Ulf Torreck Fest der Finsternis

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Inhaltsangabe zu „Fest der Finsternis“ von Ulf Torreck

Paris im September 1805. Der intrigante Polizeiminister Joseph Fouché regiert die Stadt mit eiserner Hand. Doch die Bewohner der Weltmetropole sind ergriffen von Angst. In finsteren Gassen werden die Leichen blutjunger Mädchen gefunden, die Brutalität der Morde ist beispiellos. Der für seinen Jagdinstinkt berühmte Polizist Louis Marais arbeitet wie besessen an dem Fall. Marais weiß, dass es ein Monster braucht, um ein Monster zu jagen. Er greift auf die Hilfe eines alten Bekannten zurück, der hinter den Mauern des Irrenhauses von Charenton sein Leben fristet. Doch damit führt Marais den Alptraum erst zu seiner wahren Größe … Sein Messer schneidet tief

Schaurige Serienmörderjagd, manchmal verwirrender Plot, aber amüsant-schlagfertiges Duo Marais-de Sade.

— Gulan
Gulan

Ein gut recherchierter Krimi!

— Kaisu
Kaisu

beeindruckender historischer Thriller, sauber recherchiert Teilweise sehr grausam. Leider auch mit einigen Längen

— Burgkelfe
Burgkelfe

Dunkel, düster, mega spannend.

— Benundtimsmama
Benundtimsmama

Ein genialer Krimi, der schon 1805 die Abgründe der Menschheit schonungslos offenlegt

— Bellis-Perennis
Bellis-Perennis
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  • Zu Zeiten der Pest

    Fest der Finsternis
    Kaisu

    Kaisu

    23. July 2017 um 00:00

    „Im August 1805 herrschte die Pest bereits den dritten Monat über Brest. Leise wie ein Dieb in der Nacht war sie aus einer der Gossen aufgestiegen und hatte die Stadt und ihre Bewohner innerhalb weniger Tage in ihren Bann geschlagen.“ (S.11) Und ganz so schnell werden die Menschen den schwarzen Tod auch nicht mehr loswerden. Dennoch schwebt noch eine andere Angst, als die der Ansteckung in der Luft Paris‘ umher. Seit geraumer Zeit, werden immer wieder Leichen junger Frauen gefunden. Nichts ungewöhnliches zu jener Zeit, mag man denken. Doch allesamt waren schwanger und hatten kurz vor ihrem Tod entbunden. Nur fehlt von dem Nachwuchs jede Spur. Der örtliche Polizeichef Fouché ist mit dem Fall komplett überfordert und ordert den einst verbannten Polizisten Louis Marais zurück ins Amt. Dieser ist natürlich verwundert und argwöhnisch. Dennoch verbeißt er sich recht schnell in den Fall und merkt, dass er Hilfe braucht. Mit diesem Killer ist nicht zu spaßen und er bewegt sich auf einem Terrain, wo sich Marquis de Sade wesentlich besser auskennt. Somit wird dieser ins Boot geholt. Stückchenweise kommen sie dem Täter auf die Spur und trotzdem drehen sie sich im Kreis. Erst als sie eine weitere weibliche Person zu Rate ziehen, bekommt der Mörder ein Gesicht und ihnen wird bewusst, in was sie sich da verfangen haben. Die Herrin der Nacht selbst begleitet die beiden Männer dabei natürlich nicht, sondern schickt eine ihrer vertrautesten Damen als Hilfe mit. „Ein Polizeiagent, ein berüchtigter Schriftsteller und die Thronerbin der Herrin der Nacht. Eine interessante Kombination.“ (S.268) Kaum zerren sie erste Wahrheiten an das grelle Tageslicht, kommen sofort die Widersacher daher und wollen ihre Arbeit zunichte machen. Da haben wohl auch mächtigere Wesen ihre Hände im Spiel, als man von Angesicht zu Angesicht in Gesprächen zugeben mag. Somit beginnt eine Katz-Maus-Jagd quer durch die Straßen von Paris, die letztlich nur eine Seite gewinnen kann. Diese Jagd nach dem grausamen Killer ist nicht auf 300 Seiten abgehandelt. Ulf Torreck hat hier alle Register gezogen und einen extrem gut recherchierten Roman vorgelegt, der viele wahre Daten oder Gesichter aus der damaligen Zeit mit einbindet. Zudem werden viele französische Begriffe und Titel genannt. Man hat dadurch wirklich das Gefühl sich in Frankreich zu befinden. Wem dies alles zu viel wird, der findet auf den letzten Seiten eine kurze Auflistung der wichtigsten Gesichter. Die Spannung kommt dabei natürlich nicht zu kurz. Hat man sich erst einmal einen Überblick verschafft und sich in die Welt der Pariser eingefunden, will man auch nicht mehr davon weg. Ich empfehle zudem das kurze ebook „Vor der Finsternis“, vor diesem Buch hier zu lesen. Man erfährt hier noch einiges mehr über Marais. Vor allem über seine Vergangenheit und versteht seine Beweggründe besser. Alles in allem war ich positiv überrascht von dem Buch. Muss aber dennoch ein paar Abstriche machen. So hat es eine Weile gedauert, bis ich für das dicke Büchlein bereit war und mich komplett in der Story verbeißen konnte. Zudem kommt es durch die wunderbare Ausführlichkeit gelegentlich zu langen Passagen, wo ich mich arg zusammenreißen musste, diese nicht zu überfliegen. Wer über diese kleinen Makel hinwegsehen kann, sollte zugreifen! Lesenswerte Lektüre, die einen intensiv in die Abgründe der Pariser Welt entführt!

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  • Mit de Sade und Louis Marais auf der Suche nach dem Mörder

