Ulrich Köpf

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Rezension zu "Martin Luther" von Ulrich Köpf

"Eine feste Burg ist unser Gott" Martin Luther
Bellis-Perennisvor 3 Jahren

2017 feiert die Evangelische Welt 500 Jahre Martin Luther. Anlass für einige Autoren Bücher über ihn zu schreiben und vermeintlich Neues oder auch nichts Neues unter die Leser zu bringen.

Autor Ulrich Köpf ist emeritierter Professor für Religionsgeschichte an der Universität in Tübingen. Es weiß also worüber er schreibt.

Er beginnt sein Buch mit der Frage: „Was wissen wir über Martin Luther und wer war er?“

Der Autor geht die Biographie schon recht spannend an. Nämlich damit, dass Luthers Geburtsjahr eigentlich gar nicht exakt feststeht. Seine Mutter kann sich zwar an Tag und Uhrzeit seiner Geburt erinnern, nicht aber das Jahr. Standesämter und Kirchenbücher waren eben damals nicht Usus. Man hat über Rückschlüsse von Ereignissen und Briefen z. B. mit Philipp Melanchton dann das Geburtsahr mit 1483 angesetzt.
Interessant ist, dass Luther als Wandler zwischen den Zeiten beschrieben wird. Er ist ja ein Kind des ausklingenden Mittelalters und der beginnenden Neuzeit.

Dass Luther seine 95 Thesen ausgerechnet am 31. Oktober an die Schlosskirche zu Wittemberg anheftet, erklärt Köpf mit der damals üblichen Art und Weise wie alle Ankündigungen veröffentlicht wurden. Bis längstens 31.10. mussten sie ausgehängt werden.
Egal ob ein Kommilitone eine Unterkunft  oder jemand seinen entlaufenen Hund suchte. Ohne moderne Kommunikationsmittel waren Veröffentlichungen nur so oder per Austrommler möglich.

Ulrich Köpf zitiert einiges aus den zahlreichen Briefen Luthers, der zeitlebens ein Konglomerat aus Deutsch und Latein geschrieben (und vermutlich auch gesprochen) hat. Ein interessantes Detail für mich.

Luthers Leben wird in 40 kurzen Kapiteln erzählt. So darf sein Eintritt ins Kloster ebenso wenig fehlen wie sein späterer Austritt. Die Heirat mit Katharina von Bora, einer ehemaligen Nonne, wird ebenso beleuchtet wie seine Bemühungen um die Reformation, seine Streitereien und seine Lehren.

Später in seinem Leben wird Luther judenfeindliche Äußerungen machen.

Daher fragt sich der Autor zum Schluss nochmals: „Wer war Martin Luther“.

Fazit:

Diese Biographie ist kurz, knapp und prägnant. Ihr fehlen die romantischen Schnörksel mancher Autoren – und das ist gut so. 

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