Uli Wohlers Die Spur der Schweine

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Inhaltsangabe zu „Die Spur der Schweine“ von Uli Wohlers

Von Bornholm als friedlicher Ferieninsel, dem dänischen Capri des Nordens, merkt der Kopenhagener Kommissar Stig Tex Papuga nicht viel. Gleich an seinem ersten Arbeitstag steht er vor einem Güllesee, in dem eine Leiche dümpelt. Frohe Weihnachten! Die Tage sind kurz, die Nächte lang. Papuga braust mit seinem alten Volvo durch Schneestürme und verhört Lehrer, Schweine-Mäster, Althippies. Man hat keine guten Erfahrungen mit Beamten aus der Hauptstadt gemacht. Und sein Vorgesetzter Ole Rasmussen beweist jeden Tag aufs Neue, dass man über den trockenen dänischen Humor eigentlich nicht lachen kann. Papuga bekommt auf seiner Spurensuche in der zerklüfteten Landschaft viel zu sehen, niemals allerdings ein Schwein, obwohl es doch Millionen dieser Tiere auf der Insel gibt. Und der Kommissar kommt immer mehr zur Überzeugung, dass hier, unter dem sternenklaren Himmel, eine Mords-Sauerei im Gange ist.

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  • Zu Ermittlungen hat man auf Bornholm wohl keine Lust ...

    Die Spur der Schweine
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. May 2014 um 09:49

    Nach der Trennung von seiner Frau Mette lässt sich Stig Tex Papuga nach Bornholm versetzen. Er erwartet, da ohnehin Weihnachten ansteht, einen ruhigen Einstand und nach all den privaten Zankerein mehr Ruhe. Statt dessen muss er sich um einen Mord kümmern. Ein Bauer treibt tot in dem Güllesee seiner Schweinezucht und die Obduktiuon ergibt Seltsames. Der Mann ist zwar in Gülle ertrunken, aber er war schon tot, bevor er in den Güllesee fiel. Stig (man duzt sich auf der Insel) versucht sich an Ermittlungen. Das muss man wohl so sagen, denn Ole reist der Frau des Toten nach Frankreich hinterher und will auf diese Weise etwas herausfinden. Auch ansonsten steht Stig recht alleine da. Die einzige Spur, die er halbwegs zu erkennen glaubt, ist seine Tante Andersine. Andersine war früher Bewohnerin der alternativen Hippie-Kommune Christinaia in Kopenhagen und lebt heute freizügig, impulsiv und ohne Rücksicht auf Konventionen fast immer nackt herumlaufend, auf Bornholm. Da man sich auf der Insel kennt, hofft er auf Insiderinformationen aus den Reihen seiner Familie. Mit Andersine und ihren Freunden entwirft Wohlers den Gegenpart zu den Schweinebauern auf Bornholm; Umweltaktivist Jesper bringt den Kontrast auf den Punkt: "25 Millionen Schweine werden jedes Jahr in Dänemark geschlachtet. Dänemark ist der größte Schweineexporteur der Welt. ... Und jetzt will ich dich mal was fragen: Hast du schon mal ein Schwein gesehen? ... Nein!“, schrie Jesper, packte Stig am Oberarm und rüttelte daran. „Nein, nein, nein! Du hast noch nie ein Schwein gesehen! ... Keiner hat je ein Schwein gesehen! Man sieht nämlich nie ein Schwein, weil die, zu Zigtausenden gedrängt, in ihrer Pisse stehen, bis man ihnen eine Valium-Infusion gibt und sie in Lastwagen zum Schlachten und Zerteilen karrt!" Auf Bornholm ist die Schweinezucht ein hochindustrialisiertes Unterfangen geworden, nicht nur verbunden mit wirtschaftlichem Wohlstand für die Bauern (als Stig ein Mal danach fragt, nennt jemand die Landwirte Millionäre). Die Umweltaspekte sind eher verheerend zu nennen und viele Anlagen wurden ohne Baugenehmigungen gebaut oder erweitert. Eine gefährlich übermotivierte Bürgerwehr macht mobil, um die Bauern zu schützen, während hingegen halb Bornholm Mörder sein könnte. Wer in der Nähe eines Hofes wohnt, dessen Haus hat wegen der Gülleseen kaum noch Wert. Welche dramatischen Auswirkungen es haben kann, wenn die Technik der Anlagen muckt, macht das Buch am Beispiel eines Stromausfalls drastisch deutlich. Mit klassischer Landwirtschaft, wie man sie landläufig versteht (oder verstehen will), hat das nichts mehr zu tun. Doch während viele kritische und aufrüttelnde Themen schon bestens über Bücher in die Köpfe der Menschen gebracht wurden, so sehr geht das hier schief. Deshalb gibt es auch keine Empfehlung für dieses Buch. Zu unsympathisch und sperrig ist die Szenerie mit kauzigen Personen überladen, die dafür sorgen, dass man das Buch ebenso lahm durchblättert wie die Kommissare ihre dürren Akten. Das Schlüsselthema wird mit Jesper durch einen spinnerten Idealisten kommuniziert, der kaum ernst zu nehmend ankommt. Stig ist durch die Trennung wenig motiviert, Ole scheint lieber das französische savoir vivre kennen lernen zu wollen und der Kriminaltechniker probiert aus, ob man Stig nicht zu einer Verschiebung der Untersuchungen auf die Zeit nach Weihnachten bewegen kann. Dass Wille zur Aufklärung da sein soll, lässt sich kaum erkennen. Die richtige Spur wird eher zufällig gefunden, weil Ole merkt, dass man "irgendwas machen" muss. Verhöre finden eigentlich keine statt. Ole jedenfalls gräbt mal ein bisschen in Archiven und prüft, ob alte Rachemotive jedweder Art als Motiv herhalten könnten. In diesem Fall können sie das tatsächlich. Wieder spielt ein Lebensmittelskandal eine Rolle, aber während der Skandal selbst als Motiv passabel ist, ist der Rächer auch nur ein Verrückter mehr auf der Insel.

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