Ulla Hahn Das verborgene Wort

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Inhaltsangabe zu „Das verborgene Wort“ von Ulla Hahn

Ulla Hahns Bestseller. »Ein wichtiges, schönes, schreckliches Buch über das Erwachsenwerden, Wachwerden, Menschwerden.« (Erdmute Klein im Rheinischen Merkur) Hildegard Palm, 1945 in Dondorf bei Köln geboren, ist die Tochter eines ungelernten Arbeiters und dessen Frau Maria, erzogen im katholischen Glauben. »Wie viele Seiten hat ein Ding?« fragt die Sechsjährige ihren Großvater. »So viele, wie wir Blicke für sie haben«, antwortet er. Ihren Eltern ist Hilde verdächtig. Sie ist ganz offensichtlich aus der Art geschlagen, will sich nicht anpassen an die Regeln der Arbeiterklasse, strebt nach Höherem, spricht Hochdeutsch und rezitiert Schiller. Das weckt Mißtrauen und Angst in ihrer Familie. Als sie neun Jahre alt ist, legt sie eine Sammlung schöner Sätze und Wörter an - als Gegenwelt zum Gebrüll ihres Vaters und dem ängstlichen Geflüster der Mutter. Bücher werden zu ihrer Rettungsinsel

Sprachmagie in ihrer reinen Form.

— ToniK
ToniK

ein großes buch über die liebe zur sprache, die liebe zu den büchern, über das erwachsenwerden, auf dem weg zu sich selbst! lesen!

— liyah40
liyah40

Mein absolutes Lieblingsbuch, das mich immer wieder zu mir zurückführt.

— leselea
leselea

Das Buch hat mich sehr berührt und Jugenderinnerungen an die Nachkriegszeit geweckt. Der autobiografische Roman ist wunderbar geschrieben.

— deruhu99
deruhu99

Das Buch hat mich irgendwie berührt!

— Mirilein
Mirilein

Gut nachzuvollziehen! Liebe zum Wort und zu den Büchern in einem Umfeld, das dies nicht gerade fördert...

— Salzechse
Salzechse

Fesselnde Geschichte und eine Liebeserklärung an die Literatur. Nebenbei erfährt man ein Stück aus der rheinischen Nachkriegszeit. Lesen!

— Nadia67
Nadia67

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    Das verborgene Wort
    PaulTemple

    PaulTemple

    17. July 2017 um 14:40

    Dieser stark autobiographische Roman ist eine wahre Schatzkammer in Sachen Leben im Nachkriegsdeutschland. Erzählt wird das Aufwachsen der Protagonistin im Rheinland, tief verwurzelt im katholischem Glauben. Der Alltag wird durch Religion, insbesondere durch den fast fanatischen Glauben der Großmutter, und der proletarischen Einfachheit des Vaters geprägt. Doch das heranwachsende Mädchen Hildegard merkt durch Schulfreunde langsam aber sicher, dass es dort noch mehr gibt: Dinge wie Literatur, Kultur oder gar Esskultur. Zuhause stößt sie mit diesen Dingen auf Unverständnis und gar Ablehnung. Vor allem der Vater, ein einfacher Arbeiter, wird zunehmend gewalttätig und aggressiv, doch Hildegard kann und will sich mit dem für die vorgesehenen Lebenslauf nicht abfinden...Auch sprachlich ist dieser Roman ein Genuss, so dass ich eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen kann!

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    • 4
  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht
    GrOtEsQuE

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 18.08.2017: _Jassi                                           ---  73 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   208,5 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   81 Punkte Bellis-Perennis                          ---  564 Punkte Beust                                          ---   260 Punkte Bibliomania                               ---   184 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  350 Punkte ChattysBuecherblog                --- 210 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   103,5 Punkte Code-between-lines                ---  127 Punkte eilatan123                                 ---   46 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   109 Punkte Frenx51                                     ---  72,5 Punkte glanzente                                  ---   75 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   135 Punkte Hortensia13                             ---   113 Punkte Igelchen                                    ---   21 Punkte Igelmanu66                              ---  151 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    79 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   105 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   77 Punkte Katykate                                  ---   94 Punkte Kerdie                                      ---   190 Punkte Kleine1984                              ---   130 Punkte Kuhni77                                   ---   105 Punkte KymLuca                                  ---   100 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   211 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   190 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   82 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  52 Punkte mistellor                                   ---   149 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  115 Punkte Nelebooks                               ---  183 Punkte niknak                                       ----  268 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   180 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   93 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   48 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 57 PunkteSandkuchen                              ---   172 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   153 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   245 Punkte SomeBody                                ---   157,5 Punkte Sommerleser                           ---   168 Punkte StefanieFreigericht                  ---   190,5 Punkte tlow                                            ---   135 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   34 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   64 Punkte Wolly                                          ---   163 Punkte Yolande                                       --   150 Punkte

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    • 2176
  • Pure Magie

    Das verborgene Wort
    ToniK

    ToniK

    22. November 2016 um 20:57

    Zugegeben, ich war skeptisch. Viel Kölsch, wenig Spannung, dachte ich. Eine eigentlich belanglos erscheinende Handlung, und das über 600 Seiten. Sollte man das wirklich lesen?Es dauerte keine 100 Seiten, bis jegliche Skepsis verflogen war. Wie Ulla Hahn mit der Sprache spielt, mit Worten zaubert, den Leser mit alltäglichen Geschichten berührt, das ist einzigartig und nobelpreiswürdig. Die Protagonistin Hilla Palm ist mir so fern und doch so nah, ihre Welt ist nicht meine, trotzdem habe ich das Gefühl, darin zu leben, sie zu spüren, Hillas Empfindungen zu teilen. Die Geschichte ist emotional, ohne dabei gefühlsduselig zu werden, und zugleich tief philosophisch, voller kluger Gedanken, wundervoll formuliert, auf einem sprachlichen Silbertablett präsentiert.Es ist grandios, was Ulla Hahn hier erschaffen hat. Ein literarisches Meisterwerk, das seinesgleichen sucht - und vielleicht niemals finden wird.

