Ulla-Lena Lundberg

 4.2 Sterne bei 55 Bewertungen
Autorin von Eis, Sibirien und weiteren Büchern.
Ulla-Lena Lundberg

Lebenslauf von Ulla-Lena Lundberg

Ulla-Lena Lundberg, geboren 1947 auf den Åland-Inseln, zählt zu den bedeutendsten finnlandschwedischen Autoren. Seit ihrem Debüt im Alter von 15 Jahren veröffentlichte sie zahlreiche Romane, Hörspiele und Sachbücher und wurde mit einer Reihe von Preisen geehrt. Die Übersetzungsrechte von Eis wurden in viele Länder verkauft; es ist der erste Roman der Autorin, der auf Deutsch erscheint.

Alle Bücher von Ulla-Lena Lundberg

Ulla-Lena LundbergEis
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Eis
Eis
 (54)
Erschienen am 15.02.2016
Ulla-Lena LundbergSibirien
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Sibirien
Sibirien
 (1)
Erschienen am 05.04.2006
Ulla-Lena LundbergSibirien: Porträt mit Flügeln
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Sibirien: Porträt mit Flügeln
Sibirien: Porträt mit Flügeln
 (0)
Erschienen am 01.03.2003

Neue Rezensionen zu Ulla-Lena Lundberg

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schokoloko29s avatar

Rezension zu "Eis" von Ulla-Lena Lundberg

Eine Familie zieht auf die Örar- Inselns
schokoloko29vor einem Jahr

Eine junge Familie auf dem Festland kommt auf die Örar- Inseln. Der Mann wird der Pfarrer der Inseln und das geistige Oberhaupt. Die Familie werden mit offenen Armen empfangen und die Faszination ist beidseitig. Für die Familie ist es klar: Sie wollen für immer hier bleiben...

Eigene Meinung:
Es wird zuerst das "heile" Leben auf den Örar- Inseln beschrieben. Wie der Ablauf auf den Inseln ist. Die verfeindete Ost- und Westblock und es werden die Menschen beschrieben. Welche Herausforderungen sie bezwingen müssen und welche Probleme bzw. Schatten sie haben. Die Naturbeschreibungen und wie das Leben auf den Örar- Inseln ist, wenn alles gefroren ist, hat mir besonders gut gefallen.

Auch wird das kirchliche Prozedere und der Gesang der Örarern genau erklärt, was ich persönlich nicht schlimm empfand.

Diese Beschaulichkeit und der Frieden des Alltags wird überschattet, als es zu einem Unglück kommt; welches das ganze Leben der Örarern und er Pfarrersfamilie auf den Kopf stellt.

Fazit:
Mir hat das Buch, obwohl es gegen Mitte des Buches ein paar Längen aufweist sehr, sehr gut gefallen. Besonders das Ende ist mir sehr nahe gegangen und ich habe ein paar Tränen vergossen. Ein tolles Buch, welches ich jedem empfehlen möchte.

Kommentare: 4
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Arbutuss avatar

Rezension zu "Eis" von Ulla-Lena Lundberg

Damoklesschwert über rauher Inselidylle
Arbutusvor einem Jahr

Und dann übers Meer zu einem offenen, strahlenden und fantastischen Leben. Zehnmal besser als das, was er sich demütig als unerreichbares Fernziel ausgemalt hatte. Freiheit. Offenheit. Wärme. Schönheit. Und das Wort, das man vorsichtig auf der Zunge wägt, weil man Angst hat, es zu verlieren, das aber in einem frohlockt wie ein Lobgesang: Glück.

Auf den abgelegenen Örar-Inseln ist die Stelle des Pfarrers vakant und nicht leicht zu besetzen. Denn wer erst einmal sein Pastoralexamen in der Tasche hat, zieht von dort weg aufs Festland, in eine bessere Anstellung. Anders der junge, aufgeschlossene Pastorsanwärter Petter Kummel, der nun die Stelle antritt. Er und seine Familie fühlen sich in der kargen Umgebung und bei den rauhen, aber herzlichen Leuten, deren harte Schale zu knacken nicht ganz leicht ist, zunehmend wohl. Sie beschließen, zu bleiben.

