Ulla Hahn Ein Mann im Haus

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Inhaltsangabe zu „Ein Mann im Haus“ von Ulla Hahn

Ein Roman über die Rache
Sie nahm die Küsterhüften zwischen ihre Knie, beugte sich vor und löste ihr Haar, dass es die Köpfe umgab wie ein Zelt. Ihre gemeinen Küsse gingen auf ihn nieder, bis die Aufsässigkeit wich und der Zorn erschien, der Zorn verging, und die Scham erschien, die Scham verging, nur Schmerz blieb. Dann hatte sie Küstermanns Gesicht mit ihren Küssen geleert. Sie berauschte sich an den Verwandlungen seiner Züge, genoß ihre Macht, genoß es, Küstermann küssend zu unterwerfen. Es war süß, auf der Seite der Täter zu sein.« Eine Frau schmiedet ihrem Geliebten goldene Fesseln und kettet ihn an sich, an ihr Haus, an ihr Bett. Sie macht ihn sich in einem präzise erdachten, grausamen Unterwerfungsprozeß untertan: die Rache für die jahrelange Verfügbarkeit und Willfährigkeit, die von ihr erwartet wurde.

Ulla Hahn erzählt kraftvoll und eindringlich von dem süßen Gefühl der Rache.

— leselea

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    Ein Mann im Haus

    leselea

    Jedes Wort, jede Geste zwischen zwei Anführungszeichen gesetzt, Signale für ein Leben als ob. Als ob es wirklich wäre. (S. 118) „Eine Frau schmiedet ihrem Geliebten goldene Fesseln und kettet ihn an sich, an ihr Haus, an ihr Bett.“ – So beginnt der Klappentext und vor dem Beginn der Lektüre dachte ich, dieser Satz wäre metaphorisch gemeint. Doch dieser Satz ist konkrete Realität in Ulla Hahns Roman Ein Mann im Haus: Die Goldschmiedin Maria hat all die Jahre als Geliebte für den Küster des Dorfes, in dem sie lebt, hergehalten. Es gab Sex auf Knopfdruck, Fantasie auf Knopfdruck, Zweisamkeit auf Knopfdruck. Als Belohnung bekam sie das Versprechen, dass er irgendwann vielleicht einmal seine Frau verlässt. Dieses „irgendwann vielleicht einmal“ tritt nicht ein und Maria beschließt sich zu rächen für all die (sexuellen) Demütigungen, für das ewige Hinhalten, für das Klein- und Unsichtbarmachen. Sie fesselt Hans Egon (Hansegon), ihren Küstermann, an ihr Bett, wo er hilflos all ihren Grausamkeiten und Liebenswürdigkeiten ausgesetzt ist. Ihre gemeinen Küsse gingen auf ihn nieder, bis die Aufsässigkeit wich und der Zorn erschien, der Zorn verging, und die Scham erschien, die Scham verging, nur Schmerz blieb. Dann hatte sie Küstermanns Gesicht mit ihren Küssen geleert. Sie berauschte sich an den Verwandlungen seiner Züge, genoß ihre Macht, genoß es, Küstermann küssend zu unterwerfen. Es war süß, auf der Seite der Täter zu sein. (S. 72) Zu Beginn hat mich die Geschichte etwas überfordert, weil ich mit so einer drastisch-konkreten Story nicht gerechnet habe. Ich kenne von Ulla Hahn nur ihre Romane um Hilla Palm und entdecke gerade ihre frühen lyrischen Werke und auch wenn insbesondere die letzteren zeigen, dass Hahn zu solchen kruden Gedanken und zu solchen deutlichen Sprachbildern fähig ist, hat mich die Geschichte um Maria mit ihren mordslüsternen Gedanken, die ihren Geliebten an ihr Bett fesselt überrumpelt. Der gefesselte, allen Erniedrigungen ausgesetzte Mann – dieses Bild ist unmenschlich, fies, in vielen Szenen auch abstoßen und befremdlich. Und trotzdem macht diese Geschichte irgendwie Spaß, hat sie irgendwie Witz: Man schüttelt den Kopf über Marias Einfälle und wandert trotzdem seelenruhig mit ihr durch das vorweihnachtliche Dorf; man findet ihre Handlungen zu drastisch und doch denkt man sich insgeheim, dass Hansegon es nicht anders verdient hat, und hofft, dass ihre Tat nicht auffliegt. Maria spielt das aus, wovon manch einer (oder manch eine) nur träumt und dieses Ausspielen kommt an – zumindest bei mir. Irgendwie, ich weiß nicht wann und warum, bin ich zu Marias Komplizin geworden: Ich habe nicht mehr versucht, ihre Handlung psychologisch zu deuten, es auf Schicksalsschläge zurückzuführen, sondern ich habe sie einfach machen lassen und mich unterhalten lassen. Ulla Hahns Sprache erinnert mich in Ein Mann im Haus sehr an ihre Gedichte. Sie wechselt unverhofft vom Metaphorischen ins Konkrete, stellt den abstrakten, kryptischen Gedanken banale, gewöhnliche Handlungen gegenüber. Ein meiner Meinung nach gelungener Stil aus Poesie und Alltag. Ein Mann im Haus hat mir einmal mehr bewiesen, dass Ulla Hahn für mich eine großartige Erzählerin ist. Ich bin fester denn je entschlossen, mir auch ihre anderen Werke anzueignen.

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    • 3

    leselea

    13. February 2015 um 13:39
  • Rezension zu "Ein Mann im Haus" von Ulla Hahn

    Ein Mann im Haus

    Xirxe

    25. October 2009 um 08:54

    Eine Frau trennt sich von ihrem verheirateten Liebhaber, der sie über Jahre hinweg immer wieder damit hingehalten hat, seine Frau bald zu verlassen. Soweit nichts Außergewöhnliches, doch sie nimmt auf eine besondere Art und Weise Rache: Sie fesselt ihn (für ca. zwei Wochen ?) an ihr Bett und genießt es, dass er ihr völlig ausgeliefert ist. Für all die Demütigungen und Verletzungen, die er ihr in dieser Affäre zugefügt hat, rächt sie sich nun auf unterschiedliche Art und Weise. Einerseits kümmert sie sich liebevoll um sein körperliches Wohlergehen, wäscht ihn, kocht für ihn usw. macht ihm somit klar, wie schön sie es gemeinsam hätten haben können. Andererseits zerfetzt sie vor seinen Augen gemeinsame Erinnerungen, befriedigt sich an ihm ohne ihm 'Erlösung' zu verschaffen, sagt ihm all die Dinge die schon ewig an ihr nagen und und und. Mit jeder Rachemaßnahme schafft sie es, sich ein Stück von ihrem Geliebten zu lösen. Amüsantes Werk, manchen vielleicht zur Nachahmung empfohlen :-) ?

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  • Rezension zu "Ein Mann im Haus" von Ulla Hahn

    Ein Mann im Haus

    GeschichtenAgentin

    23. March 2007 um 22:31

    Angeblich soll ja Reich-Ranicki Ulla Hahn ermutigt haben, etwas Erotisches (Lispeln einfügen) zu schreiben. Nun, so was wird er wohl nicht gemeint haben ;-)
    Herrlich hinterfotzig. Wunderbare Sprache. Großes Kino.

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