu behalten, ein Fünkchen Humor, intelligente Dialoge und geschichtliche Hintergründe, die von einer ausgiebigen Datenrecherche zeugen. 

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Rezension zu "Zeit der Mörder" von Ulf Torreck

Wahrheit oder Lüge?
martina_turbanischvor 5 Monaten

Ein Mann bricht in das Haus des Malers Claas Straatmann ein und wird von diesem erschossen. Auf den ersten Blick sieht es zwar nach Notwehr aus, aber der Fall entwickelt sich dann doch anders. Claas Straatmann wird verhaftet, sagt erst mal nicht aus. Statt dessen bittet er per Telegramm Bruno Perreau, Commissaire der Sûreté Nationale in Paris und Ian McGuiness, ein sehr bekannter Anwalt in Dublin um Hilfe. Die Geschichte, die er dann erzählt, klingt so unwahrscheinlich, dass sie eigentlich wahr sein muss. Oder doch nicht?

Die Toten waren tot. Das war sicher. Aber manche Toten hatten die Eigenheit, als Gespenster wiederzukehren. Und nicht alle taten es nur deswegen, um sich an den Lebenden dafür zu rächen, dass sie nicht mehr eine Welt mit ihnen teilten. Zeit der Mörder, S. 11

Mein Eindruck:

Wenn man Wahrheit und Lüge so lange mischt, bis keiner mehr Bescheid weiß …

Irland 1947

Zeit der Mörder wird in zwei Zeitebenen erzählt. Da gibt es einmal das Jahr 1947, den vermeintlichen Fall von Notwehr und das Verhör oder Gespräch zwischen jungen Inspector Lynch und dem Maler Claas Straatmann, der ja nach eigener Aussage eigentlich Carl von Maug heisst. Dessen Erzählung oder Erinnerung bildet die zweite Zeitebene.

Paris 1943

Bei dieser handelt es sich um Paris im Jahre 1943. Carl von Maug war Obersturmbannführer bei den Nazis und sollte ein Auge auf die französische Polizei haben, zog es aber vor, dem schönen und lasterhaften Leben zu frönen. Doch dann treibt sich eine grausamer Serienkiller in Paris herum und alles kommt anders.

Düster

Insgesamt hat das Buch eine sehr düstere Atmosphäre. Zum einen weil es natürlich einfach eine sehr düstere Zeit war, zum anderen, weil Carl von Maugs Alkoholsucht alles, einschließlich der Suche nach dem Serienkiller, überschattet. Wie beinahe jeder Alkoholiker will er immer wieder aufhören, kommt aber nicht wirklich gegen seine Sucht an.

Ungeduld

Manchmal möchte ich ihn schütteln, weil er oft die Ermittlungen durch seine Schwäche aufhält und ich unbedingt wissen will, wie es denn nun weitergeht - aber natürlich erfahre ich die Fortschritte dann doch noch :-) Ein bisschen hält mich aber auch das ständige wiederholen von Diensträngen und Titeln auf - vor allem bei der französischen Polizei war ich da hin und wieder etwas überfordert.

Zeitsprünge

Ziemlich unvermutet und überraschend switcht die Geschichte immer mal wieder von Paris 1943 nach Irland 1947 und gemeinsam mit Inspector Lynch versuche ich herauszufinden, was in dieser Geschichte stimmt und was nicht. Warum sollte ein französischer Polizist ausgerechnet einem ehemaligen Nazi helfen? Welches Geheimnis teilen diese Leute?

Erfüllt

Mein Eingangs erwähnten Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Erneut ist es Ulf Torreck gelungen, die Atmosphäre einer vergangenen Zeit mit einer sehr brutalen Kriminalgeschichte zu vermischen. Ich habe mitgefiebert, mitgelitten und manchmal ganz vergessen, das ich gar nicht im besetzten Paris bin - so liebe ich Geschichte und Geschichten.

Mein Fazit:

Zeit der Mörder ist ein wahnsinnig spannender Krimi, eingebettet in einer sehr genau recherchierten, historischen Kulisse. Das Buch ist auf jeden Fall eines meiner Jahreshighlights und ich kann es nur jedem empfehlen.

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Vor der Finsternisundefined
Für alle Fans des guten Thrillers und gepflegten Grusels haben Ulf Torreck alias David Gray und der Heyne Verlag ein tolles Angebot für euch: 

Eine Leserunde mit Gewinnspiel

gelesen wird: "Vor der Finsternis"


Worum geht es in dem Buch?

 

Herbst 1797. Ganz Paris ist geschockt als in der Stadt kurz nacheinander zwei Leichen auftauchen, denen man die Herzen aus der Brust geschnitten hat...

Obwohl der ehrgeizige Inspecteur Marais alles tut, was in seiner Macht steht um den Mörder zu stellen, ziehen sich seine Ermittlungen hin.

Die Presse hetzt gegen den Inspecteur und den Polizeipräfekten, der Druck auf die Ermittler wächst.

Da nimmt ein mysteriöser Spion des Außenministers Kontakt zu Marais auf. Bei einem Treffen im Haus des Spions, das voller gruseliger Kultgegenstände ist und in dessen Salon der ausgestopfte ehemalige Leibdiener des Spions zu bewundern ist, berichtet der Mann von verbotenen Zauberritualen, mörderischen Sklavenpriestern und einem geheimnisvollen Kult, dessen Anhänger längst schon in Paris ihren dunklen Ritualen  nachgingen....

Marais ist geschockt und weiß nicht ob er dem Mann trauen darf. Und es tauchen weitere Leichen auf....  


Gewinnspiel:


Unter allen Teilnehmern der Leserunde verlost der Verlag 10 Exemplare der Printausgabe des historischen Thrillers "Fest der Finsternis", in dem es Inspecteur Marais mit einer neuen Mordserie und einem noch gefährlicheren Gegner zu tun bekommt...


Teilnahmevoraussetzung an der Leserunde: 

jeder Teilnehmer benötigt einen eReader oder eine eBook-App auf Tablet, Smartphone, Computer.  Da es sich bei dem in der Leserunde behandelten Titel um ein eBook handelt.


104 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Ulf Torreck wurde am 09. August 1973 in Leipzig (Deutschland) geboren.

Ulf Torreck im Netz:

Community-Statistik

in 106 Bibliotheken

auf 30 Wunschlisten

von 2 Lesern gefolgt

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