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  • ich fühle mich so verstanden!

    Das verborgene Wort
    liyah40

    liyah40

    05. August 2015 um 11:10

    hach, was für ein großartiges buch! Hildegard,  die Tochter eines "Proleten" geboren im Rheinland der Nachkriegszeit,  entdeckt die Welt der Bücher und der Sprache für sich. Von der Familie wird dies nicht akzeptiert, sie wird müde belächelt, sogar dafür niedergemacht (der Vater und sein Rohrstock, die Mutter und die Oma mit ihren derben Sprüchen...), einzig der Großvater, Hildegards großer Rückhalt akzeptiert ihre Liebe zu den Büchern, ja hat das ganze vielleicht zum rollen gebracht, mit seinen Geschichten, die er Hildegard und ihrem Bruder auf ihren Ausflügen erzählt, sie damit regelmäßig in ferne Welten schickt. Und auch nach dem Tod des Großvaters, lässt Hildegard sich nicht beirren, sie hat größeres vor, lernt Hochdeutsch, und ihr Durst nach Wissen, die Suche nach neuen "schönen Wörtern, schönen Sätzen", versiegt nie. Viele Kämpfe hat sie auszufechten und man wird nie müde, sie dabei zu begleiten. Ein wahrlich großes, berührendes Buch, der man alle Zeit der Welt widmen möchte, ja geradezu traurig ist, als man die letzte Seite gelesen hat. Jeder der Bücher liebt, sollte dieses Werk gelesen haben! 

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  • Gewinnt die Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams aus dem Jahr 2014!