    Fest der Finsternis
    Gwhynwhyfar

    Gwhynwhyfar

    14. May 2017 um 14:32

    »Der Mann hielt einen stumpfen Spiegel in der Hand und trug ein Damenkorsett über einem weißen Nachthemd. Er stand auf einer zwei Meter hohen Bühne. Die Frauen neben ihm hatten einen angemalten Bart und ihr wirres graues Haar unter einen verrosteten Gardistenhelm gestopft.«1805, Polizeichef von Brest, Louis Marais, hierher strafversetzt, wird von Polizeiminister Joseph Fouché nach Paris zurückbeordert, wieder als Commissaire eingesetzt. Eine Frau wurde grausam ermordet. Der Polizeipathologe stellt fest, ihr Kopf wurde fachgerecht mit Spezialwerkzeug abgetrennt, was darauf schließen lässt, dass der Mörder ein Arzt oder ähnlichen Berufs sein muss. Die junge Frau hatte kurz vor ihrem Mord entbunden. In den geheimen Hinterlassenschaften des ehemaligen Polizeipathologen, der nun im Irrenhaus sitzt, finden sich Aufzeichnungen zu weiteren ähnlichen Morden, die aber der Polizei nicht bekannt sind. Was hat das zu bedeuten? Wer vertuscht was? Steckt ein Geheimbund hinter den Morden? »Du brauchst ein Monster, um ein anderes Monster zu fangen.«Und nun muss Marais auch noch mit einem verhassten Perversen zusammenarbeiten, der ihm als Berater zur Seite gestellt wird: Marquis de Sade, alt, fett, verbraucht. Der wiederum auch nicht gut auf den katholischen Louis Marais zu sprechen ist. De Sade ist der Meinung, die besten Informationen würde man in den eleganten Bordellen erhalten. Das ungleiche Team ermittelt mit Intelligenz und die beiden ergänzen sich hervorragend.»Monsieur le Ministre benutzte offensichtlich Marais, um sich seines Erzfeindes Talleyrand zu entledigen. Doch Talleyrand war nach dem Kaiser der mächtigste Mann des Reiches.«Marais und de Sade werden gesucht, müssen sich verstecken, sind scheinbar das Opfer einer politischen Intrige. Eine schützende Hand schwebt immer über ihnen, nur wem können sie trauen?»Wir sind verloren, Marais! Isabelle de la Tour ist nur eine kleine, dumme Nutte. ... Jeder Polizeiagent in Paris sucht zweifellos inzwischen nach uns.« Im Gegensatz zu »Sakrileg« wird hier glücklicherweise ein glaubwürdiger Plot entworfen. Der Autor ist Meister des Kopfkinos, Gerüche und Bilder tauchen auf, lassen das stinkende Paris erscheinen, die Pathologie, bunte Bordelle, gutes Essen. Der Zwiespalt zwischen moderner Wissenschaft, Aufklärung und im Gegensatz Feudalismus, Aberglaube, Glaube, Aufbruch in neue Zeiten der Moderne steht im krassen Gegensatz. Marais und der Aufklärer de Sade stehen im Gegensatz, wobei der gläubige und abergläubige Marais doch mit beiden Füßen auf der Erde steht und sich gern der Wissenschaft bedient.Ich hatte Ulf Torreck bei dem Randomhouse Blogtalk auf der Buchmesse in Leipzig zugeteilt bekommen, ein nettes Gespräch übrigens. Er erzählte mir etwas über seinen historischen Krimi, zu dem er einige Jahre recherchiert hat. Und das hat er sauber umgesetzt. Das Paris der napoleonischen Zeit kommt gut herüber. Louis Marais und Marquis de Sade ermitteln im Team Stück für Stück die Zusammenhänge der Frauenmorde, ein typischer Krimi, der an manchen Stellen breit gezogen ist. Es kommen zwar eine Menge Leichen vor, aber es wird ordentlich medizinisch-kriminalistisch berichtet und nicht vom Täter blutig herumgeschnitzelt, was mir gut gefallen hat. Auf dem Buchdeckel hat der Verlag den Roman als Thriller betitelt. Das halte ich für einen Fehler, weil damit beim Käufer ein falscher Eindruck erweckt wird, der Krimileser eventuell abgeschreckt wird, der Thrillerleser enttäuscht. Es ist auch vom mystischen Gothic die Rede. Das kann man gerade noch durchgehen lassen. Ulf Torreck absolvierte nach dem Abbruch eines Jurastudiums eine Ausbildung zum Drehbuchautor und Script Doctor. Längere Auslandsaufenthalte in Frankreich, Irland, Großbritannien und Nepal animierten ihn zu seinen Büchern. Denn der Autor begann als Selfpublisher und brachte beim Pendragon Verlag mehrere Bücher unter dem Pseudonym David Gray heraus, ist sicher manchem Leser unter diesem Namen bekannt, auch wenn Ulf Torreck hier seinen Debütroman präsentiert.Interessant an dieser Geschichte ist die Vermischung von Fiktion und Wahrheit. Viele handelnde Personen sind echt. Joseph Fouché war Polizeiminister und Charles-Maurice de Talleyrand-Perigord, ehemaliger Bischof von Autum, Mitglied der Nationalversammlung, setzte sich für die Verstaatlichung der Kirchengüter ein. Er ist einer der bekanntesten französischen Staatsmänner, Diplomat während der Französischen Revolution, der Napoleonischen Kriege und beim Wiener Kongress. Seine Feindschaft zu Fouché ist legendär. Donatien Alphonse François, Marquis de Sade verbrachte häppchenweise 29 Jahre in Kerkern und Irrenhäusern, zumeist ohne ordentliches Gerichtsurteil und selbstverständlich ohne Anerkenntnis seiner Schuld. Er führte einen ausschweifenden, ruinösen Lebenswandel, verprasste innerhalb kurzer Zeit sein gesamtes großes Erbe in Spielsalons und gab Unsummen für Mätressen aus. Gerichtsurteile auf Grund liederlichen Lebenswandels, abscheulichen Gottlosigkeit brachten ihn in den Kerker. Wegen seiner sadistischen, pornografischen Schriften wurde er immer wieder angeklagt, bekannt »Die 120 Tage Sodom« (umstrittene Verfilmung von Pier Paolo Pasolini).Auch Polizeiinspektor Louis Marais gab es wirklich, ihm oblag die Aufgabe, das Liebesleben adligen Müßiggänger zu observieren, die sich gern »Libertins« nannten, was man je nach Blickwinkel, mit Freigeist oder Lüstling übersetzen konnte. Marais Dossiers waren bei Hofe, als Unterhaltungslektüre, sehr geschätzt, Marquis de Sade hatte er scharf im Visier. Insofern decken sich geschichtliche Daten und Gegebenheiten mit der fiktiven Geschichte und gibt beim Lesen das Gefühl, sich im alten Paris zu befinden. Es tauchen noch eine Menge bekannter Persönlichkeiten auf. Am Ende des Romans werden alle Protagonisten zusammenfassend bis in die letzte Nebenfigur vorgestellt (Das alles hatte man bereits gelesen.). Dafür hätte ich mir lieber gewünscht, nur die historisch bekannten Personen kurz zu beschreiben, Geburtsdaten und kurzen echten Lebenslauf. Der historische Leser mag Fakten, lieber Heyne-Verlag.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht
    GrOtEsQuE

