Ulrich Plenzdorf Kein runter, kein fern

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Inhaltsangabe zu „Kein runter, kein fern“ von Ulrich Plenzdorf

Die mit dem Klagenfurter Ingeborg Bachmann-Preis ausgezeichnete Geschichte ist der innere Monolog eines Hilfsschülers, dessen Mutter in den Westen geflüchtet ist. Der Titel bedeutet Strafe, die den Jungen "unablässig wie ein Peitschenschlag trifft: nicht auf die Straße hinunter, nicht vor den Fernsehapparat dürfen. Er büchst aus und gerät zwischen Alexanderplatz und Leipziger Straße in den Mahlstrom eines Demonstrationszuges, zu keinem guten Ende.§Die Welt

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  • Rezension zu "Kein runter, kein fern" von Ulrich Plenzdorf

    Kein runter, kein fern

    nw0783

    28. October 2012 um 14:56

    Es war schwierig zu lesen. Ich musste es 2 mal lesen um alles zu verstehen. Man muss erst dahinterkommen, dass es Gedankenfetzen eines Behinderten Jungen sind, der ALLES auf seine Mutter setzt und so bitterlich enttäuscht wird ! Am Ende wird er sogar von seinem eigenen Bruder verraten... Eine traurige Geschichte deren Hintergrund sehr nachdenklich stimmt !

  • Rezension zu "Kein runter, kein fern" von Ulrich Plenzdorf

    Kein runter, kein fern

    FriediM

    20. September 2012 um 20:48

    Nachdem ich bereits “Die Legende von Paul und Paula” und “Die neuen Leiden des jungen W.” gelesen habe, zwei Bücher die mir eigentlich ganz gut gefallen haben, habe ich mir heute Ulrich Plenzdorfs Erzählung “kein runter kein fern” aus dem Jahre 1973 vorgenommen. Nun was soll ich sagen? Das Buch ist anders als seine Vorgänger, kritisch und vor allem stark fragmentarisch, denn das Buch ist aus der Sicht eines geistig zurückgebliebenen geschrieben. “kein runter kein fern” ist ein innerer Erlebnisdialog aus der Sicht des Hilfsschülers Fleischmann. Er lebt in Ostberlin, ist ein großer Fan der Rolling Stones und will am Tag des 20 jährigen Bestehens der DDR ein vermeintliches Stones Konzert auf dem Dach eines großen Hochhauses besuchen um endlich MICK (Jagger) live zu erleben (das Gerücht eines geheimen Konzerts bestand tatsächlich). Er verfolgt eine Radiosendung in der über die 20-Jahrsfeier in Berlin berichtet wird, und begibt sich später zum Alexanderplatz mit der S-Bahn, wo ihn allerdings ein Menschenaufmarsch erwartet, der von der Volkspolizei auseinander getrieben wird. Dem Leser wird in diesem Monolog in stark fragmentarischer Form und in gesprochen-geschriebener Sprache das Leben des geistig Behinderten mit all seinen Eindrücken und erdrückenden Erlebnissen geschildert, denn er gilt in der DDR als untauglich und wird nicht einmal von seiner Familie akzeptiert – lediglich in der Schule erhält er positive Bestätigung. Der Protagonist Fleischmann, der gerade einmal 10 Jahre alt ist, nimmt vieles deutlich intensiver wahr als seine Mitmenschen, seine Eindrücke sind jedoch beinahe ohne Sinn und Verstand formuliert. Dennoch läuft sein retroperspektiver Blick darauf hinaus, dass er letztendlich immer alleine und ausgegrenzt bleiben wird, gerade als es später zu Konflikten mit der Volkspolizei, bei der auch sein Bruder ist, kommt. Plenzdorf gelingt es eine Geschichte zu vermitteln ohne sich auf die normative Grammatik zu besinnen, alles was dem Leser inklusive vieler Neologismen sowie vulgären Ausdrücken in den unvollständigen Sätzen präsentiert wird ist bruchstückhaft und mit vielen Satzwiederholungen “ausgeschmückt”. Diese Art des Schreibens lässt die Erzählung authentisch sein, denn sie spiegelt die wörtliche Rede des Behinderten wieder, gleichzeitig präsentiert es außerdem eine sprachliche Form, über die sich der Autor sicherlich beim Schreiben den Kopf zerbrechen musste. Für den Leser gestaltet sich die Sprachgestaltung jedoch eher anstrengend, nachdem sich die erste Seite bereits aus einem ineinanderverschachtelten Satz zusammensetzt, der ganz klar auf einige Kommata verzichtet. Letztendlich ist “kein runter kein fern” ein Einblick in die “Parallelwelten aus Staatsgehorsam und eigenem Gewissen”[1], dem unschuldigen wenn auch gequälten Gemüt eines Kindes und der elitären Scheindemokratie, mit einem tragischen Ende und keinem Konzert der Rolling Stones. All dies ist auf eine so deprimierende und vor allem kritische Weise geschrieben, dass die DDR am Ende in keinem guten Licht steht. Ob die Erzählung gefällt ist sicher Ansichtssache, mir persönlich haben die anderen Bücher Plenzdorfs besser gefallen. Mehr auf meinem Blog: vitrinenglas.wordpress.com

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