Ulrich Ritzel

 4 Sterne bei 208 Bewertungen
Autor von Der Schatten des Schwans, Schwemmholz und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ulrich Ritzel

Ulrich Ritzel wurde in Pforzheim geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend auf der Schwäbischen Alb und lebt seit 1998 als freier Schriftsteller am Bodensee. Ulrich Ritzel hat Jura in Tübingen, Berlin und Heidelberg studiert. Danach schrieb er für verschiedene Zeitungen Nach 35 Jahren Journalismus begann er mit der Schriftstellerei. Seitdem schreibt er Kriminalromane und Kriminalerzählungen, die einen Bezug zu Handlungsorten und Figuren in Süddeutschland haben.

Alle Bücher von Ulrich Ritzel

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Der Schatten des Schwans

Der Schatten des Schwans

 (34)
Erschienen am 05.03.2009
Schwemmholz

Schwemmholz

 (29)
Erschienen am 05.10.2005
Der Hund des Propheten

Der Hund des Propheten

 (20)
Erschienen am 05.12.2005
Uferwald

Uferwald

 (20)
Erschienen am 10.04.2007
Beifang

Beifang

 (19)
Erschienen am 14.02.2011
Forellenquintett

Forellenquintett

 (21)
Erschienen am 02.06.2009
Schlangenkopf

Schlangenkopf

 (14)
Erschienen am 09.09.2013
Die schwarzen Ränder der Glut

Die schwarzen Ränder der Glut

 (14)
Erschienen am 04.09.2006

Neue Rezensionen zu Ulrich Ritzel

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SophieNdms avatar

Rezension zu "Nadjas Katze" von Ulrich Ritzel

Eher eine Enttäuschung für mich
SophieNdmvor 2 Monaten

Inhalt
Privatermittler Berndorf ermittelt in eigener Sache …

Auf der Suche nach vergessenen Autoren – ihrem Hobby – entdeckt die pensionierte Lehrerin Nadja Schwertfeger in einem Antiquariat eine Erzählung über das Kriegsende 1945.

Stunden vor dem Einmarsch der US-Army hören in einem kleinen Dorf Einheimische, Flüchtlinge und versprengte Soldaten gemeinsam die Rundfunkübertragung zu Hitlers 56. Geburtstag.

Als der Strom ausfällt, läuft die Zusammenkunft aus dem Ruder … Eine Erfindung?

Nadja stolpert über ein seltsames Detail: die Beschreibung einer schwarzen Stoffkatze mit rosa Tatzen.

Sie selbst besitzt eine solche Katze – die einzige Verbindung zu ihrer Mutter, die sie nach Kriegsende einer anderen Frau überlassen musste.

Nadja recherchiert.

Hat es ein solches Dorf gegeben? Bald wird sie wirklich fündig.

Doch niemand dort will mit ihr reden.

Schließlich wird sie auf Jemanden verwiesen, der hier ebenfalls aufgewachsen ist und später Polizist wurde:

Den ehemaligen Kriminalkommissar Hans Berndorf, der schließlich mit ihr auf eine Zeitreise geht.

Meine Meinung
Die Geschichte von Nadja spielt auf zwei verschiedenen Zeitebenen, einmal 1945 kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs und zum anderen "heute".

Meist beschränken sich die Erzählungen der Vergangenheit auf Romanauszüge aus den Erlebnissen des Soldaten Pietzsch.

Diese waren ziemlich anstrengend und uninteressant zu lesen, daher habe ich den Text meist nur überflogen.

Die Ermittlungen von Hans Berndorf fand ich am spannendsten, hier ist wenigstens etwas voran gegangen.

Als Person war er mir noch am liebsten von allen Charakteren. Nadja fand ich absolut unausstehlich und total egoistisch, eine schreckliche Frau. Auch ihre beste Freundin war mir nicht sympathisch.

Meist war die Handlung vorhersehbar und wenig überraschend.

Die geschichtlichen Hintergrundinfos hingegen fand ich sehr spannend und interessant.

Dadurch wurde die ziemlich lahme Story gut ausgeschmückt und aufgelockert.

(Das war letztendlich der Grund weshalb ich das Buch nicht abgebrochen habe.)

Den Schreibstil fand ich okay und eher durchschnittlich, nicht besonders gut aber auch nicht besonders schlecht.

Fazit
Wenig Spannung, viele Längen und unnötige Infos. Unsympathische Protagonistin.

Ich würde kein weiteres Buch dieser Reihe lesen wollen.

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schillerbuchs avatar

Rezension zu "Nadjas Katze" von Ulrich Ritzel

Von den Wirren des Kriegsendes
schillerbuchvor 7 Monaten

Vielleicht eine Bemerkung vorneweg: Wer gerne actionreiche, rasante Krimis liest, der sollte die Finger von diesem Buch lassen. Denn es ist vielleicht nicht einmal ein hundertprozentiger Kriminalroman, obwohl Ulrich Ritzels Ermittler Hans Berndorf in ihm durchaus ermittelt.