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 18.08.2017: _Jassi                                           ---  73 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   208,5 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   81 Punkte Bellis-Perennis                          ---  564 Punkte Beust                                          ---   260 Punkte Bibliomania                               ---   184 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  350 Punkte ChattysBuecherblog                --- 210 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   103,5 Punkte Code-between-lines                ---  127 Punkte eilatan123                                 ---   46 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   109 Punkte Frenx51                                     ---  72,5 Punkte glanzente                                  ---   75 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   135 Punkte Hortensia13                             ---   113 Punkte Igelchen                                    ---   21 Punkte Igelmanu66                              ---  151 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    79 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   105 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   77 Punkte Katykate                                  ---   94 Punkte Kerdie                                      ---   190 Punkte Kleine1984                              ---   130 Punkte Kuhni77                                   ---   105 Punkte KymLuca                                  ---   100 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   211 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   190 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   82 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  52 Punkte mistellor                                   ---   149 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  115 Punkte Nelebooks                               ---  183 Punkte niknak                                       ----  268 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   180 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   93 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   48 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 57 PunkteSandkuchen                              ---   172 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   153 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   245 Punkte SomeBody                                ---   157,5 Punkte Sommerleser                           ---   168 Punkte StefanieFreigericht                  ---   190,5 Punkte tlow                                            ---   135 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   34 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   64 Punkte Wolly                                          ---   163 Punkte Yolande                                       --   150 Punkte

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    • 2270
  • “Der Mensch ist ein schönes, böses Tier.“ (Marquis de Sade)

    Fest der Finsternis
    Bellis-Perennis

    Bellis-Perennis

    12. April 2017 um 14:57

    Ulf Torreck ist mit der Fortsetzung von „Vor der Finsternis“ ein bemerkenswerter historischer Thriller gelungen.Historisches Umfeld:Wir befinden uns im Jahre 1805. Napoleon Bonaparte, seit seiner eigenen Krönung vom 2. Dezember 1804 „Kaiser der Franzosen“ eilt von Sieg zu Sieg und unterjocht ganz Europa. Die Menschen in Frankreich, vor allem die Reichen in Paris, die den „Grand Terreur“ des Jakobinerregimes überlebt haben, frönen all jenem dekadenten Luxus, den sie durch die Revolution besiegt geglaubt haben.Allen voran Joseph Fouché, seines Zeichens Polizeiminister. Er ist ein „Stehaufmanderl“ (wie man in Wien sagt). Einmal in Ungnade bei Napoleon, dann wieder höchst willkommen mit seinem mächtigen Polizeiapparat, der auch die Geheimnisse der Staatsspitze hütet und zu seinem Vorteil einsetzt. Sein Gegenspieler, Rivale und Erzfeind – im Leben wie im Thriller Charles-Maurice de Talleyrand. Ebenso ein ehemaliger Priester wie Fouché, ist er in den Jahren der Revolution steil aufgestiegen und als Außenminister Napoleons zu Reichtum und Ehren gekommen. Doch auch sein Wohlergehen ist von den Launen des Kaisers abhängig. Immer wieder spielt Napoleon die beiden gegeneinander aus. Wir begegnen noch weiteren historischen Gestalten, die eine Hauptrolle in diesem Buch innehaben, aber längst nicht so berühmt sind. Vielleicht mit einer Ausnahme: Donatien Alphonse Marquis de Sade, jenem Adeligen, der die größte Zeit seines Lebens entweder in Haft oder im Irrenhaus verbrachte. Auch Louis Marais ist historisch belegt, genauso wie Isabelle de la Tour, der Polizeiarzt Maurice Gevrol oder die Giftmischerin und Serienmörderin La Monvoisin.Die Zeiten sind denkbar schlecht für die Mehrheit der Bevölkerung. Die Pest fordert unter den Armen wie unter den Reichen ihre Opfer. Verbrechersyndikate haben es relativ einfach – sie zahlen hohe Bestechungsgelder an die nicht allzu üppig entlohnten Staatsdiener, die dann bei Bedarf auch rechtzeitig wegsehen. Zum Buch:Der nach Brest strafversetzte Louis Marais wird von Fouché nach Paris zurückgeholt, nachdem eine unerklärliche Mordserie die Hauptstadt erschüttert. Die Opfer sind immer junge Mädchen, die kaum einer vermisst. Besonderes Kennzeichen: sie haben alle vor kurzem ein Kind geboren. Die Frauen sind bestialisch verstümmelt, die Kinder spurlos verschwunden. Marais soll nun diese Morde aufklären. Ein heikles Unterfangen zumal sich der Verdacht nach einer okkulten Sekte und perversen Riten ergibt.Doch wer außer dem Marquis de Sade wüsste besser über solche Praktiken Bescheid? Also befreit ihn Marais aus der Irrenanstalt Charenton-Saint-Maurice. „Es braucht ein Ungeheuer, um ein Scheusal zu fangen, das haben Sie selbst gesagt. Also beschweren Sie sich jetzt gefälligst nicht darüber, wenn andere versuchen, wie ein Ungeheuer zu denken.“ (S. 487)Gemeinsam jagen sie den oder die Mörder. Doch sie hinken immer einen Schritt hinterher. Wie hängt Fouché in der Sache? Oder zieht Talleyrand die Fäden?Marais kann niemandem im Polizeiapparat mehr vertrauen. Daher sucht er Hilfe bei einer ganz anderen Stelle: den Gitanes, dem fahrenden Volk, dem er selbst angehört.Meine Meinung:Was während der Ermittlungen aufgedeckt wird, ist nichts für zartbesaitete Leser. Allerdings werden die Grausamkeiten nicht aus reiner Sensationsgier geschildert. Die Versuche von Maurice Gevrol zum Bespiel. Er ist besessen davon, die Ursache des Kindbettfiebers und ein Gegenmittel zu finden, sodass er Recht von Unrecht nicht mehr unterscheiden kann. Er „bestellt“ Leichen von Schwangeren, um an ihnen zu forschen, ohne über die Herkunft der Toten überhaupt nur nachzudenken.Auch das Wort „Polizeigewalt“ ist durchaus wörtlich zu nehmen.Ulf Torreck gelingt es perfekt, uns in diese dunkle Zeit eintauchen zu lassen. Der Gestank, der Schmutz des Molochs Paris ist auf jeder Seite spürbar. Der Einblick in die Lebensweise der Menschen dieser Zeit ist penibel recherchiert.Die beiden Hauptcharaktere Louis Marais und de Sade könnten nicht unterschiedlicher sein: Marais ist ein knapp 40 Jahre alter, ernster und hartnäckiger Polizist. Er ist – für diese Zeit - integer und vom Leben gebeutelt. Marquis de Sade, Verfasser von pornographischen und Kirchen kritischen Schriften, ist, obwohl häufig weggesperrt, doch auf der Sonnenseite des Lebens, im Überfluss geboren. Als Marais ihn aus der Irrenanstalt holt, ist Donatien 63 Jahre alt und hat wenig von seinem Sarkasmus eingebüßt. An vielen Stellen beweist de Sade schwarzen Humor, den ich sehr amüsant finde. Ihre unterschiedlichen Weltanschauungen zu Religion und Kirche regen zum Nachdenken an, und ergeben so manchen unkonventionellen Ermittlungsansatz.Sprachlich ist das Buch ein Highlight, da es der Autor bestens versteht, sich der Ausdrucksweise des 19. Jahrhunderts anzunähern. Das Cover, diesmal in roter Farbe gehalten, verspricht, was das Buch hält: pure Spannung. Fazit:Ein historischer Thriller vom Feinsten, dem ich liebend gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung gebe

