Ulrich Schnabel

 4.4 Sterne bei 35 Bewertungen
Autor von Muße, Die Vermessung des Glaubens und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Zuversicht

Neu erschienen am 12.11.2018 als Hardcover bei Blessing.

Zuversicht

Neu erschienen am 12.11.2018 als Hörbuch bei Lagato Verlag.

Alle Bücher von Ulrich Schnabel

Muße

Muße

 (21)
Erschienen am 26.03.2012
Die Vermessung des Glaubens

Die Vermessung des Glaubens

 (10)
Erschienen am 12.07.2010
Zuversicht

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 (0)
Erschienen am 12.11.2018
Zuversicht

Zuversicht

 (0)
Erschienen am 12.11.2018

Neue Rezensionen zu Ulrich Schnabel

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melli_2897s avatar

Gefühle sind ansteckend. Denn wir Menschen haben eine erstaunliche Fähigkeit, uns in andere hineinzuversetzen, ihre Empfindungen zu lesen - und uns unbewusst von ihnen lenken zu lassen. Deshalb sind Emotionen heute ein umkämpftes Objekt, an dem vielfältige Interessen und Einflüsse zerren. Nicht nur Werbung und Medien zielen auf unsere Gefühle, auch am Arbeitsplatz oder in der Liebe ist emotionale Intelligenz gefragt. (Klappentext)


Mit seinem Buch umfasst Ulrich Schnabel das Basiswissen zur gesellschaftlichen Rolle unserer Emotionen und bietet somit nicht nur Einblicke in die eigene Psyche, sondern auch eine gelungene Einführung in die Gesamtthematik.

"Was kostet ein Lächeln?" kann man sich vorstellen als eine Ansammlung interessanter Studienergebnisse, kurzen Interviews mit bekannten Soziologen und Anekdoten des Autors, die sicherlich zum Nachdenken anregen.

Zu Beginn wird es dem Leser ermöglicht, ein paar Fragen zu beantworten und sich ein Bild seiner eigenen Gefühlswelt zu schaffen. Hierbei handelt es sich nicht um einen "Welcher Typ bin ich?"-Test aus irgendeiner Zeitschrift. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten oder eine Musterlösung. Die Fragen dienen einzig und allein als Denkanstoß, was meiner Meinung nach wirklich gut gelungen ist.

Inhaltlich hat mich vorallem der Abschnitt über die kindliche Entwicklung sowie das Kapitel zu den "Arbeitsgefühlen" angesprochen. Letzteres schien mir das Gebiet zu sein, mit dem ich mich persönlich bisher wenig auseinander gesetzt habe, weshalb die Dichte "neuer Informationen" hier am größten war. Der Rest des Buches greift vieles auf, von dem man bereits gehört bzw. gelesen hat und wer sich zuvor schon etwas mit Psychologie beschäftigt hat, wird sich teilweise etwas langweilen. Aber gerade deshalb eignet sich das Buch für Neueinsteiger auf diesem Gebiet! Zwar hätte mich eine Steigerung der Komplexität noch mehr überzeugt, aber durch die gewissenhafte Erklärung der Fachbegriffe und den bedachten Einsatz von Grafiken und Diagrammen stellt "Was kostet ein Lächeln?" ein Must-Read für alle dar, die ihrer eigenen Psyche schon immer mal auf die Schliche kommen wollten.

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Rezension zu "Die Vermessung des Glaubens" von Ulrich Schnabel

Rezension zu "Die Vermessung des Glaubens" von Ulrich Schnabel
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

"Forscher ergründen, wie der Glaube entsteht und warum er Berge versetzt", lautet der Untertitel dieses Sachbuchs des Wissenschaftsredakteurs bei der Wochenzeitung "DIE ZEIT" Ulrich Schnabel. Das Thema hat ja im Augenblick Hochkonjunktur. Da versucht, durchaus erfolgreich, der amerikanische Evolutionsbiologe Richard Dawkins in einem Buch mit dem Titel "Der Gotteswahn" alle Religionen in den Dunst von psychischen Wahnvorstellungen zu rücken, sein Kollege Daniel C. Dennett erklärt in seinem Buch "Den Bann brechen" die Entstehung von Religion naturalistisch und definiert sie evolutionsbiologisch als Ergebnis eines wie auch immer gearteten kulturellen Evolutionsprozesses.