    Wurfschatten
    Daniliesing

    Daniliesing

    In diesem Jahr hat das LovelyBooks-Team wieder fleißig gelesen und dabei tolle Bücher entdeckt. Natürlich möchten wir euch auch 2014 nicht vorenthalten, welche Bücher uns am meisten begeistert, berührt und gefesselt haben. Deshalb findet ihr hier nun jeweils das Lieblingsbuch von allen Teammitgliedern aus diesem Jahr. Ein glücklicher Gewinner darf sich später über ein Buchpaket mit allen 12 Büchern freuen und damit eine wunderbare Lesezeit verbringen. Unsere Buchtipps: 1. Jules1988 empfiehlt: "Miss Blackpool" von Nick Hornby Mein Lieblingsbuch 2014 ist Nick Hornbys neuer Roman „Miss Blackpool“. Obwohl es kein typischer Hornby ist, liebe ich das Buch als Fan trotzdem. Hornbys feinsinniger Humor und seine liebevolle und einfühlsame Art, seine Figuren zu beschreiben - sowohl ihre Stärken als auch ihre Schwächen - machen diesen Roman so besonders. Man verliert sich in der Geschichte des Teams rund um Barbara, ihre Höhen und Tiefen, Freundschaft und Liebe und hat dabei das Gefühl, diese Menschen wirklich zu kennen. 2. Daniliesing empfiehlt: "Der Träumer" von Pam Muñoz Ryan und Peter Sis Für mich war "Der Träumer" eine ganz zufällige Entdeckung beim Büchershopping. Nur selten finde ich noch Bücher, die ich nicht zuvor schon irgendwo gesehen habe, doch hier wurde ich überrascht. Einmal aufgeschlagen und die ersten Sätze gelesen, hatte mich dieses wunderbare Buch aus dem Aladin Verlag sofort verzaubert. Als ich dann die großartigen Illustrationen von Peter Sis entdeckte, war es um mich geschehen: dieses Buch musste mir gehören! Schnell stellte sich heraus, dass ich mit meiner Entscheidung absolut richtig lag. Im Urlaub nahm ich das Buch zur Hand und konnte es gar nicht mehr zur Seite legen. Zwar ist das Buch als Kinderbuch ausgezeichnet, doch mit seinen 380 Seiten und einer wunderbar poetischen Sprache ist es für jeden erwachsenen Buchliebhaber ein wahrer Genuss. Pam Muñoz Ryan erzählt tiefgründig und bewegend die Geschichte des kleinen Neftali, dem der Leser beim Erwachsenwerden zuschauen darf. Der Junge hat keine leichte Kindheit - sein Vater macht es ihm mit hohen Erwartungen schwer, er ist häufig krank und lebt lieber in seiner eigenen Phantasie, statt draußen rumzutollen. Neftali ist ein Träumer! Wie der Junge sich trotz aller Schwierigkeiten durchschlägt und die Lebensgeschichte welches bekannten Dichters sich dahinter verbrigt, das solltet ihr am besten selbst herausfinden. Dieses Buch geht zu Herzen und ist mein persönliches Jahreshighlight! 3. TinaLiest empfiehlt: "Wurfschatten" von Simone Lappert Mich hat dieses Jahr besonders der Debütroman von Simone Lappert begeistern können: „Wurfschatten“ ist nicht nur äußerlich ein wunderschönes Buch, sondern es besticht auch durch die beeindruckende Schreibkunst, die die Autorin an den Tag legt. Sie schafft es, die Ängste, die die Protagonistin Ada beherrschen, beklemmend und dunkel zu beschreiben und die Geschichte doch zart wirken zu lassen, einfühlsam und authentisch. Mit dem kleinen, wenn auch vorhersehbaren Hauch Liebe, der Adas Ängste zurückzudrängen versucht, und der Prise Drama am Ende hat "Wurfschatten" mich dann endgültig abgeholt und den Roman für mich zu etwas Besonderem gemacht. Ich hoffe sehr, dass bald ein zweites Buch von Frau Lappert folgen wird und kann in der Zwischenzeit nur jedem ihr Erstlingswerk empfehlen! 4. JohannaE1988 empfiehlt: "Die hellen Tage" von Zsuzsa Bánk In "Die hellen Tage" erzählt Zsuzsa Bánk auf eine besonders schöne und ruhige Art eine Geschichte über Freundschaft, Familie und die schwierige Zeit des Erwachsenwerdens. Beim Lesen begleitet man die drei Freunde Aja, Seri und Karl von der glückvollen und teils auch tragischen Kindheit bis zum Erwachsenenalter und wünscht sich bei einem der so unbeschwerten Tage im zauberhaften Garten, die die drei so oft erlebten, dabei gewesen zu sein. Alle drei, so unterschiedlich sie auch sind, teilen das Schicksal, mehr oder weniger ohne Vater aufzuwachsen. Neben der Geschichte über eine besondere Freundschaft und der innigen Beziehung zwischen den Kindern und ihren Müttern, hat mich vor allem die unaufgeregte Erzählweise Bánks und ihre einfühlsame und warme Sprache beeindruckt und mich richtig entspannen lassen. Auch bei den Zerreißproben und Schwierigkeiten, die die drei im Laufe der Geschichte durchleben müssen, bangt und hofft man mit und fühlte ich mich oft an meine eigene Kindheit und Jugend erinnert. 5. aba empfiehlt: "Unterholz" von Jörg Maurer Ich habe sehr gute Bücher gelesen in diesem Jahr. Manche Bücher haben mich tief berührt, andere haben mich nachdenklich gemacht - aber mit Jörg Maurer habe ich auf hohem Niveau gelacht! Für mich kam dieses Buch im richtigen Moment. Es hat mich amüsiert und abgelenkt. "Unterholz" ist der fünfte Band um den oberbayrischen Kommissar Jennerwein, einer meiner literarischen Lieblingsfiguren überhaupt. Krimis gehören nicht zu meiner Lieblingslektüre, aber nachdem ich den ersten Band dieser Serie gelesen habe, konnte ich nicht anders, als ein Fan von Jörg Maurer und vom ganzen Team um Kommissar Jennerwein zu werden! 