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    • 6
  • Düster und spannend

    Fest der Finsternis
    Flatter

    Flatter

    12. March 2017 um 22:20

    Zum Inhalt: Klappentext Paris im September 1805. Der intrigante Polizeiminister Joseph Fouché regiert die Stadt mit eiserner Hand. Doch die Bewohner der Weltmetropole sind ergriffen von Angst. In finsteren Gassen werden die Leichen blutjunger Mädchen gefunden, die Brutalität der Morde ist beispiellos. Der für seinen Jagdinstinkt berühmte Polizist Louis Marais arbeitet wie besessen an dem Fall. Marais weiß, dass es ein Monster braucht, um ein Monster zu jagen. Er greift auf die Hilfe eines alten Bekannten zurück, der hinter den Mauern des Irrenhauses von Charenton sein Leben fristet. Doch damit führt Marais den Alptraum erst zu seiner wahren Größe... Meine Meinung: Der Polizeipräfekt Louis Marais wird nach paris gerufen um in einer Mordserie zu ermitteln. Junge Frauen werden grausam ermordet, immer kurz nachdem sie ein Kind zur Welt gebracht haben. Der Polizeiminister Joseph Fouché geht deshalb von einem Serientäter aus. Marais macht sich Gedanken, was aus den Neugeborenen geworden ist, sind sie ebenfalls ermordet worden? Louis Marais holt sich Hilfe bei seinen Ermittlungen von keinem Geringeren als dem umstrittenen Marquis de Sade. Der weilt in einer Irrenanstalt, weil seine Romane vulgär und kirchenfeindlich sind. Aber er könnte eine Hilfe für Marais sein, da er sich in den Abgründen der Menschen in Paris auskennt. Die zwei könnten nicht unterschiedlicher sein. Die Hauptpersonen Marais und Sade machen diesen Thriller zu einem Genuss. Der Autor versteht es, ein Paris um 1805 zu beschreiben, was sehr authentisch ist. Die Düsternis und die grausamen Morde sind nichts für Zartbesaitete, aber notwendig. Die Spannung zieht sich durch das gesamte Buch. Toller Schreibstil, weil der Autor zwar ins Detail geht, aber trotzdem nicht zu weit abschweift.  Die Kommentare von Sade brachten mich manches Mal zum Schmunzeln.  Cover: Das Cover ist düster und blutig und passt hervorragend zur Geschichte. Fazit: Alles in allem eine packende Geschichte, die ich wärmstens weiterempfehlen kann.

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  • Fest der Finsternis...

    Fest der Finsternis
    clary999

    clary999

    „Der Mensch ist ein schönes, böses Tier.“ Donatien-Alphonse-Francois, Marquis de Sade (Zitat aus dem Buch) Zum Inhalt: Paris, Herbst 1805. Louis Marais, amtierender Polizeipräfekt von Brest, wird überraschend von dem intriganten Polizeiminister Joseph Fouché nach Paris zurückbeordert. Dort soll er eine grausame Mordserie aufklären. Bei den Ermittlungen stößt Marais auf mysteriöse Vorkommnisse. Mit dem berüchtigten Libertin und Skandalautor Marquis de Sade geht er auf die Jagd nach einem Monster…   „…Gewöhnlicher Mord ist niederschmetternd genug. Aber das da ist ein Affront wider die Vernunft.“ Zitat aus dem Buch, Seite 97 Meine Meinung: Der Schreibstil von Ulf Torreck ist wieder flüssig und der Handlungszeit angepasst. Den historischen Hintergrund bringt der Autor anschaulich und vielseitig zur Geltung. Es beginnt bedrückend. Die Pest wütet in Brest, auch Marais Familie wird nicht verschont. Die Spannung ist anfangs noch relativ niedrig. Man lernt Marais und Marquis de Sade zunächst getrennt näher kennen. Marais und de Sade! Zwei Charaktere, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Inspector Marais, 40 Jahre alt, ist ernst und bei der Suche nach einem Mörder sehr hartnäckig. Er lässt sich von niemandem aufhalten, auch nicht, wenn es ein Polizeiminister ist. Marquis de Sade, 63 Jahre alt, ist geradeheraus und mitunter vulgär. Seine sarkastischen Kommentare waren für mich sehr unterhaltsam. Er besitzt außerdem einen schwarzen Humor, damit verschreckt er etliche. Durch seine kirchenfeindlichen und pornografischen Romane kam er in eine Irrenanstalt… So unterschiedlich die beiden auch vom Charakter und von ihren weltlichen und kirchlichen Anschauungen sind, trotzdem oder vielleicht sogar deshalb, regen sie sich gegenseitig zum Nachdenken an. „Es braucht ein Ungeheuer, um ein Scheusal zu fangen, das haben Sie selbst gesagt. Also beschweren Sie sich jetzt gefälligst nicht darüber, wenn andere versuchen, wie ein Ungeheuer zu denken.“ De Sade machte „Pfft“…“ Zitat aus dem Buch, Seite 487 Erwähnenswert finde ich auch die Herrin der Nacht und deren Tochter. Durch die beiden Frauen bekommt man einen sehr guten Einblick zu Bordellen und Huren im 19. Jahrhundert. Es gab noch viele weitere Personen, die überzeugend und vielseitig rüber gebracht wurden. „…Die Menschen sind nicht so, wie wir sie gern hätten. Frei zu sein, bedeutet ja auch, sich bewusst zu werden, dass man allein ist und es letztlich immer bleiben wird.“ Zitat aus dem Buch, Seite 471 Die erste Tote wird nach zwei Wochen gefunden. Allerdings findet Marais schon bald heraus, dass bereits vorher etliche junge Frauen ermordet wurden. Jede von ihnen hat kurz vor ihrem gewaltsamen bestialischen Tod ein Kind geboren. Wo sind die Neugeborenen? Wurden sie auch getötet oder vielleicht versteckt? Wer könnte der Mörder sein?... Marais zieht Marquis de Sade hinzu. Seiner Auffassung, die von de Sade bestätigt wird, kann man ein Ungeheuer nur mit einem Ungeheuer aufspüren. Die Spannung steigt beständig an. Auch Gruselmomente kommen häufig vor. Es wird blutig und brutal. Kurz vorm Ende grenzen die Ereignisse, nach meinem Empfinden, schon fast an Horror. Von daher sind also starke Nerven empfehlenswert. Hin und wieder gab es für mich allerdings ein paar Längen, weil der Autor ein bisschen zu ausführlich in den durchaus sehr interessanten Beschreibungen, wurde. Politische Intrigen sorgen für zusätzliche Probleme. Welche Erkenntnisse sind von Belang und welche nur eine Finte? Mit amüsanten Begebenheiten an den richtigen Stellen wird die größtenteils düstere Stimmung zwischendurch aufgelockert. Der Autor versteht es den Leser zum Rätseln zu animieren. Umso mehr ich erfuhr, umso mehr war ich schockiert. Die Aufklärung hat mich trotz der vielen Infos überrascht und entsetzt! Marais und de Sade sind wahre historische Personen, die sich zur damaligen Zeit ein paar Mal begegnet sind. Die Geschichte ist allerdings frei erfunden. Die bekannten Tatsachen wurden überzeugend ausgeschmückt. Ein spannender, finsterer und gruseliger Kriminalfall aus dem 19. Jahrhundert mit interessanten Personen und einem beeindruckenden historischen Hintergrund! Lesenswert! 4+ Sterne

