Ulrich Hossner

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Ulrich HossnerDer Smaragdsucher
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Der Smaragdsucher
Der Smaragdsucher
 (2)
Erschienen am 03.03.2016

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Rezension zu "Der Smaragdsucher" von Ulrich Hossner

Smaragd , der grüne Schatz aus dem Habachtal ...
Bellis-Perennisvor 3 Jahren

Germanist, Theaterwissenschaftler und Autor Ulrich Hossner entführt seine Leser in die opulent Zeit des Barocks. Schauplatz seines historischen Romans ist das Habachtal, im heutigen Bundesland Salzburg, damals Erzbistum Salzburg.

Historischer Hintergrund:

Wir befinden uns in einer Zeit der krassen Gegensätze – hier sehr reich und angesehen, dort arm und geknechtet. Mutwillen und Naturkatastrophen lassen Reiche plötzlich mittellos werden, der Umkehrschluss tritt weniger häufig ein.
Die Kirche hat ein gewichtiges Wort mitzureden. Paare, die voreheliche Kinder haben werden nur nach vorherigem „Buß- und Bittgang“ getraut. Diese Bräute müssen, als sichtbares Zeichen des Fehlverhaltens statt des blumigen Brautkranzes einen aus Stroh tragen. Die Obrigkeit – weltlich wie geistlich - ist unerbittlich.
Der Aberglaube ist nach wie vor tief in der bäuerlichen Bevölkerung verankert.

Politisch ist das Habsburgerreich von den Türken bedroht. Kriege werden geführt und verschlingen Unsummen.

Inhalt:

Christoff Jenner, Tagelöhner und Knecht, hat mit Cecilia Ronacher ein gemeinsames, lediges Kind. Nachdem sich Cecilia weigert, die Kirchenbuße anzuerkennen, lernt sie die volle Härte der kirchlichen und weltlichen Macht kennen. Sie wird kahlgeschoren an den Pranger gestellt. Gemeinsam bewirtschaften sie eine kleine Landwirtschaft, die durch eine Naturkatastrophe zerstört wird.

Christoff trifft 1669 auf den dänischen Gelehrten und Geologen Niels Stensen. Stensen soll, im Auftrag der Erherzogin Anna de Medici, die geheimnisvolle Smaragdgruben im Habachtal erkunden und (natürlich) ausbeuten.

Gefangen von der Aussicht durch die Smaragdfunde reich zu werden, verlässt Christoff seine Gefährtin.

Doch auch Cecilia muss sehen, wo sie bleibt. Sie lernt einen kaiserlichen Obristen kennen, nimmt nach langem Zögern dessen Heiratsantrag an und lebt fortan in Freiburg.

Doch weder Christoff noch Cecilia können den jeweils anderen vergessen. Werden sie spät, aber doch zueinander finden?

Erzählstil/Spannung:

Ulrich Hossner verwendet eine wunderschön, beinahe lyrische Sprache. Der Leser ist mitten drin im opulenten Barock. Er lässt uns teilhaben an den Festen und der bitteren Armut.

Zu Beginn scheint das Buch ein wenig langatmig zu sein. Doch der Schein trügt. Der muss erst in die Lebensweise, die Lebensart der Menschen eingeführt werden. Viele kleine und größere historische Details werden gut aufbereitet dem Leser vermittelt.

Einzig die manchmal zu moderne Sprache empfinde ich ein bisschen störend. Bauern im Barock kennen keinen „Urlaub“, keine „Auszeit“ und sie „zucken nicht aus“ usw..

Die Spannung kommt insofern ein wenig zu kurz, als dass die Titel gebende „Smaragdsuche“ meiner Meinung nach, ein wenig im Netz der Gefühle, Intrigen und Affären untergeht.
Da hätte ich mir mehr und ausführlichere Schilderungen gewünscht.

Ein Glossar mit den damals gebräuchlichen Ausdrücken wäre sehr hilfreich. Kaum jemand weiß, was eine „Schwaige“ ist.

Charaktere:

Christoff Jenner ist ein Tagelöhner, der geblendet vom möglichen Reichtum durch die Smaragde, das Augenmaß für die wirklich wichtigen Dinge im Leben verliert. Er ist einerseits bauernschlau, andererseits wird er mehrmals betrogen. Einzig die Liebe zu Cecilia ist beständig. Doch getrieben von der Gier nach den wertvollen Edelsteinen, kann er sich nicht mit den vorhandenen Gegebenheiten abfinden.

Cecilia Ronacher stammt aus einem wenig liebevollen Elternhaus. Die Mutter geht fremd und schiebt dem Ehemann ein Kuckuckskind unter. Der Vater ist mit ihr und den anderen Kindern niemals zufrieden.
Cecilia wird sehr selbstbewusst dargestellt. Sie geht ihren Weg, auch wenn er voller Schmerzen und Pein ist. Auch sie verfügt über ein tiefes Gefühl zu Christoff.

Fazit:

Dieser historische Roman ist ein grandioses Sittengemälde der Barockzeit. Eine meisterhaft erzählte Reise durch Mitteleuropa in Zeiten der Pest und nicht zuletzt die Geschichte einer leidenschaftlichen Liebe.

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