Jeder aufgeklärte Zeitgenosse weiß es eigentlich seit Jahrzehnten. Der Nahe Osten ist ein Pulverfass, das irgendwann die Welt in Brand setzen wird. Journalisten wie Ulrich Kienzle und ganz unterschiedliche Wissenschaftlicher wie etwa Dan Diner („Versiegelte Zeit“) haben in Artikeln und Büchern seit langer Zeit immer wieder darauf hingewiesen. Unzählige Friedensinitiativen zwischen Israel und den Palästinensern sind fehlgeschlagen, die schwierige Situation hat sich immer weiter zugespitzt.
Nun ist seit Beginn des Syrienkrieges und dem immer erbitterteren Bruderkrieg zwischen Sunniten (Saudi-Arabien) und Schiiten (Iran) mit seinen zahlreichen Stellvertreterkriegen (z.B. Jemen) die Situation nicht nur dort noch explosiver geworden. Nicht nur durch die unzähligen Flüchtlinge, die sich von dort auf den Weg nach Europa machen, sind wir in Westeuropa und spezielle in Deutschland ganz nah dran an dem „tödlich Nahen Osten“.
Ulrich Kienzles neues Buch versucht auf eine ganz besondere Weise so etwas wie „Orientierung für das orientalische Chaos“ zu schaffen für den deutschen Leser, der Kienzle aus seiner jahrelangen Fernsehsendungen noch kennt und schätzt.
Aus jedem Land des Nahen Ostens, das er aktuell beschreibt, stellt er in kurzen Gesprächen einen Menschen vor, der zur Zeit in Deutschland lebt, weil er dort bedroht war oder aus anderen Gründen fliehen musste. So gibt er seinen aufschlussreichen Geschichten authentische Gesichter und bricht die große Politik auf eine private Ebene herunter. Doch er blickt auch zurück in die Geschichte, berichtet von seiner Zeit als Nahost Korrespondent – und von seinen aktuellen Reisen.
Anhand der elf persönlichen Geschichten erklärt anhand von elf Ländern und Regionen des Nahen Ostens die wesentlichen Zusammenhänge der Konflikte zwischen Religion und Terror, Ost und West, Staaten und Ethnien.
Das Buch ist aufschlussreich, vermag aber so wie andere auch keine wirkliche Hoffnung vermitteln, dass sich an diesem Chaos im Orient in absehbarer zweit irgendetwas ändert, einfach deshalb, weil es keine gibt.
Unsere Außenpolitik scheint relativ hilflos angesichts dieser Diagnose. Ein Hochexplosiver Zustand, der uns auch ohne Flüchtlinge noch Jahrzehnte in Atem halten wird.
Ulrich Kienzle
Lebenslauf
Alle Bücher von Ulrich Kienzle
Abschied von 1001 Nacht
Ulrich Kienzle und die Siebzehn Schwaben
Tödlich Naher Osten
Total Frontal
Neue Rezensionen zu Ulrich Kienzle
Das Buch „Abschied von 1001 Nacht“ wurde von dem Journalisten Ulrich Kienzle geschrieben. 2011 ist es im sagas.edition Verlag erschienen und umfasst 352 Seiten.
Der Journalist, Publizist und Nahostexperte Ulrich Kienzle studierte Politikwissenschaften, Germanistik und Kunstgeschichte. Er arbeitete erst einmal bei der ARD in Stuttgart und dann wurde er von dieser als Korrespondent in die arabische Welt, genauer gesagt nach Beirut (Hauptstadt des Libanon) geschickt und blieb dort von 1974 bis 1976. Ein Jahr berichtete er dann aus Kairo, weil er nach dem Einmarsch der syrischen Armee während dem libanesischen Bürgerkrieg geflohen war. Danach ging es nach Südafrika. Doch die arabische Welt ließ ihn nie wieder ganz los. So berichtete er unter anderem als einer der ersten internationalen Journalisten über das Massaker von Sabra und Schatila. Drei Jahre von 1990 bis 1993 leitete er dann die Hauptredaktion Außenpolitik und moderiete das Auslandsjournal.
Das Buch ist in einem sehr angenehmen Schreibstil geschrieben, welcher sich sehr flüssig lesen lässt und sowohl sehr interessant wie auch informativ ist. Mir hat sehr gefallen, dass man durch das Buch auch einiges über den Alltag im Libanon aus deutscher Sicht erfahren hat und viel von der Arbeit eines Journalisten. Als solcher braucht man vor allem im Krieg Nerven aus Stahl, so dass ich während dem Lesen oftmals den Hut vor diesem mutigen Journalisten gezogen haben. Der Schwerpunkt des Buches liegt vor allem auf den Libanon, auch wenn Ägypten ebenfalls sehr wichtig ist. Die anderen Staaten werden jedoch nicht vergessen. So liest man über den Aufstieg und den Fall von Gaddafi und Saddam Hussein. Außerdem lernt man einiges über Syrien, die Golfstaaten und es gibt auch eine Erklärung zu Saudi-Arabien. Mir hat auch sehr gefallen, dass der arabische Frühling ebenfalls erwähnt wurde.
Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter.
17 Prominente Schwaben werden zum interview einzeln eingeladen, von Ulrich Kienzle um dieses eigenwillige Buch enstehen zu lassen. Es geht um fragen, warum der Schwabe so a schaffer isch,schwätzted ihr noch schwäbisch oder wird auch noch schwäbisch gekocht? Jeder einzelne gibt seine Antworten im Interview zwischen Kienzle und Befragter an.
Interessante Antworten die einem zum schmunzeln bringen aber auch nachdenkliches nachhallen lassen.Z.B. Das der SWR fast alles auf seinem Sender Hochdeutsch spricht. Nachrichten,Infosendungen usw. Anderseitz, aber Mundart Fernsehserien sehr beim Zuschauer ankommen. Oder die Berlin-Schwabenphase, das man die Schwaben dort nicht mag, das Arschloch doch ein original schwäbisches Schimpfwort ist. Sowie Schneggele ein Kosewort ist. Sich aber Cem Özdemirs Freundin dazu geäußert hat das es im türkischen schönere Kosenamen gibt wie z.B. Licht meines Auges,und Schneggele eine schleimige Schnecke sei.
Es gibt noch viele andere, sehr aufschlussreiche Antworten die zum weiterlesen einladen und keine langeweile aufkommen lassen.
Mir hat sehr gut gefallen das die 17 Protagonisten nicht alle Urschwaben sind und noch andere Wurzeln aufweisen ,sich aber doch zu 100% als Schwaben fühlen. Man erfährt von den 17 auch privates das für mich die Person in einem anderen Licht stehen läßt. Hier ein paar Namen von den Befragten die mir besonderst gut gefallen haben.Sibylle Lewitscharoff, Cem Özdemir,Felix Huby, Natalia Wörner...
Schwäbische Wörter werden im Buch auf Hochdeutsch übersetzt so hat auch ein lesender Nichtschwabe die Change alles zu verstehen.
Gespräche aus der Community
Zusätzliche Informationen
Ulrich Kienzle wurde am 09. Mai 1936 in Neckargröningen (Deutschland) geboren.
Ulrich Kienzle im Netz:
Welche Genres erwarten dich?
Community-Statistik
12 Bibliotheken