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    • 10
  • Auf Mörderjagd mit dem Marquis de Sade

    Fest der Finsternis
    Nirena

    Nirena

    28. February 2017 um 09:47

    Bereits nach wenigen Seiten merkt man, dass "Fest der Finsternis" das Potential zu etwas Großem hat. Denn schon nach kurzer Zeit entsteht eine Atmosphäre der Beklemmung und des Dunklen. Spätestens wenn Marquis de Sade auf der Bildfläche erscheint, ist klar, dass dies kein gewöhnlicher Thriller ist. Der Lesefluss ist von Anfang an sehr gut, was bei einem Buch von über 600 Seiten sicher nicht ganz nebensächlich ist. Denn gerade bei einer derart ausgiebigen Handlung, ist es oft nicht leicht, das Interesse des Lesers durchgängig wach zu halten. In den Informationen zum Autor steht, dass er für "Fest der Finsternis" über mehrere Jahre recherchiert hat. Und dies kommt eindeutig dem Leser zugute. Wir befinden uns in Paris zu Zeiten Napoleons. Entsprechend darf man erwarten, dass das Ambiente, die Gepflogenheiten und Sitten der damaligen Zeit entsprechen. Und das tun sie eindeutig - nicht einen Moment zweifelt man daran, sich im 19. Jahrhundert zu befinden. Dies bezieht sich nicht nur auf Kleidung, Umgangsformen, etc, sondern ebenso auf Politik und Polizeiarbeit. Da, neben Monsieur de Sade, eine ganze Reihe weiterer historischer Personen ihren Auftritt in "Fest der Finsternis" haben, dürfte es eine Menge Arbeit bedeutet haben, die historisch verbürgten Informationen zu diesen in den jeweiligen Charakter und zu integrieren und all dies der Fiktion einzuverleiben. Auch der eigentlich Kriminalfall, um den es hier geht, ist nicht 08/15 und der Leser wird mit Marais und de Sade diversen Wegen folgen müssen, um die Lösung zu finden. Die Übergänge zwischen Krimi und Thriller sind grau und fließend, dennoch hätte ich die Genrebezeichnung "Historischer Krimi" bevorzugt, da bei einem Thriller doch eine offener zutage tretende Spannung erwartet wird. Dies soll nicht bedeuten, dass "Fest der Finsternis" nicht spannend sei - ganz im Gegenteil, allerdings ist dies mehr eine dauerhaft vorhandene atmosphärische Spannung, die über allem liegt und nicht die typische Thrillerspannung. Um an "Fest der Finsternis" Gefallen zu finden, sollte man auf jeden Fall gern historische Handlungen lesen und keine Furcht vor den dunklen Seiten des Menschen haben - dann kann es dem Leser aber wie mir ergehen, die ich schon jetzt sagen kann, dass Ulf Torreck mit "Fest der Finsternis" ganz klar eines meiner Lesehighlights 2017 geschrieben hat.

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  • schreckliche Morde im düsteren Paris des Jahres 1805

    Fest der Finsternis
    annlu

    annlu

    25. February 2017 um 23:26

    Bitterkeit und Zorn stiegen in ihm auf. Ihm war klar, dass der Gott der Gnade und Liebe auch eine rachsüchtige, sogar höhnische Seite hatte. Und er hatte das immer als notwendig empfunden. Dennoch begriff er seinen Gott in dieser Nach nicht. „Käfer, das sind wir für Dich. Nur Käfer, gefangen im Schaukasten Deiner Welt...“ Und irgendwo in einem der Häuser der Stadt lag vielleicht ein Ungeheuer wach, um seinen nächsten Beutezug zu planen. Paris 1805 – Der Polizist Marais wurde für fünf Jahre auf einen Posten in der Provinz abgeschoben, als er unerwartet wieder in die Hauptstadt zurückgerufen wird. Erst scheint nichts seine besonderen Ermittlungsfähigkeiten zu beanspruchen, doch dann tauchen immer mehr Leichen auf. Er muss sogar auf seinen alten Bekannten Marquis de Sade zurückgreifen, um dem Mörder auf die Spur zu kommen. Da ich bereits die Vorgeschichte kannte, war ich hier von der finsteren Atmosphäre nicht wirklich überrascht. Paris selbst entspricht in keinster Weise der Stadt der Liebe, und Kunst, an die wir heute vielleicht denken. Geprägt von viel Armut und Unterdrückung kommen auch die Herrschaften nicht um die dreckigen Straßen, die Menschenmassen und den Gestank der verschmutzen Seine herum. Passend zur hoffnungslosen Stimmung werden die Leichenfunde schonungslos beschrieben, wirken dadurch grausam und ekelhaft, genau wie der Rest der Stadt. Zwar nicht wirklich ansprechend aber doch mit einem bestimmten düsteren Flair versehen, hat mir auch dieser dunkle Aspekt der Geschichte gefallen. Überrascht war ich allerdings von Marais, der mir hier so anders erschien, als in der Vorgeschichte. Rücksichtsloser, emotionsloser und selbst mitunter grausam schien er hier verbittert und nur auf die Lösung des Falls konzentriert. Da die Geschichte aber damit beginnt, wie er seine Familie verliert, ließen sich durch dieses Ereignis manche seiner Handlungen nachvollziehen - wenn ich sie auch nicht gutheißen konnte und in Marais selten einen sympathischen Hauptcharakter fand. Dafür konnte ich meine Sympathien dem Marquis de Sade zusprechen, der hier zwar nicht in seiner Bestform auftritt – schließlich ist er mittlerweile bereits über sechzig, eigentlich in einer Irrenanstalt eingewiesen und weit weg von den Eskapaden seiner jüngeren Jahre – trotzdem hat er nichts von seiner Intelligenz eingebüßt. Der Marquis und Marais laufen zu Höchstformen auf, als ihre Erzählstränge sich zusammenschließen und sie – beide Opfer der Intrigen rund um den Polizeiminister – sich zusammen den Ermittlungen widmen. Spätestens ab diesem Punkt hatte mich das Buch gefangen. Neben dem oben beschriebenen Paris waren es besonders ihre Einwohner, die mich hier faszinierten. Seien es die Armen, unter denen Todesfälle etwas Alltägliches darstellen, die sich aber als Mob stark fühlen und die seit der Revolution gelernt haben, dass sie auch zurückschlagen können. Als auch die Reichen und Adligen, die hier ihre Macht zeigen, mit einem einzelnen Befehl über das Schicksal von Menschen zu entscheiden. Die Geschichte führt nicht nur zu ihnen, sondern auch zu den Nachtschwärmern von Paris, in die Bordelle, auf Bälle, ins Waisenhaus, zu den Zigeunern und ehemaligen Sklaven. Immer wieder ist von geheimen Bünden und Satanisten die Rede, sodass der gläubige Marais und der blasphemische de Sade nicht umhinkommen immer wieder über Gott und die katholische Religion zu philosophieren. Fazit: Der Titel ist wirklich passend gewählt – an finsteren Szenen mangelt es hier nicht. Dadurch, dass der Thriller in die historische Umgebung gesetzt wurde, die alleine schon für manche Gänsehaut sorgen kann, wirkte er umso düsterer. Bei manchen Beschreibungen hatte ich das Gefühl, die unangenehmen Gerüche direkt in der Nase zu haben. Marais und der Marquis entpuppten sich als Charaktere mit einigen Ecken und Kanten, die sich aber wie Jagdhunde auf die Spuren warfen und sich in ihren Schlussfolgerungen gegenseitig übertrafen. Ein packender historischer Thriller!

