Ulrich Plenzdorf

 3,5 Sterne bei 477 Bewertungen

Lebenslauf

Ulrich Plenzdorf wird in Berlin-Kreuzberg in eine Arbeiterfamilie geboren. Seine Eltern waren Mitglieder der KPD, deswegen wurden sie öfter von den Nationalsozialisten verhaftet. Als Plenzdorf 16 Jahre alt war, zog die Familie nach Ostberlin wo der Autor seine Abitur macht. 3 Semester lang studiert er Marxismus-Leninismus und Philosophie am Franz-Mehring-Institut in Leipzig. Er bricht sein Studium ab, da er seiner Meinung nach dort nichts kreatives lernen kann und nur stumpfsinniges auswendig lernen muss. Die nächsten Jahre arbeitet er als Bühnenarbeiter bei der DEFA. Laut seiner eigenen Aussage, lernt er dort mehr als an der Filmhochschule Babelsberg, die er anschließend besucht. Er heiratet Helga Lieske und hat drei Kinder mit ihr. Während dem Studium tritt er der Volksarmee bei und ist zwei Jahre lang aktiver Soldat. Bekannt wird Plenzdorf 1972 durch sein Buch "die Leiden des jungen W." welches in Halle Uraufgeführt wird. Er erreicht eine hohe Bekanntheit in West und Ost. Nach kurzer Zeit wird das Buch auch in andere Sprachen übersetzt. Bis heute in insgesamt 39. Er arbeitet aber nicht nur als Schriftsteller, sondern vor allem auch als Drehbuchautor. Er schrieb eine ganze Staffel lang, die drehbücher zu "Liebling Kreuzberg." Am 9. August 2007 stirbt Ulrich Plenzberg, nach einer langen Krankheit in Berlin.

Alle Bücher von Ulrich Plenzdorf

Neue Rezensionen zu Ulrich Plenzdorf

Cover des Buches Die neuen Leiden des jungen W. (ISBN: B001T9I7AQ)
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Rezension zu "Die neuen Leiden des jungen W." von Ulrich Plenzdorf

Trishen77
Werthers moderne Leiden von Plenzdorf

Durchweg könnte dieses Buch als eine Unverschämtheit gewertet werden; sein schnoddriger, auf schlechte Weise leicht an J.D. Salingers Der Fänger im Roggen erinnernde Ton, die aufgetragene Chuzpe und seine (doch etwas zu sehr) bemüht nihilistische Hauptfigur, reißen dem Fass nicht gerade den Boden aus – “bringt mich um”, wie Protagonist Edgar Wiebaeu sagen würde.

Doch da ist etwas, dass man nicht verhehlen kann: Obwohl Plenzdorfs Buch weder die Feinsinnigkeit von Goethes Roman besitzt, noch an Salingers kongenialen Roman heranreicht, hat Plenzdorf mit der DDR-Atmosphäre, einem vorlauten Hauptcharakter und fahrigen Erzählsträngen eine interessante Mischung komponiert, die streckenweise zu erhellen und dann wieder auf skurrile Art zu erheitern weiß. Zum Beispiel, wenn Edgar zu den (un)passendsten Gelegenheiten auswendig aus dem Werther zitiert und man langsam begreift, dass dieses Buch nirgendwo hin will.

Kein Wunder eigentlich: Die Hauptperson erzählt uns ja die ganze Geschichte aus dem Jenseits, jeweils schön untermalt von Gesprächversatzstücken zwischen dem Vater und den Leuten, mit denen Edgar in Berlin verkehrt hat, wohin er Hals über Kopf geflohen war.

Insgesamt ist dieses Buch sicherlich ein ordentlicher, knapper Roman, ein fragmentarisches Zeitdokument, eine passable, dünne Unterhaltung, mit einige Satzjuwelen und Gefühlbeispielen, die man sich rauspicken muss:

“Ich wollte zeitlebens nie den gleichen Weg zurück machen, den ich irgendwo hingegegangen war. Nicht aus Aberglauben uns so. Das nicht. Ich wollte es nicht. Es langweilte mich wahrscheinlich.”

Als Adaption misslungen, als ein netter Streich geglungen, irgendwo zwischen Anarchie, Kult und Belanglosigkeit.

Cover des Buches Die neuen Leiden des jungen W. (ISBN: 9783518368008)
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Rezension zu "Die neuen Leiden des jungen W." von Ulrich Plenzdorf

Ava_lon
Auch Klassiker sind in neuere Zeiten übertragbar

Kurzmeinung

Ich habe das Buch durchaus mit viel Genuss gelesen. Ich fühlte mich in die 60/70‘er Jahre zurückversetzt. Sprachlich fand ich es sehr gelungen. Es war ein Stück weit Umgangssprache, wie sie zu der Zeit auch tatsächlich auf der Strasse gesprochen wurde. Die wenigen Kunstworte passten gut hinein. Auf jeden Fall spiegelte es die damalige Stimmung der jungen Menschen wieder - der Schwerpunkt war das ausbrechen aus der gesellschaftlichen Norm, ein Befreiungsschlag gegen die moralisierende Gesellschaft. Die Art der Erzählung war neu, rückwärts gerichtet aus der Sicht des toten jungen Mannes. Auch wenn es zwei grundverschiedene Leben und Zeiten waren, so gibt es doch immer wieder Momentaufnahmen die sich wiederholen. Die Liebe zu einer gebundenen Frau setzt sehr viele Emotionen frei und so hat der junge Edgar die Worte Goethes genutzt, um seine Erfahrungen und Erkenntnisse mit Worten auszudrücken.