Ermitteln tut er allerdings nicht in einem Mordfall, sondern er recherchiert im Auftrag von Nadja Schwertfeger, die in einer Erzählung in einem Nachkriegsromanheft über ein winziges Detail stolpert: Der genauen Beschreibung einer Spielzeugkatze, die genau der gleicht, die sie von ihrer leiblichen Mutter bekam, bevor sie sie verlassen hat. Handelt es sich bei der Erzählung von Paul Anderweg etwa um eine tatsächliche geschehene Episode aus den letzten Kriegstagen?

Zunächst versucht Nadja selbst, in dem kleinen schwäbischen Dorf herauszufinden, was Wahrheit und was Fiktion ist. Aber als sie dort nur auf eine Mauer des Schweigens trifft, schaltet sie nach einen Tipp Hans Berndorf ein, der mit der Gegend vertraut ist und seine ganz eigenen Interessen hat, der Geschichte nach zu gehen. Nadja und er kommen nicht besonders gut miteinander aus, aber sie haben mehr gemeinsam, als sie zunächst vermuten.

Wie gesagt, das ist weniger ein Krimi (obwohl es sich im letzten Viertel noch in eine Kriminalermittlung verwandelt) sondern es ist die Geschichte einer Recherche. Hartnäckig verfolgen Nadja und Berndorf Spuren, die verwischt zu sein scheinen und die doch bei weiteren Versuchen immer ein Stück weiterführen. Auch das vielgepriesene Internet hilft zwar immer wieder für die größeren historischen Zusammenhänge, aber ohne die Erinnerungen von Zeitgenossen und seinen eigenen, verschwommenen Kindheitserinnerungen wäre Berndorf dem, was in der Nacht an Hitlers letztem Geburtstag in einem kleinen Dorf auf der schwäbischen Alb niemals auf die Schliche gekommen.

Ein anspruchsvoller, spannender Kriminalroman über die Wirren des Kriegsendes, über Identitäten und Erinnerungen und darüber, wie die Kriegszeit auch heute noch das Leben der Menschen beeinflussen kann.

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walli007s avatar

Rezension zu "Nadjas Katze" von Ulrich Ritzel

Der Fährmann
walli007vor 9 Monaten

Nadja Schwertfeger wurde bereits als Baby adoptiert. Inzwischen ist sie pensioniert und ein Hobby von ihr ist die Suche nach vergessenen Autoren. In einem Antiquariat entdeckt sie eine Beschreibung aus den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges. Dort wird eine Spielzeugkatze genauso beschrieben wie ihr Maunz, das einzige, was ihre leibliche Mutter ihr gegeben hat. Nadja zweifelt, ob sie noch nach ihrer wahren Herkunft suchen soll, doch Ruhe lässt es ihr nicht. Sie beginnt nach dem Ort zu suchen, der in der kleinen Veröffentlichung beschrieben wird. Eine überraschende Hilfe ist ihr der ebenfalls pensioniert und nun als Privatermittler tätige Hanz Berndorf.


Kurz nach dem Krieg geboren, muss sich Nadja mit ihrer Suche beeilen, wenn sie noch Zeugen finden will, die ihr helfen könnten, ihre Mutter zu finden. Ihre energische Freundin Wally reist zunächst mit ihr durch das württembergische Land, um nach dem kleinen Ort zu suchen. Eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen? Eher durch Zufall stoßen die Freundinnen auf eine Ort, auf den die Beschreibung passt. Doch keiner der Einheimischen will wirklich mit den beiden reden. Erst der Hinweis auf Berndorf, der ebenfalls von dort stammt und der bei der Polizei gelandet ist, scheint sie voranzubringen. Irgendwie scheint Berndorf selbst noch eine Rechnung offen zu haben.


Es wird Zeit. Möchte man heute noch etwas aus den letzten Kriegstagen wissen, möchte man Zeitzeugen befragen, ist Eile geboten, die Zeugnisse zu dokumentieren. Die Befreier standen vor den Toren der Städte. Doch einige meinten noch, sie müssten das Reich verteidigen. Nahrung und Wohnraum war knapp. Menschen wie die Flüchtlingin aus der gefundenen Geschichte, wurden an fremde Orte verschlagen, stachen heraus und zogen nicht nur Sympathie auf sich. In diese Szenerie hinein forscht der verschwiegene Berndorf, der sich mit seiner Auftraggeberin ebenso wenig anfreunden kann wie sie sich mit ihm. Beide jedoch sind begierig darauf, zu erfahren, was damals in dem Dorf geschah. Und so wie sie sich anzicken, ergänzen sie sich doch in ihren Nachforschungen. 


In seinem zehnten Fall bekommt Hand Berndorf einen wirklich besonderen Auftrag, der ihn in seine eigene Vergangenheit führt. Vielleicht eine Vergangenheit, mit der er sich nicht unbedingt beschäftigen wollte, die ihn aber doch nicht loslässt. Das ausgerechnet diese beinahe unerträgliche pensionierte Lehrerin ihn darauf bringt, ist schon ein gediegener Zufall. Gemeinsam oder auch gegeneinander steigen sie in die Tiefen einer Dorfvergangenheit. Ruhig, akribisch und stetig - so entsteht eine formidable Spannung aus der Langsamkeit und den Eigenheiten eines Menschenschlags. 


Ein Buch das Seite für Seite genossen werden kann, mit einer Geschichte, die sich in ihren vielen Facetten nach und nach entfaltet.


4,5 Sterne

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