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    • 3
  • „Fest der Finsternis“ von Ulf Torreck

    Fest der Finsternis
    nancyhett

    nancyhett

    25. February 2017 um 09:10

    Der 2. Fall für Louis Marais vom deutschen Autor Ulf Torreck, erschienen im Februar 2017 im Heyne Verlag. Klappentext: Paris im September 1805. Der intrigante Polizeiminister Joseph Fouché regiert die Stadt mit eiserner Hand. Doch die Bewohner der Weltmetropole sind ergriffen von Angst. In finsteren Gassen werden die Leichen blutjunger Mädchen gefunden, die Brutalität der Morde ist beispiellos. Der für seinen Jagdinstinkt berühmte Polizist Louis Marais arbeitet wie besessen an dem Fall. Marais weiß, dass es ein Monster braucht, um ein Monster zu jagen. Er greift auf die Hilfe eines alten Bekannten zurück, der hinter den Mauern des Irrenhauses von Charenton sein Leben fristet. Doch damit führt Marais den Alptraum erst zu seiner wahren Größe … Meine Meinung:Ich war ja schon von „Vor der Finsternis“ absolut begeistert, aber ich muss ehrlich sagen, der zweite Band hat mir sogar noch besser gefallen. Der Schreibstil vom Autor war sehr flüssig und angenehm zu lesen, schon nach kurzer Zeit, war ich wieder mehr als gefesselt und habe in jeder freien Minute weitergelesen. Die Protagonisten waren authentisch, sympathisch, vielschichtig und wirklich gut ausgearbeitet. Auch die Handlung empfand ich als spannend und mitreißend, sodass ich vollkommen in den Bann der Geschichte gezogen wurde. Ein packender historischer Thriller, den ich nur weiterempfehlen kann. Mein Fazit: Sehr Lesenswert!

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  • Ein ungleiches Duo ermittelt

    Fest der Finsternis
    Havers

    Havers

    21. February 2017 um 19:16

    In der französischen Metropole regiert die Angst. Zum einen fallen immer mehr Menschen dem „Schwarzen Tod“ zum Opfer, zum anderen treibt offenbar ein Serienmörder, der es auf junge Frauen abgesehen hat, sein Unwesen. Die Mordopfer haben eine Gemeinsamkeit: sie haben alle kurz zuvor entbunden, und von ihren Neugeborenen fehlt jede Spur.  Die Polizei ist ratlos, und so bleibt dem korrupten Polizeiminister Fouché nichts anderes übrig, als Louis Marais zurück nach Paris zu holen. Ehemals sein bester Mann, aber in der Zwischenzeit in Ungnade gefallen und strafversetzt. Diesem kommt der Ruf zurück gerade recht, hilft ihm die Arbeit doch, den Verlust von Frau und Kind durch die Pest leichter zu ertragen. Aber auch Marais ist bald mit seinem Latein am Ende, alle Spuren verlaufen im moralischen Sumpf der Millionenstadt. Bis auf eine, aber um diese deuten zu können, bedarf es der Hilfe eines prominenten Insassen der Nervenheilanstalt von Charenton. Und so macht sich Marais auf, um den Marquis de Sade mit ins Boot zu holen. Das ungleiche Duo Marais und de Sade, der gläubige Halb-Gitan und der atheistische Adlige – aus dem Gegensatz dieser beiden unterschiedlichen Persönlichkeiten speisen sich die spannenden Ermittlungen, die sie nicht nur in die Elendsviertel der Metropole sondern auch in höchste politische Kreise führen. Die wahre  Hauptfigur ist aber das postrevolutionäre Paris, diese düstere Kloake, die der Autor bildhaft und schonungslos beschreibt. Mit „Fest der Finsternis“ ist Ulf Torreck ein üppiger historischer Roman -  eher ein Thriller, da man die blutigen Details nicht außer Acht lassen kann - mit einem wohlkonstruierten Spannungsbogen gelungen, der höchst stimmungsvoll diese besondere Atmosphäre in der französischen Hauptstadt zu Beginn des 19. Jahrhunderts kreiert. Die Rücksichtslosigkeit der Herrschenden, ihre Intrigen und Machtspielchen, die Prunksucht und Dekadenz des Adels, das Elend und die Verzweiflung der Armen und Ärmsten in den Randbezirken. Die ideale Lektüre für ein langes Wochenende. Lesen!