6. doceten empfiehlt: "Beginners" von Raymond Carver Raymond Carver gilt neben Hemingway als einer der ganz großen Autoren der American Short Story: mit geschliffener und schnörkelloser Sprache auf den Punkt gebracht sind seine Themen Verlust, Einsamkeit und das Scheitern der amerikanischen Mittelschicht. Seine Geschichten deprimieren, erschüttern mit jeder Zeile. Mit Beginners erscheint seine Buch "Wovon wir reden, wenn wir über Liebe sprechen" erstmalig in der Urfassung, ohne die stark kürzenden Eingriffe seines Lektors Gordon Lish. Nicht ganz so lakonisch und brachial, dadurch aber viel berührender. Ein Buch, um dunkle Wintertage noch dunkler zu machen - manchmal braucht man das ja. 7. clickclackboom empfiehlt: "Das Haus des Windes" von Louise Erdrich Auch wenn Lieblingsbücher zu bestimmen mir schwer fällt, da es immer so viele gute Bücher gibt, kann ich sagen, dass „Das Haus des Windes“ eines meiner liebsten Bücher 2014 ist. Es erzählt die Geschichte vom 13-jährigen Joe, der das unaufgeklärte Verbrechen an seiner Mutter rächen möchte und dabei erwachsen werden muss. Die Protagonisten des Romans sind Nachfahren der nordamerikanischen Indianer und so bekommt man interessante Einblicke in das Leben im Reservat, die Stammesgeschichten und die Gesellschaftsverhältnisse in den USA. Obwohl es um ein ernstes, trauriges Thema geht, ist „Das Haus des Windes“ ebenso ein lustiges Buch über das Leben als Teenager und die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens. Louise Erdrich hat Charakter geschaffen, die vielschichtig sind und die einem beim Lesen ans Herz wachsen. 8. kultfigur empfiehlt: "Die Hyperion-Gesänge Band 1-2" von Dan Simmons Dan Simmons erzählt fantastisch, die Bücher entwickeln einen Sog, den ich bisher sehr selten erlebt habe. Jeder, der gerne Science Fiction liest und philosophisch angehauchte Bücher liebt, wird die insgesamt rund 3.000 Seiten nur so verschlingen. Die beiden Bücher sind nicht nur mein persönliches Highlight 2014, sondern ganz weit oben auf der Liste meiner Herzensbücher. Ich wünschte, ich könnte noch einmal von vorne beginnen! 9. Katha_Luko empfiehlt: "Pfaueninsel" von Thomas Hettche Hettches Buch öffnet die Türen zu einer Welt voller Exotik, Groteske und Kuriositäten aber auch zu der komplexen und zerbrechlichen Architektur der menschlichen Seele. Die Hauptfigur ist Marie, die als Kleinwüchsige auf die preußische Lustinsel verfrachtet wird, um dort zum Vergnügen des Königs als Schlossfräulein ihr Dasein zu verbringen. Neben einem Mohr, einem Riesen, wilden Tieren und geheimnisvollen Pflanzen gilt sie als eine von vielen verqueren Launen der Natur. Damit steht sie im krassen Kontrast zu einer damals weit verbreiteten naturphilosophischen Auffassung, die nur das Wohlgeformte und Regelmäßige für schön und wertvoll erklärt – eine Auffassung, die mit ihren Jahren auf der Insel Maries Menschenwürde und Lebensmut beständig abträgt. Hettches „Pfaueninsel“ fängt Atmosphären ein als wäre er selbst Zeuge des merkwürdigen Lebens auf der Insel gewesen, seine Charakterzeichnungen und Schilderungen seelischer Zustände und schließlich seine authentische Zeichnung der historischen Gegebenheiten ziehen den Leser in ihren Bann: Ich war selten so berührt von einem Buch und seiner Hauptfigur! 10. peckomingo empfiehlt: "Cobra" von Deon Meyer Viel Zeit zu lesen hatte ich leider nicht in diesem Jahr, doch bei meiner Südafrika-Reise wurde natürlich ein Deon Meyer-Buch gelesen. Cobra ist nicht nur ein Thriller, sondern gleichzeitig auch eine Mischung aus Politik und psychologischen Betrachtungen. Das Tempo und die Spannung werden durchgehen hoch gehalten. Schauplätze, Eigenheiten und Sitten des Landes werden authentisch vermittelt. 11. Sophia29 empfiehlt: "Rosen, Tulpen, Nelken" von Heike Wanner Zu meinen Lieblingsbüchern 2014 gehört definitiv „Rosen, Tulpen, Nelken“ von Heike Wanner. Ich habe von der Autorin schon mehrere Bücher gelesen, aber dieses hat mir ganz besonders gut gefallen. Es geht darin um Sophie, die ihre Mutter schon in frühen Jahren verloren hat. Zufällig fällt ihr eines Tages das Poesiealbum ihrer Mutter in die Hände und als sie es durchblättert, stellt sie fest, dass sie keinen der darin enthaltenen Namen kennt. Um mehr über das Leben ihrer Mutter und somit auch mehr über sich selbst zu erfahren, macht sie sich mit ihren zwei besten Freundinnen in einem Wohnmobil auf den Weg und versucht die Personen zu finden, die im Leben ihrer Mutter eine Rolle gespielt haben … Heike Wanner ist es in diesem Buch gelungen, zwei Geschichten – die Geschichte von Sophie und die ihrer Mutter – auf spannende Weise miteinander zu verbinden und gleichzeitig zu verdeutlichen, wie unverzichtbar wirklich gute Freunde in unserem Leben sind. Seid ihr neugierig auf unsere 12 Lieblingsbücher 2014 geworden? Dann habt ihr bis einschließlich 7. Januar Zeit bei der Verlosung eines Buchpakets mit allen 12 Büchern mitzumachen. Jetzt müsst ihr uns nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Da wir immer gerne Bücher verschenken, würden wir von euch gern wissen, welche Bücher ihr dieses Jahr zu Weihnachten verschenkt und wieso ihr euch für genau diese entschieden habt? Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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  • Mein absolutes Lieblingsbuch

