Ulrich Greiner

 3,8 Sterne bei 28 Bewertungen

Lebenslauf

Ulrich Greiner, geboren 1945, arbeitete nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft als Feuilletonredakteur bei der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. 1980 wechselte er zur »Zeit«, wo er von 1986 bis 1995 das Feuilleton leitete. In den Jahren 1998 bis 2009 war er dort Verantwortlicher Redakteur des Ressorts Literatur. Er lehrte als Gastprofessor u. a. in Hamburg, St. Louis, Essen und Göttingen. Der Hamburger Freien Akademie der Künste stand er von 2011 bis 2020 als Präsident vor.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ulrich Greiner

Cover des Buches Ulrich Greiners Leseverführer (ISBN: 9783423136211)

Ulrich Greiners Leseverführer

(17)
Erschienen am 01.12.2007
Cover des Buches Ulrich Greiners Lyrikverführer (ISBN: 9783406590696)

Ulrich Greiners Lyrikverführer

(8)
Erschienen am 15.09.2009
Cover des Buches Schamverlust (ISBN: 9783498025243)

Schamverlust

(2)
Erschienen am 07.03.2014
Cover des Buches Mitten im Leben (ISBN: 9783518396414)

Mitten im Leben

(1)
Erschienen am 23.10.2000
Cover des Buches Dienstboten (ISBN: 9783866748279)

Dienstboten

(0)
Erschienen am 28.03.2022
Cover des Buches Heimatlos (ISBN: 9783498025366)

Heimatlos

(0)
Erschienen am 18.08.2017

Neue Rezensionen zu Ulrich Greiner

Cover des Buches Mitten im Leben (ISBN: 9783518396414)
Trishen77s avatar

Rezension zu "Mitten im Leben" von Ulrich Greiner

Trishen77
Ein Buch voll gedanklicher und fruchtbarer Auseinadersetzung mit Literatur

Es geht um Zorn und Begeisterung, um Relativierung und Klarstellung, um Idee und Konfrontation, Genuss und Gedanken - Literaturkritik, das ist eine oftmals unterbewerte Gattung des Essays, eine Auseinadersetzung mit der Beschaffenheit und Wirkung einer der wichtigsten menschlichen Errungenschaften: das Bewahren, Darlegen, Ausloten der Wirklichkeit mit Sprache.

Natürlich ist es von jeher besser, die Bücher selbst zu lesen, anstatt sich mit der Sekundärliteratur zu begnügen. Doch ebenso wie manches naturwissenschaftliche Phänomen eine Erklärung braucht, um als ein grundlegendes Element unseres Lebens verstanden zu werden, braucht auch manches literarische Phänomen eine Aufbereitung, die uns erkennen lässt, dass es die Strukturen unserer Welt zu vervielfältigen und abzuzeichnen vermag, dabei genaue Entsprechungen von Erfahrung und unterbewusster Gewissheit in Geschichten und dem syntaktischen Arrangement eines Satzes finden kann; im besten Fall kann ein solcher Essay, ein solcher Text, unser Denken aus den geregelten Rastern in eine neue, offenbarende Dimension heben, in der wir das besprochene literarische Werk als eine Form von Schönheit und Erkenntnis wahrnehmen.

Das Buch "Mitten im Leben" hat schon einige Jahre auf dem Buckel - die Texte stammen alle aus den Jahren 1989-2000, die meisten aus dem Bereich zwischen 1996-1999. Bei den reinen Literaturkritiken aus den Bereichen "Wiederentdeckt", "Zorn" und "Begeisterung" ist das natürlich relativ unerheblich, da die Bücher genauso heute entdeckt werden können wie damals. Ein ganz klein wenig macht sich dagegen die vergangene Zeit in dem Schlusskapitel bemerkbar, in dem es um damals zeitaktuelle Frage wie das "Verschwinden der Literaturkritik" und den Schriftsteller als moralische Instanz geht. Aber auch diese Texte sind wertvoll, weil sie ihm Licht der neuen Entwicklung wieder bedacht werden können und nach wie vor wichtige Aussagen und Positionierungen enthalten, die selbst bei der Veränderung der Sachlage einen ideellen Wert haben.