Es ist ein drei Jahre überspannendes Epos, ein faszinierender Einblick in das Nachkriegsleben auf einer finnischen Schäreninsel, das mit großer Ruhe, fast wie eine locker erzählte Fernsehdokumentation, das Leben der Pfarrerfamilie und der Örar-Insulaner erzählt. Man weiß eine ganze Weile nicht, worauf das hinausläuft. Kommt da noch etwas Dramatisches, oder ist es einfach so etwas wie Bullerbü für Erwachsene? Vielleicht wäre das gar nicht so schlimm. Ich mag das eigentlich, dass die anerzogene Hochspannungs-Erwartungshaltung durchbrochen wird, dass das Damoklesschwert, das über der rauhen Inselidylle zu hängen scheint, gar nicht zum Einsatz kommt. Schön wär's...

Ich glaube nicht, dass es besonderen Spaß macht, das Buch zu lesen, wenn man mit der Kirche nichts am Hut hat. Die Tätigkeit des Pfarrers wird doch recht gründlich beschrieben, und seine theologischen Überlegungen fließen ganz natürlich in die Geschichte ein. Das verleiht ihr Glaubwürdigkeit, aber das schränkt natürlich auch den Kreis der Leser ein wenig ein. Dabei ist es wirklich lesenswert, was die Autorin da an zwischenmenschlichen Entwicklungen auslotet. Wie sie ganz allmählich in dieser so oft vorenthaltenen wörtlichen Rede dennoch immer tiefer und überraschender die Gedankengänge des Pastors bloßlegt. Und die heimlichen Helden der Geschichte sind, neben dem sympathischen Pfarrer, immer mehr auch die Pfarrerskinder, die einen ganz unvermutet, dort, wo es überhaupt nichts zu lachen gibt, zum Schmunzeln bringen. So liebevoll und weise denkt sich Ulla-Lena Lundberg in die einzelnen Charaktere hinein, dass sogar das barsche und völlig unpädagogische Auftreten der Pfarrersfrau Mona verzeihlich wird.

Der ganz große Verdienst der Autorin ist, dass sie sich auf eine intensive Weise in die inneren Denkweisen und Gefühlswindungen der Figuren hineinschreibt, wie ich es noch nie in einem Roman gelesen habe. Und das trotz der anfangs so distanziert, ja fast etwas fahrig wirkenden Schreibweise. Während der Pfarrer und seine Frau stets nur Gegenstand einer Gegenwartserzählung in der dritten Person sind, wird die nur am Rande vorkommende Figur des Postboten Anton immer wieder als Ich-Erzähler wie ein Intermezzo eingeschoben. In diesen kursiv gedruckten Postboten-Reflektionen werden die Naturgewalten lebendig, ja zu Geistern, weicht die Distanz des unbeteiligten Erzählers einer Vertrautheit, die gleichzeitig Gefahr bedeutet. Aber was sind diese Naturerscheinungen wirklich, von denen Anton erzählt und die er "Geister" nennt? Mary Baker Eddy hat einmal gesagt: "Wenn die Sterblichen korrektere Anschauungen über Gott und den Menschen erlangen, werden zahllose Dinge der Schöpfung sichtbar werden, die vorher unsichtbar waren." Doch hier bleibt das Buch leider in der alten mythischen Schicksalsdenke verhaftet, die unerklärliche Phänomene in Geister einteilt und personifiziert. So kommt es wie es kommen muss, aber da verrate ich schon wieder zu viel. Nur soviel: nicht umsonst heißt das Buch "Eis". Solchen Büchern darf man nicht trauen.