    Das verborgene Wort
    Billie

    Billie

    15. October 2014 um 17:04

    Dieses Buch ist voller Emotionen und erzählt trotzdem eine interessante Geschichte ohne Gefühlsduselei, das gelingt nicht vielen Romanen. Es ist eines der wenigen Bücher, die man nicht mehr aus der Hand legen möchte, weil man jedes Wort genießt.

  • Leserunde zum Filmstart von "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green am 12. Juni 2014

    Das Schicksal ist ein mieser Verräter
    Daniliesing

    Daniliesing

    2012 habe ich wahrscheinlich jedem hier von meinem absoluten Lieblingsbuch in diesem Jahr vorgeschwärmt - und dieses ganz besondere Buch war "Das Schicksal ist ein mieser Verräter". Nicht nur ich, sondern auch ganz viele andere Leser waren und sind begeistert von der außergewöhnlichen Liebesgeschichte um Hazel Grace und Augustus Waters. Am 12. Juni ist es nun endlich soweit und wir dürfen uns auf die Verfilmung von "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" in den deutschen Kinos freuen. In der Leinwandversion verkörpern Shailene Woodley und Ansel Elgort die beiden Hauptfiguren aus dem Roman. Seid ihr auch schon so neugierig wie ich? Passend dazu bieten wir hier noch einmal eine Leserunde zum Buch an, für die uns John Green sogar extra ein kleines Video gedreht hat. Schaut doch gleich mal rein! Jeder, der das Buch gern gemeinsam zum ersten mal oder noch einmal lesen möchte, ist hier herzlich eingeladen. Ihr möchtet euch einfach so über das Buch oder den Film austauschen? Dann macht doch ebenfalls gern hier mit! Wer das Buch noch nicht hat, kann jetzt seine Chance nutzen und eins von 15 Exemplaren des Jugendromans in der Filmausgabe gewinnen! Zusätzlich verlosen wir drei Fanpakete, jeweils bestehend aus: einem Filmplakat, zwei Kinotickets, einem Buch und einem Shirt zum Film! Wenn ihr euch hier bewerbt, gebt bitte an, ob ihr ein einzelnes Buch oder eines der Fanpakete gewinnen möchtet bzw. ob ihr an beidem interessiert wärt. Für eure Gewinnchance beantwortet bitte außerdem die folgende Frage bis zum 5. Juni 2014: Welches Buch und / oder welcher Film konnte euch bisher am meisten berühren und wieso? (Und vielleicht habt ihr ja schon bald mit "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" eine neue Nr. 1 in dieser Hinsicht :-)) Im Gewinnfall solltet ihr euch dann natürlich auch am Austausch hier in der Leserunde über das Buch beteiligen und eine Rezension schreiben. Hier noch etwas mehr zum Inhalt des Films / Buches: Hazel (Shailene Woodley) und Gus (Ansel Elgort) sind zwei außergewöhnliche junge Menschen, die den gleichen Humor und die Abneigung gegen Konventionelles teilen und sich ‚unsterblich‘ ineinander verlieben. Ihre Beziehung ist so einzigartig und wundervoll, dass die beiden es furchtlos mit ihrem gemeinsamen schonungslosen Schicksal aufnehmen. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten (Willem Dafoe) zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Eine Reise, die das Leben der beiden entscheidend verändern wird. Eine faszinierende, poetische und zutiefst bewegende Liebesgeschichte über den Mut zu leben und zu lieben und die Kunst das Schicksal zu meistern. Und hier gibt es noch einen Blick in den Filmtrailer:

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    • 839
  • Rezension zu "Das verborgene Wort" von Ulla Hahn