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  • Spur der Schmetterlinge

    Fest der Finsternis
    walli007

    walli007

    17. February 2017 um 18:32

    In Brest, wohin Louis Marais strafversetzt wurde, wütet im Jahr 1805 die Pest. Obwohl er seine Frau in sein Haus auf dem Land gebracht hat, fallen sie der Seuche zu Opfer. Bevor ihn die Verzweiflung übermannen kann, wird Marais nach Paris zurückberufen. Dort wurde die verstümmelte Leiche eines jungen Mädchens gefunden, die offensichtlich kurz vor ihrem Tod ein Kind geboren hat. Eifrig trommelt Marais sein altes Team zusammen. Er befürchtet, es könnten weitere Morde geschehen. Gleichzeitig erhält der Marquis de Sade von seinem im Sterben liegenden ehemaligen Gönner eine seltsame Liste. Nicht lange dauert es bis die beiden ungleichen Sucher nach der Wahrheit wieder aufeinander treffen. Nachdem der Polizist Marais bei der Lösung des Falles des Mörders Lasalle schon auf die etwas widerwillige Hilfe des Marquis zurückgreifen konnte, werden die beiden hier wieder zusammen geführt. Der Fall erscheint zunächst äußerst rätselhaft. Wer könnte schließlich ein Interesse am Tod eines jungen Mädchens haben, gerade wenn es sich bei dieser auch noch um eine Mutter handelt. Und was geschah mit dem Kind, von dem keine Spur gefunden wurde. Sollten die angesehenen Bürger der Stadt Paris, die es auf die ominöse Liste geschafft haben, eine Art Geheimbund bilden. Es dauert jedenfalls nicht lange bis auch das politische Paris beginnt, sich in die Ermittlungen einzumischen. Dieses unheimliches Geschehen bedrückt den Polizisten Marais. Tief betrübt über den Verlust seiner Familie sieht er in der Lösung dieses Falles eine Art Erlösung. Konzentriert wandert er durch die Gassen der Stadt, manchmal abgelenkt, manchmal unterstützt durch den Marquis.  Gekonnt wird das Leben im Paris des napoleonischen Zeitalters eingefangen. Sowohl das Leben der einfachen Leute als auch das der gehobenen Schichten wird auf eine Art dargestellt, dass man glauben kann, es könnte sich so abgespielt haben. Die Unterschiedlichkeit der Einstellung und des Hintergrundes von Marais und de Sade und deren Zusammenarbeit, bei der Marais mutig vorweg schreitet und de Sade eher wiederwillig murrend aber doch kluge Schlüsse ziehend folgt, bilden den Mittelpunkt dieses historischen Krimis. Zur Lösung ihres gemeinsamen Falles kombinieren sie ihre Fähigkeiten und schaffen einen packenden Einblick in einen kniffligen Fall, bei dem es wahrhaft um Alles zu gehen scheint. Manche Schilderungen wirken fast wie aus einem Buch de Sades entsprungen. Da möchte man sich das Geschehen lieber nicht allzu bildhaft vorstellen. Dennoch bilden Marais und de Sade ein beinahe geniales Gespann, das mit einem unterschwelligen Humor unterhält und einen verzwickten Fall löst.

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  • Spannend, grausam, blutig

    Fest der Finsternis
    Bookilicious

    Bookilicious

    15. February 2017 um 20:26

    *Inhalt* "Paris im September 1805. Der intrigante Polizeiminister Joseph Fouché regiert die Stadt mit eiserner Hand. Doch die Bewohner der Weltmetropole sind ergriffen von Angst. In finsteren Gassen werden die Leichen blutjunger Mädchen gefunden, die Brutalität der Morde ist beispiellos. Der für seinen Jagdinstinkt berühmte Polizist Louis Marais arbeitet wie besessen an dem Fall. Marais weiß, dass es ein Monster braucht, um ein Monster zu jagen. Er greift auf die Hilfe eines alten Bekannten zurück, der hinter den Mauern des Irrenhauses von Charenton sein Leben fristet. Doch damit führt Marais den Alptraum erst zu seiner wahren Größe …" (Quelle: Amazon)    *Infos zum Buch* Seitenzahl:  672 Seiten Verlag:  Heyne Verlag ISBN: 978-3453677135 Preis: 14,99 €  (Taschenbuch) / 11,99€ (E-Book) *Infos zum Autor* " Ulf Torreck, geboren 1972 in Leipzig, arbeitete bereits früh als Rausschmeißer und Barmann, später als Journalist und Filmkritiker. Nach längeren Aufenthalten in Südostasien, Frankreich, Irland und Großbritannien begann er, Novellen und Romane zu schreiben. Für seinen historischen Thriller »Das Fest der Finsternis« recherchierte Torreck mehrere Jahre lang und befasste sich intensiv mit den dunklen Seiten des Menschen." (Quelle: Amazon) *Erster Satz des Buches* "Im August 1805 herrschte die Pest bereits den dritten Monat über Brest." *Fazit* "Fest der Finsternis" ist ein Roman des Autors Ulf Torreck. Außerdem exisitert eine Vorgeschichte  "Vor der Finsternis" als Ebook. -> Wieso wollte ich dieses Buch lesen? Ab und an lese ich ganz gerne mal einen historischen Roman in dem es schaurig zugeht (Pest, Hexenverbrennung, etc.) und Thriller liebe ich auch - je blutiger und grausamer, umso besser. Also freute ich mich über diese Kombination natürlich ganz besonders und beschloss, dieses Buch unbedingt lesen zu müssen.  -> Cover: Das Cover macht schon Lust auf den Inhalt: es ist düster und schaurig gehalten, eine rote Kirche, vor schwarzem Grund, weiße Schrift in Großbuchstaben... eine hervorragende Wahl!   -> Story: Wir befinden uns in Paris, im Jahre 1805, an der Seite des Polizisten Louis Marais, der zurück in die Stadt beordert wurde, um dort einen brutalen Killer zu schnappen. Immer wieder werden grausam zugerichtete Leichen gefunden, doch vom Täter weit und breit keine Spur. Als Marais nicht mehr weiter weiß, sucht er sich die Hilfe eines anderen "Monsters": dem Marquis de Sade höchstselbst. Doch auch mit ihm stellt sich das Ganze als nicht so leicht heraus und gemeinsam erleben sie noch einiges... Die Story ist düster, grausam und blutig, genau das, was man von einem guten Thriller erwartet, in dieser Hinsicht wird der blutgierige Leser also in keinem Fall enttäuscht. Was mich persönlich etwas gestört hat, ist die Tatsache, dass der Roman sehr lange gebraucht hat, bis er wirklich in Fahrt gekommen ist... auch wenn das Leben in Paris zu dieser Zeit durchaus sehr interessant beschrieben wird und man es sich, mit allen Sinnen, problemlos vorstellen kann. Dennoch wartet man die ganze Zeit darauf, dass etwas passiert, werden aber einige Zeit lang enttäuscht. Der erste Mord ist jedoch schon ganz ordentlich und ich würde fast behaupten, "nichts für zarte Gemüter". Trotzdem lesen sich über 600 Seiten mal eben nicht auf die schnelle und so verweilt man einige Zeit im Paris des noch ganz frischen 19. Jahrhunderts.  -> Schreibstil: Der Schreibstil ist ein wenig an die Zeit damals angepasst, jedoch so, dass es sich recht flüssig lesen und gut verstehen lässt. Geschrieben wird das Buch aus der Erzählerperspektive.  -> Charaktere: Um ehrlich zu sein, fand ich die Charaktere zwar sehr interessant, aber nicht wirklich sympathisch. Nehmen wir uns doch einmal Louis Marais heran: er ist arrogant und überheblich, nimmt sich deutlich zuviel heraus und mit seinen Methoden konnte ich mich schonmal überhaupt gar nicht anfreunden. Dennoch hat er einen extrem scharfen Verstand und in Kombination mit dem Marquis de Sade empfand ich ihn als noch interessanter. Letzterer war jedoch noch mehr Mittelpunkt meines Interesses, immerhin begegnet man nicht immer einem Psychopathen, der sich schon zu Beginn so offensichtlich zu erkennen gibt. Auch dieser war mir zwar nicht besonders sympathisch, weckte aber dennoch so stark mein Interesse, dass ich ihn sogar googelte.. und ich kann nur sagen: macht das mal, ist sehr spannend! -> Gesamt: Insgesamt bekommt ihr mit "Fest der Finsternis" einen spannenden, blutigen und grausamen historischen Thriller, für den man sich zwar etwas Zeit nehmen muss, aber es sich durchaus lohnt. Die Grausamkeiten und die Abgründe der menschlichen Seele faszinieren immer wieder aufs neue und lassen uns gespannt der Lösung entgegenfiebern. Einzig die Längen am Anfang störten mich ziemlich, daher einen Stern Abzug.  Wertung: 4 von 5 Sterne!