Greiner ist ein vorzüglicher, wenn auch schon fast zu formaler, Essayist. Er kann begeistern und sein Gespür für den richtigen Winkel, aus dem ein Text zu sehen ist, macht seine Darstellung selbst so schwieriger Künstler wie Hans Henry Jahnn und Botho Strauß nachvollziehbar und weckt das Interesse an deren sperrigen, aber dichten Werken. Des Weiteren versteht er es, Kritik und Lob zu einem Geflecht zu arrangieren, sodass man ein mehrdimensionales Bild, einen waschechten Eindruck des besprochenen Buches bekommt - man fühlt sich als Mitwisser der Lektüre und nicht (wie bei so vielen hochgestochenen Literaturkritiken) als Außenstehender, der sich den Hals verrenken muss.

Von Hemingway bis Ransmayer, von Nooteboom bis Maxim Biller und Hermann Melville, Peter Handke und Richard Ford - Neu unter die Lupe genommenes und Unbekanntes wird der Leser hier finden; manches wird ihm zum ersten Mal richtig nahe gebracht, in manches wird er zum ersten Mal eingeweiht und alles in allem gibt es derzeit wenig besseres auf dem Markt, wenn man gerne über Literatur liest.

Cover des Buches Ulrich Greiners Leseverführer (ISBN: 9783423136211)

Rezension zu "Ulrich Greiners Leseverführer" von Ulrich Greiner

Ein LovelyBooks-Nutzer
Eine unterhaltsame, bunte Mischung

„Um Romane soll es im Folgenden hauptsächlich gehen, um erzählende Literatur und um die besten Wege dorthin. Den einen und einzigen Weg gibt es nicht, denn letztlich geht jeder Leser einen anderen.“ (Zitat Seite 10)

 

Inhalt

„Eine Gebrauchsanweisung zum Lesen schöner Literatur“ nennt Ulrich Greiner sein unterhaltsames Buch, in dem er seine persönlichen Leseerfahrungen mit uns teilt. Es sind Fragen, die sich Lesende manchmal stellen, die keine Literaturprofis wie Germanisten oder Bibliothekare sind.

 

Umsetzung

In neun Kapiteln schreibt Ulrich Greiner über Themen wie die Frage, warum wir lesen, wie viel man gelesen haben muss, über Fiktion und möglichen Realitätsbezug, über literarische Helden, über Erzählperspektiven, über Anfänge und ungewöhnliche Romane, die ihren eigenen Regeln folgen. An das Ende der einzelnen Kapitel, mit Ausnahme des zehnten Kapitels, setzt der Autor einen eigenen Abschnitt, den der Pause nennt, in welcher er das jeweilige Thema aus einer anderen Sicht, jeweils beginnend mit einer Frage, beleuchtet. Viele erklärende Beispiele, kurze Ausschnitte aus Werken, zeitlich gesehen, von Wolfram von Eschenbach bis Juli Zeh, aus deutschsprachiger und fremdsprachiger Literatur, ergänzen die jeweiligen Themen. Dem zehnten Kapitel, in welchem einige der besprochenen Bücher zusammenfassend unterschiedlichen Kategorien und zusätzlich drei Schwierigkeitsgraden zugeordnet werden, folgt ein Anhang mit Internet-Adressen zum Thema und einer alphabetisch nach dem Namen der Autoren geordneten Liste der Autoren und Werke.

 

Fazit

Ein unterhaltsam geschriebener Streifzug durch die Welt der erzählenden Literatur und des Lesens derselben.

 

 

Cover des Buches Ulrich Greiners Lyrikverführer (ISBN: 9783406590696)
SotsiaalneKeskkonds avatar

Rezension zu "Ulrich Greiners Lyrikverführer" von Ulrich Greiner

SotsiaalneKeskkond
Ein Einstieg in die Welt der Lyrik

Bei "Ulrich     Greiners Lyrikverführer" sollte doch eigentlich der Name     Programm sein. Die Leserinnen und Leser sollten durch das Lesen     dieses Buches dazu angeregt werden, ihre Augen für die     Möglichkeiten zu öffnen, die lyrische Texte bieten, welche     farbenfrohe Palette an Entdeckungen es gibt, die man beim Lesen     eines Gedichts machen kann. Kurz gesagt will Ulrich Greiner seiner     Leserschaft die Augen dafür öffnen, was sie bisher beim Lesen     eines Gedichtes nicht gesehen haben, oder einfach nicht wahrhaben     wollten.     

