Ulrich Mühe

 3,7 Sterne bei 296 Bewertungen
Autor*in von Von allem Anfang an.

Lebenslauf

Ulrich Mühe, geboren in Grimma/Sachsen, arbeitete zu Beginn bevorzugt mit Heiner Müller. In der Thomas-Langhoff-Inszenierung der "Jüdin von Toledo", spielte sich Mühe endgültig in die erste Reihe der großen deutschen Schauspieler. Für seine Darstellung des Clavigo erhielt er den Gertrud-Eysoldt-Ring der Stadt Bensheim. Mühe setzte sich als Schauspieler auch im Westen durch. Herausragend war er einmal mehr in der Doppelrolle Joseph Goebbels/Harry Geduldig in "Goebbels und Geduldig", und in der Rolle eines SS-Doktors in der Costa-Gavras-Verfilmung von Rolf Hochhuths Drama "Der Stellvertreter".

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ulrich Mühe

Cover des Buches Adler und Engel (ISBN: 9783895611049)

Adler und Engel

(279)
Erschienen am 22.08.2024
Cover des Buches Adler und Engel (ISBN: 9783837172683)

Adler und Engel

(20)
Erschienen am 01.07.2005
Cover des Buches Von allem Anfang an (ISBN: 9783898130059)

Von allem Anfang an

(1)
Erschienen am 01.01.1999

Neue Rezensionen zu Ulrich Mühe

Cover des Buches Adler und Engel (ISBN: 9783895611049)
Hubertus_Feldmanns avatar

Rezension zu "Adler und Engel" von Juli Zeh

Hubertus_Feldmann
Keine einfach zu verkraftende Lektüre

31 TB-Auflagen dieses Buches (Stand: 2026) sprechen eigentlich eine eindeutige Sprache. Irgendwas an diesem Buch wir die Leser in den Bann gezogen haben, sodass es sich seit Erscheinen der Originalausgabe, 2001, ein solche Nachfrage ergeben hat; es wird nicht nur daran liegen, dass dieses Buch gelegentlich als Schullektüre besprochen wird. Wie auch immer, mich hat bislang kein Buch von Juli Zeh so sehr herausgefordert wie dieses. Die Gründe sind vielfältig und für jeden sicher individuell verschieden, zumal die zunehmende zeitliche Distanz zum seinerzeit noch präsenteren „Balkan-Krieg“ und den mitverhandelten „EU-Osterweiterungen“ für viele Leser nicht mehr so präsent sein dürften. Nichtsdestoweniger ist die Thematik dieses Buches und deren Umsetzung dazu angetan, mindesten ein Frösteln bei Leser:innen zu verursachen – und das nicht nur einmal. Der zwischenmenschliche Umgang der Rauschgiftmissbrauch und einige andere Dinge mehr, verlange oft eine gewisse Ekelresistenz. Es fällt nicht immer leicht, diesen Eskapaden zu folgen. Andererseits ist das erzählerische Niveau der Autorin bereits in diesem Frühwerk erkennbar. 

Es wäre sicher vermessen, an dieser Stelle auch nur eine einigermaßen stimmige Inhaltswiedergabe formulieren zu wollen. Ohnehin gibt es hier genügend andere Quellen. Insofern will ich mich auf die eigenen Leseerfahrungen beschränken. Dieses Buch geht nicht spurlos an einem vorbei, auch wenn diese Spuren meist die Abgründe des Menschseins durchstreifen. Daher ist es auch kein loses Geplapper, das den Leser zu beeindrucken sucht. Gang im Gegenteil. Die Erzählung dringt in die Hirnwindungen ein, schlägt dort Kapriolen, vollführt Volten, die die eigene Vorstellungskraft herausfordern (man will nicht immer folgen …), gleichzeitig aber die Gedanken zum Glühen bringen (wie kann das irgendwie zu einem guten, zumindest plausiblen Ende gebracht werden?). Mit zunehmender Lektüre, und der damit einhergehenden Gewöhnung erschließen sich die komplexen Zusammenhänge, auch wenn man zum Schluss das Buch mit einer gewissen Erleichterung zur Seite legt. Viel mehr hätte man nicht vertragen können …