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  • Düsterer, historischer Thriller

    Fest der Finsternis
    SillyT

    SillyT

    13. February 2017 um 15:33

    Wir schreiben das Jahr 1805, die Pest wütet durch Frankreich und auch die Familie des Polizeichefs Louis Marais, die er absichtlich nicht mit in die Stadt Brest genommen hatte, um dies zu verhindern, verstirbt. Da kommt das Schreiben des Kommandanten der Polizei Paris, Fouché, wie gerufen. In Paris geschah ein grausamer Mord, eine junge Frau wurde kurz nach der Geburt ihres Kindes grausam getötet und verstümmelt und ihre Leiche in der Seine entsorgt. Diese Morde scheinen schon seit geraumer Zeit vorzugehen, denn bei dem ehemaligen Gerichtsmediziner findet man 12 Zeichnungen von ebenfalls grausam ermodeter Frauen. Marais beginnt zu ermitteln und dabei greift er auf die Hilfe eines sehr bekannten Marquis zurück, der zur Zeit in der Anstalt Charenton lebt. Doch wohin die Ermittlungen die Beiden führt, daran hätte Marais niemals gedacht. Meine Meinung:  Das Buch kommt mit einer sehr düsteren Optik daher und macht gleich neugierig auf seinen Inhalt, denn ein historischer Thriller verspricht interessante Unterhaltung. So war es auch bei Fest der Finsternis, denn es überzeugt gleich mit einer sehr gelungenen Darstellung der Zeit. Der Schreibstil des Autors wird dabei sehr gut der damaligen Zeit angepasst und ich fühlte mich regelrecht nach Frankreich zu Beginn der Morderne versetzt. Der Thriller baut auf eine sehr gute Recherche auf und ich konnte mir ein gutes Bild machen, wie Paris in diesen Zeiten wirklich aussah und von Romantik ist da keine Spur. Dabei kommt allerdings der Thriller zunächst nur langsam in Fahrt. Zunächst einmal erhielt ich eine klare Vorstellung der beiden Hauptakteure Louis Marais, der Polizist und kein geringerer als der Marquis de Sade, der zu diesen Zeiten eine eher fragliche Berühmtheit war und bis heute als wohl einer der bekanntesten Perversen (Quelle: Stern) gilt. Dieses Zusammensetzung ließ mich schon ein wenig, sagen wir schmunzeln, denn die beiden Herren sind natürlich sehr gegensätzlich. Nachdem dann auch der erste Mord geschieht, nimmt auch die Spannung immer mehr Tempo auf und man begibt sich mit Marais und de Sade auf eine äußerst spannende Jagd nach dem Mörder. Die Morde an für sich sind sehr grausam und auch bildlich beschrieben, so dass ich das Geschehen gut vor Augen hatte. Zimperlich sollte man hier als Leser nicht sein. Erzählt wird der Thriller durch einen personellen Erzähler in der dritten Person, der uns hauptsächlich aus der Perspektive Marais' an den Entwicklungen des Falles teilhaben läßt. Hier und da erlebte ich aber auch das Ganze mit den Augen de Sades und das bot dem Ganzen gute Abwechslung. Das Setting ist hier sehr gut beschrieben und mein Eindruck der Zeit wurde sehr lebhaft in der Vorstellung. Dabei wurde mir nur allzu deutlich, wie schmutzig und düster alles damals aussah. Somit wurden Setting und Atmosphäre aber auch sehr lebendig und vorstellbar und es gelingt dem Autor perfekt, diese düstere Zeit darzustellen. Auch hier kann ich nur sagen: sehr gut recherchiert. Die Charaktere des Thrillers sind durchweg sehr interessante Persönlichkeiten. Sehr gelungen ist hier die Einbindung eines Mannes wie den Marquis de Sade, bei dem ich gleich googeln musste, ob der Autor wirklich "diesen" Sade meinte und ja, den meinte er. De Sade wird hier sehr lebendig und ich konnte ihn direkt vor mir sehen in all seiner wunderlichen Art, sympathisch, nein, das ist er nicht, aber mehr als interessant. Doch die Figur konnte mich durchaus überzeugen, genau so wie mich auch die Figur des Protagonisten Marais überzeugen konnte. Auch diesen Mann soll es in der Tat damals gegeben haben und ich mochte einfach seine Art, wie er ermittelt und das er schon damals eine unkonventionelle Art hatte und vor nichts und niemanden wirklich halt machte. Eine sehr interessante Figur, mit vielen Ecken und Kanten und auch wenn er mir nicht unbedingt ans Herz gewachsen ist, so konnte er mich doch in seinem Handeln überzeugen. Auch sonst fand ich die Charaktere der Zeit gelungen und äußerst glaubhaft dargestellt. Mein Fazit: Ein düsterer, aber auch dadurch sehr atmosphärisch wirkender Thriller, der die damalige Zeit so darstellt, wie es auch war, schmutzig, korrupt und rücksichtslos. Guter, fesselnder Schreibstil und glaubhaft ausgearbeitete Charaktere geben der Zeit ein passendes Bild. Ich fühlte mich auf jeden Fall in das Paris vergangener Tage versetzt und hatte das ein oder andere Mal durchaus eine Gänsehaut, wenn alles vor meinen Augen lebendig wurde. Ein interessanter Thriller, der sehr gut recherchiert wurde und dadurch ebenfalls sehr glaubhaft wirkt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

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