Ulrich Alexander Boschwitz

 4,5 Sterne bei 200 Bewertungen
Autor von Der Reisende, Menschen neben dem Leben und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ulrich Alexander Boschwitz

Ein Leben auf der Flucht: Ulrich Alexander Boschwitz, geboren am 19. April 1915 in Berlin, war ein deutscher Autor. 

Aufgrund seiner jüdischen Herkunft emigrierte Boschwitz zusammen mit seiner Familie nach Schweden, dann nach Norwegen und schließlich nach Frankreich. Dort gab er sein Debüt als Autor mit seinem Roman „Menschen neben dem Leben“. Der Erfolg ermöglichte ihm ein Studium an der Pariser Sorbonne.

Daraufhin folgten weitere Auslandsaufenthalte. In England wurde er als „feindlicher Ausländer“ interniert und nach Australien geschickt. Auf dem Rückweg nach England wurde sein Schiff von einem deutschen Torpedoangriff versenkt. Der Autor starb mit 27 Jahren. 

Seine Werke verfasste er in den Jahren der Flucht unter seinem Pseudonym John Grane. Diese wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und bescherten dem Autor auch nach seinem Tod noch internationalen Erfolg.

Alle Bücher von Ulrich Alexander Boschwitz

Cover des Buches Der Reisende (ISBN: 9783608981544)

Der Reisende

 (129)
Erschienen am 23.02.2019
Cover des Buches Menschen neben dem Leben (ISBN: 9783608964097)

Menschen neben dem Leben

 (65)
Erschienen am 21.09.2019
Cover des Buches Der Reisende (ISBN: 9783742404039)

Der Reisende

 (5)
Erschienen am 09.03.2018
Cover des Buches Menschen neben dem Leben (ISBN: 9783742412508)

Menschen neben dem Leben

 (1)
Erschienen am 20.09.2019

Neue Rezensionen zu Ulrich Alexander Boschwitz

Cover des Buches Der Reisende (ISBN: 9783742404039)AlexanderPreusses avatar

Rezension zu "Der Reisende" von Ulrich Alexander Boschwitz

Ein Echo aus dunkler Zeit
AlexanderPreussevor 3 Monaten

Mich hat das Buch begeistert. Ich bin voller Bewunderung über die sprachliche Souveränität des Autors, die ein Echo der Fabulierkunst vor 1945 ist. Das Thema ist unangenehm, es spiegelt aber sehr deutlich die Entwurzelung jener, die sich als Deutsche begriffen und von dem NS-Regime zu Juden gemacht wurden.
Ein warnender Fingerzeig für die Abgründe identitären Denkens jeglicher Couleur.
Man folgt der Hauptperson, Otto Silbermann, auf seiner Irrfahrt durch Deutschland nach dem Novemberprogrom 1938, auf der er vielen sehr unterschiedlichen Charakteren begegnet, die allesamt großartig geformt wurden.
Es ist kein Unterhaltungsroman, wie man sich angesichts des Themas denken kann. Er fesselt, verstört und macht nachdenklich. Die Grenzen sind für Silbermann und seine Schicksalsgenossen gesperrt, ein Motiv, das unsere Gegenwart und Zukunf ebenfalls bestimmt.

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Cover des Buches Menschen neben dem Leben (ISBN: 9783608964097)A

Rezension zu "Menschen neben dem Leben" von Ulrich Alexander Boschwitz

Großartiges Porträt von Menschen am Rande der Gesellschaft
ATWOOD94vor 6 Monaten

Genau wie das zweite Buch von Ulich Alexander Boschwitz, 'Der Reisende', ist dieser Roman sprachlich und literarisch hervorragend. Es finden sich Wahrheiten, die auf seine eigene Weise ausgedrückt, sehr das Hirn und Herz der Leserin und des Lesers berühren. Die eher sachliche Darstellung des Lebens der am Rande der Gesellschaft stehenden Menschen macht es der Leserin und dem Leser möglich, sich diesen ohne Einschränkungen und Vorbehalte zu nähern, und ihnen als Menschen zu begegnen, als 'Menschen neben dem Leben', wie schon der Titel sagt. Die Erzählweise mit dem für den größten Teil des Romans episodenhaft anmutenden Konzentrieren auf die einzelnen Figuren macht es zu einer etwas komplexen Aufgabe, das ganze Aufgebot an Figuren im Blick und im Kopf zu behalten. Zum Ende hin werden diese Figuren zu einem großen Teil zusammengeführt. Hilfreich ist sicher, das Buch zeitnah zu lesen und nicht zu viele Lesepausen einzulegen. Und sich nicht darüber zu sorgen, dass man vielleicht nicht immer jede Figur genau zuordnen kann. Viel wichtiger ist es, diese Figuren als Menschen wahrzunehmen, was den Lesenden dank der außerordentlichen Erzählkunst Boschwitz' definitiv gelingt. Wer sich die Mühe macht, sich auf dieses Ensemble an Figuren einzulassen und ihr Leben betrachtet, wird belohnt mit einem ehrlichen und sachlichen Einblick in Menschen und ihr Leben, der einzigartig ist und die Atmosphäre und das Leben zu einer Zeit darstellt, die für uns heute häufig schwer vorzustellen und nachzuvollziehen ist. Das Elend wird greifbar, eben weil das Buch nicht sentimental und vordergründig emotional ist. Wie auch 'Der Reisende' ist dieses Buch eine absolute Empfehlung! Ich bin sehr froh, dass der Herausgeber endlich die deutschen Originalmanuskripte so hervorragend lektoriert veröffentlicht hat.