    

Das ist es also,     was das Buch erzielen will. Nur leider muss ich sagen, dass ich     dabei das Ziel leider ein wenig verfehlt sehe. Zwar kann man sich     bei einem Sachbuch, das es zum Ziel hat, seine Leserinnen und Leser     zu informieren, und nicht, diese zu unterhalten, nicht erwarten,     dass dieses mit poetischer Sprache und einem flüssigen Schreibstil     aufwartet. Insofern fand ich das Buch ein wenig trocken. Zwar     begleitet Greiner seine Leserschaft Kapitel für Kapitel so durch     die verschiedenen Themen eines lyrischen Textes, dass diese     anschaulich erklärt bekommt, wie ein Gedicht aufgebaut sein kann,     was es vermitteln kann, und welche versteckten Geheimnisse es     enthalten kann. Dabei braucht man dennoch Geduld, und die Muse,     diese Fülle an Informationen aufzunehmen. Allerdings muss man     sagen, dass sich diese Mühe letztendlich lohnt. Man bekommt sehr     interessante Gesichtspunkte eines lyrischen Textes aufgezeigt, auf     die ich bei meiner bisherigen Lektüre von Gedichten zum Teil nicht     geachtet habe. Das ganze bekommt man dann auch noch sehr schön in     Gruppen und zum Thema passend, vor allem aber immer mit einem     Gedichtbeispiel recht anschaulich erklärt. Sicherlich ist das, was     in diesem Buch erklärt und beschrieben wird, für Menschen, die     sich bereits intensiv mit dem Thema der Lyrik und all seinen     Facetten auseinandergesetzt haben, nichts neues, aber gerade für     Menschen, die da gerade Neuland betreten bietet das Buch einen enorm     guten Einstieg. Man geht mit viel offeneren Augen durch die Welt der     Gedichte - wenn man das so sagen kann. Und gerade für den Einsatz im     Deutschunterreicht kann ich das Buch empfehlen. Zwar wird es einige     Schülerinnen und Schüler durch sein trocken anmutendes     Leseverhalten und das für Schülerinnen und Schüler doch recht     uninteressante Thema abschrecken, doch trotzdem wird gut vermittelt,     auf was es beim Lesen von lyrischen Texten ankommt, und vielleicht     kann doch letztendlich bei dem einen oder anderen Schüler die     Brücke gebaut werden, und man tritt mit mehr Elan und Begeisterung     an das Thema des Gedichts heran. Leider muss ich dabei sagen, dass     der zweite Teil der Buches, der sich aus 11 Gedichtinterpretationen     zusammensetzt, nicht gerade dazu beitragen wird, sondern diese     Brücken viel mehr wieder einreißt. Besagte Interpretationen     konnten mich insofern nicht zufriedenstellen, da sie kein     geschlossenes Ganzes abgeben. Bei beinahe jeder einzelnen von ihnen     mangelt es an irgendeiner Stelle. Mal verzichtet der Verfasser     darauf, auf essentielle sprachliche Merkmale, wie beispielsweise     Reimschema oder Metrum einzugehen, oder zu erwähnen, welche     rhetorischen Mittel eingebaut wurden, und was diese bedeuten. So     macht der Autor in meinen Augen seine komplette Arbeit des ersten     Teiles wieder zunichte, denn die Bestandteile, die im ersten Teil     noch so voller Liebe und Pflege erklärt und den Leserinnen und     Lesern nähergebracht wurden, werden im zweiten letztendlich mit dem     Bulldozer gnadenlos wieder dem Erdboden gleichgemacht.     

    

Im Nachhinein     betrachtet, kann ich sagen, dass es teilweise besser gewesen wäre,     wenn ich mir nur den ersten Teil zu Gemüte geführt hätte, da der     zweite das, was der erste bei mir persönlich erreichen konnte, in     gewissen Teilen wieder zunichte gemacht hat.     

    


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