    Das verborgene Wort
    rumble-bee

    rumble-bee

    13. August 2012 um 11:16

    "Et Hildejaad" bekommt von mir 5 Sterne, um es gleich zu sagen. Trotzdem will ich gerne zugeben, dass das Buch eben seine Eigenheiten hat. 5 Sterne bedeutet in diesem Falle nicht, dass es keine Aspekte gäbe, die ich zumindest bedenklich fand. Dennoch finde ich das Buch überwiegend wertvoll. Doch von vorne. Es ist sicher kein Buch, dass man "so eben" wegliest. Dafür sorgt schon allein die Tatsache seiner Länge. Ferner gibt es keine Kapitel, nur hin und wieder Absätze. Und auch die Erzählweise ist ein wenig, sagen wir mal. "rhapsodisch", nicht immer linear, manchmal sprunghaft. Erst nach und nach bildet sich ein Bild von "Hillas" Kindheit im streng katholischen Rheinland der 50er Jahre heraus. Schockiert war ich vor allem von der stets unterschwellig mitschwingenden Gewalt, besonders von Eltern ihren Kindern gegenüber. Hillas Vater hat z. B. ein Stöckchen hinter dem Ofen versteckt, das sie selbst als beinahe Jugendliche noch zu spüren bekommt. Der Vater würgt und schüttelt sie, manchmal aus nichtigen Gründen. Diese Gewaltszenen haben zudem einen tierisch-sexuellen Unterton, was mir oft nicht gefallen hat. Ich habe mich dann insofern besonnen, als ich dies für eine bewusste Übertreibung der Autorin hielt - der ungebildeten Unterschicht blieb eben scheinbar sonst nicht viel, um ihre "Autorität" zu wahren. Auch die Rolle der Sexualität im Buch hat mich schlucken lassen.Das Buch wimmelt (im Hintergrund!) von Perversionen und Übergriffen. Zumindest auf diesem Gebiet gibt es für Hilla persönlich auch kein Happy End. Keine einzige ihrer Schwärmereien und Jugendlieben geht gut aus. Sehr oft versteht Hilla die schlimmsten Andeutungen und wahren HIntergründe gewisser "Dinge" nicht, und manchmal war das für mich auch schlicht unglaubwürdig. Aber ich bin ja auch nicht in diesem Milieu aufgewachsen. Wie gesagt, die positiven Seiten dieses Romans überwiegen für mich dann doch. Erstens, die Rolle des Dialekts! Was habe ich oft schallend gelacht. Für mich als Rheinländerin, deren Großeltern selber noch "Platt"gesprochen haben, war alles recht gut zu verstehen. Janz köstlisch! Und teils auch entlarvend. Zweitens, die Art und Weise, wie Hilla ihre Liebe zu Büchern und Wörtern entdeckt. Das kann ich nicht anders als grandios nennen. Viele Sätze hätte ich mir am liebsten abgeschrieben - so wie Hilla, die später ein Heft mit "schönen Sätzen" anlegt. Der Großvater spielt hier eine entscheidende Rolle - er schwelgt mit den Kindern in Geschichten, erfindet "Buchsteine", die Märchen enthalten, und fördert allgemein die Phantasie. Überhaupt war der Großvater für mich über weite Strecken die "tragende Kraft" in diesem Buch, obwohl er mitten in der Handlung verstirbt. Er ist, neben all zu selten auftretenden, "guten" Erwachsenen, derjenige, der in Hilla den Glauben an das Gute nicht sterben lässt. Die Präsenz des Großvaters bleibt bis zum Schluss spürbar, und insofern ist er für mich ein "heimlicher Held" geworden. Das Buch war sehr oft auch einfach spannend. Denn immer wieder gerät Hildejaad in ihrem Leben in brenzlige Situationen, teils durch ihre eigene Schuld, teils nicht. Doch meist geht es in letzter Sekunde gut aus, oder es gibt eine Wendung, mit der man nicht gerechnet hätte. Ich finde, hier gibt es deutliche Anleihen an den Schelmenroman. Candide oder Pinocchio sind mir da oft eingefallen. Ja, ich weiß einfach nicht, inwiefern man die - teils sicherlich überzogene - Handlung der Autorin anlasten kann. Denn, so wie ich gehört habe, soll das Buch in weiten Teilen ja auch autobiographisch geprägt sein. Oder ist das nur eine bequeme Entschuldigung? Andererseits läuft ja auch alles auf das Ende hinaus - nach all den Wirren darf Hilla endlich auf die höhere Schule. Insofern könnte man das Buch fast als Märchen oder Parabel bezeichnen, das in Romanform aufgeschrieben wurde. Man braucht für dieses Buch sicherlich Geduld und Durchhaltevermögen. Aber man wird letzten Endes doch belohnt - mit vielen unvergesslichen Formulierungen, mit der Einsicht, dass Literatur eben doch ein Leben verändern kann, und mit der Freude darüber, dass sich Hilla nicht hat brechen lassen.

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  • Rezension zu "Das verborgene Wort" von Ulla Hahn

    Das verborgene Wort
    Cam

    Cam

    16. June 2012 um 12:39

    Die Kindheit und Jugend von Hildegard sind geprägt von den engstirnigen Verhältnissen ihrer Familie und des Dorflebens, in dem sie aufwächst. Verarmung, wenig gefühlvolle Erziehung und gottesfürchtige Autorität, machen das Leben für sie sehr schwer. Als Gegensatz hat sie ihre Fantasie und befasst sich besonders mit dem Materie "Sprachen". Über das lernen von Sprachen entdeckt sie ihre Leidenschaft zum lesen. Im Elternhaus ist der Wissensdrang der Tochter nicht gern gesehen und nur mit hartnäckiger Unterstützung eines Lehrers darf Hildegard die Realschule besuchen. Umso mehr Widerstand Hildegard erfährt, umso wichtiger wird ihr die Flucht in die Welt der Bücher. Nach dem Realschulabschluss wurde sie gezwungen, eine Lehre in der Papierfabrik anzunehmen. Hildegard beugt sich dem Willen des Elternhauses, sich selbst dabei beinahe verlierend.

