Uli Otto Auf den Spuren der Söhne der Grossen Bärin

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Inhaltsangabe zu „Auf den Spuren der Söhne der Grossen Bärin“ von Uli Otto

Sehr gute Beschreibung des belletristischen "indianischen" Werkes der Liselotte Welskopf-Henrich

— karatekadd

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    Auf den Spuren der Söhne der Grossen Bärin

    karatekadd

    19. June 2015 um 20:05

    Vor einigen Jahren dachte ich noch, dass Liselotte Welskopf-Henrich in der alten Bundesrepublik Deutschland weniger bekannt war, auch wenn zum Beispiel die dreibändige Ausgabe der Söhne der Großen Bärin extra wegen des Drucks im Westen Deutschlands in sechs Bände geteilt wurde. Am 27.06.2009 schrieb unter buchgesichter.de: „Begeistert von dem Roman der Liselotte Welskopf-Henrich wird der historische und kulturgeschichtliche Hintergrund der Jugendbücher von Dr. Uli Otto und seinem Sohn untersucht. Dabei hat mir durchaus auch gefallen, dass der Autor diese Geschichten von Karl May Romanen abgrenzt, was nicht heißt, dass diese abgewertet werden. Eine kurze und knappe Inhaltsangabe zu den nunmehr sechs Büchern und den handelnden Personen gibt es auch.“ * * * Der Regensburger Kulturwissenschaftler Dr. Uli Otto schreibt im Vorwort des Buches, dass nach dem Untergang der DDR „zu befürchten [steht], daß mit ihm auch Liselotte Welskopf-Henrich und ihr Werk in den Strudel der Vergessenheit gerät, obgleich ihre gut und spannend geschriebenen, sehr interessanten Werke gerade unter ethnologischen, anthropologischen und historischen Gesichtspunkten auch heute noch durchaus lesenswert sind, zumal es sich gerade auch bei ihren Indianerromanen um Bücher von hoher ‚historischer Authentizität‘ handelt, welche Teilaspekte der Geschichte und Kulturhistorie der nordamerikanischen Plainsindianer in der Zeit von 1860 bis 1880 sowie ihren Untergang treffend und packend schildern.“[i] Auf irgendeine Weise trug Uli Otto mit diesem Buch dazu bei, dass ich wieder mit dem „Studium der Werke begann. „Das Verhältnis der Deutschen zu den Prärieindianern“ beschäftigt den Autoren, natürlich ist Karl May aus der Indianerliteratur nicht weg zu denken, der dieses Verhältnis durchaus prägte. Interessant dabei ist, dass Otto hier auf die einwandernden Deutschen und auf bedeutende Personen wie den Gründer von Germantown, Pastorius, und die Generale Friedrich Wilhelm von Steuben und Carl Schurz eingeht. Und wenn sogar Lieutenant Colonel George Armstrong Custer hessische Vorfahren hat, wen wundert das dann.[ii] Sodann wendet er sich Liselotte Welskopf Henrich zu, zu der ich aber schon viel geschrieben habe. Es geht Dr. Otto hauptsächlich um das erste belletristische Werk, DIE SÖHNE DER GROSSEN BÄRIN, auf die ich hier bereits umfassend eingegangen bin. Die Ausführungen bewogen mich, im Antiquariat nach der einbändigen Erstausgabe zu suchen. Die Folgebände, die Pentalogie DAS BLUT DES ADLERS wird nur erwähnt. Schon der Vollständigkeit wegen werden Kinderbücher und andere Romane ebenfalls erwähnt, wie auch ihr wissenschaftliches Hauptwerk, in dem sie sich mit der Hellenischen Poleis beschäftigte. Sehr intensiv beschäftig sich Otto mit der Geschichte, den Figuren und auch der Verfilmung. Die Ausführungen werden auch durch Illustrationen ergänzt, zum Beispiel Bilder von Bodmer, der unter vielem anderen auch Indianer gemalt hat. Näher geht Otto auch auf die historischen Häuptlinge ein, die er, was sonst selten ist, bei ihren indianischen Namen nennt: Tatanka Yotanka, Tashunka-witko und Machipiya-luta (Rote Wolke). Sicherlich kann man viele Bücher lesen, die von der nordamerikanischen Prärie, ihrer Flora und Fauna und den danach genannten Plains- oder Prärieindianern lesen, hier aber wird genau die Gegend, die Umwelt beschrieben, in der die Geschichte spielt. Die Geschichte der Stämme der „Sieben Ratsfeuer“ (Dakota), ihr Lebensweise, ihre Waffen, werden eingehend beschrieben, auch der Ursprung des bekannten Tomahawks, dem Kriegsbeil, das ursprünglich eine elastische Keule war wird näher beleuchtet. Die Behausung, das Tipi wird betrachtet, die Religion und manches mehr. Mit den letzten Kämpfen (Little Bighorn) und dem Massaker am Wounded Knee in der Pine Ridge Agency endet das informative Buch. * * * Kurz nach der Lektüre hatte ich damals kurzen Mail-Kontakt mit Dr. Otto, in dem es zum Beispiel um die Herkunft eines Negerjungen namens Tschapa Kraushaar ging, der vermeintliche Widerspruch konnte dadurch ausgeräumt werden, dass die Erstausgabe und die Folgebände diese unterschiedlich erzählen. So macht Recherche doch Spaß. Zum Glück behielt Uli Otto aber nicht Recht, mit der Befürchtung, dass die belletristischen Werke Welskopf-Henrichs untergehen könnten: Der Eulenspiegel Kinderbuchverlag druckte mehrfach die schs Bände der „Bärensöhne“ und der Palisander Verlag Chemnitz nahm sich dem „Adlerblut“ an und verkündete auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse die Veröffentlichung des gesamten belletristischen Werkes im eBook-Format. * * * Uli Otto, der als freiberuflicher Dozent im Bereich Volkskunde und Kulturwissenschaften an verschiedenen bayerischen Universitäten lehrt, hat sich der Liedforschung und Erzählforschung verschrieben. Musiker ist er daher auch. Auf der Webseite gibt es eine Rubrik „Auf den Spuren von…“ Neben den „Bärensöhnen“ hat er sich unter diesem Titel auch mit einem der meistgelesenen Jugendbuchautoren der 50ziger und 60ziger Jahre, Herbert Kranz beschäftigt, der die 10bändige Reihe „Ubique Terrarum“ geschrieben hat. Sehr schon auch die zweibändige Ausgabe „Auf den Spuren des fliegenden Klassenzimmers“ (Erich Kästner). Ich merke gerade: Es wird Zeit, sich dem Werk des Regensburger Kulturwissenschaftlers näher zu widmen. © Karateka [i] Vgl. Otto, Auf den Spuren, 2001, Seite 9 [ii] Ebenda Seite 18ff

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