Ulrich Brand

 4.3 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Imperiale Lebensweise, ABC der Alternativen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Ulrich Brand

Imperiale Lebensweise

Imperiale Lebensweise

 (5)
Erschienen am 20.03.2017
ABC der Alternativen

ABC der Alternativen

 (1)
Erschienen am 01.10.2007
Lateinamerikas Linke

Lateinamerikas Linke

 (0)
Erschienen am 01.02.2016
Gegen-Hegemonie

Gegen-Hegemonie

 (0)
Erschienen am 01.03.2005
Mit Poulantzas arbeiten

Mit Poulantzas arbeiten

 (0)
Erschienen am 01.02.2017
Post-Neoliberalismus?

Post-Neoliberalismus?

 (0)
Erschienen am 17.02.2011

Neue Rezensionen zu Ulrich Brand

Neu
J

Rezension zu "Imperiale Lebensweise" von Ulrich Brand

Nicht ganz überzeugend
Johann_Baiervor 11 Tagen

Das vorherrschende Konsumverhalten in den  Industrieländern sowie in den Oberschichten des Globalen Südens ist bekanntlich geprägt von zunehmendem Automobilverkehr, speziell in Form von SUVs, von zunehmendem Flugverkehr, von zunehmendem Fleischkonsum. Die Kernaussage des Buches von Ulrich Brand/Markus Wissen ist, dass es sich hierbei um eine 'imperiale Lebensweise' handelt, da die ökologischen und sozialen Auswirkungen nicht in den Ländern des Konsums, sondern in den armen Ländern des Südens auftreten: in Brasilien werden Kleinbauern vertrieben durch die Ausdehnung der industriellen Großfarmen, die Soja für die Fleischfabriken des Nordens liefern, in Indonesien wird der Urwald abgeholzt, um Palmölplantagen für die Erzeugung von Biodiesel anzulegen, überall zerstören Bergwerke die Lebensräume der indigenen Bevölkerung der jeweiligen Regionen.

Die bestehende Umweltpolitik (Verkauf von Verschmutzungsrechten, Umstellung der Autos auf Elektroantrieb, Förderung von erneuerbaren Energien) löst die Probleme nicht und stellt nur eine wirkungslose grüne Modernisierung des Kapitalismus dar. Stattdessen soll die imperiale durch eine 'solidarische Lebensweise' ersetzt werden. Jetzt wird es eigentlich spannend: was ist das genau? Wie gewinnt man Mehrheiten dafür? wie setzt man sie politisch durch? Wieso geht es den Menschen im Globalen Süden dadurch besser? Diese Fragen werden im letzten Kapitel nur vage, stichwortartig oder gar nicht beantwortet. Der größte Teil des Buches versucht, in hochabstrakten Soziologendeutsch zu belegen, dass die imperiale Lebensweise irgendwie mit dem Kapitalismus verbunden ist und deshalb eigentlich nicht ohne Überwindung des Kapitalismus abzuschaffen ist. Alternativprojekte wie 'Urban Gardening' werden als Vorboten einer solidarischen Lebensweise begrüßt, aber eine konkrete Strategie zur Überwindung der imperialen Lebensweise und des zugrundeliegenden Kapitalismus wird nicht vorgestellt. Es ist nicht einfach zu verstehen, wieso die Förderung von erneuerbaren Energien eine wirkungslose Modernisierung des Kapitalismus ist, ein 'Urban Gardening'-Projekt jedoch nicht.

Soja-Importe aus Brasilien stellen nur einen kleinen Prozentsatz des in Europa verwendeten Tierfutters dar, Biodiesel  aus indonesischem Palmöl stellt nur einen geringen Prozentsatz des Dieselverbrauchs dar - man könnte locker auf  beides verzichten und die 'imperiale Lebensweise' trotzdem beibehalten. Der größte Teil der Rohstoffimporte Deutschlands kommen aus anderen Industrieländern (USA, Kanada, Russland, Australien, Norwegen, Schweden). D.h. durch Darstellung von Einzelfällen wird ein inkorrektes Bild gezeichnet. Ein bisschen mehr empirische Recherche (Auswertung von Handelsstatistiken) hätte dem Buch nicht geschadet.

Hätten die Autoren das abstrakte Soziologendeutsch durch einfache, verständliche Umgangssprache ersetzt, und außerdem auf Wiederholungen und Zitate unbekannter Fachkollegen verzichtet, hätte das Buch wahrscheinlich nur die Hälfte der Seiten, aber den gleichen Inhalt.

Kommentieren0
2
Teilen
W

Rezension zu "Imperiale Lebensweise" von Ulrich Brand

Eine neue Form des Imperialismus
WinfriedStanzickvor 2 Jahren



In diesem Buch der beiden in Wien und Berlin lehrenden Wissenschaftler Ulrich Brand und Markus Wissen geht es um die „Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus“. In der Art und Weise, wie  sich der globale Norden nach wie vor an den sozialen und ökologischen Ressourcen des globalen Südens bedient, identifizieren die beiden Autoren eine neue Form des Imperialismus, den wir seit langem hinter uns wähnten.

Unsere Produktions- und Konsumweise setzt einen überproportionalen Zugriff auf Ressourcen, Arbeitskraft und biologische Senken im globalen Maßstab voraus. Im Endeffekt bedeutet das, dass die Ausbeutung von Mensch und Natur weiter anhält und sich sogar noch vertieft.

Die Autoren legen eine umfassende Krisenbeschreibung vor, die zeigt, wie inadäquat die aktuellen, oft technischen und markt-förmigen Problemlösungsstrategien sind. Sie beschreiben das als „imperiale Lebensweise“.
Das Buch erinnert eindringlich daran, wie notwendig eine umfassende »sozial-öko-logische Transformation« hin zu einer solidarischen Lebensweise ist und wie man ihr den Weg ebnen kann.




Kommentieren0
8
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 11 Bibliotheken

auf 2 Wunschlisten

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks