Ulrich Plenzdorf

 3,5 Sterne bei 572 Bewertungen

Lebenslauf

Ulrich Plenzdorf wird in Berlin-Kreuzberg in eine Arbeiterfamilie geboren. Seine Eltern waren Mitglieder der KPD, deswegen wurden sie öfter von den Nationalsozialisten verhaftet. Als Plenzdorf 16 Jahre alt war, zog die Familie nach Ostberlin wo der Autor seine Abitur macht. 3 Semester lang studiert er Marxismus-Leninismus und Philosophie am Franz-Mehring-Institut in Leipzig. Er bricht sein Studium ab, da er seiner Meinung nach dort nichts kreatives lernen kann und nur stumpfsinniges auswendig lernen muss. Die nächsten Jahre arbeitet er als Bühnenarbeiter bei der DEFA. Laut seiner eigenen Aussage, lernt er dort mehr als an der Filmhochschule Babelsberg, die er anschließend besucht. Er heiratet Helga Lieske und hat drei Kinder mit ihr. Während dem Studium tritt er der Volksarmee bei und ist zwei Jahre lang aktiver Soldat. Bekannt wird Plenzdorf 1972 durch sein Buch "die Leiden des jungen W." welches in Halle Uraufgeführt wird. Er erreicht eine hohe Bekanntheit in West und Ost. Nach kurzer Zeit wird das Buch auch in andere Sprachen übersetzt. Bis heute in insgesamt 39. Er arbeitet aber nicht nur als Schriftsteller, sondern vor allem auch als Drehbuchautor. Er schrieb eine ganze Staffel lang, die drehbücher zu "Liebling Kreuzberg." Am 9. August 2007 stirbt Ulrich Plenzberg, nach einer langen Krankheit in Berlin.

Alle Bücher von Ulrich Plenzdorf

Neue Rezensionen zu Ulrich Plenzdorf

Cover des Buches Die Neuen Leiden Des Jungen (ISBN: 047102855X)
Tilman_Schneiders avatar

Rezension zu "Die Neuen Leiden Des Jungen" von Ulrich Plenzdorf

immer wieder sehr gut
Tilman_Schneidervor 5 Tagen

Edgar wächst in der DDR auf und türmt eines Tages mit seinem besten Freund nach Berlin. Der Freund kehrt aber in die Heimatstadt zurück und Edgar bleibt zurück und findet in einer alten Gartenlaube einen Unterschlupf. Nebenan ist ein Kindergarten und hier sieht und beobachtet er Charlie. Er verliebt sich in sie und verachtet ihren Freund, der da immer wieder auftaucht. Edgar lebt allein und hat keinen Kontakt nach außen und auf der Toilette der Laube gibts kein Papier, nur ein altes Buch und da liest er halt Seite für Seite und verwendet das Papier dann anders. Sein Jugendfreund Willi ist im Prinzip sein einziger Ansprechpartner, denn diesem nimmt er Tonbänder auf und zitiert aus dem gefunden Buch, Goethes Werther.  Das Buch war Schullektüre, hat mich aber erst Jahre später wirklich gepackt und ist ein Erlebnis.


Cover des Buches Die neuen Leiden des jungen W (ISBN: 9783518739402)
Tilman_Schneiders avatar

Rezension zu "Die neuen Leiden des jungen W" von Ulrich Plenzdorf

ein großartiges Buch
Tilman_Schneidervor 3 Monaten

Ein junger Mann in der DDR der mit 17 schon viel erlebt und durchlebt hat und er will etwas ändern.

In der Schule haben wir dieses Buch gelesen und da fand ich es furchtbar. Lag wohl am alter, denn ein paar Jahre später habe ich es auf einem Flohmarkt gekauft und gelesen und fand es genial. Es ist ein tolles Buch und ich finde es immer noch sehr aktuell und sehr stimmig.