Doch nicht nur in Amerika, wo die beiden erwähnten Bücher herstammen, wird verstärkt über Religion diskutiert , sondern auch in Deutschland. Jürgen Habermas hatte 2001 im Schatten von 9/11 bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels davon gesprochen, dass wir uns ein Bewusstsein davon bewahren müssten, von dem was fehlt, ohne dass er dabei ausdrücklich die Religion nannte. Sie war aber damals mit gemeint und auch in seinen Gesprächen mit dem damaligen Kardinal Ratzinger taucht das Problem immer wieder auf.

Religion und das Phänomen des Glaubens sind "in". Doch Ulrich Schnabel bedient in seinem vorliegenden Buch genauso wenig schnelle Erwartungshaltungen von Lesern, wie er dies in seinen lesenswerten und immer interessanten Artikeln in der ZEIT tut. Er macht zusammen mit seinem zunehmend faszinierten Leser einen sprachlich anspruchsvollen Gang durch die Welt des Glaubens. Hatte Daniel Kehlmann noch vor einiger Zeit über die "Vermessung der Welt" geschrieben, geht es jetzt um die "Vermessung des Glaubens".

Vorurteilsfrei stellt Schnabel wissenschaftliche Entdeckungen spannend und anschaulich vor. Er möchte verstehen, was es mit dem Glauben auf sich hat und möchte seinen Lesern zu einem besseren Verständnis ihrerseits verhelfen. Wenn er von persönlichen Erfahrungen erzählt und von faszinierenden Begegnungen mit verschiedenen Menschen, von denen er etwas über den Glauben lernte im Rahmen seiner Recherchen zu diesem Buch, dann wird der Text so lebendig, das die Lektüre ein auch sprachlicher Genuss ist. Ein intellektueller ist sie allzumal.

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W

Rezension zu "Muße" von Ulrich Schnabel

Rezension zu "Muße" von Ulrich Schnabel
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

Schon in seinem 2008 erschienenen und seit kurzem bei Pantheon auch als Taschenbuch erhältlichen Buch „Von der Vermessung des Glaubens“ hat sich der ZEIT -Journalist Ulrich Schnabel mit einer anspruchsvollen Sprache essayistisch einem nicht-materialistischen Phänomen genähert.
In diesem Buch wollte er verstehen, was es mit dem Glauben auf sich hat und seinen Lesern zu einem besseren Verständnis ihrerseits verhelfen. Er erzählte von persönlichen Erfahrungen und von faszinierenden Begegnungen mit verschiedenen Menschen, von denen er etwas über den Glauben lernte im Rahmen seiner Recherchen.

Sein neues Buch befasst sich mit einem Thema, das in den Traditionen des Glaubens durchaus umstritten gesehen wurde. Es geht um Muße. Einerseits notwendige spirituelle Haltung, andererseits unter dem Verdacht stehend, den Menschen zur Faulheit zu verführen und ihn von seinen Aufgaben abzulenken.

Tatsache ist, dass der heutige Mensch ein Gehetzter ist bis in seinen Schlaf hinein. Enormer Arbeitsdruck bei denen, die Arbeit haben und der Zwang zu fast permanenter Kommunikation haben den Menschen zu einem Wesen gemacht, das nicht mehr zur Ruhe kommt. Der meiste Stress durch Handy, Email etc. ist selbstgemacht und dennoch schafft es kaum jemand, sich dem zu entziehen. Die Folge sind Menschen, die krank werden, unglücklich und immer weniger wirklich leistungs- und lebensfähig. Denn, so Schnabel, das haben die Gehirnforscher und Psychologen herausgefunden: das Nichtstun, die Muße fördern nicht nur die Regeneration und stärken das Gedächtnis, sondern sie sind nachgerade die Voraussetzung für alles, was unter Kreativität und Innovation verstanden wird.

Erst recht, wenn es um so etwas wie Spiritualität geht, wenn es darum geht, die eigene Mitte zu finden, dem Sinn des eigenen Lebens auf die Spur zu kommen, Leid zu ertragen, einfach glücklich zu sein.

Die Philosophen und Glaubenslehrer wissen das schon seit langem. Sie kommen in Schnabels Buch auch ausreichend zu Wort. Seinen Fokus allerdings legt er einerseits auf die Darstellung der neueren schon erwähnten Forschungen und andererseits auf eine Fülle von Hinweisen, wie man dem Drang zum immer Mehr etc. entgegenwirken und widerstehen kann.

Ein wichtiges Buch, das seine Leser animieren kann, mit der Hetze in ihrem Leben anders umzugehen, ein Buch, das dazu einlädt, sich selbst kleine Inseln der Muße zu schaffen und sie zu pflegen und zu hegen.

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