(23.8.2026)

Cover des Buches Adler und Engel (ISBN: 9783895611049)
Armillees avatar

Rezension zu "Adler und Engel" von Juli Zeh

Armillee
Cooper verwirrt

Mit abstrakter Kunst kann ich nix anfangen. Ich kann die Farben schön finden, auch die Formen und die Namen dafür, aber mir fehlt der Blick für das "große Ganze". Und mit diesem Werk von Juli Zeh geht es mir ganz genauso. Das Buch hatte wirklich seine Momente; humorvolle, abstoßende, verstörende, freundschaftliche, zärtliche u.v.m.. Aber was hatte das alles am Emde zu bedeuten ? So viele Abgründe, so viel Sinnloses. So viel Brutales.

Ich möchte nicht zu hart urteilen, denn schließlich habe ich ja nicht kapiert, obwohl ich mich mit Drogen + Materie, sowie dessen Auswirkungen gut auskenne. Dafür kann die Autorin nichts, dass ich nicht begreife.

Dennoch finde ich, dass man Bücher schreiben sollte, die die Menschen dann auch verarbeiten können. Oder die Laune machen, oder die interessant sind.

Und deshalb...weil das hier nicht geklappt hat...gibt es von mir auch nur 2 Sterne.

Cover des Buches Adler und Engel (ISBN: 9783895611049)
L

Rezension zu "Adler und Engel" von Juli Zeh

Lustaufbuch
»Du wolltest wissen, wie es passiert ist.«

»Du wolltest wissen, wie es passiert ist.«

Stell dir vor, du rufst bei einer Radiosendung an, die sich um verzweifelte Seelen kümmert, erzählst von den mysteriösen Umständen, wie du vor einigen Wochen mit Jessie telefoniert und plötzlich nur noch einen Knall gehört hast. Als du nach Hause gekommen bist, haben sich alle Befürchtungen bestätigt – sie hat sich selbst in den Kopf geschossen. Du weißt nicht mehr weiter, stürzt dich noch mehr in deine Kokain-Abhängigkeit und versuchst der Realität zu entfliehen, bis es plötzlich klingelt.

Vorsichtig schaust durch den Türspion. Vor der Tür steht niemand anderes als die Radiomoderatorin Clara. Sie möchte, dass du ihr mehr davon erzählst. Du weigerst dich, schlägst sie gar und trotzdem lässt sie weiterhin nicht locker.

Als dich dein Chef anruft und fragt, ob du nach einigen Wochen Auszeit nicht wieder arbeiten könntest, schließlich bist du Jurist in einer Leipziger Kanzlei, kündigst du einfach, ohne lange zu überlegen.

Mit der Zeit merkst du, dass du der Vergangenheit nicht entkommen kannst und dich ihr stellen musst. Also beginnst du Clara deine Vergangenheit zu erzählen, indem du sie auf Band aufnimmst.

Ich habe mich sehr gefreut, Juli Zehs Debütroman – 2001 im Schöffling Verlag erschienen – zu lesen, doch wider Erwarten konnte ich mit dem Buch leider nicht warm werden. Das hat mehrere Gründe: Grundsätzlich ist der Inhalt des Romans spannend, doch wird die Handlung zu bruchstückhaft und zu sprunghaft, mit schnellen Wechseln, geschildert. Insgesamt war mir der Text großteils zu langatmig und zu chaotisch, was dazu führte, dass ich beim Weiterlesen mehrmals nicht wusste, wo ich denn stehengeblieben war. Außerdem waren mir dir Figuren leider (!) allesamt unsympathisch. Dazu kam viel Fäkalsprache und direkte, rohe sowie abstoßende Ausdrucksweisen. 

Schade! Wie gern hätte ich den Roman gemocht!!!

Obwohl ich die neueren Bücher von Juli Zeh gerne lese, kann ich den Erfolg ihres Debütromans nicht nachvollziehen.


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