Cover des Buches Die Neuen Leiden Des Jungen (ISBN: 047102855X)
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Rezension zu "Die Neuen Leiden Des Jungen" von Ulrich Plenzdorf

Tilman_Schneider
immer wieder sehr gut

Edgar wächst in der DDR auf und türmt eines Tages mit seinem besten Freund nach Berlin. Der Freund kehrt aber in die Heimatstadt zurück und Edgar bleibt zurück und findet in einer alten Gartenlaube einen Unterschlupf. Nebenan ist ein Kindergarten und hier sieht und beobachtet er Charlie. Er verliebt sich in sie und verachtet ihren Freund, der da immer wieder auftaucht. Edgar lebt allein und hat keinen Kontakt nach außen und auf der Toilette der Laube gibts kein Papier, nur ein altes Buch und da liest er halt Seite für Seite und verwendet das Papier dann anders. Sein Jugendfreund Willi ist im Prinzip sein einziger Ansprechpartner, denn diesem nimmt er Tonbänder auf und zitiert aus dem gefunden Buch, Goethes Werther.  Das Buch war Schullektüre, hat mich aber erst Jahre später wirklich gepackt und ist ein Erlebnis.


Gespräche aus der Community

Emkeysevens avatar
Emkeyseven
Hallo ihr Leseratten,

Im November werde ich notieren, wie viel ihr so gelesen habt.
Diese Challenge ist ja eine schöne Motivation, um mehr Bücher zu lesen und sie zu rezensieren. Ihr könnt natürlich jederzeit einsteigen!

Hier die letzten Monate:

Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober

Die Regeln sind ganz einfach:
Schreibt einfach, dass ihr mitmachen wollt und wie viele Bücher ihr erst einmal plant. Wenn ihr nichts angebt, dann werde ich als Ziel 10 Bücher eintragen.
Wenn ihr im Laufe des Monats ein Buch gelesen habt, meldet es einfach hier und sagt am besten auch, das wievielte Buch das ist. Wenn ihr es nicht wisst, dann kann ich es aber auch herrausfinden ;)
Dann brauche ich natürlich einen Beweis, dass ihr das Buch gelesen habt. Ihr müsst aber nicht zu jedem Buch eine Rezension schreiben. Eine Kurzmeinung reicht schon!!
Ach, gebt bitte entweder einen eindeutigen Titel an, oder hängt das Buch an, damit ich auch alle Bücher, die im Rahmen dieser Challenge gelesen werden, anhängen kann.

Dann wünsche ich euch viel Spaß und hoffe, ihr schafft auch in diesem Monat wieder viele Bücher!
  • AefKaey (9/5)
  • Ayda (5/7)
  • beccy (10/10)
  • Binchen84 (15/13)
  • Buechergarten (6/7)
  • Buechergeplauder (5/5)
  • buecherzeit (3/5)
  • Carina2302 (15/15)
  • CHRISSYTINA (10/10)
  • christiane_brokate (21/20)
  • Clairchendelune (4/7)
  • czytelniczka73 (18/15)
  • daneegold (8/7)
  • Daniliesing (0/10)
  • dieChaosqueen (5/7)
  • dieFlo (15/13)
  • Dunkelblau (5/5)
  • eskimo81 (12/13)
  • Evan (9/6)
  • HarIequin (12/7)
  • Hikari (9/6)
  • ioreth (6/15)
  • isipisi (6/5)
  • Jaqui (1/5)
  • jujumaus (4/5)
  • Juliaa (5/6)
  • Kaaaths (10/10)
  • LadySamira091062 (15/12)
  • Leochiyous (3/4)
  • Linsenliebe (4/6)
  • Lizz (4/8)
  • mecedora (0/10)
  • MelE (32/30)
  • Meli8582 (1/5)
  • Melissa2901 (7/7)
  • mieken (10/10)
  • MiHa_LoRe (16/10)
  • Miss_Sunshine (4/6)
  • Niob (7/7)
  • Nyoko (4/5)
  • pamN (7/8)
  • papertowns (11/11)
  • SandraWer (3/6)
  • saskia_heile (1/5)
  • SchwarzeRose (14/10)
  • Seelensplitter (12/10)
  • Shunya (7/5)
  • Somaya (7/5)
  • Sonnenwind (10/10)
  • SteffiFeffi (3/5)
  • Synic (0/12)
  • tigger (5/4)
  • walli007 (19/14)
  • 0VELVETVOICE0 (9/15)


Ich fürchte, am Ende des Monats werde ich kein Internet habe, aber ich werde dennoch mein bestes geben, um alles aktuell zu halten.


Hier findet ihr Dezember:

http://www.lovelybooks.de/thema/Mini-Challenge-im-Dezember-2013-Wie-viele-B%C3%BCcher-schaffen-wir-im-Monat--1067195074/

Zum Thema
444 Beiträge

Zusätzliche Informationen

Ulrich Plenzdorf wurde am 26. Oktober 1934 in Berlin (Deutschland) geboren.

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