Cover des Buches Legende vom Glück ohne Ende (ISBN: 9783868476040)
esmerabelles avatar

Rezension zu "Legende vom Glück ohne Ende" von Ulrich Plenzdorf

Ulrich Plenzdorf - Legende vom Glück ohne Ende
esmerabellevor 2 Jahren

Als Paul und Paula sich kennenlernen und verlieben, sind die Bedingungen alles andere, als ideal. Paul ist mit einer zwar wunderschönen, aber nicht sehr intelligenten Frau verheiratet, und hat ein Kind. Paula hat sogar zwei. Von zwei Männern. Und überlegt gerade, dem Werben eines Verehrers nachzugeben, um endlich ein bequemeres und geregeltes Leben führen zu können. Trotzdem kommt es zu einer geradezu unvermeidlichen Annäherung zwischen den beiden, die aber abrupt endet, als eine Tragödie über Paula hereinbricht. Sie sperrt Paul vollständig aus ihrem Leben aus, aber der bleibt hartnäckig, bis er schließlich Paulas Mauer durchbrechen kann. Einem Happy End scheint nichts im Wege zu stehen, bis Paula schwanger wird und bei der Geburt des Kindes stirbt.


So weit ist die Geschichte allen bekannt, die den Film „Die Legende von Paul und Paula“ gesehen haben, aber im Buch geht es noch weiter. Hier lernt Paul Laura kennen, ein Ebenbild von Paula, und beschließt, zu glauben, dass Paula in Laura zu ihm zurückgekehrt ist. Für eine Weile scheint es eine Möglichkeit für einen guten Ausgang der Geschichte zu geben. Doch dann erfährt Paul etwas, das alles ändert. (Und nein, ich spoilere nicht wie besessen, das alles ist auch auf dem Cover zu lesen).


Von Ulrich Plenzdorf habe ich bisher nur vor vielen Jahren mit Begeisterung „Die neuen Leiden des jungen W.“ gelesen, vermutlich sein bekanntestes Buch. Von seinen Filmen kenne ich gar keinen und nachdem ich „Legende vom Glück ohne Ende“ gehört habe, habe ich das Gefühl, dass da noch eine große kulturelle Lücke ist, die geschlossen werden will.


Vorneweg sei gesagt, dass mir das Hörbuch hervorragend gefallen hat. Was mich aber verwirrt, ist, dass ich immer wieder lese, was für eine wunderschöne Liebesgeschichte das sei. Ich fände das Wort „besondere“ angemessener. Alleine was Paul teilweise aufführt, um Paula für sich zu gewinnen, ist eigentlich nichts anderes, als grenzübergreifendes Stalking. Durch den lockeren und faktischen Ton der Erzählung fällt es vielleicht nicht so ins Gewicht, aber ich persönlich würde über einen Mann und den Umgang mit ihm sehr genau nachdenken, wenn er ein solches Verhalten an den Tag legen würde. Und ich fand es erstaunlich, wie wenig dieser Aspekt thematisiert wurde. Vielleicht eine Frage der Entstehungszeit. Ich bin auch nicht der Ansicht, dass Plenzdorf im Sinn hatte, einen Roman über Belästigung zu verfassen, aber auf eine einfache Liebesgeschichte kann man ihn nicht reduzieren, dafür sind die Charaktere viel zu komplex und grenzwertig in ihrem Handeln und Denken.


So oder so fand ich es ausgesprochen intelligent, als Erzähler einen Bekannten/eine Bekannte einzusetzen, die nah an dem Paar dran ist, aber auch die ganzen Gerüchte über die beiden mitbekommt. Wunderbar, wie sich durch Gerede die namengebenden Legenden wild um Paul und Paula ranken, während man gleichzeitig als Leser befriedigender Weise erfährt, wie es wirklich war.
 Diese Bekannte wird im Hörbuch perfekt von Cornelia Heyse gesprochen. Es ist so ein Vergnügen, ihr zuzuhören. Wie sie immer den richtigen Ton trifft, die Figuren charakterlich genau erfasst und zum Leben erweckt… Ich könnte es mir nicht besser vorstellen.


Die „Legende vom Glück ohne Ende“ ist ein Hörerlebnis, das Spaß macht, aber auch nachdenklich, das einen amüsiert und weinen lässt. Und einen Hauch von DDR-Nostalgie mit sich bringt. Eine klare Hörempfehlung.

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Zusätzliche Informationen

Ulrich Plenzdorf wurde am 26. Oktober 1934 in Berlin (Deutschland) geboren.

Community-Statistik

in 887 Bibliotheken

auf 18 Merkzettel

von 9 Leser*innen aktuell gelesen

von 1 Leser*innen gefolgt

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