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  • Rezension zu "Das verborgene Wort" von Ulla Hahn

    Das verborgene Wort
    jansdarling2002

    jansdarling2002

    16. September 2011 um 23:13

    o-o-o Hildegard o-o-o Hildegard Palm ist die 1945 geborene Tochter eines ungelernten Arbeiters und seiner Frau Maria. Mit ihnen unter einem Dach lebt noch der kleine Bruder Bertram sowie die Großeltern. Durch den Großvater beeinflusst schlägt Hildegard aus der Art in Bezug auf die Lebensweise der restlichen Familie. Hildegard ist wissbegierig und auch ein wenig aufsässig, denn sie will sich nicht den Regeln der Zeit unterwerfen und auch den katholischen Glauben nicht so leben, wie er gepredigt und zelebriert wird. Sie strebt nach anderem, nach Höherem und nicht nur nach der hölzernen freudlosen Arbeiterklasse. Schon in der Schule fällt Hildegard auf, hat sie doch eine besondere Gabe im Umgang mit Wörtern … der Sinn und die Neugierde nach Büchern ist geweckt, aber nicht nach Schmonzetten sondern nach Schiller, Goethe. Bei jeder nur erdenklich passenden und teilweise auch unpassenden Gelegenheit rezitiert sie Schiller in feinstem Hochdeutsch und wird dadurch von ihren Mitmenschen doch ein wenig distanziert angeschaut… auch ihren Eltern gefällt das "Getue" ihrer Tochter nicht, erst Recht nicht, als diese versucht ihren Eltern auch ein wenig Hochdeutsch beizubringen. Denn ihre Eltern leben recht gut mit der Arbeitersprache Dondorfer Platt. Hildegard will so einiges verändert in ihrem Leben und auch dem Leben ihrer Eltern, so zum Beispiel dass sich jeden Tag gewaschen wird und jeder seine eigene Seife und ein eigenes Handtuch bekommt, aber es nutzt nichts, es wird nur ein Tag in der Woche zur Körperreinigung aufgewendet, der Samstag. Da wird der große Bottich mit heißem Wasser gefüllt, das angegrabbelte Stück Kernseife bereit gelegt und dann heißt es der Reihe nach antreten: Vater, Mutter, Hildegard, Bertram – in ein und demselben Wasser. Sind alle gebadet, wird in dem Wasser noch des Vaters Arbeitskleidung eingeweicht. . Hildegard wird älter und erwachsener, ihrer Liebe zu Wörtern tut das keinen Abbruch, eher im Gegenteil … in Reclamheftchen legt sie sich eine Sammlung "Schöner Wörter" an – als rettende Welt gegen das Stöcklein hinter der Standuhr sowie dem ewig aufbrausenden Gebrüll ihres Vaters. Hildegards Liebe zu Büchern bleibt auch in der Nachbarschaft nicht unbemerkt, so schenkt man ihr neben getragenen Kleidungsstücken auch das eine oder andere Buch… Schmonzetten wie Arzt- oder Liebesromane verschmäht sie allerdings, es muss schon Schiller oder Goethe sein… Allerdings vermag nicht jeder aus der Nachbarschaft Hildegard Leidenschaft zu Büchern als positiv zu bezeichnen, manche Nachbarn spötteln .. Hildegard bekommt dieses aber nicht mit. So langsam ist Sie in der Endstufe zum Erwachsen werden – Entscheidungen stehen an, so zum Beispiel, ob Sie auf eine weiterführende Schule gehen soll, oder nicht. Hildegards Leistungen entsprechen allemal den Anforderungen, doch den Eltern will es nicht einleuchten, wieso ein Kind – zudem noch ihre Tochter – auf eine weiterführende Schule gehen solle. Diskussionen über Diskussionen folgen. Eher widerwillig stimmen Hildegards Eltern dem Besuch der weiterführenden Schule zu, aber nur – wenn sich Hildegard einen Ferienjob sucht. Schweren Herzens sammelt Hildegard in den Ferien also ihre ersten Erfahrungen in der Arbeitswelt und verpackt in der Ortsansässigen Pillenfabrik Maternus im Akkord Pillen in Röhrchen und Kartons. Und dabei lernt sie etwas ganz neues kennen: Alle Welt spricht von "es" … bloß was ist "es"? Das will Hildegard herausbekommen. . o-o-o Leseprobe o-o-o Um Euch einen Einblick zu geben, habe ich an dieser Stelle noch eine Leseprobe parat: http://www.dtv.de/_pdf/blickinsbuch/13089.pdf?download=true . o-o-o Leseeindrücke o-o-o Uih, was für ein Werk, anfänglich war ich ja doch sehr skeptisch, denn auf mich prasselte eine ganz andere Art und Weise des Ausdrucks auf ein, dazu die Passagen aus dem "Dondorfer Platt" .. ich war lange mit mir am hadern, ob ich überhaupt weiter lese oder nicht und setzte mir als Ziel die ersten 200 Seiten. Denn ich muss zugeben, dass ich anfangs gerade mit den Passagen / Dialogen im mundartlichen "Dondorfer Platt" doch so meine Probleme hatte. Trotz des Glossars im Anhang und den mit Sternchen gekennzeichneten Erläuterungen / Übersetzungen als Fußnote stockte mein Lesefluss immer mal wieder, aber mit der Zeit kam ich immer besser mit diesen mundartlichen Dialogen zurande; denn das "Dondorfer Platt" unterscheidet sich nur minimal vom Niedersächsischen bzw. Hamburger Platt – und jenes ist bei mir nur ein wenig eingerostet (gewesen). Sehr schnell hatte ich aber über meine Zielvorgabe von 200 Seiten hinweg gelesen und las einfach weiter … 300,420,500 Seiten…ups letzte Seite . . Trotz der anfänglichen Problemchen tauchte ich sehr schnell ein in die Handlung um ein kleines Mädchen ein, dass die Welt mit anderen Augen sah, nicht mit den arbeitenden Händen sondern aus den Augen der hoch bekannten Autoren, die mit schönen Worten und Sätzen die Welt nüchtern aber lebendig umschreiben können. Was der Protagonistin Hildegard aber nicht begreiflich werden kann, ist die geringe aber dennoch präsente Rebellion der Erwachsenenwelt gegenüber der feinen Sprache, oder dem Wunsch nach einem eigenen Stück Seife und einem frischen Handtuch…dieses stößt bei Ihren Eltern auf hilflose und zugleich entsetzte Blicke. . Mit einer unglaublich klaren und dennoch gefühlsvollen Ausdrucksweise lässt die Autorin den Leser in die Welt des Mädchens eintauchen und diese auf dem Weg von Kinderbeinen bis hin zur Jugendlichen begleiten. Begleiten durch die Höhen und Tiefen des Lebens: Der Tod, der Glaube aber auch die Geschichten der Erwachsenen um "es" spielen ebenso eine Rolle wie Bücher in Verbindung mit schönen Sätzen und Wörtern, mit denen sich vorzüglich spielen lässt, wenn man des Kindes Phantasie nicht unterdrückt. Und genau das ist der Punkt, den die Autorin hier ganz definiert hervorbringt: Die Erwachsenenwelt prallt auf die Kinderwelt oder anders ausgedrückt: einfache Gedankenwelt der Arbeiterklasse prallt auf gebildetes Niveau, das nach mehr und Höherem strebt. Sehr gut herausgearbeitete Aspekte mit den dazugehörigen Gedankenansätzen beider Seiten: Die Angst und Verzweiflung der Eltern, weil sie meinen dass ihnen ihr Kind entgleitet stehen gegenüber der etwas abschätzigen Gedanken / Entwicklungen von der Protagonistin Hildegard, die eben nicht in den einfachen Ja-Sager-Trott mit wenig Geld – wie ihre Eltern – geraten will. Dies sind aber nicht die einzigen Ansätze und Aspekte , welche die Autorin hier in ihr Werk packt, auch Themen wie Flüchtlinge, Zigeuner aber auch allgemeine Abneigung gegen Fremdarbeiter aus Italien, Jugoslawien etc. ist ein Aspekt. Wobei mir hier ein Punkt nicht so ganz gefällt : die abwertende Betitulierung eben dieser Fremdarbeiter- zB. Itaker aber auch an diesem Handlungsthema kann man einen Generationskampf erkennen… aber das wäre auch der einzige Kritikpunkt den ich hätte. Gerade zu diesem doch speziellen und prekären Thema hätte ich mir doch ein wenig mehr Fingerspitzengefühl und weniger abwertende Worte gewünscht. . Ein wundervolles Buch, welches bedingt durch die Einlesephase – gerade durch die Plattdeutschen Passagen – am Anfang ein wenig Zeit braucht um den Leser gefangen zu nehmen. Hat man die magische Entscheidungsmarke von 200 Seiten überschritten, ist man in einem besonderen Bann gefangen, der einen nicht mehr so schnell loslässt – es kommt einem vor, als wenn man selber noch einmal seine Stufen vom Kind bis hin zum Teenageralter durchlebt – nur das es halt eine etwas andere Zeit ist… apropos Zeit, immer mal wieder fließen die technischen Entwicklungen im Vergleich zu den schon vorhandenen ein, als Beispiel sei genannt, der Fernseher, das Radio im krassen Gegensatz zu den Kohlenöfen und der umständlichen Warmwasserzubereitung auf eben dem Kohlenofen, für das samstägliche Familienbad im großen Bottich im Schuppen. . Sanfte Entwicklungsstufen – eine leicht verwirrte Seelenwelt für ein heranwachsendes Mädchen, dass "es" noch nicht getan hat – das umschreibt wohl die Protagonistin Hildegard, welche hier eindeutig im Mittelpunkt steht, am Besten. Aber auch die anderen Charaktere kommen authentisch herüber . Beim Lesen kann man sich in jeden einzelnen gut hinein versetzen, und auch die im Dialog auftauchenden Bedenken sowie das Abwägen Selbiger gut nachvollziehen. Sprachlich wie auch charakteristisch ein – nach meinem persönlichen Empfinden – literarisches Werk – ja, in einem kühnen Anfall von Euphorie möchte ich beinah sagen ein Meisterwerk, wenn Das Verborgene Wort ein in sich abgeschlossener Roman wäre, oder das hier geschaffene Ende Basis für den Leser eigener Schlussfolgerungen wäre… man kann es sehen wie man möchte, vielleicht gut auf der einen – in Nuancen schlecht auf der anderen Seite … Fakt ist aber : Vor erfrischenden und teils auch verblüffenden Wendungen ist der Leser hier nicht gefeit. Und genau dass ist es - neben der Entwicklung des Charakters Hildegard – was auch für das passende Spannungspotential sorgt. . Übrigens geht die Geschichte – wie schon angedeutet – noch weiter: Aufbruch ist der Folgeroman. . Zusammenfassend muss ich schon sagen, trotz anfänglicher Schwierigkeiten ist Das verborgene Wort ein ungewöhnliches, sensibles aber auch aufwühlend und spannendes Werk. Es ist in einer angenehmen klaren , aber durchaus Niveau vollen Schreibe verfasst. Spannende Wendungen der Geschehnisse sowie auch spannende Pointen, die manchmal auch zum schmunzeln veranlassen könnten. Aus meiner persönlichen Sichtweise heraus auch birgt dieses Werk auch eine Grundlage zur Diskussion in einem Lesekreis oder in der Schule sein, da es einige Aspekte anspricht, die in der jetzigen modernen und Technikregierten Welt einfach untergegangen oder unbewusst (vielleicht auch absichtlich) in Vergessenheit geraten sind. Das verborgene Wort lässt sich nach anfänglichen Findungsproblemen leicht und flüssig lesen, ist man in dem Bann des Buches gefangen, vergisst man schnell Raum und Zeit. . Von meiner Seite gerne 5*** Sterne und eine Empfehlung.

