Ulrich Gutmair Die ersten Tage von Berlin

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Inhaltsangabe zu „Die ersten Tage von Berlin“ von Ulrich Gutmair

Nach dem Fall der Mauer wird Berlin-Mitte mit seinen Brachen und zerfallenden Häusern das Zentrum einer neuen Bewegung. Künstler, Clubbetreiber, Galeristen, DJs und Raver eignen sich die alte Stadtmitte an und erwecken sie wieder zum Leben. Ulrich Gutmair war dabei. Er lässt Akteure von damals zu Wort kommen und verwebt Erinnerungen mit historischem Material zu einem elektrisierenden Porträt der gerade wiedervereinigten Stadt auf dem Sprung zur Metropole.

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    Die ersten Tage von Berlin

    Akkordeonistin

    26. April 2014 um 21:09

    Mit hoher Erwartung habe ich das Buch begonnen, nachdem ich es mir von der letzten Frankfurter Buchmesse (2013) quasi druckfrisch mitgenommen hatte. Die Berliner Zeitung titelt: "Wer wissen will, wie es damals war, muss... Gutmairs Buch lesen", Die Welt schreibt: "ein breit und tiefenscharf angelegtes, genauso schönes wie fundiertes Erzählbuch." Und in der Tat, ein Erzählbuch ist es vielmehr, als erschöpfende Sachliteratur, die es umfangreich zu diesem Thema schon gibt. Doch selbst, wenn man mit dieser Maßgabe an das Buch herangeht, wird man nach dem doch vielversprechenden Titel (hat schon fast etwas episches) bereits nach den ersten Seiten auf den Boden zurückgeholt. Der Autor versucht in hipper New-Age-Erzählmanier in einzelnen, nicht zusammengehörigen Geschichten ein Bild der neuen Szene-Hauptstadt Berlin zu skizzieren. Doch das gelingt ihm nur schlecht, vielmehr werden dem Leser einzelne Erzählfetzen hingeworfen- Tacheles hier, Löcher in der Mauer da- so kann sich selbst beim im Bilde stehenden Leser kein rechtes Bild einstellen. Einzelne Geschichten sind wirklich nett, wieder andere scheinen nur Platzhalter zu seinen. Wieder andere, freilich nur in der "Nebenhandlung" eingeflochtene Fakten werden nicht ausreichend dargelegt und stellen sich beim näheren Hinsehen als "so nicht richtig" heraus (schlechte Recherche). Auch die Aufgabe, "das Lebensgefühl von damals zu transportieren" gelingt nur bedingt. Von "Tiefenscharf" kann keine Rede sein, auch "breit gefächert" ist es nur bedingt. Oft scheint es, der Autor habe nur eine Hand voll Menschen interviewt und sich beim Rest auf Gerüchte und Aussagen aus zweiter Hand verlassen. Ich jedenfalls habe das Buch mit einem befremdlichen Gefühl nach der letzten Seite zugeklappt. Eher scheint mir diese Welt nun noch fremder, kein Stück neuer, als vor diesem Buch. Böse Zungen behaupten, das Buch nutzt nur den momentanen Nostalgie bzw. Berlin-Hype aus.

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