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Cover des Buches Der Reisende (ISBN: 9783608981544)luisa_loves_literatures avatar

Rezension zu "Der Reisende" von Ulrich Alexander Boschwitz

Auf der Flucht nach Nirgendwo
luisa_loves_literaturevor 8 Monaten

Der Reisende ist ein sehr besonderes Buch. Sicher ist man mit der grundlegenden Thematik vertraut, hat auch schon zahlreiche Romane und Sachbücher dazu gelesen, aber hier wird das Schicksal der jüdischen Bevölkerung im Dritten Reich auf eine ungewohnte, unmittelbare und äußerst intensive Ebene gehoben, die erschütternd ist und einen zusammen mit dem Protagonisten Otto Silbermann verzweifeln lässt: am System, an dem Land, das man Heimat nannte, an der Realität, an der Vergangenheit, an den anderen Menschen und vor allem auch an sich selbst.


Zusammen mit Otto Silbermann begibt sich der Leser auf eine Reise/Flucht ohne Ziel durch Deutschland, immer in der Hoffnung möglichst lange unerkannt, unauffällig und unentdeckt zu bleiben. Dabei beobachtet der Leser Silbermann und Silbermann sich selbst und beide entdecken dabei zutiefst menschliche, oftmals auch wenig sympathische Aspekte des Charakters – selten sind so authentische und gründliche Innensichten erfolgt. Die Blicke in das Ich gelingen so hervorragend, weil Ottos Austausch mit anderen Menschen nur noch zufälliger Art ist. Es handelt sich um Reisebekanntschaften, ansonsten aber ist er mit sich und seinen Gedanken allein. Besonders eindrücklich wird die Erfahrung transportiert, nicht erwünscht zu sein, nirgendwo und von niemandem: weder im eigenen Land noch im Ausland. Verquickt hiermit ist die Einsicht, dass egal, wie weit oder wohin man fährt, es kein Entkommen geben wird – eine bedrückende und im wahrsten Sinne des Wortes irrsinnige Erkenntnis.


Ulrich Alexander Boschwitz Roman ist ein lesenswertes und wichtiges Buch, das ich mir auch sehr gut als Schullektüre vorstellen könnte – es ist zugleich Zeitzeugnis und aktueller Kommentar.

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Gespräche aus der Community

Bereits "Der Reisende" von Ulrich Alexander Boschwitz war eine phänomenale Wiederentdeckung und nun erscheint auch der erste Roman des 1915 geborenen Autors bei Klett-Cotta: "Menschen neben dem Leben" - ein packendes Portrait der kleinen Leute im Berlin der Zwanzigerjahre. Gemeinsam mit dem Verlag verlosen wir 10 Exemplare des Buches!

Geschichte hautnah! Ulrich Alexander Boschwitz lässt uns in seinem Roman ins Berlin der 20er Jahre zurückkehren und mit den kleinen Leuten fühlen und leben, denen nach Krieg und Weltwirtschaftskrise kaum noch etwas zum Leben übrig blieb und die zugleich dennoch nie die Lust am Leben verloren!

Seid ihr neugierig auf diesen Roman geworden? Zusammen mit Klett-Cotta verlosen wir 10 Exemplare des Buches, die ihr gewinnen könnt, wenn ihr bis zum 29.9.2019 folgende Frage beantwortet:

Was interessiert euch besonders an den 20er Jahren?

Ich drücke euch die Daumen für die Verlosung!

199 BeiträgeVerlosung beendet
Aischas avatar
Letzter Beitrag von  Aischavor 2 Jahren

Hier gibt es meine - begeisterte - Rezension: https://www.lovelybooks.de/autor/Ulrich-Alexander-Boschwitz/Menschen-neben-dem-Leben-2025985719-w/rezension/2414677146/

Ich habe sie außerdem auf Amazon, Thalia, Hugendubel und buecher.de veröffentlicht.

Vielen, lieben Dank für diesen großartigen Gesellschaftsroman, den ich gerne weiterempfehle!

Zusätzliche Informationen

Ulrich Alexander Boschwitz wurde am 19. April 1915 in Berlin (Deutschland ) geboren.

Community-Statistik

in 258 Bibliotheken

von 88 Lesern aktuell gelesen

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