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  • Rezension zu "Das verborgene Wort" von Ulla Hahn

    Das verborgene Wort
    Dupsi

    Dupsi

    12. June 2011 um 15:08

    "Das verborgene Wort" erzählt von der Kindheit Hildegard Palms. 1945 geboren wächst sie in einem kleinen Dorf zwischen Köln und Düsseldorf auf. Schon als sie noch ganz klein ist, entdeckt sie die Liebe zu Worten und zu Büchern. Nur widerwillg schicken ihre Eltern sie zur Schule, doch Hildegard ist Feuer und Flamme, bringt sich sogar bei, Hochdeutsch zu sprechen, nimmt Abstand von dem von ihrer Familie vermittelten Dialekt. Sie möchte weiterkommen im Leben, doch immer wieder werden ihr Steine in den Weg gelegt. Vor allem von ihrer Familie. Doch sie bleibt den Wörtern und Büchern treu, schöpft aus ihnen Kraft und Trost. Meine Meinung zu diesem Buch ist zwiegespalten. Hildegards oder Heldejaads Betrachtungen zu Wörtern und Sprache fand ich wunderschön, konnte darin schwelgen. vollkommen nachvollziehen, was sie meint. "Mit den Sätzen ist es wie mit den Menschen. Wir glauben, sie auf den ersten Blick, aufs erste Hören zu verstehen. Aber bei genauem Hinsehen, bei näherer Bekanntschaft entdecken wir einen anderen, tieferen, schöneren Sinn oder Charakter." Dies war nur ein Beispiel der schönen Sätze, der vielen Schätze, die in dem Buch versteckt sind. Und doch hat es einige Längen, hat sich teilweise ziemlch gezogen, wahrscheinlich auch, weil ein Großteil in Dialekt geschrieben ist und ich mich erst einmal reinlesen musste in das Köllsche. Doch mit der Zeit klappte es ganz gut. Auch das Bild, was von der Nachkriegszeit gezeichnet wurde, fand ich gut. die Stimmung ist gut rübergekommen, ich stand förmlich zusammen mit Hildegard in dem kleinen Haus, ging mit ihr zur Schule, lernte zusammen mit ihr Hochdeutsch.Aber doch ist der Funke irgendwie nicht ganz übergesprungen. Deshalb gibt es von mir 3,5 Sterne.

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  • Rezension zu "Das verborgene Wort" von Ulla Hahn

    Das verborgene Wort
    R-E-R

    R-E-R

    Das Zauberwort “Schläft ein Lied in allen Dingen,/ die da träumen fort und fort,/ und die Welt fängt an zu singen/ triffst du nur das Zauberwort.” Eichendorffs “Wünschelrute” ist die Formel mit der Ulla Hahn ihre Heldin Hildegard Palm auf die Reise nach den “verborgenen Worten” schickt. Hildegard ist ein Teufelsbraten, sagt die Mutter. Ein ungeschickter Tölpel mit zwei linken Händen, findet die Großmutter. Der Vater sagt nichts, er prügelt. Allein der Großvater hat Verständnis für das aufgeweckte, phantasievolle Kind. Er nimmt Sie mit zu langen Spaziergängen an den Rhein. Einen unerschöpflichen Vorrat an Geschichten im Kopf. Begierig nimmt das Mädchen jedes Wort in sich auf. Zerlegt es, zerpflückt es, lässt es auf der Zunge zergehen, spürt dem Geschmack nach und setzt es wieder zusammen. Hat noch keinen Namen für dieses Vorgehen. Merkt nur, das ihre Art den Eltern suspekt ist. Anders sein wird argwöhnisch betrachtet im Deutschland der Nachkriegsjahre. Als Hildegard Anfang der 1950er Jahre eingeschult wird eröffnet sich ihr eine neue Welt. Die Welt des Lesens. Fortan ist kein Buch vor ihr sicher, Hildegard jedoch in Sicherheit. Fortan kann sie zu jeder Zeit Zuflucht in ihrer literarischen Welt suchen. Das die Realität sich jedoch nicht ausschalten lässt, erfährt Hildegard oft auf schmerzliche Weise, wenn Sie die schützende Hülle ihrer Bücher verlässt. Ulla Hahn hat in “Das verborgene Wort” die Biographie einer großen Leserin erzählt. Hat diese Biographie mit der Geschichte unseres Landes in den Nachkriegsjahren verknüpft. Mit den Alltäglichkeiten aus dem Leben der “kleinen Leute”. Jahreszeiten, Wirtschaftswunder, Familienfeste, Krankheiten, Glaubensfragen, Essgewohnheiten. Abwechslungsreich und reichhaltig ist die Handlung. Vielfarbig gemalt. Zuweilen etwas schwer verständlich, wenn Hahn ihre Figuren seitenlang im “Dondorfer Platt” miteinander reden lässt. Hildegard buchstabiert für uns die Welt. Das Leben besteht aus Worten die nur gefunden werden müssen. Ulla Hahn hat Sie gefunden. Das Leben hält Bücher für uns bereit, die gelesen werden dürfen. Ulla Hahn hat ein solches Buch für den geschrieben. Für den “geheimen Orden der Leser”. Für alle “für die Lesen mehr ist als ein Vergnügen, mehr als ein Laster, einfach das Leben”!

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  • Rezension zu "Das verborgene Wort" von Ulla Hahn

    Das verborgene Wort
    Gert

    Gert

    03. June 2010 um 18:46

    Das verborgene Wort ist eines der Bücher, welches ich immer schon lesen wollte, gerade wegen der Publicity, die es nach dem Erscheinen durch den Verriss durch Marcel Reich-Ranicki im Literarischen Quartett bekommen hatte. War das nun ein Marketing Gag ? Der Plot ist die Entwicklung eines Kindes in den 50 Jahren im katholischen Rheinland. Der Einfluss der Kirche, der Familie und Schule, zum größten Teil hemmend und stockkonservativ lassen es zu einer alternativen Lebensform aus eigenem Antrieb entwickeln. Das Buch beschreibt in einer sehr guten Sprache und auch mit viel Humor und Sprachwitz auch durch das Rheinische Platt die 50 Jahre. Allerdings kommen doch in der Mitte Längen auf und insofern muß ich MRR recht geben, der es auch als zu lang empfunden hat. Ich habe dann etwa 200 Seiten überschlagen und bin dann wieder eingestiegen. Eigentlich der Sprache und des Schreibstils wegen, nicht so sehr wegen der Handlung. Für mich als norddeutschen Protestanten, der über 20 Jahre in Köln gelebt hat, gleiche Generation wie Ulla Hahn, war es eine gute Lektüre.

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  • Rezension zu "Das verborgene Wort" von Ulla Hahn

    Das verborgene Wort
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    08. December 2008 um 12:13

    Sehr interessant und klug geschrieben...

  • Rezension zu "Das verborgene Wort" von Ulla Hahn

    Das verborgene Wort
    leserin

    leserin

    23. February 2008 um 13:47

    das Buch gefiel mir nicht, zuviele "Fremdwörter"

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