Kommentare: 3
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Kari_Lessirs avatar

Rezension zu "Eis" von Ulla-Lena Lundberg

Grandios!
Kari_Lessirvor 3 Jahren

Für dieses Buch gibt es nur eine Beschreibung: Es ist ein Meisterwerk. So etwas habe ich noch nie gelesen, und ich lese viel. Ganz langsam, breit und episch, hebt die Geschichte um die Pfarrersfamilie Kummel auf den finnischen Örar-Inseln an. Durch den Erzählduktus bleibt der Leser auf Distanz; zumindest mir kam es so vor. Ich wunderte mich, wie das über mehr als 500 Seiten funktionieren sollte. Doch langsam, fast unbemerkt entstand eine Beziehung zu den Figuren, und ich wurde in die kleine Familienwelt hineingezogen, bis ich am Ende fassungslos wieder ausgespuckt wurde. Tatsächlich geht die Geschichte ganz gewaltig an die Nieren; stellenweise war ich unsicher, ob ich noch mehr ertragen konnte. Aber ich konnte – und bin dankbar und glücklich, dieses Buch für mich entdeckt zu haben. Einfach nur großartig!

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Gespräche aus der Community

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Mare_Verlags avatar
Liebe Lovelybooks-Leserunden-Fans,

gerade erschienen ist bei uns das wunderbare Buch »Eis« von Ulla-Lena Lundberg – eines unserer Bücher zum Buchmessen-Schwerpunkt Finnland in diesem Jahr und ein ganz großer, stimmungsvoller Roman. Ab sofort könnt Ihr Euch hier um eines von zwanzig Leseexemplaren bewerben.

Zum Buch:

Finnlands Nr. 1-Bestseller, ausgezeichnet mit dem Finlandia-Preis, Finnlands wichtigstem Literaturpreis!

»Von seltener Intensität und Zauberkraft. ... Ein Klassiker schon jetzt!« Aikalainen

So etwas haben die windumtosten Örar-Inseln, ein Archipel abseits der Schiffsrouten zwischen Finnland und Schweden, noch nicht erlebt: Mit der Ankunft ihres neuen Pfarrers Petter Kummel Mitte der 1940er-Jahre bricht für die Inselbewohner eine ganz neue Ära an. Die Fischer und Bauern verfallen der optimistischen, aufgeklärten Ausstrahlung des jungen Pastors, seiner Frau Mona und ihrer kleinen Tochter Sanna ebenso schnell wie umgekehrt die Pfarrersfamilie dem rauen Charme der Landschaft und ihrer Gemeinde. Am liebsten möchten die Kummels für immer bleiben. Doch auf dem Meer und dem Eis, das im Winter die Kirchinsel mit den Höfen verbindet, herrschen unsichtbare, uralte Mächte, für deren Warnungen die Zugezogenen keinen Sinn zu haben scheinen...

Mit der Meisterschaft einer großen Erzählerin lässt Ulla-Lena Lundberg ihre Leser am Eheleben von Petter und Mona teilhaben, an Versuchungen, denen der Pastor ausgesetzt ist, an schwelenden Konflikten zwischen den Ost- und den Westdörfern, aber auch am Zusammenhalt einer Gemeinschaft, die für ihre Klatschlust genauso berühmt ist wie für ihren kräftigen Gesang. Der Autorin gelingt das Kunststück, hochspannend von etwas scheinbar Unspektakulärem zu erzählen: vom Glück, das im Familienleben und in den Dingen des Alltags liegen kann. Wie spektakulär dieses Glück in Wirklichkeit ist, erweist sich am Ende erst durch seine Zerbrechlichkeit.

Zur Leseprobe

Möchtet Ihr eines von 20 Leseexemplaren gewinnen*? Dann bewerbt Euch gleich und beantwortet dazu bis zum 12. August 2014 diese Frage:

»Eis« ist ein Roman über das Glück – das kleine und alltägliche Glück. Was macht Euch glücklich, sind es auch die „kleinen Freuden“ im Leben oder eher große und unvergessliche Momente?

Wir sind gespannt auf Eure Antworten und freuen uns auf viele Bewerbungen!

Euer mareverlag


*Bedingung dabei ist, dass Ihr Euch im Gewinnfall zeitnah am Austausch zu den Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.
Leserin71s avatar
Letzter Beitrag von  Leserin71vor 4 Jahren
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